18.5.12 --- un giorno di lavoro in Cantiere
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18.5.12 --- un giorno di lavoro in Cantiere
Cantiere - der Bauplatz, die Baustelle
Am Brückentag zu Christi Himmelfahrt fuhr ich nach dreijähriger Abstinenz wieder mal zur Arbeit auf die Baustelle. Die Baustelle liegt weit abseits des normalen Arbeitsplatzes, genauer gesagt etwas südlich des Tonale-Passes am westlichsten Ende des Trentino. So musste ich um kurz nach 2 Uhr aufstehen, um zu Sonnenaufgang den Verlauf der bisherigen Arbeiten zu besichtigen. Schaut gut aus. Nach einem nahezu ariden Hochwinter wurden im Frühjahr nun doch einige starke service packs geliefert, so dass sich die Baustelle in frisch poliertem Äußeren präsentierte.
Klar erkannt. Die Baustelle - ital. Cantiere - ist eine prächtige "Hintenrum-Route" am kleinen Presena-Gletscher im Bereich des Passo Tonale. Die Cantiere ist freeride Route mit Paradecharakter, die an sich keine besonders hohen skifahrerischen Ansprüche stellt, jedoch eine Vielzahl von Reizen bietet.
Unterschätzt wird aufgrund des weitläufigen Terrains jedoch leicht die Lawinensituation. Man sollte die mittel- und kurzfristige nivometeorologischen Entwicklungen schon beobachtet haben, bevor man in diese außerhalb der normalen Skisaison sehr einsame Route einfährt, die aufgrund ihrer östlichen Exposition schon ab der Früh Firn aufweisen kann. Die aktuelle Situation war ausgesprochen günstig: die Hitze der vergangenen Tage hatte viele Rinnen entleert, und die anschließende Kälte dann für eine gute Verfestigung gesorgt.
Zweifelsohne ein Highlight ist die umliegende Landschaft verbunden mit der Einsamkeit. Nach der Auffahrt mit 2S, DSB und SLs steigt man auf 3000m in ein eiszeitlich vollständig vergletschertes Hochtal ein und schwingt auf den heutigen Gletscherresten, Karen und Geröllfeldern in ausgeprägt kupiertem Gelände, mal flacher mal steiler, in Richtung Val di Sole. Der Blick schweift dabei von den 3500m hohen Gipfeln der Presanella-Gruppe über das bis zu 3000Hm tiefer liegende Val di Sole hinüber zu den wiederum 3500-3700m hohen Gipfeln der Vioz- und Cevedale-Gruppe.
Der Einstieg in die Cantiere-Route befindet sich direkt links der Bergstation der Schlepplifte.
Weiter unten öffnet sich das Tal weiter, bis man den ersten weiten Talboden des Alveo erreicht. Das Gelände bleibt jedoch interessant kupiert. Zudem herrschten ideale Firnverhältnisse auf fester Unterlage.
Die umliegende Landschaft beeindruckt, genauso wie der Blick zurück auf die zurückliegenden 800 Höhenmeter in freiem Gelände.
Die Cantiere-Route hat jedoch noch weitere Highlights zu bieten. Es folgt eine kurze Steilstufe, nach der man ein weiteres Plateau erreicht. Dort befindet sich die Talstation der Ex-DSB Alveo Presena, die u.a. als Rückbringer von der Cantiere-Route dienen sollte. Diese noch vollständig erhaltene Lift"ruine" ist noch eine der großen Mysterien des LSAP-Universums. Um die Gründe der Stilllegung ranken sich die verschiedensten Gerüchte, Halb- und tatsächliche Wahrheiten. Fakt ist, dass die Graffer-DSB Mitte der 1970er Jahre gebaut wurde und nur sehr wenige, evtl. sogar nur eine einzige, Saison in Betrieb war. Spätestens seit 1981, seit nunmehr also über 30 Jahren, steht sie definitiv still - in voller Montur.
Ein möglicher Grund für die frühzeitige Stilllegung besteht in der Tatsache, dass sich die DSB mit den dazugehörigen Ex-Pisten nicht in der ausgewiesenen Skigebietszone liegen. Man könnte die DSB also als Schwarzbau bezeichnen, deren Betrieb schließlich untersagt wurde.
