Lift- und Seilbahnbetreiber im deutsch-österreichischem Grenzgebiet haben mit millionenschweren Investitionen aufgerüstet wie lange nicht mehr.
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Immer mehr bayerische Seilbahnen machen sich daran, den Investitionsstau abzuarbeiten. Seit 2009 bekommen sie Unterstützung aus dem bayerischen Wirtschaftsministerium. ... "Unser Ziel ist, dass der Skiliebhaber nicht mehr nach Tirol fahren muss, sondern seinen Winterurlaub gern wieder hier in Bayern verbringt", sagt Wirtschaftsminister Martin Zeil. Seit der Auflage des Seilbahnförderprogramms wurden rund 10,5 Millionen Euro Fördermittel für 25 Projekte in den Alpen sowie im Bayerischen Wald bewilligt.
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Mit rund 35 Millionen Euro haben laut Verband Deutscher Seilbahnen (VDS) die bayerischen Seilbahnbetreiber die Bahnen auf Vordermann gebracht und die Skigebiete modernisiert. Deutschlandweit sind es sogar 50 Millionen Euro.
Das größte Projekt derzeit wird nämlich nicht in den Alpen, sondern in Nordrhein-Westfalen realisiert: Im sauerländischen Winterberg entstehen drei neue Anlagen für zehn Millionen Euro.
Der Trend zum Skifahren in der Heimat wird verstärkt durch die steigenden Benzinpreise. Viele Skifahrer machen Abstriche bei den Pistenkilometern und sparen sich die Mehr-Kilometer nach Kitzbühel oder St. Anton. Stattdessen carven sie am Brauneck bei Lenggries, am Nebelhorn bei Oberstdorf oder im Classic-Gebiet von Garmisch-Partenkirchen die Hänge hinunter.
Bayern will Tiroler Skigebieten Konkurrenz machen
- chianti
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Bayern will Tiroler Skigebieten Konkurrenz machen
Millionen für Pisten (Welt)
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Re: Bayern will Tiroler Skigebieten Konkurrenz machen
"Das größte Projekt derzeit wird nämlich nicht in den Alpen, sondern in Nordrhein-Westfalen realisiert: Im sauerländischen Winterberg entstehen drei neue Anlagen für zehn Millionen Euro."
Na über derartige "grösste Projekte" für nur 10 Millionen Euro können wir Tiroler nur lachen. Fügt da mal noch eine Null hinten dran, dann wird es interessant...
In diesem Zusammenhang:
Wie werden sich in Tirol die Kundenfrequenzen entwickeln, wenn die gar nicht so wenigen Bayerischen Skigebiete nach "Skiwelt Wilder Kaiser"-Standard durchindustrialisiert sein werden? Letzteres ist anscheinend genau der Prozess, der derzeit massiv anbricht in Bayern.
Das ist eine sehr spannende Frage und auch eine sehr ernste Frage wie ich meine.
Tirol wird dann wiederum weitere "Attraktivitätssteigerungen" zur Befriedigung und Erschließung neuer "Kundenwünsche" vornehmen, um weiterhin die Speerspitze des modernen Wintertourismus in den Alpen bieten zu können. Was unzweifelhaft genau so laufen wird.
Bloss: Was wird das sein können?
Na über derartige "grösste Projekte" für nur 10 Millionen Euro können wir Tiroler nur lachen. Fügt da mal noch eine Null hinten dran, dann wird es interessant...
In diesem Zusammenhang:
Wie werden sich in Tirol die Kundenfrequenzen entwickeln, wenn die gar nicht so wenigen Bayerischen Skigebiete nach "Skiwelt Wilder Kaiser"-Standard durchindustrialisiert sein werden? Letzteres ist anscheinend genau der Prozess, der derzeit massiv anbricht in Bayern.
Das ist eine sehr spannende Frage und auch eine sehr ernste Frage wie ich meine.
Tirol wird dann wiederum weitere "Attraktivitätssteigerungen" zur Befriedigung und Erschließung neuer "Kundenwünsche" vornehmen, um weiterhin die Speerspitze des modernen Wintertourismus in den Alpen bieten zu können. Was unzweifelhaft genau so laufen wird.
Bloss: Was wird das sein können?
Zuletzt geändert von Kris am 20.11.2012 - 00:00, insgesamt 1-mal geändert.
>> Die unaufhaltsame Industrialisierung des Skiraums führt zu Banalisierung und somit zum Verlust der magischen Skisportfreude<<
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Delirium
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Re: Bayern will Tiroler Skigebieten Konkurrenz machen
Die erste 10-KSB der Welt. Jetzt wissen wir wenigstens wozu die gut ist.
