Bei den Bergbahnen rächen sich die Versäumnisse
- intermezzo
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Re: Bei den Bergbahnen rächen sich die Versäumnisse
Richtig. Anpassungen - welch' ein Wort - nach unten bei den Löhnen in der Schweiz geht in diesem Kontext gar nicht (= absolutes no-go). Das wäre mehr als fahrlässig und wirtschaftspolitisch ein Kamikaze-Akt sondergleichen. Zuerst müssten, wie oben bereits mehrfach ge- und beschrieben, andere Hausaufgaben angepackt und gelöst werden. Dazu bedarf es aber gesamteuropäischer Anstrengungen.
Noch was zu Ischgl: Ich hüte mich davor, die Situation in Ischgl zu beurteilen. Dies aus dem ganz einfachen Grund, weil ich selber noch nie dort war. Aufgrund von Schilderungen von einem (kleinen) Teil meines Bekanntenkreis hat sich allerdings herauskristallisiert, dass diese nach Ischgl wegen des Disneyland-Effekts (Fun, Geselligkeit inkl. Bechern), weit weniger aber des Skifahrens wegen hinfahren.
Noch was zu Ischgl: Ich hüte mich davor, die Situation in Ischgl zu beurteilen. Dies aus dem ganz einfachen Grund, weil ich selber noch nie dort war. Aufgrund von Schilderungen von einem (kleinen) Teil meines Bekanntenkreis hat sich allerdings herauskristallisiert, dass diese nach Ischgl wegen des Disneyland-Effekts (Fun, Geselligkeit inkl. Bechern), weit weniger aber des Skifahrens wegen hinfahren.
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Re: Bei den Bergbahnen rächen sich die Versäumnisse
Die Partygänger sind in Ischgl schon auffallend viele, trotzdem aber mengenmäßig wie der Schaum auf dem Weizenbier.
Ich war 2 X da. Die meisten Leute sind wg. des Skifahrens da. Ischgl/Samnaun ist ein schönes, kompaktes und sehr praktisches Skigebiet.
Betriebswirtschaftlich, darum geht es hier ja, haben die Österreicher Bahnen im Vergleich zur Schweiz mehrheitlich die Nase vorn.
Ich war 2 X da. Die meisten Leute sind wg. des Skifahrens da. Ischgl/Samnaun ist ein schönes, kompaktes und sehr praktisches Skigebiet.
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Re: Bei den Bergbahnen rächen sich die Versäumnisse
Mir kommt es so vor, als würde in der Schweiz tendenziell weniger subventioniert. Man hat also nicht unbedingt vergleichbare Rahmenbedingungen.
Im Engadin zB hat sich, so hört man, die Gemeinde St. Moritz aus dem Skigebiet zurückgezogen und es wird nun rein betriebswirtschaftlich orientiert geführt.
Seitdem haben die Preise merklich angezogen. Außerdem wird die Eintscheidung über die Entwicklung des Gebietes damit der Allgemeinheit zumindest teilweise entzogen.
Ob das langfristig wirklich so gut ist, kann man zumindest anzweifeln. Außerdem reduziert die Betriebswirtschaft den Erfogsgedanken rein auf monetäre Werte, welche zwar ohne Zweifel wichtig - aber keinesfalls die einzigen Belange sind, die man berücksichtigen sollte.
Im Engadin zB hat sich, so hört man, die Gemeinde St. Moritz aus dem Skigebiet zurückgezogen und es wird nun rein betriebswirtschaftlich orientiert geführt.
Seitdem haben die Preise merklich angezogen. Außerdem wird die Eintscheidung über die Entwicklung des Gebietes damit der Allgemeinheit zumindest teilweise entzogen.
Ob das langfristig wirklich so gut ist, kann man zumindest anzweifeln. Außerdem reduziert die Betriebswirtschaft den Erfogsgedanken rein auf monetäre Werte, welche zwar ohne Zweifel wichtig - aber keinesfalls die einzigen Belange sind, die man berücksichtigen sollte.
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Re: Bei den Bergbahnen rächen sich die Versäumnisse
Wird denn überhaupt viel subventioniert? Meine Frage bezieht sich sowohl auf die EU-Mitglieder wie auch der Schweiz, die via bilaterale Verträge quasi mit im EU-Boot sitzt.
@3303
Ich denke die anstehenden Investitionskosten können aus keinem Gemeindesäckel gezahlt werden. Die Gemeinden überall haben Mühe ihre ureigensten Aufgaben finanziell zu schultern.
Mitbestimmen können Gemeinden ja über Genehmigungsverfahren, Zonenpläne etc.
@3303
Ich denke die anstehenden Investitionskosten können aus keinem Gemeindesäckel gezahlt werden. Die Gemeinden überall haben Mühe ihre ureigensten Aufgaben finanziell zu schultern.