Ein weiterer möglicher Grund könnte die Lawinensituation sein. Die Cantiere-Route war ursprünglich als Piste geplant, und es gibt auch mindestens ein Beweisfoto, dass sie auch mal ausgesteckt und präpariert war: Allerdings war die Piste sicherlich lawinengefährdet, genauso wie die direkten Pisten vom Passo Paradiso herab zum Alveo unterhalb der DSB-Trasse. Die Bahn wäre demnach also eine Fehlplanung gewesen.
Schließlich können noch Gründe, die in Streitigkeiten oder Vereinbarungen zwischen den Provinzen Trentino und Lombardei liegen, verantwortlich sein. Dazu muss man wissen, dass sich die Zubringerbahn in die Paradiso-Scharte (früher Pb, jetzt 2S) NICHT auf trentiner Gebiet befindet, alle anderen Lifte inkl. des Gletschers aber schon. Die DSB Alveo hätte durch die gut befestigte Zubringerstraße zu ihrer Talstation einen Anschluss des Gletschers über ausschließlich trentiner Gebiet erlaubt, was vielleicht für oder gegen irgendwelche ominösen Vereinbarungen gesprochen hätte. Für diese Hypothese spricht der recht auwändig befestigte Zufahrtsweg zur DSB-Talstation sowie die angedeuteten Parkplatzflächen danebst.
In Summe also eine sehr dubiose aber auch irgendwie interessante Geschichte.
Am Brückentag zu Christi Himmelfahrt fuhr ich nach dreijähriger Abstinenz wieder mal zur Arbeit auf die Baustelle. Die Baustelle liegt weit abseits des normalen Arbeitsplatzes, genauer gesagt etwas südlich des Tonale-Passes am westlichsten Ende des Trentino. So musste ich um kurz nach 2 Uhr aufstehen, um zu Sonnenaufgang den Verlauf der bisherigen Arbeiten zu besichtigen. Schaut gut aus. Nach einem nahezu ariden Hochwinter wurden im Frühjahr nun doch einige starke service packs geliefert, so dass sich die Baustelle in frisch poliertem Äußeren präsentierte.
Klar erkannt. Die Baustelle - ital. Cantiere - ist eine prächtige "Hintenrum-Route" am kleinen Presena-Gletscher im Bereich des Passo Tonale. Die Cantiere ist freeride Route mit Paradecharakter, die an sich keine besonders hohen skifahrerischen Ansprüche stellt, jedoch eine Vielzahl von Reizen bietet.
Unterschätzt wird aufgrund des weitläufigen Terrains jedoch leicht die Lawinensituation. Man sollte die mittel- und kurzfristige nivometeorologischen Entwicklungen schon beobachtet haben, bevor man in diese außerhalb der normalen Skisaison sehr einsame Route einfährt, die aufgrund ihrer östlichen Exposition schon ab der Früh Firn aufweisen kann. Die aktuelle Situation war ausgesprochen günstig: die Hitze der vergangenen Tage hatte viele Rinnen entleert, und die anschließende Kälte dann für eine gute Verfestigung gesorgt.
Zweifelsohne ein Highlight ist die umliegende Landschaft verbunden mit der Einsamkeit. Nach der Auffahrt mit 2S, DSB und SLs steigt man auf 3000m in ein eiszeitlich vollständig vergletschertes Hochtal ein und schwingt auf den heutigen Gletscherresten, Karen und Geröllfeldern in ausgeprägt kupiertem Gelände, mal flacher mal steiler, in Richtung Val di Sole. Der Blick schweift dabei von den 3500m hohen Gipfeln der Presanella-Gruppe über das bis zu 3000Hm tiefer liegende Val di Sole hinüber zu den wiederum 3500-3700m hohen Gipfeln der Vioz- und Cevedale-Gruppe.
Der Einstieg in die Cantiere-Route befindet sich direkt links der Bergstation der Schlepplifte.
Weiter unten öffnet sich das Tal weiter, bis man den ersten weiten Talboden des Alveo erreicht. Das Gelände bleibt jedoch interessant kupiert. Zudem herrschten ideale Firnverhältnisse auf fester Unterlage.
Die umliegende Landschaft beeindruckt, genauso wie der Blick zurück auf die zurückliegenden 800 Höhenmeter in freiem Gelände.
