Endlich wieder Ski fahren, endlich wieder mal am Grünten und am Buron, wo ich zuletzt vor fünf Jahren meine Schwünge gezogen hatte. Lange hatte ich am Vorabend nach einem passenden Ziel gesucht und schon ein langes Gesicht gemacht – kaum was hatte offen und wenn, dann liefen nur ein paar Anlagen. Dafür wollte ich nicht extra nach Tirol hineinfahren und so stellte ich erleichtert fest, dann am Grünten fast alle Lifte laufen sollten. Leider traf das nicht auf den Ideallift zu, einem alten, dieselbetriebenen Kurvenschlepper, aber den hatte ich 2008 schon mitgenommen. Außerdem erschließt er ja keine extra Piste.
In Wertach sollte ab etwa 11 Uhr die Blässe aufmachen, so dass ich bis 13 Uhr in Kranzegg Ski fuhr und erst am Nachmittag an den Buron wechselte.
Am Morgen endlich in Kranzegg angekommen, nachdem ich Depp zu früh von der B 19 abgefahren war und durch Immenstadt hatte zockeln müssen. Ich konnte es kaum erwarten, endlich die ersten Schwünge zu ziehen. Seit meinem Ausflug zum Hintertuxer Gletscher am 28.04. war ich nicht mehr Ski gefahren. Hier sitze ich bereits in der DSB, die man 1987 parallel neben dem Tallift hingestellt hat – die einzig „moderne“ Anlage in diesem urigen Liftemuseum.
Der Schlepper lief noch nicht, aber später dann doch. Ich zog es dann vor, von ihm nach oben gezogen zu werden, da die Fahrtzeit kürzer war wie mit der DSB (beide ja immerhin 1.300 Meter lang) und man auch nich so auskühlte.
Wettermäßig war der 08.12.2012 nicht gerade kaisermäßig. Ständig hielt sich der Nebel und nur zweitweise kam oben die Sonne durch. Später zog es wieder zu und das Grau sollte den restlichen Tag vorherrschen. Dafür gab es besten Schnee und Anstehen musste man an den Bergliften oder dem Gipfellift allenfalls mal eine Minute.
Waldschneise
Schon im Januar 2008 hatte es hier das gleiche Wetter. (Aber die Kammeregglifte lebten noch – heute sind sie leider LSAP )
Posierender Liftler unter der DSB…
Eigentlich lief nur der rechte der beiden Berglifte. Später gab es mal einen Defekt und sie warfen den linken an. Da aber hier noch nicht gespurt war, schmiss es gleich mal ein paar Leute raus.
Bergstation mit Antrieb des 1960 erbauten Tallifts. 1961 müssten die Berglifte hinzugekommen sein, 1964 der kurze Wedellift und 1965 der Kurvenschlepper auf den Gipfel. Dann schließlich noch der als Rückbringer dienende Ideallift (1970) und 1987 eben die DSB.
Leider blieb es nicht so wolkenfrei wie hier beim Weg zum Berglift geknipst.
Den Berglift fuhr ich dann am meisten, da der Nebel vor allem im Bereich des Tallifts und der DSB herumwaberte und der Gipfellift zu meinem Ärger erst gegen 12 Uhr in Betrieb ging, obwohl ganz oben bestes Wetter herrschte. (Vielleicht lag dort einfach zu wenig Schnee – das hatte ich schon oft als Ausrede für still stehende Lifte gehört.)
Beste Schneebedingungen!
Leider bewegte sich da hinten lange nichts, aber werkelnde Liftler an der Talstation ließen die Hoffnung am Leben. Am Ende reichte es noch für drei Fahrten, aber zwei davon leider bei zuziehendem Himmel.
Ganz unten war die Sicht am schlechtesten und außerdem war es dort auf dem Kunstschnee nicht so schön zum Fahren.
Liftwirwarr auf dem Weg an der Talstation des doppelten Berglifts vorbei ins Tal.
