



Den Blomberg bei Bad Tölz kannte ich bislang nur vom Sommer. Allerdings galt mein Interesse bei den beiden bisherigen Besuchen dort nicht der Rodelbahn, sondern vielmehr der alten SEBA-DSB von 1971 und den beiden LSAP-Liften am Berg oben. Für die Skifahrer verbleibt nun mehr nur noch der Lift am Zielhang rechts der DSB als einziger Schlepper im Gebiet.
Ich hatte in dieser Saison schon öfters auf die Homepage der Blombergbahn geschaut – jedoch lief oft der Lift unten nicht oder die DSB-Abfahrt war geschlossen. Jedoch dank der Schneefälle der letzten Zeit und des gemeldeten Sonnenscheins am letzten Samstag, schaffte ich es, endlich mit den Skiern dieses Kleingebiet zu besuchen. Ein weiterer Grund, eine münchennahe Tour zu unternehmen, war sicherlich auch der Tatsache geschuldet, dass die Faschingsferien begonnen haben und die Staumeldungen bei der morgendlichen Anreise meine Zielauswahl bestätigten. Statt mit Schritttempo beim Inntaldreieck ging es quietschvergnügt (im wahrsten Sinne des Wortes – bei meinem Renault quietscht immer irgendwas

11 EUR plus 1 EUR fürs Parken (und 50 Cent fürs Pinkeln

Die 1,8 km lange SEBA-DSB – bei meinem Erstbesuch in 2007 hatte die noch rote Sitze mit Seitenschließbügeln. Die heutigen sind sicherlich bequemer, jedoch widerfuhr mit hier bei der Fotografierauffahrt am Morgen gleich ein Ärgernis. Wasser tropfte ständig herunter, als ob die Sessel vom CIA anstatt von LST wären
Die Auffahrt zieht sich recht lang hin, darum dürfte ein Besuch bei solchen Kältegrade wie in der Woche zuvor hier eher nicht ratsam sein.

Im unteren Bereich begleitet einen parallel der Zielhanglift. Mittlerweile – wie gesagt - der letzte von ursprünglich drei Schleppern am Berg...

]Nur zwei mal schafften es diese gemeinen Tropfen, meine Kamera zu erwischen. Aber die Knipse kam heil durch

An der Mittelstation stiegen einige aus – ich fuhr aber immer bis ganz nach oben.


Interessante Konstruktion, finde ich.



Unter der DSB quert immer wieder die Rodelbahn, auf der sich etliche Leute vergnügten. Gegen Mittag gab es an der DSB dann einigen Andrang von Schlittenfahrern.


Blick zurück...

Leider war es am Morgen noch recht bewölkt, aber so ergaben sich ein paar gute Stimmungsbilder. Außerdem war es schon deutlich angenehmer, bei ein, zwei Grad im Plus anstatt zwanzig Grad im Minus Sessellift zu fahren...


Kunst-Uni-G-Station oben...

In der Früh um kurz nach 9 Uhr war hier noch nix los – später musste man dann unten anstehen. Dabei gibt es wenigstens für die Schifahrer einen separaten Zugang, denn sonst müsste man jedes Mal die Schi abschnallen, hinter den Kassenbereich gehen und ewig warten. So ließen die Liftler hal immer so vier, fünf Sessel lang die Rodler und Spaziergänger aus der Hauptschlange rauf, ehe dann wieder ein oder zwei Skifahrer am Zug waren. Aber derer hatte es an der DSB wenig – die meisten tummelten sich am Schlepper. Auch dort herrschte morgens noch gähnende Leere, ehe es dann voller wurde.

Von oben hat man einen sehr guten Blick.

Hier muss man ein Stück rauflaufen, ehe man zur Talabfahrt gelangt. (In den Standardschigebieten ginge das gar nicht.)

Hier geht es los...

Auf dieser Wiese kam rechts am Waldrand früher mal ein Schlepper hoch, von dem nur noch das Talstationshäusl übrig ist. (Name war glaube ich „Almlift“.)