Die Cantiere-Route hat jedoch noch weitere Highlights zu bieten. Es folgt eine kurze Steilstufe, nach der man ein weiteres Plateau erreicht. Dort befindet sich die Talstation der Ex-DSB Alveo Presena, die u.a. als Rückbringer von der Cantiere-Route dienen sollte. Diese noch vollständig erhaltene Lift"ruine" ist noch eine der großen Mysterien des LSAP-Universums. Um die Gründe der Stilllegung ranken sich die verschiedensten Gerüchte, Halb- und tatsächliche Wahrheiten. Fakt ist, dass die Graffer-DSB Mitte der 1970er Jahre gebaut wurde und nur sehr wenige, evtl. sogar nur eine einzige, Saison in Betrieb war. Spätestens seit 1981, seit nunmehr also über 30 Jahren, steht sie definitiv still - in voller Montur.
Ein möglicher Grund für die frühzeitige Stilllegung besteht in der Tatsache, dass sich die DSB mit den dazugehörigen Ex-Pisten nicht in der ausgewiesenen Skigebietszone liegen. Man könnte die DSB also als Schwarzbau bezeichnen, deren Betrieb schließlich untersagt wurde.
Ein weiterer möglicher Grund könnte die Lawinensituation sein. Die Cantiere-Route war ursprünglich als Piste geplant, und es gibt auch mindestens ein Beweisfoto, dass sie auch mal ausgesteckt und präpariert war: Allerdings war die Piste sicherlich lawinengefährdet, genauso wie die direkten Pisten vom Passo Paradiso herab zum Alveo unterhalb der DSB-Trasse. Die Bahn wäre demnach also eine Fehlplanung gewesen.
Schließlich können noch Gründe, die in Streitigkeiten oder Vereinbarungen zwischen den Provinzen Trentino und Lombardei liegen, verantwortlich sein. Dazu muss man wissen, dass sich die Zubringerbahn in die Paradiso-Scharte (früher Pb, jetzt 2S) NICHT auf trentiner Gebiet befindet, alle anderen Lifte inkl. des Gletschers aber schon. Die DSB Alveo hätte durch die gut befestigte Zubringerstraße zu ihrer Talstation einen Anschluss des Gletschers über ausschließlich trentiner Gebiet erlaubt, was vielleicht für oder gegen irgendwelche ominösen Vereinbarungen gesprochen hätte. Für diese Hypothese spricht der recht auwändig befestigte Zufahrtsweg zur DSB-Talstation sowie die angedeuteten Parkplatzflächen danebst.
In Summe also eine sehr dubiose aber auch irgendwie interessante Geschichte.
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Re: 18.5.12 --- un giorno di lavoro in Cantiere
Nach diesem Ausflug in die Vergangenheit begann die wirkliche Arbeit - lavoro.
Von der Talstation der Ex-DSB führt eine gut ausgebaute Forststraße entlang von Steilflanken zurück zur Passhöhe des Tonale. Im Winter kann man diesen Weg mit Ski befahren (Hochwinter siehe: http://www.sommerschi.com/forum/reporta ... tml#p10994), in sehr schneereichen Wintern auch noch im Mai (Mai 2009 siehe: http://www.sommerschi.com/forum/freerid ... t1838.html), heuer musste man jedoch große Strecken davon laufen. Der Weg geht leicht bergab, so dass man auch in Skischuhen bequem laufen kann. Aufgrund der Strecke braucht man trotz flotten Schritts jedoch ca 45min zurück bis zur Passhöhe.
Für eine nette Abwechslung und u.U. auch für zusätzliches Adrenalin sorgt ein ca. 100m langer Tunnel, der in den blanken Fels gebort wurde. Aufgrund von Lawinenstrichen an den beiden Portalen kann der Zustieg in den Tunnel u.U. verschüttet oder nur durch eine Kraxelei auf den Lawinenkegeln erreichbar sein. Daher sind mittlerweile an beiden Portalen des Tunnels Seile zur Decke angebracht, so dass man sich ähnliche eines Höhlenforschers hinein und auch wieder heraushangeln kann.
Heuer kam der zusätzliche Adrenalinschub jedoch aus einer anderen Ecke... an der Tunneldecke hängen hunderte von langen Eiszapfen wie Dolche über dem Passanten! Aufgrund der milderen Temperaturen fiel hin und wieder solch ein Eiszapfen von der Decke. Ohne Helm ist das ein recht mulmiges Gefühl...