Trassenzoom Berglift(e)
1987 vs. 1960
Ich betrat die Nebelzone…
Ganz unten war es aber zwischenzeitlich auch mal nicht mehr ganz so trüb. Aber endgültig sollte die Sonne leider verlieren.
Noch ein netter Fund auf dem Weg zum Tallift.
Ich wollte am Grünten schon seit Kinderzeiten Ski fahren. Meine Eltern erzählten mir öfters von den Schleppern hier, doch irgendwie ging es halt bei Tagesausflügen immer woanders hin. Ende der 90er schaute ich dann mal im Sommer vorbei, als ich endlich einen Führerschein besaß und es sollte noch einmal knapp 10 Jahre dauern, bis ich im Januar 2008 dann den ersten Skitag hier verbrachte.
Am Einstieg zum Tallift.
Zuerst geht es recht steil hinauf, aber später wird es dann flach.
Im Nebel kamen später links am Trassenrand auf einmal ein paar Schlittenfahrer angeschossen. Wie aus dem nichts, um gleich wieder im Nichts zu verschwinden…
Beim DSB-Überholen…
Hier hat es neben einem Gasthaus noch einen Zwischeneinstieg.
Am „Treffpunkt“ oben wollte ich eine Gulaschsuppe essen, doch sie hatten noch keine da – also trank ich dann ein Bier.
Leider tat sich da oben noch nichts, aber wenigstens später dann.
Hinten rechts direkt neben dem Lift endete früher der Kammereglift II. 2008 musste ich einfach nur rüber fahren. Total bescheuert, dass das nie mit einer Zusammenlegung geklappt hat.
Dessen Stillstand konnte ich locker verschmerzen – der Wedellift ist nur ein kurzer Übungsschlepper.
Mal wieder auf der Piste neben den Bergliften.
Ich brauch jetzt mal einen Tag mit ausschließlich schönem Wetter! Aber momentan sieht es danach ja eher mau aus – hier in Oberfranken bei den Schwiegereltern regnet es und ein möglicher Ausflug zum nahe gelegenen Leitner-Schlepper muss leider ausbleiben….
Bergliftgeknipse…
Dann endlich wurde der beste Lift im Gebiet angeworfen – der alte Diesel-Kurven-Schlepper auf den Gipfel. (Hört aber ein Stück darunter schon auf… )
Das Kartenlesegerät war kaputt und man musste anfangs noch darüber hinweg turnen. Später schaffte man die Schranke bei Seite und ohne die offene Blässe in Wertach hätte ich hier mit der Halbtageskarte noch bis 16 Uhr fahren können. Aber so verließ ich um 13 Uhr zum Kartenende das Gebiet. Dafür reichte es aber noch für drei Fahrten „auf den Gipfel“…
Da schepperte der Dieselmotor laut…
Nette Wetterstimmung bei der ersten Auffahrt.
Ein Hochgenuss für jeden Schlepperfreund!
Die Kurve…
Mal den Bleistift sprechen gelassen…
Leider blieb es hier oben nicht so und der Nebel kam zurück. Kurz nach diesem Bild schmiss es mich kopfüber aus dem Lift, wo es vor dem Steilhang in eine Senke hineingeht. Gott sei Dank hatte ich die Kompaktkamera im Einsatz – die DSLR nehme ich für Schlepperfahrten eigentlich eh kaum her. Aber ich sollte nicht der einzige bleiben, denn nachdem ich mich aus dem Tiefschnee herausgerappelt hatte, wurde ich schon von zwei Snowboardern gegrüßt, die ebenfalls auf der Nase gelandet waren. Späte tummelten sich hier in dieser Senke immer wieder Leute. Wird echt Zeit für den 8KSB-Gipfel-Shuttle!
Wenigstens schaffte ich es, irgendwie wieder in die Bindung zu kommen und die Schleppertrasse zu erreichen. Dort nahm mich dann ein alleine auffahrender, freundlicher Osteuropäer mit…
An jenem Tag war nur bis zur ersten Zwischenausstiegsstelle geöffnet. Geht es vielleicht nicht mehr bis ganz rauf, weil da mal vor ein paar Jahren ein Snowboarder bei Nebel tödlich verunglückt ist?