Nach einer kurzen Wiesenüberquerung geht es quer durch den Wald.

Ehe hier das Sahnestück der Blombergabfahrt erreicht ist.

Der Flachlandblick von der Abfahrt aus war leider getrübt – dafür wenigstens stimmungsvoll.

Privatpiste...


Danach muss man wieder ein Stück weit quer durch den Wald, ehe es hier zum nächsten guten Abschnitt geht.


Unten kommt man mitten am Zielhang raus, den auch der (noch ein Stück weiter rauf führende ) Schlepper erschließt. Nun ja – sicherlich gibt es bessere Talabfahrten (denke grad an den Tegelberg...), aber für den Preis und diese Nähe zu München sicherlich mal ganz nett. Eine Steilpiste direkt neben der DSB oben wäre halt noch was gewesen. Aber so hat man halt nur diese eine Abfahrt, die halt auch zu einem großen Teil aus besseren Ziehwegen besteht.


Dann gab es eine Premierenfahrt am Zielhanglift.

SEBA-Stütze über der B472...

Diese sah recht neu aus!?


Der Knirps vor mir wunderte sich, weil ich meine Knipse (die kompakte) in der Hand hielt und drehte sich ständig um, als ob ich im Gorilla-Faschingskostüm oder was unterwegs gewesen wäre.

Gut versteckt – die Umlenkung, die baugleich dem stillgelegten SEBA-Lift am Blomberghaus sein dürfte.

Nach der nächsten Auffahrt türmten sich Richtung München die Wolken...

Und auch am Blomberg zog eine Schwade durch.

Das Schild hatte ich bei der ersten Abfahrt verpasst.

Zoom nach Bad Tölz – es ist sogar ein LSAP „zu sehen“.
]Wo gibt es noch ne Seba-DSB?

Bei der letzten Abfahrt setzte sich die Sonne langsam, aber sicher durch.
]




Bevor ich zum Auto zurücklief, besuchte ich nochmal die Talstation des Zielhanglifts...

Trassenblick – im Hintergrund sieht man die DSB.

Danach wechselte ich zum Buchberglift, der nordwestlich von Bad Tölz einen kleinen Hang erschließt. 2007 ist er mir mal aus der Ferne aufgefallen und im Mai letzten Jahres hatte ich dem Lift auf der Vorbeifahrt einen Besuch abgestattet. Allerdings war es gar nicht so leicht, zu ihm zu fahren, denn ich Depp fuhr in Bad Tölz an der Abzweigung vorbei und musste so wieder durch den ganzen Ort gurken. Ich fragte einen Typen am Straßenrand nach dem Weg, doch der schickte mich nach Wackersdorf südlich von Bad Tölz. So fuhr ich nochmal auf die B472, nahm erneut die Ausfahrt „Bad Tölz-West“ und siehe da – beim zweiten Anlauf klappte es.

Ich hatte vom Blomberg aus noch im Liftstüberl noch angerufen und eine etwas komisch wirkende Frau bestätigte mir den Liftbetrieb.

Auf einer schmalen, schneematschbedecken Strasse kurvte ich – in freudiger Erwartung auf einen kultigen Lift natürlich – Richtung Parkplatz. Aber eine Watschn musste noch sein und ich nahm einmal eine falsche Abzweigung und stand plötzlich vor einer Hofeinfahrt. Wenigstens blieb meine Franzosenschleuder nicht im Schnee stecken und ich schaffte es - ENDLICH - zum Lift.

Bei der Ankunft gab es kein Halten mehr – ein uralter, dieselbetriebener Stemag – auch ohne Roßkopf-Steilhang und blaue Stützen gefiehl mir der Schlepper sogleich.

