Anfahrt: Ettlingen - A5 - Basel - Bern - La Berra 2:58 h; La Berra - Charmey 17 min; Charmey-Ettlingen 3:09 h
Wetter: Im Mittelland Nebel, in den Bergen sonnig mit Durchzug von Hochnebel- und Wolkenfeldern, -4 bis +2°C
Schnee: La Berra 30 - 100 cm Natur- und Kunstschnee, Charmey/Vounetz 5-60 cm Naturschnee
Anlagen in Betrieb: La Berra alle außer SCHL Gite des Communs, Charmey alle außer Seillift im Tal. Talabfahrt Charmey schneemangelbedingt geschlossen.
Wartzeiten: Keine bis 2 min
Gefallen: Beide Skigebiete sind abwechslungsreicher und weitläufiger als erwartet
Nicht gefallen: Unzuverlässigkeit Schweizer Wetterbericht; Nebel im unteren Skigebietsbereich
Bewertung: jeweils 5 von 6 Punkten
Web: La Berra, Charmey/Vounetz
Ältere Forenberichte: La Berra 1.1.2009 von Wombat.
Pistenplan La Berra (© http://www.skigebiete-test.de):
Pistenplan Charmey/Vounetz (© http://www.skigebiete-test.de):
Wegen des Schweizer Wetterberichts wäre ich nicht unbedingt losgefahren. Der hatte nämlich den Durchzug einer schwachen Störung über die Schweiz mit weitgehend dicken Wolken und ein paar Aufhellungen angekündigt. Das deutsche WetterOnline dagegen versprach für Zentral- und Nordwestschweiz eher sonniges Wetter, für Schwarzwald, Vogesen und Allgäu dagegen Nebelpampe. Welchem Wetterbericht für die Schweiz sollte ich nun glauben?
Ergebnis der spontanen, spätabendlichen Entscheidungsrunde am Vortag um 23:30 Uhr war, es mit halbwegs schlechtwettertauglichen Schweizer Kleinskigebieten am Alpennordrand zu versuchen und dabei auf besseres Wetter zu setzen. In mein Standardziel Zentralschweiz mochte ich nicht unbedingt, in Adelboden war Weltcuprennen, und die Jungfrauregion ist am Wochenende überlaufen. Aus der Zieleliste von 2012 kramte ich die Kleinskigebiete des Freiburgerlandes hervor. Ach ja, La Berra wird 2013 modernisiert ... die wollte ich gern noch im Originalzustand mitnehmen. Und am Nachmittag vielleicht das im März 2011 wegen arg abgetauten Zustands verworfene Skigebiet von Charmey. Oder Schwarzsee. La Berra ist einer der am weitesten vorgeschobenen Freiburger Voralpenberge; man sieht den Berg mit der Markierungspyramide auf dem Gipfel im Freiburgerland schön von der Autobahn 12 aus. In Charmey war ich in den 1980er Jahren mit Vater und Großvater zum Wandern.
Der für mich mit den Jahren immer unzuverlässiger gewordene Schweizer Wetterbericht hätte für den 13. Januar lediglich die Winter-Standardprognose "im Mittelland Hochnebel, in den Alpen oft sonnig" verkünden müssen, und alles wäre ganz einfach gewesen. Auf der Bergstraße zur Talstation La Berra stieß man schon fast durch die Nebeldecke, und oben auf dem Kamm glitzerte die Sonne auf dem Schnee. La Berra ist ein nordseitig ausgerichtetes Skigebiet, weshalb die Sonne in den Morgenstunden erst am Vormittag auf die Pisten kommt.
Das Skigebiet La Berra besitzt zwei Stränge von Beschäftigungsanlagen. Den Transport in den Gipfelbereich der Berra übernehmen zwei Schleppliftsektionen, die untere von Baco, die anspruchsvolle obere von Küpfer. Kurze Ratefrage: Was befindet sich im Schweizer Wald und klappert? Nein, keine Klapperschlange, sondern eine alte WSO-Sesselbahn.
