Devisenkurse und Tourismus

... hat im weitesten Sinne noch mit dem Inhalt des Forums zu tun und gehört hier rein!
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Fab
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Re: Devisenkurse und Tourismus

Beitrag von Fab »

Ohne Details näher zu beleuchten, darf ich sagen dass ich einen gewissen Einblick in den Berliner Politikbetrieb habe. Möchte kurz einige Stichworte nennen.

Die modernen Industriestaaten sind unbeschreiblich komplex geworden.
Die Aussage
Dieses System wird fraglos oft durch Lobbyisten untergraben
geht an der Wirklichkeit völlig vorbei. Ohne Lobbyisten würde die parlamentarische Arbeit gar nicht funktionieren.
Jeder der hier mitliest soll einfach mal überlegen, wie komplex in seinem eigenen Arbeitsumfeld die diversen Anforderungen jedwelcher Art sind.

Mal so nebenbei - Wenn man ins Regierungsviertel kommt, wirken die Bauten pharaonisch. Jedem der aktuell glaub 620 (kann variieren) Abgeordneten stehen 2 wissenschaftl. Mitarbeiter zu. Macht pro MdB 3 Büros, 14m2 f. Assis, 16m2 für den MdB (Privileg, Privileg :D ). Da ist man schnell bei 2000 Räumen.
Doch der Eindruck täuscht. Der Regierungsapparat ist für die Anforderungen geradezu mickrig.

Ein Beispiel:
Für ein Fachgebiet, ich nehm mal das Betriebverfassungsgesetz, gab es zum Zeitpunkt von dem ich spreche, grad mal 3 Fachleute.
Kenne eine große Anwaltskanzlei in Nürnberg. Schon die allein ist besser besetzt. Wenn da komplizierte Rechtsfragen auftauchen, geht es ohne externe Beratung mit denen die es betrifft gar nicht.

Ich könnte endlos fortfahren (Medizin, Lebensmittelsicherheit usw. usw.)

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Kris
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Re: Devisenkurse und Tourismus

Beitrag von Kris »

Das Lustige am Lobbyismus ist unter anderem, dass sich Lobbyisten für einen wichtigen Bestandteil einer Demokratie halten (ähnlich Immobilien- und Finanzspekulanten), aber anderseits jegliche Gesetzesinitiative zu blockieren wissen, die für vollkommene Transparenz im parlamentarischen und Institutionellen System sorgen soll.
Wer wieviel Geld für welche Lobbyarbeit investiert muss selbstverständlich so gut es geht nebulös bleiben...

An und für sich vernünftige Maßnahmen in der jetzigen Finanz- und Haushaltskrise werden so erfolgreich unterbunden und keiner weiss eigentlich warum!!
Als tagesaktuelles Beispiel sei das plötzliche "Entsetzen" der deutschen Politik gegenüber der neue Entschlossenheit der Franzosen genannt, die die Finanztransaktionssteuer in kürze tatsächlich einführen werden. Bislang konnte man diese Steuerform gekonnt verhindern, indem man bedauernd feststellte, man könne sie ja nur einführen, wenn alle wesentlichen Staaten es zusammen täten (wohl wissen dass das nie der Fall sein wird). Und jetzt geht ein Staat im Alleingang und alle sind schockiert, weil die Finanztransaktionssteuer doch machbar ist und mittelfristig auch D in Zugszwang kommen sollte.
Hingegen wird "echte" Arbeit(!) unverschämt hoch besteuert, und keiner weiss eigentlich warum...(Einkommensteuer)

Ähnliches gilt für ungezügelte aber mächtig problematische Derivatprodukte, Leerverkäufe, andere.

Oh, was war das Topic nochmal? :-)
>> Die unaufhaltsame Industrialisierung des Skiraums führt zu Banalisierung und somit zum Verlust der magischen Skisportfreude<<
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Fab
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Re: Devisenkurse und Tourismus

Beitrag von Fab »

Transaktionssteuer - is halt a bisserl peinlich für die Frau Bundeskanzlerin, da in der Koalition keine Einigkeit herrscht. Durch das frz. Vorpreschen wird das halt jedermann ersichtlich.
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Theo
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Re: Devisenkurse und Tourismus

Beitrag von Theo »

Zum Link den ATV weiter vorne gepostet hat: Der oberste Währungshüter der Schweiz durfte gestern frewillig zurücktreten.
Bekanntlich hatte ja seine Frau ein bisschen mit Devisen spekuliert und es lässt sich seinerseits nicht beweisen dass sie keine Insiderinformationen hatte.
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Re: Devisenkurse und Tourismus