Die Karten muss man an der Gaststätte kaufen, wo die Leute sich auch ihr Essen bestellten. Es war gerade Mittagszeit und so musste ich nochmal ein bisserl warten, bis ich endlich zum Lift konnte. 7,50 EUR kosten hier 10 Fahrten.
Dafür erlebte ich hier den bislang urigsten Liftler der Saison – lange Haare, wettergegerbtes Gesicht, später dann noch mit Kippe im Mund und ner Spiegelsonnenbrille. Dazu bekam jeder Fahrer auch noch einen Spruch um die Ohren gehauen. „Ah, ein Neuer, den ich ärgern kann!“, sagter er, als ich antanze, ließ kurz seine Raucherlache anklingen und reichte mir einen der Uralt-Bügel.

Noch ein Vorteil des Liftlers: Ich konnte in aller Ruhe fotografieren, was ihn überhaupt's nicht juckte. So was mag ich – manchmal wird man beim Knipsen angeschaut, als gäbe es in den Bergen die Kameras erst sein zwei Jahren...

Schlangenfahren verboten? Hat der Schlepper an Fasching dann geschlossen?

Buchberg-Liftler in Aktion

Im Lift – der fuhr leider recht langsam – so wie der in Gaißach ungefähr. Aber es war so warm, dass ich die Handschuhe im Auto lassen konnte. Bei der Auffahrt schien die Sonne einem direkt ins Gesicht und eine leise Frühlingsvorahnung lag in der Luft. Den Sonntag davor habe ich mir noch in Ofterschwang den Bart abgefroren und gegen drei trotz Sonnenschein das Handtuch geworfen, so kalt war es da.


Rechts neben der Piste war ein vermeintlicher Tiefschneehang – aber leider war der Schnee angefroren und schwer zu fahren. So legte es mich – fast schon im Stehen – einmal flach hin.

Solche Gehänge hab ich noch nie gesehen...

Das Liftlerhäusl sah nach LSAP aus...

Naht der Frühling?


Mittags war wenig los, weil sie alle in der Sonne unten saßen und ihre Mahlzeiten einnahmen – gut für mich...

Blick auf die naturbelassene Piste.

Auf der anderen Seite haben es auch schon welche versucht.

Ein neuerer Bügel war dabei

Die Kamera hat mich wohl voll erwischt...

Big Brother am Buchberglift...

???


Die Stützennummern sind hier auch ganz nett.

Die Stütze ist noch für schneereiche 60er Jahre Winter gebaut worden.

Ein schöner Tag, dieser Samstag....



Die Piste unten – man musste dann bei der Wirtschaft direkt an den Tischen vorbei wieder zum Lift.

Wieder mal einen dieser kultigen Einzellifte á la Teisenberglift, Halblech-Schlepper und so gefahren...


Hier ist einfach die Zeit stehen geblieben.

Ich überlegte noch, ob ich auch etwas essen sollte, doch der Wunsch, noch die Ötzlifte in Kochel zu besuchen, war größer als mein Hunger.

Ein letzter Blick auf den urigsten Liftler zwischen Tölz und Königsdorf


Ich weiß nicht, wie oft ich schon nachgesehen habe – die Ötzlifte hatten diese Saison bislang immer geschlossen. Im Januar war ich auf dem Rückweg vom Herzogstand hier vorbeigekommen und hätte so gerne noch den sonnigen Sonntag an den beiden netten Schleppern ausklingen lassen. Jedoch hätte der Schnee damals allenfalls für den oberen Lift gereicht und so musste ich weiter warten, bis es gestern dann endlich klappte. (Ich hab mich mit den Bildern ein bisserl zurückgehalten für meine Verhältnisse – im Januar habe ich ja schon genug bei meiner kleinen Winterwanderung hier geschossen...)

Ich erreichte die Kasse der Ötzlifte gegen 14 Uhr – ab 14:30 sollte das Ticket nur noch sieben EURO kosten. Doch ich bekam dennoch bereits den günstigeren Tarif, was mich natürlich freute und lobenswert erwähnt werden muss. Es gibt bestimmt woanders Betreiber, die mir um 14:29:59 Uhr noch die teurere Karte berechnet hätten.

