So fuhr ich gleich mal zwei Ortschaften weiter in Flirsch (oder so?...) links ran und fand diesen kleinen Schlepplift vor, bei dem es sich offenbar um einen Tellerlift handelt.
Es war brütend heiß und überall war alles verbaut, so dass man schlecht an diesen Lift herankam. So begnügte ich mich damit, meine Kompaktknipse aus dem Fenster zu halten und ein paar Zooms zu versuchen.
Hier sieht man die Lifttrasse fast komplett, während irgendwelche Anwohner schon wieder die Köpfe reckten und verbrecherische Spionage witterten.
Das nächste Ziel war schwerer zu erreichen – ich musste erst eine enge, kurvenreiche und fahradfahrerverseuchte Straße emporfahren, ehe ich die wie auf einer Terrasse liegende Ortschaft Imsterberg erreichte. Auch hier staute sich die Juni-Hitze, aber der Ort gefiel mir irgendwie sogleich. Nicht der übliche Touri-Verbau, sondern einfach nur ein gemütliches Dorf. Dank der Hitze waren fast keine Menschen unterwegs und so konnte ich ungestört nach einem auf meiner Wanderkarte eingezeichneten Schlepplift suchen. (Auf den in Flirsch bin ich übrigens auch nur dank dem glorreichen Kompassverlag gestoßen
Schwitzend tappte ich, nachdem ich bei der Kirche noch einen Schattenparkplatz ergattert hatte, im Ort umher und befürchtete schon, dass der Lift vollständig abgebaut worden sei.
Doch nach einer anstrengenden Steigung dies – am Vorabend bei Googlearth hatte ich keine Stützen und so entdecken können und eben wie bereits erwähnt befürchtet, auf minimale Reste zu stoßen. Doch dann das! Aber laufen tut der doch nicht mehr, oder? Ich hab mal irgendwas im Internet gelesen, als es geheißen hat, dass immer mehr Tiroler Kleinschigebiete und Einzellifte finanzielle Probleme hätten und Bügel für Bügel pleite gingen... Da war eben auch von Imsterberg die Rede, wo nun kein Schibetrieb mehr stattfände.
Da die Trasse unten bei den Bäumen schon sehr zugewachsen wirkt, befürchte ich, dass hier wirklich schon der LSAP-Teufel zugeschlagen hat. Schade! Den Schlepper würde ich mir sofort geben, liefe er noch! Diese Lage auf der „Terrasse“ hoch überm Tal hat was, wie ich finde.
Blick zum Tschirgant. Von dieser Seite aus sieht der Berg wirklich sehr beeindruckend aus.
Talstationszoom – näher ging ich nicht ran, weil Zäune im Weg standen und die Bauersfamilie gerade die Wiesen mähte.
Diese Aufnahme verdeutlicht noch einmal die nette Lage von Imsterberg. Aber – so dachte ich mir – ist man hier eben immer auf das Auto angewiesen, wenn man irgendwas außer Semmeln oder Zigaretten braucht.
Wie immer hell auf begeistert und den Finger ständig am Abzug der Nikon, schlenderte ich die Lifttrasse entlang nach oben.
Mist – das schaut schon sehr zugewachsen aus.
Schlepper und Tschirgant
Ob da oben immer noch Schnee liegt? Wegen mir kann der noch lange aus bleiben – solche LSAP-Wanderungen sind einfach zu schön...
Ganz unten im Tal verläuft die Autobahn nach Innsbruck...
Nachmittagsstimmung in Imsterberg...
Uff, hier bekam ich wieder festen Boden unter die Füße, nachdem der von mir erwählte Weg nach oben im zugewachsenen Gebüsch geendet hatte. So musste ich halt mitten über die Wiese stapfen und kam vollkommen verschwitzt und mit schweren Beinen (ich hatte in Pettneu ja schon „ein paar“ Höhenmeter zurückgelegt...) oben an der Teerstrasse an.
Liftidylle Imsterberg...
Von der Straße aus konnte man auch schon die restliche Lifttrasse ersehen.
Blick zurück – wieder so beneidenswerte Leute, die einen Lift direkt vor der Haustüre haben.
Blick nach unten, gleicher Standort. Zwischendrin geht es recht steil hinauf, ehe hier ein Flachstück über die Felder folgt.
Zischen Liftstütze und Felswand verläuft die Autobahn...
Imsterberg ist einfach urig...
Zur Begrüßung stand Frau Braunvieh gleich auf.
Blick auf den Lift , der hier zum Ausstiegsbereich hinaufkommt.
Spätestens am Liftlerhäusl sieht man, dass hier wohl LSAP angesagt ist. Aber das muss nichts heißen – am kultigen Stemag-Schlepper am Buchberg bei Bad Tölz ist das Häusl oben auch schon ein einem solchen Zustand und der Schlepper lief bis diese Saison noch.
Die Kuh fühlte sich wohl gestört und der Platz um das Liftlerhäus war eindeutig ihr Revier. Sie kam immer näher und muhte unfreundlich. Ich ging indes weiter und bekam ein wenig flaue Magengefühle...
Denn plötzlich begann das Vieh, mir hinterher zu rennen. Da gab es für mich Bubi aus der Stadt kein Halten mehr und ich rannte trotz schwerer Beine wie ein Kaninchen in den Wald oberhalb der Teerstrasse. Von oben konnte ich die Kuh (oder war es ein Stier?) sehen, wie sie nach mir Ausschau hielt und dabei die ganze Zeit über laut herum muhte.
Na ja, wenigstens hier oben war ich sicher und konnte noch die Umlenkung ablichten.
Hier kommt der Schlepper rauf – ganz unten erkennt man sogar die Inntalautobahn.
Wohlbehalten kam ich wieder auf der Teerstraße auf der anderen Seite des Weiderosts an und konnte – völlig verschwitzt und außer Atem – wieder zum Auto zurücklaufen.
Tja, hast mich nicht gefangen! Während ich die Trasse kreuzte, stand das Vieh schon wieder hinterm Liftlerhäusl und blickte angriffslustig auf mich hinunter.
Einerseits froh, den Lift noch angetroffen zu haben, andererseits wohl gewiss, dass er nicht mehr läuft, marschierte ich in der Nachmittagshitze durch Imsterberg hinunter. So langweilig mir der Lift in Flirsch erschien, so interessant fand ich den hier – nicht einmal von der Bauart her, sondern allein eigentlich aufgrund der abgelegenen Lage hoch überm Inntal irgendwo in einem gemütlichen Bergdorf an den Häusern vorbeiführend...
Fortsetzung folgt später...