In meinem alten Schiatlas ist noch eine alte Karte abgedruckt, lt. der es um Berchtesgaden herum früher endlos viele Lifte gegeben hat. Vom Rossfeld bis Ramsau, vom Obersalzberg bis nach Bischofswiesen – Lifte über Lifte, die man irgendwo „verlegt“ hat. Schon Oktober 2011 hatte ich mich in diese für mich bislang unbekannte Gegend begeben, um neben einer Fahrt mit der kultigen Obersalzbergbahn auch noch einen Teil der Lifte aufzusuchen.
Alles schafften wir damals natürlich nicht und so nahm ich mir am 25.05.2012 den Rest vor. Der ehemalige Schlepper rechts der Mittelstation der Obersalzbergbahn hatte irgendwie mein Interesse geweckt und schon 2011 hatten Münchner und ich im Bereich des Gasthofs Hochlenzer danach Ausschau gehalten. Doch finden ließ sich damals nichts und ich nahm mir fest vor, es ein zweites Mal weiter unten zu versuchen...
Doch am Vormittag besuchte ich auf dem Weg nach Berchtesgaden zunächst noch das Gebiet Hochschwarzeck, wo es für einen Schitag in der abgelaufenen Saison leider wieder nicht gereicht hat. Hierzu gibt es irgendwann mal noch einen separaten Bericht.
Hier nun die LSAP-Runde um Berchtesgaden:
In Sachen LSAP hatte ich ja zunächst übles Pech – vom Schlepper am Ende der Schiabfahrt von der DSB Hirscheck hatte ich nichts gefunden. Zwar ist er in meiner Kompasskarte noch genau eingezeichnet, doch am Pistenrand unten gab es weder Fundamente, noch sonst was zu sehen. Ganz unten tauchte zwar dann noch ein Seillift auf, aber hierzu dann mehr im separaten Bericht...
Im obigen Bild ist mein zweites Ziel zu sehen – eine flache Wiese unterhalb der Bobbahn am Königssee. Dort ist auch noch in der alten Karte ein Lift eingemalt und jene Liste aus dem Münchner Merkur führt sogar zwei Königsee-Schlepper auf:
1. Königsee-Hotel 300m lang, 70 Höhenmeter
2. Königsee-Kressgraben 250m lang, 55 m hoch
Leider hab ich nix mehr gefunden. Dabei müsste es sich aber um den Hotellift gehandelt haben, denn Kressgrabenlehen liegt links der Jennerbahn und dort ist in der alten Karte auch noch ein Lift eingezeichnet:
Ich vermute, dass der Kressgrabenlift direkt auf der Wiese rechts vom Gehöft verlief. Leider hab ich es neulich nicht mehr dorthin geschafft, weil später am Obersalzberg viel Zeit drauf ging, ein interessanter Lift „ausgehoben“ werden musste und ich mich in Bischofswiesen auch noch umgesehen habe.
Nochmal zurück zum Lift bei der Bobbahn:
Vielleicht stand er auch hier – etwa 50 Meter weiter rechts am Waldrand?
Wenigstens noch ein herkömmliches Fotomotiv mitgenommen..
Unverrichteter Dinge und etwas enttäuscht rollte ich weiter. Ich hasse diese gründlichen Liftrückbauten
Mitten in Schönau hat es auch mal einen Lift gegeben – sogar in meiner Kompasskarte ist er noch eingezeichnet. Im LSAP-Forum hat wer noch einen Link gesetzt, der genau die Lage des Lifts zeigt, wie er auch in meiner Karte enthalten ist:
http://maps.google.de/maps?f=q&source=s ... 5&t=h&z=17
Auf dem Hang unterhalb des Wortes „Ferienwohnungen“ müsste er verlaufen sein. Ich bin den Weg zwischen den Häusern runtergelaufen, aber außer einer grünen Wiese gab es nix zu sehen. (Deshalb auch kein Bild. Außerdem saßen die Anwohner in ihren Gärten und da wollte ich nicht wild herumzoomen.) Wird wohl ein Seillift gewesen sein.
Lt. der Liste aus dem Merkur bzgl. den ganzen Liften in Oberbayern tippe ich, dass es sich hierbei um den Kohlhiasllift handelt, denn eine gleichnamige Pension bzw. Gasthaus steht auf der anderen Seite der Durchfahrtsstrasse. (Daten lt. Merkur Länge 150m, Höhenmeter 40 – spricht nicht gerade für einen steilen Kurzbügler...)
Ein Winterbild aus Googleearth könnte auch die Frage nach dem Trassenverlauf beantworten.