Beitrag von OliK »

Kris hat geschrieben:Das Lustige am Lobbyismus ist unter anderem, dass sich Lobbyisten für einen wichtigen Bestandteil einer Demokratie halten (ähnlich Immobilien- und Finanzspekulanten), aber anderseits jegliche Gesetzesinitiative zu blockieren wissen, die für vollkommene Transparenz im parlamentarischen und Institutionellen System sorgen soll.
Wer wieviel Geld für welche Lobbyarbeit investiert muss selbstverständlich so gut es geht nebulös bleiben...
Schön gesagt, Kris!
Im ZDF gabs mal ne hübsche Reportage zum Thema:
http://zoom.zdf.de/ZDFde/inhalt/23/0,18 ... 47,00.html
Es grüsst der Oli
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3303
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Re: Devisenkurse und Tourismus

Beitrag von 3303 »

Fab hat geschrieben: Die modernen Industriestaaten sind unbeschreiblich komplex geworden.
Die Aussage
Dieses System wird fraglos oft durch Lobbyisten untergraben
geht an der Wirklichkeit völlig vorbei. Ohne Lobbyisten würde die parlamentarische Arbeit gar nicht funktionieren.
Jeder der hier mitliest soll einfach mal überlegen, wie komplex in seinem eigenen Arbeitsumfeld die diversen Anforderungen jedwelcher Art sind.
Anforerungen eruieren ist ein unerlässlicher Bestandteil, Abwägen und Entscheiden ein anderer, ebeno unerlässlicher Punkt.
Deine Aussage zum Thema "Untergraben" durch Lobbyismus - "geht an der Wirklichkeit völlig vorbei" - erwckt allerdings den Eindruck, dass Du der Auffassung bist, jede politische Entscheidung entstehe danach vollkommen frei nach Gewissen des Abgeordneten. (korrigier mich, falls dem nicht so ist)
Logischer Weise werden Stellungnahmen, Informationen etc. der Träger öffentlicher Belange (auf welche Art auch immer) eingeholt. Ohne diese Informationen, zu denen auch die Forderungen der Interessenvertreter und die aus der Gesetzeslage entstehenden Erforderlichkeiten gehören, wäre eine Entscheidung nur schwer bzw. überhaupt nicht möglich.
Aber bist Du wirklich der Auffassung, dass der Abwägungsprozess, der ja frei nach Gewissen stattfinden sollte, nicht durch Lobbyismus untergraben wird?
Meines Erachtens werden viele Entscheidungen zu sehr unter dem Druck bestimmter Interessenvertreter anders getroffen, als dies frei nach Gewissen Geschehen wäre.
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Fab
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Re: Devisenkurse und Tourismus

Beitrag von Fab »

Vorneweg - es kommt hier im AF immer naturgemäß zu Missverständnissen, da ich verkürze. Sonst schreib ich ja stundenlang.
Deine Aussage zum Thema "Untergraben" durch Lobbyismus - "geht an der Wirklichkeit völlig vorbei" - erwckt allerdings den Eindruck, dass Du der Auffassung bist, jede politische Entscheidung entstehe danach vollkommen frei nach Gewissen des Abgeordneten. (korrigier mich, falls dem nicht so ist)
Die meisten MdB bemühen sich :D - frei ist niemand und vollkommen schon gar nicht.

Will sagen, die Abgeordneten brauchen die Lobbyisten wg. des knowhow. Die Lobby will ihre Anliegen durch Einflussnahme durchsetzen und damit mein ich nicht Bestechung. Das geschieht durchaus mit harten Bandagen - ich nenn es mal "optimierte Faktendarstellung". Kann man aber auch nicht übertreiben, sonst ist der Einfluss bei Null.

Oft gibt es widerstreitende Interessen div. Lobbyisten. Da kann der wache Abgeordnete seine Schlüsse ziehen. Zudem steht ja noch der wissenschaftliche Dienst zur Verfügung.
Die zuständigen MdB arbeiten ja in Ausschüssen. Dort mendelt sich dann (Anhörungen, versch. Lesungen) normalerweise ein vernünftiger Kompromiss heraus. Drum dauert das auch immer so lange, bis ein Entwurf entsteht und verabschiedet wird. Nur Nazis, Kommunisten und andere Schwachköpfe denunzieren Kompromisse als "faul".