Das Skigebiet La Berra hat mir besser gefallen als erwartet. Der Sektor La Berra bietet im oberen Teil eine sportliche schwarze Abfahrt; Familien benutzen die blaue "Hintenrum"-Abfahrt in den Nachbarsektor Allières. Dort bedient der obere Schlepplift Allières familientaugliche Pisten. Der Übungslift Gite des Communs war bei meinem Besuch nicht in Betrieb, wurde aber auch nicht unbedingt benötigt, weil seine Piste auch vom SCHL Allières erschlossen wird. Der Zubringer-Pomalift Plan des Gouilles hat nur eine flache, ziehwegähnliche Abfahrt. Zwischen beiden Sektoren gibt es Verbindungsabfahrten, und natürlich gibt es aus beiden Sektoren eine schöne Talabfahrt. Der Pistenplan der La Berra aus dem Faltprospekt und der Website ist übrigens einer der schlechtesten, die ich kenne.
Bei meinem Besuch quoll die Nebelschicht im Tal leider immer weiter nach oben und umhüllte gegen Mittag den gesamten unteren Skigebietssektor. Von Westen her trieben ab und zu abgerissene Nebelfetzen zum Teil bis auf den Kamm, verschluckten bisweilen das Panorama und tauchten das Skigebiet in geisterhafte Atmosphäre. Bei der nächsten Liftfahrt oder Abfahrt war dann wieder alles anders. Gegen Mittag musste ich mich entscheiden, ob ich nachmittags zum Schwarzsee oder nach Charmey fahren wollte. Laut Schneebericht auf snow.myswitzerland.com waren in beiden Gebieten alle Anlagen und Pisten geöffnet. Von der La Berra kann man ins Skigebiet von Charmey sehen. Dort gab es wie an der La Berra zumindest oben Sonne, und auch hier zogen Nebelfetzen über den Hang. Im Tal des Schwarzsees schien eine stationäre dicke Wolke zu hängen. Also entschied ich mich für Charmey.
Die Transferfahrt durchs vernebelte Freiburgerland dauerte gute 15 Minuten. Der Anblick des Talstationskomplexes der 8EUB "Rapido Sky" auf den Hausberg Vounetz war im Nebelgrau auf rund 900 m alles andere als einladend. Gut, dass ich die Situation bereits "von oben" begutachtet hatte. Die Talabfahrt war - im Gegensatz zur Info aus dem Schneebericht - gesperrt ... kein Wunder bei 5 cm Neuschnee auf Gras auf dem untersten Teilstück.
In Charmey erwartete ich eine eher kurze EUB-Fahrt bis zur Mittel- und weiter zur Bergstation, wurde aber eines besseren belehrt, denn die Bahn aus dem Jahr 1998 ist 3146 m lang. Leider war der Talnebel inzwischen bis zur Hälfte der oberen EUB-Sektion hochgequollen. Immerhin war die Rückseite des Vounetz mit ihren Beschäftigungsanlagen nebelfrei, wenn man vom Talstationsbereich der Hauptbeschäftigungsanlage, der 4KSB La Scie, absieht. Diese Anlage ersetzte im Jahr 2011 eine fixgeklemmte Sesselbahn und einen Schlepplift, wenn ich es richtig verstanden habe. Auch am Vounetz sorgten durchziehende Nebelfetzen für eine sich ständig verändernde Atmosphäre.
Die beiden Banderettes-Schlepplifte am Gipfel des Vounetz sind eher für Nostalgiker interessant. Die 4KSB La Scie, die den Talboden von Plan Paccot mit dem Vounetz-Gipfel verbindet, erschließt für ein Kleinskigebiet eine erstaunliche Vielfalt von Pisten verschiedener Schwierigkeitsgrade auf der gesamten Ostseite des Berges. Durch eine Lücke scheint die Sonne schon im Januar nachmittags recht lange auf die ostseitigen Pisten. Das fand ich prima. Die schwarze Piste nach Plan Paccot war wegen abgefahrener Trasse im unteren Bereich gesperrt. Mein Favorit war die rote Piste, aber auch die beiden Varianten der blauen Piste sind landschaftlich attraktiv. Die für ein Kleinskigebiet sehr lange Talabfahrt ist blau eingestuft, real blaurot und verläuft abwechslungsreich im Wald, so dass man sie auch gut als Beschäftigungsabfahrt nutzen kann. Bei meinem Besuch lag leider der größte Teil im Nebel ... das ruft irgendwann nach einer Wiederholung. Der Nebel war derart dicht, dass ich auf das Befahren des gesperrten Talabfahrtsteils unterhalb der Mittelstation verzichtete, weil ich seinen Verlauf nicht eindeutig ausmachen konnte. Aus der Talfahrt in der EUB sah ich später doch noch einige Benutzer des gesperrten Talabfahrtsteils. Auf dem letzten Stück mussten sie ihr Equipment tragen. Insgesamt hat mir trotz der Beeinträchtigungen durch Nebel auch das Skigebiet Vounetz besser gefallen als erwartet; es ist abwechslungsreicher als es der Pistenplan vermuten lässt.