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Re: Bei den Bergbahnen rächen sich die Versäumnisse
Wenn ich zufällig mal bei italienischen Kleingebieten über Finanzierungen neuer Lifte stolpere, scheinen die Kosten zu 50-80% von Region & Gemeinde übernommen zu werden.Fab hat geschrieben:Wird denn überhaupt viel subventioniert? Meine Frage bezieht sich sowohl auf die EU-Mitglieder wie auch der Schweiz, die via bilaterale Verträge quasi mit im EU-Boot sitzt.
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Re: Bei den Bergbahnen rächen sich die Versäumnisse
Sorry für's OT, aber dazu möchte ich etwas sagen:
Es mag ja sein, dass der Massentourismus nicht in jeder Ausprägung schön ist, aber er bringt unbestreitbar Wohlstand, und das nicht nur den Hoteliers und Bierverkäufern - die Wertschöpfungskette zieht sich durch das ganze Land und durch nahezu jeden Wirtschaftszweig. Man braucht nur mal früh morgens durch eine Tourismushochburg zu laufen: was da für ein Lieferverkehr herrscht, unglaublich!
Wie gesagt, das muss einem nicht gefallen, aber solange die Leute vor Ort mit diesem Wirtschaftsmodell (gut) leben können, geht das doch in Ordnung. Wenn sie wirklich genug davon hätten, könnten sie ja auf dem Wege der Demokratie die Verhältnisse ändern - was ja wohl eher unwahrscheinlich ist.
Das mag notorischen Weltverbesserern, die den Menschen gerne den richtigen Lebenswandel diktieren würden, zwar nicht schmecken. Das macht aber gar nichts, denn die meisten Menschen wissen doch recht gut selbst, was für sie am besten ist.
Dein "Glücksindex" in allen Ehren - aber meinst Du, der wäre früher besser ausgefallen, als es noch keinen Tourismus gab und die Leute in den engen kargen Tälern ständig einen harten Kampf um das tägliche Brot führen mussten (Stichwort Schwabenkinder)?Kris hat geschrieben:In Sölden würde der Glücksindex zB. keinesfalls besonders gut ausfallen, die Selbstmordrate unter den Jugendlichen dort ist bzw. war überdurchschnittlich hoch....kann sich jemand vorstellen weshalb?
Es mag ja sein, dass der Massentourismus nicht in jeder Ausprägung schön ist, aber er bringt unbestreitbar Wohlstand, und das nicht nur den Hoteliers und Bierverkäufern - die Wertschöpfungskette zieht sich durch das ganze Land und durch nahezu jeden Wirtschaftszweig. Man braucht nur mal früh morgens durch eine Tourismushochburg zu laufen: was da für ein Lieferverkehr herrscht, unglaublich!
Wie gesagt, das muss einem nicht gefallen, aber solange die Leute vor Ort mit diesem Wirtschaftsmodell (gut) leben können, geht das doch in Ordnung. Wenn sie wirklich genug davon hätten, könnten sie ja auf dem Wege der Demokratie die Verhältnisse ändern - was ja wohl eher unwahrscheinlich ist.
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Re: Bei den Bergbahnen rächen sich die Versäumnisse
TPD hat geschrieben:...Da müsste schon eher Deutschland seine, in gewissen Branchen viel zu tiefen, Löhne anheben
Tschuldigt, aber irgendwie niedlich, wenn ausgerechnet die Schweiz von "Gesamteuropäischen Anstrengungen" spricht und Aktionen von Deutschland gefordert werden, weil Deutschland und seine Wirtschaftspolitik angeblich Schuld an der Misere sein soll. Gleichermaßen ist doch Deutschland auch zu einem nicht unerheblichen Teil Grund für den Schweizer Wohlstand!intermezzo hat geschrieben:...Dazu bedarf es aber gesamteuropäischer Anstrengungen
Gibt es eigentlich Stimmen in der Schweiz, die den EU- und nachfolgenden Währungsunion-Beitritt fordern und als Grund für die Misere in der Schweiz argumentieren, dass sie ja gerade nicht den Euro haben?
Ich muss da HBB unbedingt zustimmen! Den Alpentälern geht es durch den Tourismus und das viele Geld, was aus dem Flachland dort ausgegeben wird, viel besser als früher! Die eröffnen doch selber in ihren Tälern Heimatmuseen und berichten über die alte Zeit, als eine Überflutung, Mure, Lawine, Missernte etc. für ganze Familien der finanzielle Ruin war... wenn heute Lech überflutet wird, zahlt das die Versicherung und die Hotels sind noch größer und schöner daraus hervorgegangen als vorherKris hat geschrieben:In Sölden würde der Glücksindex zB. keinesfalls besonders gut ausfallen, die Selbstmordrate unter den Jugendlichen dort ist bzw. war überdurchschnittlich hoch....kann sich jemand vorstellen weshalb?