Da es zu 99% um knochentrockene Materie geht, braucht der Abgeordnete weniger Gewissen als Sitzfleisch und gesunden Menschenverstand.
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Re: Devisenkurse und Tourismus

Beitrag von TPD »

Theo hat geschrieben:Zum Link den ATV weiter vorne gepostet hat: Der oberste Währungshüter der Schweiz durfte gestern frewillig zurücktreten.
Bekanntlich hatte ja seine Frau ein bisschen mit Devisen spekuliert und es lässt sich seinerseits nicht beweisen dass sie keine Insiderinformationen hatte.
Auch wenn ich den Rücktritt ausserordentlich bedaure, war er im Interessen der SNB wohl unvermeidbar.
Jedoch lässt die ganze Geschichte einen sehr bitteren Nachgeschmack.

- Herr Hildebrand hat aus juristischer Sicht vermutlich nichts illegales getan. Jedoch der moralische Aspekt ist natürlich ein anderes Thema.
- Es wurden rechtsstaatliche Prinzipen massivst mit den Füssen getreten. Sprich der Angeklagte musste seine Unschuld beweisen, was in diesem Fall gar nicht möglich war.
- Die SVP, die das Bankgeheimnis vehement verteidigt, hat es in diesem Fall aus eigenen Interessen selbst gebrochen.
- Der Rücktritt ist ein grosses Geschenk an Christoph Blocher. Und der plant offensichtlich schon den nächsten Coup um weitere Personen aus dem Amt zu entfernen, die dem heiligen Vaterland schaden bzw. nicht seine Meinung vertreten...

http://www.bernerzeitung.ch/schweiz/sta ... y/31338161
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Re: Devisenkurse und Tourismus

Beitrag von GMD »

Das Gebaren der SVP nimmt immer absolutistischere Züge an. Das gibt mir sehr zu denken!
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schneesucher
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Re: Devisenkurse und Tourismus

Beitrag von schneesucher »

TPD hat geschrieben:
Theo hat geschrieben:Zum Link den ATV weiter vorne gepostet hat: Der oberste Währungshüter der Schweiz durfte gestern frewillig zurücktreten.
Bekanntlich hatte ja seine Frau ein bisschen mit Devisen spekuliert und es lässt sich seinerseits nicht beweisen dass sie keine Insiderinformationen hatte.
Auch wenn ich den Rücktritt ausserordentlich bedaure, war er im Interessen der SNB wohl unvermeidbar.
Jedoch lässt die ganze Geschichte einen sehr bitteren Nachgeschmack.

- Herr Hildebrand hat aus juristischer Sicht vermutlich nichts illegales getan. Jedoch der moralische Aspekt ist natürlich ein anderes Thema.
- Es wurden rechtsstaatliche Prinzipen massivst mit den Füssen getreten. Sprich der Angeklagte musste seine Unschuld beweisen, was in diesem Fall gar nicht möglich war.
- Die SVP, die das Bankgeheimnis vehement verteidigt, hat es in diesem Fall aus eigenen Interessen selbst gebrochen.
- Der Rücktritt ist ein grosses Geschenk an Christoph Blocher. Und der plant offensichtlich schon den nächsten Coup um weitere Personen aus dem Amt zu entfernen, die dem heiligen Vaterland schaden bzw. nicht seine Meinung vertreten...

http://www.bernerzeitung.ch/schweiz/sta ... y/31338161
Sehe ich ganz anders. In anderen Ländern hätte dies auch in einer Gefängnissstrafe enden können. Insiderhandel ist kein Kavaliersdelikt. Ausserdem ist zu vermuten, dass nur ein Teil des Insiderhandels aufgeflogen ist. Herr Hildebrand hatt ja wohl Kundenbeziehungen zu mehreren Banken und er soll auch nicht der einzige gewesen sein, der am Insiderhandel beteiligt war.
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Theo
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Re: Devisenkurse und Tourismus

Beitrag von Theo »

Da mag man jetzt vom Blocher und der SVP halten was man will, ich verteidige sie nicht und ich kritisiere sie nicht. Ich bin aber der Meinung dass wenn die Daten zu anderen politischen Grossparteien gekommen wären das Resultat dasselbe gewesen wäre. Hätte die SP das zeug in die Finger bekommen hätte es vermutlich noch anders gerempelt und es hätte gleich geheissen ( seht her, wir sagten schon immer das Bankgeheimnis muss weg ).
Klar muss rechtsstaatlich gesehen der Kläger den lückenlosen Beweis erbringen um eine Verurteilung zu erzielen, was in diesem Fall woh sehr schwierig gewesen wäre. Wenn man aber in so einer Position nicht seine Unschuld beweisen kann dann hat man halt ein Problem.