Ein wirklich interessanter Schlepper da am Grünten oben!
Nochmal ein Zoom in den Steilhang hinein.
Bei der zweiten Auffahrt zog es wieder zu…
Da hinten ging es irgendwo zu den Kammereggliften runter. Vor allem der untere war ganz nett.
Schade, denn vom Lift her ist dieser Oldtimer natürlich auch ganz interessant. Aber das nächste Mal eben wieder. Ich wunderte mich noch, wie schnell ein halbes Jahrzehnt vergehen kann, als ich Anfang 2008 bei ähnlichem Wetter hier hochgefahren bin…
Um 13 Uhr kehrte ich zum Auto zurück und fuhr nach Wertach. Hätte der Breitensteinlift II offen gehabt, wäre ich nur ins direkte Nachbargebiet gewechselt.
Nachdem ich in Wertach den still stehenden Leitnerschlepper passiert hatte, erreichte ich kurze Zeit später die Schlepper am Buron. Im November 2007 hatte es einen verfrühten Wintereinbruch gegeben und ich war spontan hier her gefahren. (Vormittags war ich damals in Nesselwang gewesen. Der ESL (2. Sektion) „lebte“ noch, dafür stand der Kurvenschlepper still. Vielleicht muss ich da noch mal hin. Im Sommer sowieso wegen dem untern ESL für die Rodelbahn…)
Ein langer, flacher Kurvenschlepper – der „Buronlift 1“ – 1,6 km lang und 1963 errichtet. Oben dann der steile „Buron 2“ – 800 m lang und 1966 erbaut.
Bergstation mit Antrieb des unteren Lifts.
Gleich mal rüber zum Buronlift II, um zur nicht präparierten Blässeabfahrt zu gelangen…
Direkt daneben fiel mir dieses Gebäude auf. Aber das dürfte wohl keine alte Talstation sein…
Im Buronlift II – leider blieb das Wetter trüb. Rechts kommt der 1er-Lift rauf.
Der Roßkopflift am Spitzingsee war ein bisserl steiler, würde ich wagen, zu behaupten.
Oben war nix mit Fernsicht…
Am Ausstieg oben. Ich fuhr nur 2 x an jenem Samstag hier rauf, denn der nicht präparierte Tiefschneehang zeigte mir recht schnell meine Grenzen auf…(Das Ziel war Überleben
Hier schmiss es später mal einen anderen Mann und seine Ski vergruben sich derart im Schnee, dass man ihm helfen musste, wieder auf die Beine zu kommen.
Zoom zum flachen, langen Buronlift 1, dessen Abfahrten aber trotzdem ganz nett sind. An diesem Lift vergnügte ich mich nach dem zweiten Blässe-Abenteuer den restlichen Nachmittag.
Ist doch ganz nett…
Knipsenhalt an der interessanten Kurve des Buronlift I – kenne ich so auch von keinem anderen Schlepper.
Das untere, flache Trassenstück vor der Kurve…
Gegen Ende des Skitags wurde es immer schauriger…
Bei der letzten Schlepperauffahrt sah ich was leitnerblaues neben der Piste und dachte schon…
Zwar nur ein Seillift, aber auch ganz interessant…
Um kurz nach vier Uhr war mein erster Skitag der Saison 2012/ 13 zu Ende gegangen. Ich ging noch auf eine Currywurst mit Pommes ins Liftstüberl, ehe es nach Hause (diesmal ins Elternhaus anstatt der weiten Fahrt nach München) ging.
Auch ohne Sonnenschein und blauen Himmel hatte ich ein paar schöne Stunden erlebt – vor allem auch wegen des guten Schnees und der alten Lifte. Vor allem war ENDLICH der im Sommer aufgestaute Hunger nach der nächsten Skiabfahrt gestillt. Am nächsten Tag ging es dann gleich an den zweiten Skiausflug an den Pfänder und nach Alberschwende…