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Re: Bei den Bergbahnen rächen sich die Versäumnisse
Bei einem Gespräch mit einem "alteingesessenen" Einheimischen wurde mir letztens gesagt, dass die Gemeinde St. Moritz als damaliger Eigentümer/Teileigentümer nicht dem Gewinndruck unterlag, wie der jetzige Betreiber. Preise wurden grundsätzlich anders, also eher mit volkswirtschaftlichen Hintergedanken festgelegt als jetzt, wo man ja rein betriebswirtschaftlich denkt.Fab hat geschrieben: Ich denke die anstehenden Investitionskosten können aus keinem Gemeindesäckel gezahlt werden. Die Gemeinden überall haben Mühe ihre ureigensten Aufgaben finanziell zu schultern.
Mitbestimmen können Gemeinden ja über Genehmigungsverfahren, Zonenpläne etc.
Allerdings ist eine Gemeinde, die es sich leisten kann, ein paar hundert Millionen Franken für ein Parkhaus oder Hallenbadzentrum auszugeben von ihrer Leistungsfähigkeit natürlich kein beliebig übertragbares Beispiel. Aber es zeigt, dass die öffentliche Hand im Sinne des Standortes stets betriebswirtschaftlich unrentable Einrichtungen fördert die eben helfen, volkswirtschaftliche Gewinne zu erwirtschaften. Hinsichtlich der Bahnen kam man dagegen offenbar zu dem Schluss, dass die Fusion einiger Bergbahnen bei einer gänzlichen Privatisierung und die damit verbundenen Synergieeffekte überwiegende Vorteile gegenüber einer öffentlicher orientierten Trägerschaft haben. Ich sehe das etwas anders.
So in etwa kommt es mir auch vor. Und betreffend Österreich: Gibt es da nicht auch viele Beispiele von Subvention? Da gibt es doch Mitglieder hier, die dazu Genaueres wissen müssten?starli hat geschrieben:Wenn ich zufällig mal bei italienischen Kleingebieten über Finanzierungen neuer Lifte stolpere, scheinen die Kosten zu 50-80% von Region & Gemeinde übernommen zu werden.
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Emilius3557
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Re: Bei den Bergbahnen rächen sich die Versäumnisse
Ein mir bekanntes Beispiel: an der Talstation der 8-KSB Plattenkogel in Königsleiten/Zillertalarena ist ein kleines Schild: gefördert aus EFRE-Mitteln (einer der EU-Strukturfonds). Auch die neue Katzenmoosbahn, hat mir jemand berichtet, wurde aus EU-Geldern gefördert (was konkret gefördert wird können die Mitgliedsstaaten meiner Meinung nach noch relativ eigenständig entscheiden, da gibt es schon Spielräume) - grotesk, im "seilbahnstrukturschwachen" Zillertal.betreffend Österreich: Gibt es da nicht auch viele Beispiele von Subvention?
Die Hypothese, dass die soziokulturellen Auswirkungen des Tourismus zu einer erhöhten Selbstmordraten führten, ist nicht neu. Einschlägige Veröffentlichungen sind u.a. folgende.In Sölden würde der Glücksindex zB. keinesfalls besonders gut ausfallen, die Selbstmordrate unter den Jugendlichen dort ist bzw. war überdurchschnittlich hoch....
BACHLEITNER R. (1997), Suizid durch Tourismus – Faktum oder Fiktion?. In: Tourismus Journal 1 (2), S. 225-238.
BACHLEITNER R., PENZ O. (2000), Massentourismus und sozialer Wandel. Tourismuseffekte und Tourismusfolgen in Alpenregionen (=Tourismuswissenschaftliche Manuskripte Bd. 10), München Wien, Profil Verlag.
HALLER R., LINGG A. (1985), Vorarlberger Suizidstudie, Bregenz.
LINGG A. (1998), Investitionen nach innen. Lebensgestaltung, Familie und Tourismus. Strate-gien zur Minderung tourismusbedingter Belastungen. In: ISENBERG W. (Hrsg.), Tourismus – Gewinn oder Verlust von Identität? Die Wechselwirkungen von Kultur und Tourismus (=Bensberger Protokolle 88. Schriftenreihe der Thomas-Morus-Akademie Bensberg), S. 57-60. Bergisch-Gladbach, Thomas-Morus-Akademie Bensberg.
Es gibt sicherlich "tourismusinduzierte" Suizide, aber den oben zitierten Studien zu Folge kann man zumindest quantitativ wohl keine generell erhöhte Suizidrate in Tourismusgemeinden nachweisen. Die Ursachenzuschreibung ist ja in den wenigsten, dieser traurigen Fälle eindeutig.
@Kris: gibt es zu Sölden o.ä. eine Dir bekannte, aktuellere und veröffentlichte Studie? Wäre daran interessiert.