Die Saxo Bank ( sind glaube ich Belgier ) hat übrigens Prognosen für 2012 heraus gegeben. Da hiess es auch dass der Euro auf 1.50 Franken klettern werde.
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Re: Devisenkurse und Tourismus

Beitrag von baeckerbursch »

Das Schweizer System funktioniert hier allerdings grundsätzlich besser, da es die Bürger oft direkt mit einbezieht.
Da bin ich mir gar nicht sicher. Es ist zwar sehr modern alle Bürger über irgendwas (was sie im zweifel gar nicht verstehen & die Auswirkungen gar nicht überblicken können), aber imho führt das zu einer diskriminierung von Minderheiten (ob das jetzt der bayrische Raucher oder der schweizer Moslem ist).
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Fab
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Re: Devisenkurse und Tourismus

Beitrag von Fab »

baeckerbursch hat geschrieben:
Das Schweizer System funktioniert hier allerdings grundsätzlich besser, da es die Bürger oft direkt mit einbezieht.
Da bin ich mir gar nicht sicher. Es ist zwar sehr modern alle Bürger über irgendwas (was sie im zweifel gar nicht verstehen & die Auswirkungen gar nicht überblicken können), aber imho führt das zu einer diskriminierung von Minderheiten (ob das jetzt der bayrische Raucher oder der schweizer Moslem ist).
Schon wieder so ein Zeitfresserthema :lach:


Lieber Franz, jetzt unterschätzt du die Bürger.
Das schweizer Modell hat sich nachweislich bewährt. Es gibt mehrere interessante Untersuchungen über die "Weisheit der Vielen" und einige schweizer Abstimmungsergebnisse in der Nachschau.
Natürlich muss eine Abstimmung kompatibel mit der Verfassung (Minderheitenrecht) sein. Das von der SVP lancierte Begehren auf das du anspielst ist ein kritischer Fall, das bayer. Nichtraucherschutzgesetz nicht.
Auch parlamentarische Abstimmungen waren schon verfassungswidrig, wenn aus eile mit heißer Nadel gestrickt.
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Re: Devisenkurse und Tourismus

Beitrag von TPD »

Sehe ich ganz anders. In anderen Ländern hätte dies auch in einer Gefängnissstrafe enden können. Insiderhandel ist kein Kavaliersdelikt.
Richtig. Insiderhandel ist kein Kavaliersdelikt.
Aber hast Du Beweise, dass es in diesem Fall ein Insiderhandel war :?:
Fest steht, dass sich die meisten Parteien sehr zurückhaltend verhalten und nur die SVP ein grosses medienwirksames Spektakel veranstaltet.
Weiterhin hat die Geschichte bis jetzt nur ein politisches Nachspiel ausgelöst. Jedoch ist mir nicht bekannt, dass die Justiz aktiv geworden ist. Und ich denke nicht, dass die Polizei bei der Familie Hildebrand, Bank Sarasin und SNB eine geheime Hausdurchsuchung durchführen könnte, ohne dass man dies am nächsten Tag in der Presse erfährt.

Nein, ich bin immer noch der Meinung der unglücklich gelaufene und moralisch problematische Geldwechsel von lächerlichen 0.5 Mio. $ war nur der Auslöser für ein Machtspiel in einer ganz anderen Dimension !
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Re: Devisenkurse und Tourismus

Beitrag von Fab »

Flapsig gesprochen - es war vom fabelhaften Herrn Hildebrand schon naiv bis hirnrissig diese offene Flanke im Privaten zu bieten, wenn ich mich als Nationalbankchef mit den beiden schweizer Großbanken UBS u. CS und weiteren Banken und deren Schergen in Parlament u. Regierung anlege.
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Re: Devisenkurse und Tourismus

Beitrag von TPD »

Flapsig gesprochen - es war vom fabelhaften Herrn Hildebrand schon naiv bis hirnrissig diese offene Flanke im Privaten zu bieten, wenn ich mich als Nationalbankchef mit den beiden schweizer Großbanken UBS u. CS und weiteren Banken und deren Schergen in Parlament u. Regierung anlege.
Eben, von dem her glaube ich da nicht an ein sorgfältig und langfristig geplantes Insidergeschäft.
Denke eher, der hat seiner Frau das volle Vertrauen geschenkt und sich nicht wirklich darum gekümmert, welche heikle Geschäfte die Frau abwickelt.
Und man darf nicht vergessen ein Notenbanker denkt in Milliarden. Da kann es natürlich schon sein, dass er die Bedeutung der läppischen 0.5 Mio. zu spät realisierte.
Ob sich ein Notenbanker einen solchen Fehler erlauben darf ist dann ein anderes Thema ?
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Re: Devisenkurse und Tourismus