Auf der Nordseite angekommen, konnte man wieder einige Passagen auf Schneeresten fahren. Der Zeitgewinn hielt sich jedoch in Grenzen. Nach einem längeren Fußmarsch bin ich schließlich an der Passhöhe mit ihren unorthodoxen Gebäuden angekommen.
Schließlich öffnet sich wieder der Blick zur imposanten Paradiso-Scharte. WIe man sieht, war die Piste noch bis zur Talstation der Ex-PB befahrbar.... was ich mir natürlich nach ein paar Schwüngen an den Gletscher-SLs nicht entgehen ließ.
Zum Abschluss die wunderschön firnige Paradiso. Komischerweise war ich der einzige...
Zum Feierabend nach diesem ereignisreichen giorno di lavoro ging's schließlich in die UFO-Bar am Tonale. Was bleibt, sind unzählige Eindrücke und aufgeschundene Füße.
Ende.
Von der Talstation der Ex-DSB führt eine gut ausgebaute Forststraße entlang von Steilflanken zurück zur Passhöhe des Tonale. Im Winter kann man diesen Weg mit Ski befahren (Hochwinter siehe: http://www.sommerschi.com/forum/reporta ... tml#p10994), in sehr schneereichen Wintern auch noch im Mai (Mai 2009 siehe: http://www.sommerschi.com/forum/freerid ... t1838.html), heuer musste man jedoch große Strecken davon laufen. Der Weg geht leicht bergab, so dass man auch in Skischuhen bequem laufen kann. Aufgrund der Strecke braucht man trotz flotten Schritts jedoch ca 45min zurück bis zur Passhöhe.
Für eine nette Abwechslung und u.U. auch für zusätzliches Adrenalin sorgt ein ca. 100m langer Tunnel, der in den blanken Fels gebort wurde. Aufgrund von Lawinenstrichen an den beiden Portalen kann der Zustieg in den Tunnel u.U. verschüttet oder nur durch eine Kraxelei auf den Lawinenkegeln erreichbar sein. Daher sind mittlerweile an beiden Portalen des Tunnels Seile zur Decke angebracht, so dass man sich ähnliche eines Höhlenforschers hinein und auch wieder heraushangeln kann.
Heuer kam der zusätzliche Adrenalinschub jedoch aus einer anderen Ecke... an der Tunneldecke hängen hunderte von langen Eiszapfen wie Dolche über dem Passanten! Aufgrund der milderen Temperaturen fiel hin und wieder solch ein Eiszapfen von der Decke. Ohne Helm ist das ein recht mulmiges Gefühl...
Auf der Nordseite angekommen, konnte man wieder einige Passagen auf Schneeresten fahren. Der Zeitgewinn hielt sich jedoch in Grenzen. Nach einem längeren Fußmarsch bin ich schließlich an der Passhöhe mit ihren unorthodoxen Gebäuden angekommen.
Schließlich öffnet sich wieder der Blick zur imposanten Paradiso-Scharte. WIe man sieht, war die Piste noch bis zur Talstation der Ex-PB befahrbar.... was ich mir natürlich nach ein paar Schwüngen an den Gletscher-SLs nicht entgehen ließ.
Zum Abschluss die wunderschön firnige Paradiso. Komischerweise war ich der einzige...
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Re: 18.5.12 --- un giorno di lavoro in Cantiere
Schöner Bericht, der neidisch macht.
Dass die Catiere-Route sehr lawinengefährdet ist verstehe ich ja, aber wie kann die Piste an der stillgelegten DSB lawinengefährdet sein, wenn die Sesselbahn dort seit 30 Jahren unversehrt von jeglichem Lawinenschaden rumsteht? Das verstehe ich nicht so ganz und deshalb verliert dieses Argument meiner Meinung nach auch erheblich an Gewicht… Oder verläuft die direkte Piste weit neben oder abseits der Sesselbahn, so dass man daher keine Vergleiche anstellen kann.