Links habe ich auch nochmal das besagte Gasthaus Kohlhiasl (oder wie auch immer es heißt
Zoom zum Obersalzberg, wohin ich dann mittags fuhr und bei ordentlicher Hitze den Berg hinauf stapfte. Rechts der Bildmitte das Gasthaus Hochlenzer, wo ich im Oktober vergeblich gesucht hatte. Schon damals aber vermutete ich den Liftverlauf weiter unten. Die freie Wiese darunter könnte der Standort gewesen sein, aber ich gehe davon aus, dass er noch weiter unten lag, wo es flacher ist. Dieser Hangabschnitt ist hier gerade noch so erkennbar - ein weiterer Wiesenbereich etwas oberhalb der Höhe, wo die Mittelstation steht. Dort ist er vermutlich hochgegangen, denn lt. besagter Merkur-Liste handelte es sich nur um einen kurzen Lift. (Obersalzberg-Mittelstation 155m lang, 45m Höhe sind nicht viel und sprechen eher für einen Seillift, der da auf der Abfahrt zur Mittelstation bei den Bauernhöfen stand...)
Die Obersalzbergbahn, 1950 gebaut, endet oben mitten im Nichts – die zweite Sektion zum Kehlsteinhaus wurde nie verwirklicht, wie der Liftler im Oktober erzählt hatte. Die Bahn ist echt ein Muss für alle Seilbahnfans. Gibt es nicht am Flumserberg in der Schweiz auch noch so ein Ding?
Schwitz – ich machte mich in der Frühsommerhitze an den Aufstieg. Was macht man nicht alles für seinen LSAP-Tick? Aber lieber in der Hitze alte Trasse hochsteigen, als in ein Fitnessstudio gehen. Das wäre mir irgendwie zu langweilig. Zwar hat es durch das Liftgerenne nicht zum Waschbrettbauch gereicht, aber zumindest der Waschbärbauch ist etwas zurückgegangen
Wenigstens gab es viel Wald, wo es im Schatten noch erträglich war.
Nochmal zur Orientierung der Googleearth-Blick auf den Bereich rechts der Obersalzbergbahn.
Rot die Trasse der Pendelbahn (X = Mittelstation), blau die Varianten auf der Wiese unterhalb des Hochlenzer-Gasthofs, grün meine Vermutung und gelb eine Schneise im Wald, die ich aber eher für einen ehemaligen Schiweg ins Tal halte. Weiter unten kann aufgrund des Geländeverlaufs der Schlepper eigentlich nicht verlaufen sind. Da kommen wieder Häuser und dann geht es wieder ein Stück hinauf...
Blick Richtung Wiese mit den blau eingezeichneten Liftvarianten.
Zoom – oben müsste schon das Gasthaus Hochlenzer sein. Leider wucherte überall die Vegetation – für so Fundament-Suchen eignet sich eigentlich der Herbst oder der frühe Frühling besser.
Ich tippe darauf, dass er hier auf der Wiese (grüne Variante) gestanden hat. Das würde auch zu den Angaben der Merkur-Liste passen, die ich aber am 25.05. noch nicht kannte.
Rechts kam sicherlich die Schiabfahrt herunter.
Vielleicht auch hier, ein bisserl weiter links?
Hier stößt man dann auch schon wieder auf die obere Strecke der Obersalzbergbahn.
Da die Wiese eingezäunt war, lief ich einfach mal den Waldweg weiter, der noch einen Schlenker unterhalb der Bahntrasse macht.
Weiter unten dann die Mittelstation.
Oben hätte man auf die Wiese laufen können, doch...
Am Rückweg entdeckte ich dann die Schneise, die mir schon bei GE aufgefallen war. Ich vermute aber, dass es sich um einen alten Hohlweg handelt, der früher auch den Schifahrern als Talabfahrt diente.
Wäre da der Lift raufgekommen, wäre er hier weiter verlaufen....
Leider schon wieder so eine Gedenkstätte gefunden...
Wo verlief nur dieser bescheuerte Lift?
In der Waldschneise gab es leider keine Fundamente oder Stützen. Das wäre noch was gewesen. Doch an jenem 25.05.2012 meinte es der LSAP-Gott nicht gut mit mir. Schon der vierte Lift, wo sich nicht ein einziges Relikt finden ließ!
Blick nach unten...
Hier kommt man von der Waldschneise wieder auf eine freie Fläche. Weiter unten kann ich mir keinen Schleppliftverlauf vorstellen.
Blick von der Strasse hoch zur Waldschneise.