Beitrag von Werna76 »

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Re: Devisenkurse und Tourismus

Beitrag von TPD »

In der Causa Hildebrand gibt es erneut Bewegung.
Hausdurchsuchung bei Christoph Blocher 8O

http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten ... ph-Blocher
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Re: Devisenkurse und Tourismus

Beitrag von Theo »

Blocher ist gewiss kein Heiliger, aber was da veranstaltet wird ist doch nur mehr Wahnsinn.
Die einten sind sauer dass es ans Licht gekommen ist und die anderen sind sauer dass es der falsche ans Licht gebracht hat.
Es ist mir ziemlich egal wer in dem Fall welche Gesetze gebrochen hat, hauptsache es ist raus gekommen. Die angeblichen Schwarzkonten der SVP ( keine Ahnung was da noch alles raus kommt und wer dann über die Klinge springen muss ) sind doch auch erst durch die Missachtung des Bankegeimnisses ans Licht gekommen. Da regt sich kurioserweise keiner auf.

Das hat ja nun nichts mit dem unserer eigentlichen Diskussion hier zu tun. Der derzeitige Frankekurs wird derzeit aktiv von unserer Nationalbank so hoch gehalten weil er vor allem den Banken nützt, denn einige Ausländer haben mit ihren FRankenanlagen fette Gewinne gemacht. So konnten Milliardengelder welche vor allem die UBS in den Vorjahren verloren hat wieder zurück geholt werden und Neukunden gewonnen werden.
Der Frankenkurs wird so hoch bleiben wie er eben den Banken nützt, nützt denen dann wieder ein tiefer Frankenkurs geht es dann wieder abwärts.

Das alles tönt jetzt sicher ein bisschen weit her geholt, ich glaube aber nicht dass die Nationalbank nur reagiert hat sondern da ganz aktiv mit mischt und das noch viel stärker als die meisten glauben.
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Re: Devisenkurse und Tourismus

Beitrag von Fab »

Ohne das Eingreifen der SNB wäre der Frankenkurs sonstwo durch die Decke geschossen. Du meinst die Interventionsgrenze bei aktuell 1,20 CHF = 1 € ist zu niedrig angesetzt?
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Theo
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Re: Devisenkurse und Tourismus

Beitrag von Theo »

Mag sein dass ich da auch ein bisschen zu sehr auf mich und meinen Arbeitsplatz sowie das Tourismusland Schweiz fokussiert bin. Ausserdem bin ich ja auch noch ein klein wenig Hobby-Verschwörungstheoretiker.
Ich glaube eben dass der Frankenkus durch die Mitwirkung der SNB so hoch ist. Die haben doch selber mitgemischt und den Kuss kurzzeitig auf fast 1 : 1 gesetzt um sich dann mit der Intervension auf 1.20 sich als die grossen Retter aufspielen zu können.
Ist jetzt sicher wieder ein bisschen übertrieben, so unschuldig wie sie sich geben sind sie aber sicher nicht.

Es kann durchaus sein dass der Kurs je nach Teuerungssitauation im Euroraum und CH dauerhaft so bleibt. Teuerungsbereinigt wäre er wohl so zwischen 1.35 - 1.40. Es ist halt auch nicht ganz einfach wenn sich praktisch alle Arbeitgeber in Euroraum ( D und A seien da mal besonder erwähnt ) sich weigern die Teuerung ordentlich auszugleichen um so ihre Preise tiefer halten zu können um wettbewerbsfähiger zu sein. Keine Ahnung wie lange das noch gut geht, irgendwann wird es aber dann mehr als nur Warnstreiks geben.
Klar ist jetzt da auch wieder der Wunsch Vater des Gedankens. Klar ist es für uns Skifahrer immer ein Ärgernis wenn die Ticketpreise aufschlagen, vielfach wurde aber z.B. in A über Jahre jeweils nur 1.5 - 2% Augeschlagen obwohl die Teuerung 3 - 4% war. Büssen müssen es dann die Arbeitnehmer mit ihren tiefen Löhnen.
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Fab
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Re: Devisenkurse und Tourismus

Beitrag von Fab »

Wenn ich wieder in Z bin werden wir das in der Q-Bar ausführlich ausdiskutieren (müssen). :D
Stimme in mehren Bereichen tw. zu. Mit der SNB prügelst du den absolut Falschen.