Zu Sölden direkt und der Thematik "soziokulturelle Auswirkungen des Tourismus" sind mir folgende Arbeiten bekannt (für Obergurgl und Vent gibt es im Rahmend es MaB-Projektes etliche spannenende sozialwissenschaftliche Veröffentlichungen)
WILHELM U. (1977), Die soziale Beziehung zwischen Gastgebern und Gästen. Aufgezeigt am Beispiel zweier Fremdenverkehrszentren im Ötztal. Diss. Univ. Innsbruck. => bezieht sich auf Sölden selbst!
WILHELM U. (2001), Auf dem Weg zum professionellen Umgang mit dem Gast. Zwei sozial-psychologische Untersuchungen über das Verhältnis von Gastgebern und Gästen im Ötztal 1976 und 1997. In: Voyage – Jahrbuch für Reise- & Tourismusforschung, 2001 (Band 4), S. 137-154. => Update 20 Jahre später
Zuletzt geändert von Emilius3557 am 09.05.2012 - 14:35, insgesamt 1-mal geändert.
Besinnung auf die Kernkompetenzen - altbewährte Dummschwätzerei...
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Re: Bei den Bergbahnen rächen sich die Versäumnisse
Muren, Missernte, Lawinen, Überflutung, Ruin? Das ist doch kein Argument. Was hat denn das mit Schweizer Bergtälern heute zu tun, unabhängig ob dort Skibetrieb herrscht oder nicht?Foto-Irrer hat geschrieben:Ich muss da HBB unbedingt zustimmen! Den Alpentälern geht es durch den Tourismus und das viele Geld, was aus dem Flachland dort ausgegeben wird, viel besser als früher! Die eröffnen doch selber in ihren Tälern Heimatmuseen und berichten über die alte Zeit, als eine Überflutung, Mure, Lawine, Missernte etc. für ganze Familien der finanzielle Ruin war... wenn heute Lech überflutet wird, zahlt das die Versicherung und die Hotels sind noch größer und schöner daraus hervorgegangen als vorherKris hat geschrieben:In Sölden würde der Glücksindex zB. keinesfalls besonders gut ausfallen, die Selbstmordrate unter den Jugendlichen dort ist bzw. war überdurchschnittlich hoch....kann sich jemand vorstellen weshalb?
Mein Ansinnen ist es lediglich darzustellen, dass ich hart bezweifele daß sich die touristischen Schwierigkeiten der Schweiz mit dem Vorbild Tirol zum Wohle aller lösen lassen. Mein Argument ist dass die Fixierung auf rein monetäre Werte zu Banalisierung und wohl nicht zu mehr "Glücklichsein" führt. Mehr nicht nicht weniger.
Ich stelle mir hier halt vor, wie tw. beschauliche Skigebiete mit einigen Gondel, Sessel- und Schleppliften und weitgehend naturbelassenen Abfahrten ihr "Potential" erkennen, und am Berg voll das übliche KSB + Pistenplanierungen + Beschneiung + 300 Personenrestaurant starten, und unten im Tal die Pensionen ganz pleite gehen, während die Dörfer von 4* Palästen mit großen weißen Säulen davor zugestellt werden. Alles steuerbegünstigt Kredit finanziert versteht sich.
Das kann doch keine Perspektive sein. Eine Fahrt in ein Tal ganz ohne Lifte sollte auch mal wenigstens in Betracht gezogen werden....wie dort gelebt wird ... was dort geht und was nicht....das was die Menschen in diesen Tälern verspüren, ihre Sorgen und Freuden. Und DAS mal vergleichen mit dem andren Extrem, dem Zillertalischgl Komplex.
(NB: Bitte lest mir hier jetzt nicht heraus, ich würde bestehende Lifte entfernen wollen. Nein.)
>> Die unaufhaltsame Industrialisierung des Skiraums führt zu Banalisierung und somit zum Verlust der magischen Skisportfreude<<
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Re: Bei den Bergbahnen rächen sich die Versäumnisse
ok, aber das hast Du ja, unabhängig vom alpinen Raum, quasi überall.Kris hat geschrieben:Mein Argument ist dass die Fixierung auf rein monetäre Werte zu Banalisierung und wohl nicht zu mehr "Glücklichsein" führt. Mehr nicht nicht weniger.
In Indien hat 50% der Bevölkerung keine Toilette, trotzdem haben alle auf der Strasse irgendwie ein Lächeln im Gesicht, dort bekommt man wohl andere Werte vermittelt, als wir mit unserem Streben nach Geld.
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Re: Bei den Bergbahnen rächen sich die Versäumnisse
@Emilius: Bezüglich Sölden kenne ich jene Person, die beauftragt wurde, sich der Sache Suizid unter Jugendlichen anzunehmen. Er kennt das tw. ziemlich verarmte psychische Bild der Jugendlichen. Die Jugendlichen bewegen sich in einer Modernität des Wohlstands, der jedoch gegenüber jenem der Stadt extrem monoton, ziel-fokussiert und eingeschränkt ist.