Fazit: Der Besuch beider Kleinskigebiete im Freiburgerland hat sich sehr gelohnt und war die lange Anfahrt von Ettlingen unbedingt wert. Das würde ich so sofort wiederholen.
69 Fotos aus beiden Skigebieten ... sorry für die teilweise schlechte Bildqualität - it's not a trick, it's a Sony (unsere fiese Aushilfs-Digicam).
La Berra
Talstation WSO-DSB Gite des Communs. Leider habe ich vergessen, den Pistenplan unter dem Dach abzulichten.
Einstieg WSO-DSB Gite des Communs. Die Konzession der Bahn läuft ab.
Rückblick zum Talstationsgebäude der DSB. Im Sommer 2013 wird es vermutlich abgerissen.
Bergstation WSO-DSB Gite des Communs. Von hier geht es mit dem Poma-Kurvenschlepper weiter.
Ein letzter Blick auf die klassische WSO-Umlenkstation der DSB.
SCHL Plan des Gouilles, ein reiner Zubringerlift. Seine "Piste" ist eher ein Ziehweg.
Der Poma-Stangenschlepper bringt den Besucher zum SCHL Allières, der Hauptbeschäftigungsanlage in diesem Bereich.
SCHL Allières mit den für WSO untypischen T-Stützen..
Trasse SCHL Allières mit Blick auf das Nebelmeer im Alpenvorland.
Der SCHL Allières erschließt eine schöne rote Piste und eine zu Unrecht schwarz ausgewiesene Waldabfahrt. Rechts das Bergrestaurant Allières, hinten der Moléson.
Blick von der Bergstation Allières auf die Freiburger Alpen.
Waldabfahrt Allières.
Küpfer-SCHL La Berra im Steilstück. Ich bin den Lift bei meinem Besuch recht oft gefahren. Obwohl er auch von vielen Kindern benutzt wurde, fiel hier niemand heraus - Respekt!
Trasse SCHL La Berra mit Blick aufs Nebelmeer im Alpenvorland.
Letztes Trassenstück des SCHL La Berra mit dem Gipfel der Berra, auf dem eine Vermessungspyramide steht.
Blick von der Schleppliftbergstation La Berra in die Freiburger Alpen.
Blick von der Schleppliftbergstation La Berra zum Moléson, wo ich im März 2012 den würdigen Abschluss meiner Solo-Skitour verbrachte.
Viele Besucher erstiegen den Gipfel der La Berra mit Fellen oder Schneeschuhen.
Start der schönen schwarzen Piste von der La Berra.
Auf der schwarzen Piste von der La Berra. Es handelt sich fast durchgängig um eine Waldabfahrt.
Zweite Bananenkurve des SCHL La Berra. Im Sommer 2013 wird der Lift abgerissen, wenn ich es richtig verstanden habe.
Talstation des Küpfer-SCHL La Berra frühmorgens im Schatten. Hinter der Kinderskischulgruppe kommt aus dem Tal der SCHL Gormanda hoch.
Erste Bananenkurve des SCHL La Berra. Weiter hinten sieht man die zweite Bananenkurve.
Trasse SCHL La Berra.
Nach der langen Fahrt im SCHL La Berra den schattigen Nordhang hinauf freut man sich über die Sonne auf dem Kamm.
Talstationen des Übungslifts und des SCHL Gormanda am Parkplatz.
Im SCHL Gormanda ... von Baco, wie man unschwer an der typischen Kurvenkonstruktion weiter hinten erkennt.
Die klassische Bachmann-Kurve des SCHL Gormanda.
Off-Piste-Verbindung zum Sektor Allières unter der La Berra. Fuhr sich fürchterlich.
SCHL Allières. Die Formgebung des grünen Fußes der Umlenkstation hat WSO irgendwann von Sesselbahnen auf Schlepplifte übertragen, oder?
Talstation SCHL La Berra. Schade, dass der Lift durch die neue Kombibahn ersetzt werden soll.