Schwenk nach links, wo man am Rand die Mittelstation der Obersalzbergbahn sehen kann.
Außer einer DSB-Fahrt und drei noch lebenden Schleppern in Hochschwarzeck oben hatte ich an jenem Tag noch nichts gesehen. (Dabei hatte alles so toll angefangen – Wahnsinns-Stau am Mittleren Ring in München, ein immerhin konstant 60 km/ h schnell fahrender, nagelnauer BMW zwischen Inzell und Ramsau
Nun – auf die LSAP-Pleiten sollte eine Belohnung warten, die ich mir redlich verdient habe. In meiner Kompasskarte war neben einem Bauernhof in der Gegend nördlich von Maria Gern noch ein einzelner Lift eingezeichnet. Also nichts wie hin!
Ich schaffte es am Vorabend nicht mehr (bzw. ich vergaß es einfach), über Googleearth nach Schneisen und Stationen zu suchen. So wusste ich nicht, was mich erwarten würde. Der Lift befand sich zudem nicht im Tal unten, sondern recht weit oben „irgendwo im nirgendwo“. Die Spannung stieg also...
Zwar führte eine schmale Strasse den besagten Berg hinauf, doch die war nur den Anliegern vorbehalten. Außerdem waren die Temperaturen nun am Nachmittag wieder etwas erträglicher und so eine Wanderung in der Natur ist sowieso immer gut...
Weiter oben war die Strasse dann nur noch halb so breit – es war besser, das ich gelaufen bin. Doch wie wird das nur im Winter sein, wenn viel Schnee liegt?
Zuerst dachte ich, hier sei der Standort, doch ein Blick in die Kompasskarte klärte mich auf – ich hatte noch ein ganzes Stück weiter zu laufen.
Einmal kam ein Auto und ein anderes Mal begegnete mir noch eine ältere Frau – sonst tat sich da oben nichts. Immer höher stieg ich hinauf und konnte es kaum erwarten, den Lift bzw. das, was von ihm übrig war, zu Gesicht bekommen. Jetzt musste es doch endlich mal einer sein, von dem man nicht alles restlos entsorgt hat!
Hinter dem Gehöft musste die Stelle kommen. Noch konnte ich nichts erkennen...
Doch dann dies!
Den Kurzbügel oben sah ich durchs Objektiv wg. des Gegenlichts gar nicht.
Doch dann entdeckte ich seinen Zwillingsbruder hier an der Talstation. Ich machte innerlich einen Luftsprung. Der Tag war definitiv gerettet! Der Pendelschlepper war wirklich ein nettes Teil – dass man hier oben am Ende der Welt einfach einen Lift aufstellt, der wahrscheinlich nur von den 10 Leuten der Gehöfte außen herum genutzt wird...
Die Talstation schien ziemlich neu zusammengezimmert worden zu sein – das lässt hoffen, dass der Lift im Winter noch läuft.
Neue Notknöpfe!
Gut, die Lifttrasse ist natürlich jetzt nicht der Wahnsinn, aber trotzdem wäre das hier mal was für den Winter.
Die Gehänge erinnerten mich an den netten Schlepper nördlich von Bad Tölz an der Buchbergalm.
Ein Wanderweg führte außen herum fast direkt an der Bergstation vorbei, so war ich recht schnell da oben...
Trassenblick von oben.
Was für ein Lift – so ein spontaner Fund ist leider nicht immer garantiert, aber wenn es mal so weit ist, freut man sich umso mehr.
Warum betonieren?
Ein paar Motivspielchen mussten auch hier sein.
Zeit, wieder hinunter zu wandern. Schließlich wollte ich ja noch nach Bischofswiesen.
Einer geht noch...
Zwischen Maria Gern und Berchtesgaden war in der Karte auch noch ein Lift eingezeichnet, doch beim Vorbeifahren sah ich nur grüne Wiese – zu Hause klärte sich dieses Rätsel dann auf:
(Zur Orientierung: Links vom Lift befindet sich am Berg oben das Cafe Lockstein)
Der Weinfeldlift verlief vermutlich hier. ()t. der Liste 175 m lang, 50 m Höhendifferenz.
Weiter auf der Straße nach Bischofswiesen befand sich wohl auch mal ein Lift, doch ein leerer Tank zwang mich, erst mal in Berchtesgaden zu tanken und dann beschloss ich, lieber gleich zum LSAP-Schlepper vor Ort in Bischofswiesen zu fahren.