Anderseits haben die Jugendlichen die Relation zum Wahrhaftigen im Leben mit der Natur logischerweise verloren.
Der sie umgebende materielle Reichtum stellt sie weiter unter Druck. Usw... Psychisch stelle ich mir das als Jugendlicher dort nicht leicht vor, egal ob Papa ein erfolgreicher Hotelier oder ein Looser von Tourismus-Underdog ist.
Zahlen kann ich Dir jedoch keine liefern.
Was Relevanz wissenschaftliche Studien bzgl. Soziologie betrifft, so bin ich insofern etwas zurückhaltend als dass ich meine dass eine erschöpfende Erfassung nicht machbar ist (nicht tief greifend genug in die komplexe menschliche Psyche vordringt), oder aber sich in Konsequenz doch wieder vorwiegend auf zwar erfassbare, aber nicht erschöpfende Kenngrössen beschränken muss.
Ich meine, das muss man selber alles ertasten, erfühlen, begreifen.... es gibt damit eine Vielzahl an Wahrheiten.
Anderseits haben die Jugendlichen die Relation zum Wahrhaftigen im Leben mit der Natur logischerweise verloren.
Der sie umgebende materielle Reichtum stellt sie weiter unter Druck. Usw... Psychisch stelle ich mir das als Jugendlicher dort nicht leicht vor, egal ob Papa ein erfolgreicher Hotelier oder ein Looser von Tourismus-Underdog ist.
Zahlen kann ich Dir jedoch keine liefern.
Was Relevanz wissenschaftliche Studien bzgl. Soziologie betrifft, so bin ich insofern etwas zurückhaltend als dass ich meine dass eine erschöpfende Erfassung nicht machbar ist (nicht tief greifend genug in die komplexe menschliche Psyche vordringt), oder aber sich in Konsequenz doch wieder vorwiegend auf zwar erfassbare, aber nicht erschöpfende Kenngrössen beschränken muss.
Ich meine, das muss man selber alles ertasten, erfühlen, begreifen.... es gibt damit eine Vielzahl an Wahrheiten.
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Re: Bei den Bergbahnen rächen sich die Versäumnisse
Reichtum wird doch woanders genauso vorgehalten! In Hamburg steht teilweise direkt gegenüber vom Hochhausblock die Stadthausvilla für 10 Millionen mit Land Rover und Jaguar vor der Tür. Kann ich Dir auf dem Nachhauseweg nachher ein Handyfoto von Schiessen. Und das ist kein Einzelfall. Im Elbe Einkaufszentrum geht die Schickeria von Blankenese und den anderen Elbvororten einkaufen und wird von den benachbarten Jugendlichen bedient, die aus dem Hochhausghetto kommen und bei H&M was dazuverdienen.
Auf Sylt hast Du in Westerland auch den einen oder anderen Hochhausblock bzw. ich kenne jemanden, der mal auf einem "Mitarbeitercampingplatz" im verwahrlosten Wohnwagen gehaust hat, wo die ganzen Sommerkräfte wohnen und bei Gosch, in der Sansibar etc. bedienen oder putzen.
Ich will ja nicht sagen, dass die Studie nicht recht hat, sondern nur ausdrücken, dass es überall sonst, ok, "vielerorts" genauso aussieht!
Auf Sylt hast Du in Westerland auch den einen oder anderen Hochhausblock bzw. ich kenne jemanden, der mal auf einem "Mitarbeitercampingplatz" im verwahrlosten Wohnwagen gehaust hat, wo die ganzen Sommerkräfte wohnen und bei Gosch, in der Sansibar etc. bedienen oder putzen.
Ich will ja nicht sagen, dass die Studie nicht recht hat, sondern nur ausdrücken, dass es überall sonst, ok, "vielerorts" genauso aussieht!
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Re: Bei den Bergbahnen rächen sich die Versäumnisse
Die damaligen, gemeindeeigenen "St. Moritzer Bergbahnen" (1937-2006), waren stark verschuldet und es wurde ausgerechnet, dass diese bis ins Jahr 2010 auf rund 40. Mio angewachsen wären ohne Fusion und somit zum Risiko für die Gemeindekasse geworden wären. So hat man uns den "Verkauf" der Bergbahnen schmackhaft gemacht (ob es Wahrheit oder Lüge ist, weiss ich auch nicht). Um diese überhaupt in die neue BEST AG per Sacheinlage zu überführen, mussten die Bergbahnen zuerst mit 19. Mio Steuergelder saniert werden, welche per Volksabstimmung freigegeben wurden.3303 hat geschrieben:Bei einem Gespräch mit einem "alteingesessenen" Einheimischen wurde mir letztens gesagt, dass die Gemeinde St. Moritz als damaliger Eigentümer/Teileigentümer nicht dem Gewinndruck unterlag, wie der jetzige Betreiber
http://www.best.ch/files/page/downloadb ... bahnen.pdf
Übrigens: wer mit dem jetzigen Vorgehen der Engadiner Bergbahnen nicht einverstanden ist, kann hier öffentlich seine Meinung dazu kundgeben: http://www.engadinerpost.ch/2012/05/sch ... ahnen.html
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Re: Bei den Bergbahnen rächen sich die Versäumnisse
^^^
Ausgehend von 2007 wurden von dem kalkulierten Defizit bis 2010 von 40 Mio. Franken bereits 19 Mio sozialisiert. Rechnet man dann noch die Fusionsgewinne und die Mehreinnahmen durch Preissteigerungen hinzu, dann wird es für die privaten Investoren kein schlechtes Geschäft gewesen sein. Warum sollte ein privater Investor sich auch einen Verlustbringer ans Bein binden? Warum waren dann aber die Gemeinden nicht selbst (da nicht auf Rendite angewiesen) in der Lage, die Bergbahnen verlustfrei zu betreiben?
