>> Teil I (Zystes Bericht) siehe hier
Imst interessierten Zyste und meine Person natürlich wegen der beiden kuppelbaren DSBen und darüber hinaus sind Besuche in solch kleinen, eher unbekannteren Ecken immer mal ganz nett. Die Verbindung mit einem Nachmittag in Obsteig fiel „dank“ des ESL-Abbaus ja leider aus, so dass wir beschlossen, den ganzen Tag bei den beiden Sesselbahnen und dem Wopfner-Schlepper hoch über Imst zu verbringen. Eine weitere Alternative für einen Abstecher wäre noch der Kurzbügler nahe Nassereith gewesen, der auf dem Weg nach Obsteig seine Bergstation am linken Strassenrand hat – jedoch las ich am Vorabend im Internet, dass der Rossbachlift nur von Fr-So in Betrieb geht. (Wehe, der wäre doch gelaufen!
Frühmorgens in der bayrischen Landeshauptstadt – wieder mal geht es auf Tour, wieder mal sind die Sachen zusammenzupacken, wieder mal lass ich mir beim Kaffeetrinken zu viel Zeit und muss dann zusehen, rechtzeitig zum verabredeten Ziel zu gelangen. Mittlerweile habe ich dank endlos vieler Wander- und Skitage schon eine sehr gute Übung darin, auf leisen Sohlen die Wohnung zu verlassen und bislang trotz morgendlicher Schlaftrunkenheit nie etwas wie Handschuhe, Kamera oder Helm zu vergessen.
Draußen war es noch dunkel und die Wolken hingen tief. Bei Kochel graute dann langsam der Morgen und mutterseelenallein rollte ich auf der B11 die von Schneebergen gesäumte Strasse bergauf, irgendwo im Nebel der See...
Ab Mittenwald wechselte ich dem Strassenschild gemäß – ich habe kein Navi – nach Leutasch und musste eine drittklassige Bergstrasse über mich ergehen lassen, wo mir in einer Kurve fast das Auto ausbüchste. In Leutasch angekommen – ich war zum ersten Mal in jenem Tal – musste ich feststellen, dass es sich ja nicht um eine einzelne Ortschaft handelt, sondern eben um einen halben Landstrich, dessen einzelne Käffer unter jenem Obernamen zusammengefasst worden sind. Zystes Quartier lag ganz hinten irgendwo am Hang und ich blieb wenige Meter vor der Herberge am Berg hängen. Aber wenigstens konnte ich wenden und so machten wir uns – nachdem die Zyste seine Sachen herbeigeschafft hatte – auf den weiteren Weg. Übrigens war es Wahnsinn, was die dort hinten für einen Schnee haben. Man sah fast nichts außer weiße Wände links und recht der Strasse. Bleibt zu hoffen, dass das noch eine lange, gute Saison in den Alpen wird...
Hoch über Imst herrschten Nebel und Kälte, aber hoch über Hochimst kam die Sonne nach einer Nebelpassage zum Vorschein und wir wären zuweilen ab liebsten oben geblieben, anstatt auf den Schiern wieder zurück in die eisige Dunkelheit zu fahren.
Wir hatten gerade unsere Premierenfahrt in der Wopfner-2KSB Alpjoch hinter uns gebracht und freuten uns zusammen mit den anderen Schifahrern über den Sonnenschein. Wie ich erst zu Hause im Internet erfahren sollte, stand diese Anlage mal in Scharnitz am Mühlberg, wo anscheinend eine Zeit lang jede Saison ein anderer Lift platziert wurde, ehe man alles abbaute. (SL, ESL, KDSB, DSB...)
Liftlerhäusl vom SL-Vorgänger? Heute eine Ein-Mann-Hütte...
Unser Lieblingspistenabschnitt an jenem Montag – hätte es da einen Schlepper gegeben – wir wären kaum mehr bis zur Mittelstation hinab gefahren...
Auch am Nachmittag war es hier noch super.
Unten dann wieder durch den Nebel gestochert, rein in die 2KSB und zurück in die Sonne – kuppelbar....
Ein Traum – leider nur bis zur Nebelgrenze. Der Steilhang weiter unten wäre bei guter Sicht sicherlich auch super gewesen.
Da oben schien auch die Sonne...
Ich kenne sonst nur die 2KSB am Ifen – die bin ich zuletzt Anfang 2000 gefahren. Dann halt noch die alten vonRolls am Söllereck (+ 1997) und die am Weissenstein bei Solothurn...
Der Wopfner-Schlepper wurde wie von Zyste schon beschrieben von den Schikursen gut besucht und ging später hops. Den restlichen Tag stand er dann still.
Ein einziges Mal fuhren wir ihn.
Der Liftler schnauzte mich an, weil ich einen RUCKSACK (!!!!!!!!) an hatte. Wie konnte ich nur! Offenbar hatte sich diese neumodische Erfindung bis hoch über Imst noch nicht herumgesprochen. Also: Das ist ganz normal, dass man so ein Stoffding am Rücken trägt. Da kommt nämlich das schwarze Zauber-Ding rein, mit dem man Bilder einfängt. Aber das überfordert vielleicht jetzt auch...
Hier kam die Sonne leider nie durch.
