Anfahrt: Ettlingen - A5 - Freiburg - Kirchzarten - Muggenbrunn 1:30 h
Wetter: Sonnig, +3 bis +7°C
Schnee: Ca. 20-50 cm Nassschnee, an schattigen Waldrändern Pulverauflage
Anlagen geöffnet: Muggenbrunn Winkelllift und Wasenlift, Todtnauberg Stübenwasenlift und Bucklift.
Wartezeiten: Muggenbrunn Winkellift 0-2 min, Todtnauberg Stübenwasenlift 1-3 min
Gefallen: Frühjahrsski bei überraschend guten Bedingungen an Weihnachten im Südschwarzwald
Nicht gefallen: Nix (wenn man von den übergreifend traurigen Skibedingungen an Weihnachten absieht)
Links: Pistenplan Muggenbrunn, Pistenplan Todtnauberg
Aus Wintersportlersicht kann ich die Weihnachtsferien nicht leiden. Diesmal jedenfalls. Da freut man sich darauf, ein paarmal mit Familie, Freunden oder auch mal allein in den Schnee zu fahren, ohne dafür zu viele Kilometer zurücklegen zu müssen. Die Voraussetzungen dafür haben bis kurz vor Weihnachten ja gestimmt. Bis zu 90 cm Schnee lagen im Nordschwarzwald schon, wow. Und was kommt dann? Ein warmer, nasser, grauer Schwamm, der sich tagelang über all das ergießt, was vorher Winterwonderland war. Exakt das, was man auf keinen Fall wollte. Weihnachtstauwetter nennt man das traditionell. Aber nicht drei Tage lang. Nein, auch nicht eine Woche lang. Es ist einfach kein Ende in Sicht, jedenfalls nicht für die arbeitsfreie Zeit bis Dreikönig. Fast wie von bösen Mächten ferngesteuert. Grmmpflt.
Da der Nordschwarzwald erstmals, seit ich in dessen Nähe lebe, über Weihnachten quasi komplett abgetaut war, mussten die geplanten, zweistündigen Rodel- oder Ski-Kurzausflüge mit dem Nachwuchs entfallen. Am 29. Dezember sollte es zum ersten Mal seit Heiligabend wieder Sonnenschein geben. Das schrie nach Skifahren. Aber wo? Ging im Südschwarzwald überhaupt noch was? Außerhalb des Feldbergs, der Garant für unerträglichen Massenandrang werden würde? Meine Liftbetriebs-Recherche ergab: Menzenschwand (1-2), Belchen (1), Notschrei (1), Muggenbrunn (2), Todtnauberg (3), Schauinsland/Haldenköpfle (2), Wiedener Eck (1) Anlagen geöffnet. Klein Harzwinter braucht noch nicht viel Ski-Auslauf. Also fiel die Wahl auf den Raum zwischen Notschrei und Todtnau. In Muggenbrunn musste der untere Skilift, der Franzosenberglift, wegen abgetauter Piste kurzfristig außer Betrieb gehen. Aber der oberhalb gelegene Winkellift hatte noch Schnee und lief weiter. Dass der Lift auch per kleiner Bergstraße erreichbar ist, wissen nicht viele. Also wurde er unser Vormittagsziel.
Viel zu spät fuhren wir los und kamen entsprechend erst um 10:15 Uhr in Muggenbrunn an. Für den Südschwarzwald ist das bei Schönwetter oftmals das Parkplatz-Todesurteil. Nicht so in Muggenbrunn. Unser Plan ging auf. Wir konnten direkt am Winkellift parken, der - im Gegensatz zu Notschrei- und Wasen-Hang - wegen südöstlicher Hangausrichtung bereits in schönster Sonne lag. Und es war dort LEER, denn Reisebusse kommen dort nicht hoch. So stand unserem ungetrübten Skispaß im Sonnenschein und mit Alpenblick bis zum Montblanc nichts entgegen. Die Wartezeit am Lift und am Imbiss blieb gering. Eine Lift-Mitfahrerin erklärte mir, dass an Notschrei und Wasen, wo sie gerade mit dem Auto vorbeigefahren war, andrangsseitig der Bär steppte. Diverse Reisebusse hatten hier ihre Skischulgruppen ausgekippt. Puh - richtig entschieden und Glück gehabt.