CV hat geschrieben: Die Cantiere-Route hat jedoch noch weitere Highlights zu bieten. Es folgt eine kurze Steilstufe, nach der man ein weiteres Plateau erreicht. Dort befindet sich die Talstation der Ex-DSB Alveo Presena, die u.a. als Rückbringer von der Cantiere-Route dienen sollte. Diese noch vollständig erhaltene Lift"ruine" ist noch eine der großen Mysterien des LSAP-Universums. Um die Gründe der Stilllegung ranken sich die verschiedensten Gerüchte, Halb- und tatsächliche Wahrheiten. Fakt ist, dass die Graffer-DSB Mitte der 1970er Jahre gebaut wurde und nur sehr wenige, evtl. sogar nur eine einzige, Saison in Betrieb war. Spätestens seit 1981, seit nunmehr also über 30 Jahren, steht sie definitiv still - in voller Montur.
Ein möglicher Grund für die frühzeitige Stilllegung besteht in der Tatsache, dass sich die DSB mit den dazugehörigen Ex-Pisten nicht in der ausgewiesenen Skigebietszone liegen. Man könnte die DSB also als Schwarzbau bezeichnen, deren Betrieb schließlich untersagt wurde.
Ein weiterer möglicher Grund könnte die Lawinensituation sein.
Dass die Catiere-Route sehr lawinengefährdet ist verstehe ich ja, aber wie kann die Piste an der stillgelegten DSB lawinengefährdet sein, wenn die Sesselbahn dort seit 30 Jahren unversehrt von jeglichem Lawinenschaden rumsteht? Das verstehe ich nicht so ganz und deshalb verliert dieses Argument meiner Meinung nach auch erheblich an Gewicht… Oder verläuft die direkte Piste weit neben oder abseits der Sesselbahn, so dass man daher keine Vergleiche anstellen kann.
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Re: 18.5.12 --- un giorno di lavoro in Cantiere
Die DSB-Trasse ist nicht lawinengefährdet, führt aber über unbefahrbares Gelände. Insofern ist ein zusammenhang zwischen Lawinengefahr auf Piste und Trasse nicht gegeben.
Über den verlauf der (geplanten, aber evtl nie betriebene!) Pisten Paradiso-Alveo kann man nur mutmaßen. Tatsache ist aber, dass in dem - ohne Pistenbau - befahrbaren Bereich schon durchaus mal Lawinen runterkommen.
Der Schwarzbau ist für mich aber auch das deutlich schlagendere Argument, seitdem mir mal die ausgewiesenen Skigebietszonen des Trentino in die Hand gefallen sind.
Über den verlauf der (geplanten, aber evtl nie betriebene!) Pisten Paradiso-Alveo kann man nur mutmaßen. Tatsache ist aber, dass in dem - ohne Pistenbau - befahrbaren Bereich schon durchaus mal Lawinen runterkommen.
Der Schwarzbau ist für mich aber auch das deutlich schlagendere Argument, seitdem mir mal die ausgewiesenen Skigebietszonen des Trentino in die Hand gefallen sind.
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Re: 18.5.12 --- un giorno di lavoro in Cantiere
Sehr nett - hab leider heuer gar nicht an die Alveo gedacht. Wäre ja Tunnelmäßig angenehmer gewesen als so manche Kletterpartie aus den Vorjahren.
Leider scheint's keine aktuelle Webcam mehr zu geben, die den Zustand der Paradiso-Abfahrt zeigt, hätte gar nicht gedacht, dass die noch so weit runter geht. Wobei der Fußweg im Vgl. zur PB früher ja ein schönes Stück länger ist.
Das mit den Parkplatzflächen am Alveo war mir glaub ich noch gar nicht so bewusst - oder ich hab's vergessen. Wobei das vmtl. auch eher für Herbst/Frühjahr/Sommer als für Winter gedacht war.
Leider scheint's keine aktuelle Webcam mehr zu geben, die den Zustand der Paradiso-Abfahrt zeigt, hätte gar nicht gedacht, dass die noch so weit runter geht. Wobei der Fußweg im Vgl. zur PB früher ja ein schönes Stück länger ist.
Das mit den Parkplatzflächen am Alveo war mir glaub ich noch gar nicht so bewusst - oder ich hab's vergessen. Wobei das vmtl. auch eher für Herbst/Frühjahr/Sommer als für Winter gedacht war.
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Re: 18.5.12 --- un giorno di lavoro in Cantiere
Der Fußweg zur PB war nur wenige Meter - wäre natürlich ideal gewesen -, zur 2S dann halt entlang der alten Zufahrtsstraße. Ging schon.
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