Zwischen „Reißenlehen“ und „Hundsreitlehen“ befand sich viele Jahre lang ein Schlepper, der jedoch anscheinend spurlos verschwunden ist. Unten konnte ich bei meiner abendlichen Ankunft nichts finden. Außerdem ist dort ein zu einem Hotel gehörendes Privatgrundstück, so dass ich lieber wieder den Rückzug antrat, anstatt einfach über die Wiese zu stapfen. Bei Googleearth konnte man auch nichts sehen und die Kompasskarte führte den Lift auch nicht mehr.
(lt. Merkur-Liste 440 m lang, 100 Meter Höhendifferenz.)
Unverrichteter Dinge fuhr ich die Straße in Richtung Schigebiet Götschen hinauf...
Übrigens kann man auf der Karte auch noch die Abfahrt erkennen, die von der Bergstation der 3SB Götschen nach Bischofswiesen hinabführt. Schade, dass man hier nie eine Bahn von ganz unten bis nach oben gebaut hat und/ oder das ganze mit Hochschwarzeck verbunden hat.... (Die Bergstation der DSB müsste ja nur einen Katzensprung entfernt sein, soweit ich das auf Googleearth nachvollziehen konnte.)
In Schigebiet Götschen weiter oben. Dort hat man 1998 eine 3SB hingestellt...
Links davon befinden sich noch ein Kurvenlift und ein kürzerer Übungsschlepper. Das talwärts führende Seil des Kurvenlift verläuft direkt links von der Sesselbahntrasse.
Hochschwarzeck/ Götschen wird sicher mal eine gute Kombination im Winter werden...
Bei den Schleppern...
Hier startet der Kurvenlift
Und hier sein kleiner Bruder.
Vorne bei der Abzweigung gibt es noch einen Seillift. Auf der anderen Seite des Hügels müsste es beim Gasthof Loipl auch mal einen Lift gegeben haben. (lt. Liste 180 m lang, 50 m Höhendifferenz)
Dorthin habe ich es aber nicht mehr geschafft.
Auf dem Weg ins Tal nahm ich spontan noch eine Abzweigung. Ich wollte mich bzgl. dem LSAP Reitlehenlift in Bischofswiesen (ich glaube, dass er so geheißen hat, bin mir aber nicht sicher...) nicht so einfach geschlagen geben. Vor dem üblichen Liftwächtergehöft parkte ich den Wagen am Wegesrand und ging langsam voran. Ob das hier Überreste vom Lift sind? Gelbe Hinweisschilder deuteten darauf hin, dass über die Wiese vor dem Gehöft ein offizieller Wanderweg führt, so dass ich da mal weiter gelaufen bin.
Blick nach unten – wem fällt es auf? Irgendwie stach das Fundament unten am Waldrand gleich ins Auge. Das musste es sein! Hatte ich diesmal Glück gehabt bzgl. der LSAP-Suche. Genau hier kam der Lift von unten aus dem Wald herauf.
Von einer Bergstation war nichts mehr zu sehen. Auch befanden sich hier keine weiteren Fundamente. Ich beschloss, mal zum Waldrand hinunter zu wandern. Um den Bauern vom Gehöft nicht zu ärgern, nahm ich einen ausgeschilderten Wanderweg, der weiter links durch den Wald nach Bischofswiesen runter führt.
Tatsächlich ein Fundament!
Hier muss der Lift – wohl bis zum Gehöft oben – weitergeführt haben.
Hier kam er durch den Wald herauf. Schon sehr zugewachsen, obwohl der lt. Skitatlas noch bis in die 90er gestanden hat.
Diesmal musste ich nicht in die Röhre schauen und hatte Überreste gefunden
Da sind früher tausende Leute hochgezogen worden...
Fast schon zu eingewachsen wie die Trasse des Ochsalmlifts in Kitzbühel, der seit 1985 oder so nicht mehr läuft...
Ich ging weiter nach unten...
Da unten kam der Schlepper neben dem Hotel (links befindlich) herauf.
Spannerblick auf das hoteleigene Freibad – es war ob der barbusigen Bikinimädchen am Beckenrand wirklich besser, dort nicht mit der Nikon in der Hand herumzuspazieren
Die alte Trasse vom Beginn der Waldschneise an. Irgendwie auch unheimlich, dort mitten im Dickicht herumzuspazieren. Aber eine Leiche habe ich ja bislang nicht entdecken müssen...
Die ehemalige Schiabfahrt rechts vom Lift (von unten aus gesehen) wohl...
Nun machte ich aber Feierabend und fuhr – erfreut über den fundreichen Nachmittag – vergnügt nach München zurück.