Der Aufwertungsdruck ist mehreren Ursachen geschuldet. Ein "Verdienst" ist das Vertrauen das die Schweiz zu Recht genießt. Stichworte sind z. B. geringe Verschuldung und Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich. Hätten wir noch/wieder die DM, hätten wir einen schönen Aufwertungswettbewerb.

Der Aufwertungsdruck für den CHF hat noch eine Ursache. Die alte Leier, die manche nicht mehr hören können/wollen. Zusammenspiel von Regierung und schweizer Großbanken beim Anlocken illegaler und/oder nichtversteuerter Gelder.
Die SNB hat m. E. mit 1,20 Kursuntergrenze einen glaubwürdigen Pflock eingerammt, ohne, wie die Zahlen zeigen, pausenlos Geld drucken zu müssen.
Nix anderes ist eine Intervention am Devisenmarkt.
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Re: Devisenkurse und Tourismus

Beitrag von siri »

Ich bin mal gespannt wie lange das noch gut geht. Die Einheimischen Schweizer tragen derzeit die Devisen massenhaft nach D und A. Die Zollstellen an der Grenze haben schon viel zu wenig Personal bei dem Ansturm, z.B. Konstanz oder Tiengen. Oderz.B den Kilometerlangen Stau Richtung Montafon am letzten Wochenende, da war jedes 2. Auto mit CH-Kennzeichen 8O
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Re: Devisenkurse und Tourismus

Beitrag von TPD »

Es ist halt auch nicht ganz einfach wenn sich praktisch alle Arbeitgeber in Euroraum ( D und A seien da mal besonder erwähnt ) sich weigern die Teuerung ordentlich auszugleichen um so ihre Preise tiefer halten zu können um wettbewerbsfähiger zu sein. Keine Ahnung wie lange das noch gut geht, irgendwann wird es aber dann mehr als nur Warnstreiks geben.
Ist auf jeden Fall ein Problem.
Aber solange die westlichen EU-Staaten noch genügend qualifiziertes Personal im Osten finden können, wird sich da nicht viel ändern.
Der Aufwertungsdruck für den CHF hat noch eine Ursache. Die alte Leier, die manche nicht mehr hören können/wollen. Zusammenspiel von Regierung und schweizer Großbanken beim Anlocken illegaler und/oder nichtversteuerter Gelder.
Da muss man aber schon sehr naiv sein, wenn man jetzt noch Schwarzgeld in der Schweiz anlegen möchte.
Man weiss ja nie, wann die nächste CD-Rom geklaut wird oder die Banken gerade "freiwillig" ein paar 10'000 Kundendaten herausgeben.
Und seit einiger Zeit weiss man auch, dass selbst Banken, die keine Tochtergesellschaften im Ausland betreiben, vom Druck aus dem Ausland nicht mehr sicher sind.
Und es ist auch bekannt, dass gewisse Banken schon vor dem ausländischen Angriff auf das Bankgeheimnis versucht haben, die heissen Kunden heraus zu ekeln.
In Sache Schwarzgeld spielt die Musik jetzt an anderen Orten auf dieser Welt.
Die Einheimischen Schweizer tragen derzeit die Devisen massenhaft nach D und A.
Kein Wunder, wenn die Wechselkursgewinne bei den Importgütern nicht an die Konsumenten weiter gegeben werden.
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Re: Devisenkurse und Tourismus

Beitrag von Mitleser »

TPD hat geschrieben:
Die Einheimischen Schweizer tragen derzeit die Devisen massenhaft nach D und A.
Kein Wunder, wenn die Wechselkursgewinne bei den Importgütern nicht an die Konsumenten weiter gegeben werden.
Das ist ja das traurige daran. Nur als Beispiel: Wenn ich in einem kleinen Skigebiet für eine Salatplatte essen möchte, muss die dann 23,- CHF kosten :?: :?: Der Salat wird doch wahrscheinlich genauso im Süden oder In Holland eingekauft, zum gleichen Preis wie von den Deutschen oder Österreichern, denn ich denke nicht, dass dieser im Winter ausreichend im Land angebaut wird. Wer verdient jetzt daran? :roll:

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