- chianti
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Re: Bayern will Tiroler Skigebieten Konkurrenz machen
Mit "more of the same" im Sinne von immer mehr Bahnen, mehr Pisten-km und größeren Zusammenschlüssen wird man mMn wegen der dann notwendigen höheren Preise auch angesichts immer höherer Energiekosten langfristig nicht den Massenmarkt ansprechen können. Das quantitative Wachstum ist wohl ziemlich ausgereizt.Kris hat geschrieben:Tirol wird dann wiederum weitere "Attraktivitätssteigerungen" zur Befriedigung und Erschließung neuer "Kundenwünsche" vornehmen, um weiterhin die Speerspitze des modernen Wintertourismus in den Alpen bieten zu können.
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Bloss: Was wird das sein können?
Qualitativ:
- neben die Piste I - SFL hat z.B. diesen Winter neu 10 Skirouten ausgezeichnet
- neben die Piste II - andere Winterangebote (KWT und Seefeld z.B. locken mit ihren recht kleinen Gebieten keinen Alpinskifreak wirklich und gehören dennoch zu den größten Destinationen, auch im Winter)
- Öko- bzw. "sanfter" Tourismus - Bahnanreise, Skilift mit Solarstrom, Biomasseheiz/kraftwerk, (Ab-)Wasserkraft usw.
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Re: Bayern will Tiroler Skigebieten Konkurrenz machen
Naja. Bis auf drei, vier bayerische Skigebiete kann keines wirklich mit der Tiroler Konkurrenz mithalten, da die rechtlichen und finanziellen Grundlagen nunmal andere sind. Ich hoffe, dass man hier auch künftig auch Wert darauf legt, den Skisport auch für Familien bezahlbar zu halten. Das Hauptargument für Skiurlaub in Bayern sind nun mal die verhältnismäßig günstigen Preise. Und diese Klientel schaut auch nicht wirklich auf die Zahl der Gesamtpistenkilometer.
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Schneeloewe
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Re: Bayern will Tiroler Skigebieten Konkurrenz machen
Das geister hier immer wieder durch die Foren. Ich halte es für eine Illusion, auch wenn ich es persönlich schön finde.chianti hat geschrieben:Vielleicht kauft auch mal ein cleverer Unternehmer alte Lifte wie ESLs oder alte Gondeln (PB, "Eier") und richtet ein "Museums-Skigebiet" ein - das wäre mal ein Alleinstellungsmerkmal ...
Die alten "Dinger" sind im Schnitt langsam, unbequem und kapazitätsschwach. Der Durchschnittsskifahrer will das nicht, genaus wenig wie der Normalmensch heute mit einer Dampflok von Hamburg nach München fahren will, egal wie romantisch, entschleunigt und schön das ist.
Und fast alle Museumsbetriebe (Eisenbahn, Fabriken, ...) sind Zuschussbetriebe, die mit viel Liebe, unbezahlter Arbeit und Spenden am Leben erhalten werden.
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Re: Bayern will Tiroler Skigebieten Konkurrenz machen
Wieso einrichten?chianti hat geschrieben:Vielleicht kauft auch mal ein cleverer Unternehmer alte Lifte wie ESLs oder alte Gondeln (PB, "Eier") und richtet ein "Museums-Skigebiet" ein - das wäre mal ein Alleinstellungsmerkmal ...
Die gibt's doch!
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-Kampenwand
Noch mehr Museum geht ja fast nicht mehr.
Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass die grenznahen Tiroler Groß-Destinationen wie Zillertal, Skiwelt, Kitz. etc., sich durch Modernisierungen im bayrischen Alpenraum bedroht fühlen müssen, bzw. dadurch zu neuem Wettrüsten animiert werden. Dafür sorgen die Tiroler schon untereinander.Kris hat geschrieben:In diesem Zusammenhang:
Wie werden sich in Tirol die Kundenfrequenzen entwickeln, wenn die gar nicht so wenigen Bayerischen Skigebiete nach "Skiwelt Wilder Kaiser"-Standard durchindustrialisiert sein werden? Letzteres ist anscheinend genau der Prozess, der derzeit massiv anbricht in Bayern.
Das ist eine sehr spannende Frage und auch eine sehr ernste Frage wie ich meine.
Zumindest nicht was die Infrastruktur angeht. Ebenso steht hier die Topographie, um etwas vergleichbares aufzuziehen, nicht zur Verfügung.
Abgesehen vom Oberstdorfer Raum und GAP mit Classic und Zugspitze liegt für die übrigen Gebiete die Chance darin Nischen zu besetzen. Hier z.B. über den Preis, kurze Anreise, Familienpackages, etc..
Das modernisiert werden muss, um nicht vollstndig den Anschluß zu verlieren steht ausser Frage. Das man damit auch in Bayern erfolgreich sein kann zeigt das Beispiel Spitzingsee.
Die einen kennen mich — die anderen können mich...!
Konrad Adenauer
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