Ja, manches läuft auch in der Schweiz nicht rund und vielerlei Blödsinn aus dem angelsächsischen Raum tröpfelt halt mit einer gewissen Verzögerung in die Alpenrepublik. Hat man schon vergessen, dass die SBB seinerzeit aus dem Desaster unzähliger privater Kleinbahnen entstanden ist, die völlig überschuldet nicht mehr in der Lage waren, die Transportaufgaben zu erfüllen?
Ausgehend von 2007 wurden von dem kalkulierten Defizit bis 2010 von 40 Mio. Franken bereits 19 Mio sozialisiert. Rechnet man dann noch die Fusionsgewinne und die Mehreinnahmen durch Preissteigerungen hinzu, dann wird es für die privaten Investoren kein schlechtes Geschäft gewesen sein. Warum sollte ein privater Investor sich auch einen Verlustbringer ans Bein binden? Warum waren dann aber die Gemeinden nicht selbst (da nicht auf Rendite angewiesen) in der Lage, die Bergbahnen verlustfrei zu betreiben?
Ja, manches läuft auch in der Schweiz nicht rund und vielerlei Blödsinn aus dem angelsächsischen Raum tröpfelt halt mit einer gewissen Verzögerung in die Alpenrepublik. Hat man schon vergessen, dass die SBB seinerzeit aus dem Desaster unzähliger privater Kleinbahnen entstanden ist, die völlig überschuldet nicht mehr in der Lage waren, die Transportaufgaben zu erfüllen?
Was Du selber richtig machst können andere nicht falsch machen
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Re: Bei den Bergbahnen rächen sich die Versäumnisse
@NeusserGletscher:
Sorry, aber die Schweiz ist keine Republik! Auch keine Alpenrepublik...
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Re: Bei den Bergbahnen rächen sich die Versäumnisse
@Foto-Irrer: ein gewisser Unterschied zwischen einer 1,6 Mio. Stadt und einer 4.000 Einwohner-Gemeinde im Gebirge wird aber doch bestehen, was soziokulturelle Prozesse anbelangt, oder nicht?
@kris: vielen Dank für die ergänzenden Ausführungen.
Mir ist jedoch wichtig, dass man nicht Extrembeispiele mit "DEM Tourismus" gleichsetzt (in den Medien passiert das vielfach) und, dass es keine zwangsläufigen Automatismen gibt à la "viel Tourismus" = "alle Einheimischen sind Alkoholiker und die Jugend begeht Selbstmord" - auch wenn es beide Erscheinungen als sozialpsychologische Folgen des Tourismus (oder einer überstürzten gesellschaftlichen Modernisierung (?), man vgl. die Lage indigener Ethien in anderen Teilen der Welt: nordamerikanische, australische, afrikanische Ureinwohner/"Urvölker", z.B. die Buschmänner oder Himba...) durchaus gibt. Es hängt jedoch stark von der Intensität des Tourismus und der jeweiligen Struktur vor Ort ab.
@kris: vielen Dank für die ergänzenden Ausführungen.
Ich mir auch nicht. Sölden ist sicherlich eines der weltweit extremsten Beispiele was Tourismusintensität (=Übernachtungen pro Einwohner) anbelangt, weshalb sich dort positive wie negative Effekte des Tourismus besonders deutlich zeigen.Psychisch stelle ich mir das als Jugendlicher dort nicht leicht vor
Mir ist jedoch wichtig, dass man nicht Extrembeispiele mit "DEM Tourismus" gleichsetzt (in den Medien passiert das vielfach) und, dass es keine zwangsläufigen Automatismen gibt à la "viel Tourismus" = "alle Einheimischen sind Alkoholiker und die Jugend begeht Selbstmord" - auch wenn es beide Erscheinungen als sozialpsychologische Folgen des Tourismus (oder einer überstürzten gesellschaftlichen Modernisierung (?), man vgl. die Lage indigener Ethien in anderen Teilen der Welt: nordamerikanische, australische, afrikanische Ureinwohner/"Urvölker", z.B. die Buschmänner oder Himba...) durchaus gibt. Es hängt jedoch stark von der Intensität des Tourismus und der jeweiligen Struktur vor Ort ab.