Ausstieg SCHL La Berra mit der namensgebenden Bergkuppe. Links das gleichnamige Berggasthaus, das nicht einmal im Pistenplan eingetragen ist. Die blaue Ziehwegabfahrt in den Sektor Allières führt gut versteckt hinter Bergstationshäuschen und Umlenkung entlang.
Berggasthaus Buvette de la Berra. Hinter dem Gebäude sähe man den Taleinschnitt zum Schwarzsee.
Blick von der Bergstation SCHL La Berra zur Bergstation der EUB auf Charmeys Skiberg Vounetz ziemlich genau in Bildmitte. Rechts davon befindet sich die Talabfahrt, links davon im Nebel die drei Beschäftigungsanlagen inkl. langer Sesselbahn.
Talabfahrt der WSO-DSB Gite des Communs, schön zu fahren.
Charmey / Vounetz:
Moderner Talstationsbereich der 8EUB "Rapido Sky" in Charmey. Wie man hier sieht, beschränken sich blöde Marketingnamen für Seilbahnen nicht auf Österreich.
Trostloser Anblick: Die 8EUB "Rapido Sky" verschwindet im Nebelgrau. Hier unten liegen 5 cm Neuschnee auf blanker Wiese.
Die EUB macht für Baujahr 1998 einen sehr gepflegten Eindruck.
Dieses Talabfahrtsstück unter der EUB-Trasse war schneemangelbedingt nicht befahrbar.
Nach langer Fahrt endlich raus aus dem Nebel. Die EUB überquert hier eine Schlucht.
Blick zurück.
Einfahrt in die EUB-Bergstation. Stammt das betönerne Sockelgeschoss noch von der Vorgängerbahn?
Bergstations-Ensemble auf dem Vounetz, 1626 m.
Die Ostseite des Vounetz-Gipfels mit ihren Beschäftigungsanlagen: SCHL Banderettes I und II und die lange 4KSB La Scie.
Das selbe von unten. Eine Hochnebelwolke spendet dem erfreulich sonnigen Hang kurzfristig Schatten.
Ausstieg WSO-Skilift Banderettes II auf dem Vounetz.
Alle Abfahrten der KSB führen zunächst (von unten gesehen) links über den Grat, nicht über den Schlepplifthang.
Mein Tagesfavorit in Charmey - die rote Piste der KSB im Spiel der Nebelobergrenze.
Rote Piste der KSB.
Rückblick über die Trasse der 4KSB La Scie.
Neue und alte Bergstation einträchtig nebeneinander.
Kammpiste auf dem Vounetz. Am Ende des Kamms geht's links hinunter zu den blauen Abfahrten der KSB und rechts hinunter auf die blaue Piste zur Mittelstation.
Blaue Piste der KSB, landschaftlich sehr schön.
Blaue Piste zur Mittelstation im oberen Bereich.
Blaue Piste zur Mittelstation.
Mittelstation des "Rapido Sky" in entsetzlich dichtem Nebel.
Und nochmal hoch mit der EUB ... schöner Rückblick aufs Nebelmeer und den Alpenrand.
Trasse 4KSB La Scie im schattigen unteren Bereich ...
... und im sonnigen oberen.
Abfahrt über den Grat zu den Pisten der 4KSB La Scie.
Talstation 4KSB La Scie zwischendurch fast ohne Nebel.
Außengaragierung der 4KSB La Scie.
Bergstation 4KSB La Scie.
Gipfelbereich des Vounetz mit Blick auf die Freiburger Voralpenberge, die hier merkwürdig spitz geformt sind.
8EUB "Rapido Sky" im Nachmittagslicht.
Blaue Piste zur Mittelstation im oberen Bereich.
Blaue Piste zur Mittelstation. Weiter unten machte Fotografieren nebelbedingt keinen Sinn.
Kurzes Warten an der Mittelstation auf die Talfahrt per EUB, weil der untere Abschnitt der Talabfahrt schneemangelbedingt gesperrt war. Der Nebel war hier so dicht, dass ich den Trassenverlauf der gesperrten Piste nicht erkennen konnte, sonst hätte ich sie sicherlich ausprobiert.
Zurück unter der Nebeldecke in Charmey. Unten kämpfen ein paar Skifahrer auf dem weitgehend abgefahrenen Engpass der gesperrten Talabfahrt. Noch weiter unten musste das Equipment getragen werden.