Obendrein gab es bei der Auffahrt noch eine kostenlose Stunteinlage von einem Jugendlichen – die blödelten hier den ganzen Tag herum, fuhren zu viert mit einem Bügel oder ließen sich eben am Boden liegend raufziehen. Ich knipste mehrmals und benötigte etliche Versuche, bis ich einigermaßen wackelfreie Aufnahmen zustande brachte. Dazwischen sponn sich auch meine vermutlich schon überlastete Kompaktknipsen-Speicherkarte aus, die mich am Samstag das letzte mal in die Berge begleitet hat, nachdem sie in Ofterschwang schon ihre Aussetzer hatte. (Am Blomberg dann wieder und ich dachte schon, die Kamera ist kaputt, denn sie speicherte nur im internen Speicher – bis ich merkte, dass ich Depp das Einstellrad entsprechend verschoben hatte.)

Jedenfalls hatte ich meine Kamera längere Zeit draußen und oben an der Bergstation ging dann so ein Trottel gleich voll ab und brüllte die ganze Zeit herum „Der hat dich gefilmt! Didi, der Mann da hat dich gefilmt! Der da! Der hat dich gefilmt!“. Noch an der Talstation des oberen Lifts hörte ich den Typen aufgeregt schreien. Es gibt schon komische Gestalten – die anderen interessierten sich aber offenbar weder für ihn noch für mich und fuhren wieder runter für die nächste Stuntfahrt im Schlepper. Wahrscheinlich steht der Kerl noch immer am Ausstieg und schreit durch die oberbayerische Bergnacht „Didi, der hat dich gefilmt! Der da war es! Der Mann da! Der hat dich gefilmt!“ Hatte der ein Glück, dass ich meine 44er Magnum gerade an einen Bekannten ausgeliehen habe

Es war wirklich angenehm, nicht mehr frieren zu müssen.


Der obere Lift ist ein Kurzbügler mit Dieselantrieb – mehr Nostalschi geht fast nicht

Schifahren wie 1975

Mittlerweile hatte ich dank des ausgefallenen Mittagessens einen ganz schönen Hunger – die Verkleidung der Bügel half mal für's erste weiter

Der obere Hang ist halt etwas kurz, aber schön zu fahren – mittendrin gibt es eine Kante von einem Fahrweg, der hier herauf führt. Einmal hob ich voll ab und bekam Rückenlage – aber ich hatte Glück und verfing mich wieder.

Das Licht wurde gegen 15 Uhr dann stimmungsvoll.


Zoom ins Tal. Hinten sieht man den Peißenberg, wo leider der Schlepper abgebaut wurde.

Auf der anderen Seite des unteren Lifts gab es noch eine zweite Abfahrt.

Mittendring war eine Schanze, die ich aber ausließ.


An der Stelle, wo der Schlepper über eine Brücke geht, kommt man wieder zur Hauptabfahrt zurück.



Noch ein Stimmungsbild.

Der untere Hang – leider dürfte hier bei der nächsten Wärmeperiode wahrscheinlich gleich der Schnee wieder knapp bzw. zu dünn sein. Aber gerade das untere Stück ist vom Gefälle her ganz nett, während die Abfahrt des unteren Schleppers im oberen Bereich eher flach ist.

Gegen vier Uhr – bald war auch dieser Tag zu Ende und die Speicherkarte wieder recht voll...


Auf der Piste neben dem unteren Lift.

Ich nahm etwas Schwung, um zum Parkplatz zurückzugelangen, auf dem ich wg. des weichen Schnees vor allem bei der Ankunft Probleme mit meinem Renault bekam. Noch einmal ein Zoom zum 1er-Lift, ehe ich meine Sachen verstaute. Die Ötzlifte sind auch recht gut dafür geeignet, mal für zwei, drei Stunden Schi zu fahren. Oder in Kombination mit dem Herzogstand, wenn dort schönes Wetter ist und die Talabfahrt offen...
Ich kämpfte mich mit dem Wagen durch den weichen Schnee zur B11 zurück. Froh gelaunt ging es um ein paar Schlepper „reicher“ wieder nach München zurück....