Hierbei stimme ich mit Dir überein.Was Relevanz wissenschaftliche Studien bzgl. Soziologie betrifft, so bin ich insofern etwas zurückhaltend als dass ich meine dass eine erschöpfende Erfassung nicht machbar ist (nicht tief greifend genug in die komplexe menschliche Psyche vordringt), oder aber sich in Konsequenz doch wieder vorwiegend auf zwar erfassbare, aber nicht erschöpfende Kenngrössen beschränken muss.
Ich meine, das muss man selber alles ertasten, erfühlen, begreifen.... es gibt damit eine Vielzahl an Wahrheiten.
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Re: Bei den Bergbahnen rächen sich die Versäumnisse
Zum Thema Subventionen von Seilbahnen in Österreich:
Bei der letzten KSB die über meinen Arbeitgeber finanziert wurde, war folgende Finanzierungsstruktur (um nicht gegen das Bankgeheimnis zu verstoßen, sage ich jetzt nicht was/wo finanziert wurde):
Eigenmittel: 1,5 Mio
Förderkredit: 1,5 Mio (zu einem Minimalzinssatz)
Bank: 6,5 Mio
Ich habe noch keinen Kreditantrag zu einer Seilbahn in Österreich gesehen, wo es keine Förderung/Haftungsübernahme in irgendeiner Art (EU, Bund, Land, Gemeinde, ÖHT) dafür gegeben hätte. Die Förderungen gibts meist isoliert betrachtet von der wirtschaftlichen Situation des Kreditnehmers.
Gefördert wird auch dann, wenn der Kreditnehmer das zu finanzierende Projekt locker vollständig aus Eigenmitteln tragen könnte.
Bei der letzten KSB die über meinen Arbeitgeber finanziert wurde, war folgende Finanzierungsstruktur (um nicht gegen das Bankgeheimnis zu verstoßen, sage ich jetzt nicht was/wo finanziert wurde):
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Ich habe noch keinen Kreditantrag zu einer Seilbahn in Österreich gesehen, wo es keine Förderung/Haftungsübernahme in irgendeiner Art (EU, Bund, Land, Gemeinde, ÖHT) dafür gegeben hätte. Die Förderungen gibts meist isoliert betrachtet von der wirtschaftlichen Situation des Kreditnehmers.
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Re: Bei den Bergbahnen rächen sich die Versäumnisse
Sorry, aber habe ich irgendwo geschrieben, die Schweiz fordere gesamteuropäische Anstrengungen??? Ich habe geschrieben: "Da bedarf es gesamteuropäischer Anstrengungen" (z.B in Sachen Steuerharmonisierung in Europa, um nur ein ganz zentrales Beispiel zu nennen). Das ist meine persönlich Meinung - und mir käme es auch nie in den Sinn, für DIE "Schweiz" zu sprechen. Sorry, Foto-Irrer, aber das ist mir eindeutig zu schmalbrüstig. Insofern: Back to Feld 1 und Ball flach halten. Und: Habe ich irgendwo schriftlich festgehalten, die "Schweiz" fordere irgendwelche Aktionen von Deutschland? Schmeckt mir zu stark nach Querleserei. So ein Statement kann ich beim besten Willen nicht ernst nehmen.Foto-Irrer hat geschrieben:Tschuldigt, aber irgendwie niedlich, wenn ausgerechnet die Schweiz von "Gesamteuropäischen Anstrengungen" spricht und Aktionen von Deutschland gefordert werden, weil Deutschland und seine Wirtschaftspolitik angeblich Schuld an der Misere sein soll. Gleichermaßen ist doch Deutschland auch zu einem nicht unerheblichen Teil Grund für den Schweizer Wohlstand!
Gibt es eigentlich Stimmen in der Schweiz, die den EU- und nachfolgenden Währungsunion-Beitritt fordern und als Grund für die Misere in der Schweiz argumentieren, dass sie ja gerade nicht den Euro haben? :
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Re: Bei den Bergbahnen rächen sich die Versäumnisse
Schau Dir nochmal genau meinen Post an. Ich hab nicht nur Dich angesprochen sondern TPD und Dich! Ich habe in einem Satz nur wiedergegeben, dass Du von "Gesamteuropäischen Anstrengungen" sprichst und TPD Aktionen von Deutschland fordert.