Wieder an der 2KSB Alpjoch.
So verblieb nur die Hütte an der Mittelstation, wo wir aber dann tatsächlich noch Platz bekamen. Wir saßen mit freundlichen Einheimischen am Tisch, aber selbst ich tat mir schwer, ihren Dialekt zu verstehen. Ist aber manchmal ganz interessant, wie sich die Mundarten in manchen Tälern so anhören.
Der Steilhang neben der 2. Sektion lag wie bereits gesagt meistens vollkommen im Nebel. Bei guter Sicht sicherlich ein Traum.
Ich fand die orangen Stationen der unteren Sektion ganz nett – mal was anderes.
Talstation der oberen Sektion – die Umlenkung steht hinten – die Sessel laufen aber davor wieder zurück. Hab ich auch noch nie gesehen.
Kaum zu glauben, dass oben strahlender Sonnenschein herrschte.
Viel los war nicht – außer bei der einen Fahrt am Schlepper und ein bisserl an der 1. Sektion standen wir nicht an.
Kuppelbar ging es in die Sonne. (Kuppelbar durch den Nebel war die erste Version – mir selbst ist diesmal gar kein gescheiter Titel eingefallen.)
Wirklich eine interessante Bahn – trotz einem Baujahr nach 1975...
Wieder mal oben in der Sonne angelangt – wir blieben jedes Mal noch ein bisserl stehen, knipsten ein paar Bilder und genossen die wärmenden Lichtstrahlen sowie den grandiosen Ausblick, ehe es dann wieder ausgekuppelt in den Nebel zurück ging.
Nach dem Mittagessen ging es dann hinab zur Talstation der 1. Sektion.
Oberhalb der Almhütte endet die 1. Sektion und der Lift für den Alpine-Coaster.
Weiß wer noch, von wo der Schlepper stammt? Und weiß dieser jemand vielleicht auch, ob die obere 2KSB einen Schlepper ersetzt hat? Ich finde grad leider keinen alten Pistenplan in meiner Schiatlas-Sammlung.
Der obere Bereich der „Talabfahrt“ ist recht flach und erst dieser letzte Hangabschnitt ist wirklich interessant.
SL und 2KSB
Ich kenne so einen Lift nur vom Alpsee-Schicircus bei Immenstadt - den aber auch nur vom Vorbeifahren.
Unter der 2KSB – auch wir haben nicht getroffen
Ganz klar eine Moser-Klemme
Hier ging es kuppelbar in den Nebel und nicht in die Sonne.
Außer Betrieb.
Welches Schigebiet gegenüber?
Oberhalb der Nebeldecke ergaben sich den ganzen Tag über gute Fotografiermöglichkeiten. Bei der Reduzierung auf eine 2KSB sozusagen konnten wir uns auch ausgiebig Zeit für Knipsenstopps lassen.
Stillstehender Schlepper – einmal fuhren wir die obere Trasse hinab.
Gleich nochmal hoch mit der Alpjochbahn...
Das Flugzeug-Lift-Bild darf natürlich nicht fehlen...
Die Sonnenhungrigen hatten schon Feierabend gemacht und ihre Göttin war auf dem Weg dahin...
Der wollte noch hoch hinaus und dem hereinfallenden Schatten entfliehen. Als der nach der letzten Auffahrt hier herrschte, war es auf einmal wirklich saukalt und wir entschieden uns, nach Hause zu fahren. Immerhin lag eine lange Autofahrt vor mir – erst zurück nach Leutasch und dann noch weiter nach München.
Als noch ein bisserl Sonne da war...
In Imst drehten wir noch eine Ehrenrunde, weil ich mich vor laute Lift-Gequatsche wieder mal verfahren hatte und so fuhren wir – froh ums warme Auto – über Obsteig Leutasch entgegen. Nun ja – leider war der Nebel nicht vollkommen verschwunden – das wäre noch besser gewesen. Aber ansonsten ist das Gebiet ganz nett – für einen ganzen Tag aber eigentlich auch zu klein. Ein weiter längerer Lift irgendwo da oben wäre natürlich noch was gewesen – oder wenn der Schlepper wirklich einen komplett neuen Hang erschlossen hätte, den man über die obere 2KSB nicht erreicht. So reduziert sich eigentlich alles auf die Abfahrt an dieser und gelegentlichen Schussfahrten auf der flachen Piste zur 1. Sektion hinab. Doch ich muss auch gestehen, dass ich wg. der Anreise keine große Lust verspürte, mich mittags gleich wieder in den Karren zu setzen, um noch woanders hinzufahren.
Das musste ich noch mitnehmen. Bei Salzburg soll es ja noch einen pikanteren Ortsnamen geben – genauso wie an einem See in Oberbayern. Meine Heimatregion kann dafür mit „Katzenhirn“ und „Tussenhausen“ aufwarten
Nachdem ich Zyste in der Dämmerung vor seiner Herberge abgesetzt hatte, musste ich mich im Dunkeln zwischen den Schneebergen und über die glatte Bergstrasse nach Mittenwald „zurückkämpfen“ und gefühlte 5 Stunden lang nach München zurücktuckern – die Sonnenscheinbilder hoch überm Nebelmeer im Hinterkopf...