Als nachmittags allmählich Schatten ins Muggenbrunner Skigebiet fiel, wurde der Wechsel nach Todtnauberg zum Stübenwasenlift fällig (Kapellen- und Scheuermattkopflift waren außer Betrieb). Und auch hier hatten wir Glück und bekamen sofort einen Parkplatz am Lift, dessen Wartezeit ebenfalls gering blieb. So kamen wir schnell in den Genuss der Stübenwasen-Panoramaabfahrt in der Nachmittagssonne bzw. während Todtnaubergs "goldener Stunde", bis Klein Harzwinter schlapp machte und Nahrungsnachschub einforderte.
Fazit: Ich hätte nicht gedacht, dass sich nach all dem ekligen Weihnachtswetter ein Skibesuch im Südschwarzwald doch noch so lohnen würde. Schön war's. Gemessen am Bedarf unseres Nachwuchses haben wir durch das eingeschränkte Skiangebot nicht viel verpasst. Jetzt bin ich mal gespannt, ob jemand vom Feldberg berichten wird.
Natürlich dürfen ein paar Fotos nicht fehlen. Vor fast genau einem Jahr habe ich zumindest vom Stübenwasenlift nahezu die selben Motive eingestellt, sorry.
Muggenbrunn
Muggenbrunn, Talstation Winkellift. Mehr Andrang gab's nur, als der rechte Doppelschlepper für 10 Minuten ausfiel.
Muggenbrunn, Winkellift.
Muggenbrunn, Alpenblick vom Winkellift.
Muggenbrunn, Piste Winkellift. Meistens war sie wirklich so schön leer.
Mugenbrunn, Piste Winkellift mit Alpenblick.
Muggenbrunn, Trasse Winkellift. Der obere Teil des dahinter gelegenen Skihangs Franzosenberg sieht von hier aus perfekt aus. Unten war er aber leider abgetaut.
Muggenbrunn, Piste Winkellift.
Muggenbrunn, Skifahren mit Blick auf die Berner und Waadtländer Alpen - sehr schön.
Muggenbrunn, Talstation Winkellift mit Blick zum Stübenwasen über Todtnauberg, unserem Nachmittagsziel.
Wechsel nach Todtnauberg
Todtnauberg, Stübenwasenlift. DM-Fachwerkportalstützenklassik in historischem Grün.
Todtnauberg, Stübenwasen-Gipfellift. Hier war der Notstopp ausgelöst worden, worauf der Lift minutenlang still stand. Wer weit genug oben war, lief den Rest hoch.
Todtnauberg, Familienskifahren auf der Stübenwasen-Panoramaabfahrt. Eine herrliche Mittelgebirgsabfahrt.
Todtnauberg, Familienskifahren auf der Stübenwasen-Panoramaabfahrt.
Todtnauberg, Trasse Stübenwasenlift in der "Goldenen Stunde".
Todtnauberg, die einzige Stütze des Stübenwasen-Gipfellifts. Seillifte mit Mittelstütze sind selten.
Todtnauberg, Stübenwasen-Panoramaabfahrt in der "Goldenen Stunde".
Todtnauberg, Stübenwasen-Panoramaabfahrt, eine von Deutschlands schönsten Mittelgebirgs-Skiabfahrten. Und sie ist fast immer so leer.
Todtnauberg, Stübenwasen-Panoramaabfahrt in der "Goldenen Stunde". Sagte ich schon, dass ich diese Abfahrt großartig finde?
Todtnauberg, Stübenwasen-FIS-Abfahrt.
Todtnauberg, Stübenwasen-FIS-Abfahrt zum Sonnenuntergang. Immer wieder ein Genuss.
Todtnauberg, Stübenwasenlift zum Sonnenuntergang. Die Schlussimpression für diesmal. Schön war's.