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Re: Bei den Bergbahnen rächen sich die Versäumnisse
Ist halt die Frage, ob es dafür einen Markt gibt. Wenn ich mich recht erinnere, hat man doch in einem Davoser Gebiet (am "Zauberberg") aus der Not eine Tugend gemacht und verkauft die nicht mehr zeitgemäße Infrastruktur jetzt als "Entschleunigung". Wenn's funktioniert - schön; ich habe da aber starke Zweifel. (Weiß jemand, ob das Gebiet noch in Betrieb ist?)Kris hat geschrieben:Ich stelle mir hier halt vor, wie tw. beschauliche Skigebiete mit einigen Gondel, Sessel- und Schleppliften und weitgehend naturbelassenen Abfahrten ihr "Potential" erkennen, und am Berg voll das übliche KSB + Pistenplanierungen + Beschneiung + 300 Personenrestaurant starten, und unten im Tal die Pensionen ganz pleite gehen, während die Dörfer von 4* Palästen mit großen weißen Säulen davor zugestellt werden. Alles steuerbegünstigt Kredit finanziert versteht sich.
Auch der These, dass am Ende die Pensionen pleite gehen und es schließlich nur noch 4*-Hotels gibt, möchte ich widersprechen. In jedem Gebiet, auch im Zillertal, Paznaun u.ä. gibt es nach wie vor Angebote für den kleineren Geldbeutel. Es gibt nämlich immer noch viele Leute, die in erster Linie Ski fahren wollen und für die Wellness, Après-Ski etc. keine Rolle spielen.
Auch hier kann nur gelten: wenn es für so ein Angebot ausreichend Nachfrage gibt und die Talbewohner gut davon leben können, soll es mir recht sein. Der Beweis wäre aber noch zu erbringen. Die Idee vom "sanften Tourismus" ist ja doch eher eine politische Floskel, mir ist nicht bekannt, dass man mit so einer Idee irgendwo ähnlich erfolgreich gewesen wäre wie mit einem Skizirkus. Und letztendlich zählt halt das, was am Ende des Tages im Portemonnaie ist. Von warmen Worten kann man leider immer noch kein Brot kaufen.Kris hat geschrieben:Eine Fahrt in ein Tal ganz ohne Lifte sollte auch mal wenigstens in Betracht gezogen werden....wie dort gelebt wird ... was dort geht und was nicht....das was die Menschen in diesen Tälern verspüren, ihre Sorgen und Freuden.
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Re: Bei den Bergbahnen rächen sich die Versäumnisse
@Foto-Irrer:
Klar, habe ich Deinen Post gelesen (und nicht etwa quergelesen). Bin ja glücklicherweise bis dato noch einigermassen klar im Kopf, und infolgedessen ist mir im Übrigen auch nicht entgangen, dass da TPD auch noch mitgemeint war. Ich verstehe beim besten Willen dennoch nicht, wenn diese "gesamteuropäischen Anstrengungen" plötzlich aus dem Kontext herausgerissen werden. Mir scheint, weder TPD noch ich haben irgendwelche Forderungen gestellt. Habe fertig.
Klar, habe ich Deinen Post gelesen (und nicht etwa quergelesen). Bin ja glücklicherweise bis dato noch einigermassen klar im Kopf, und infolgedessen ist mir im Übrigen auch nicht entgangen, dass da TPD auch noch mitgemeint war. Ich verstehe beim besten Willen dennoch nicht, wenn diese "gesamteuropäischen Anstrengungen" plötzlich aus dem Kontext herausgerissen werden. Mir scheint, weder TPD noch ich haben irgendwelche Forderungen gestellt. Habe fertig.
Ja, Davos-Schatzalp ist nach wie vor in Betrieb.@HBB:
Wenn ich mich recht erinnere, hat man doch in einem Davoser Gebiet (am "Zauberberg") aus der Not eine Tugend gemacht und verkauft die nicht mehr zeitgemäße Infrastruktur jetzt als "Entschleunigung". Wenn's funktioniert - schön; ich habe da aber starke Zweifel. (Weiß jemand, ob das Gebiet noch in Betrieb ist?)
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Re: Bei den Bergbahnen rächen sich die Versäumnisse
Weil der Staat kein guter Unternehmer ist.Warum waren dann aber die Gemeinden nicht selbst (da nicht auf Rendite angewiesen) in der Lage, die Bergbahnen verlustfrei zu betreiben?
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Re: Bei den Bergbahnen rächen sich die Versäumnisse
"Staatliche" Unternehmer haben es aber auch schwer, da sie bei unangenehmen unternehmerischen Entscheidungen sofort unter politischen Druck geraten.
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Re: Bei den Bergbahnen rächen sich die Versäumnisse
Zahlreiche Fälle von heruntergewirtschafteter Infrastruktur in privater Hand sprechen auch nicht gerade dafür, dass private Unternehmer generell besser wirtschaften. Und die Schweizer Eisenbahnen sind ein herausragendes Beispiel dafür, dass auch der Staat ein guter Unternehmer sein kann. Züge gelten dort schon als voll, wenn alle Sitzplätze besetzt sind.baeckerbursch hat geschrieben:Weil der Staat kein guter Unternehmer ist.
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