Anfahrt: Ettlingen - Bad Herrenalb - Gaistal ca. 30 min, Gaistal-Dobel ca. 10 min, zurück ca. 30 min
Wetter: Heiter, ca. -2°C bis -4°C
Schnee: 10 - 20 cm Pulverschnee[/b]
Anlagen in Betrieb: SCHL Talwiese Herrenalb/Gaistal, SCHL Neue Äcker Dobel, Seillift Wasserturm Dobel, Seillift Rotensol-Neusatz wahrscheinlich auch.
Wartezeit: Herrenalb/Gaistal keine, Dobel Neue Äcker 1 min
Gefallen: Kinderskifahren in nächster Nähe mit rustikalen Beförderungsanlagen
Internet: http://www.skizunft-badherrenalb.de, http://www.dobel.de/gaeste/wintersport/, http://www.sg-neusatz-rotensol.de/skilift.htm
Dass im Oberrheintal tatsächlich mal Schnee liegt, ist selten. In den nahen Nordschwarzwald-Berglein vor der Haustür war die Schneedecke Mitte Januar 2013 so weit angewachsen, dass die Liftanlagen in unterster Höhenlage endlich wieder öffnen konnten. Das wollte als entspannter Halbtagesausflug genutzt werden. Und so begab sich Familie Harzwinter nach Bad Herrenalb ins Obere Gaistal und auf den Dobel. Im Gaistal auf der Talwiese dreht in schöner Lage ein Leitner Skikuli seine seltenen Runden, am Dobel ein Stemag-Schlepplift. Beide Anlagen haben eine Länge von gerade mal ca. 250 m gemeinsam. Darüber hinaus gibt es im Albtal sowohl am Dobel als auch im benachbarten Rotensol-Neusatz jeweils einen Seillift, aber dort waren wir diesmal nicht. Alle Anlagen wurden übrigens im Bericht vom Dezember 2005 fürs Forum erstdokumentiert. Und seitdem war ich dort auch nicht mehr Ski fahren - eine unglaublich lange Zeit, und doch schnell vergangen. Es wurde Zeit, die kleinen Alpinski-Inseln in nächster Nähe Klein Harzwinter zugänglich zu machen, der beim Verfassen des o.g. Berichts gerade mal einen Monat alt war.
Der Leitner Skikuli auf der nicht ganz 600 m hohen Talwiese im Bad Herrenalber Ortsteil Oberes Gaistal wird von der Skizunft Herrenalb betrieben. Diese unterhält knapp oberhalb des Lifts auch ihr Skiheim als Verpflegungsstation. Der Skilift steht auf einem Hang, der für viele Dinge prädestiniert sein mag, bloß nicht zum Skifahren.
So bot uns der Skihang Talwiese an seinem gerade mal dritten Betriebstag des Winters einige Zeit Familienskispaß. Neben Lift und Skihang befindet sich übrigens der Rodelhang, der deutlich besser angenommen wird als das Skiangebot, das von weniger als 10 Personen genutzt wurde. Rodeln waren wir dort bereits im Oktober 2012.
Der andere Schlepplift im Albtalbereich befindet sich im fast 700 m hoch gelegenen Ort Dobel, der ebenfalls über Bad Herrenalb liegt. Beim Skilift "Neue Äcker" handelt es sich wie gesagt um eine kurze Stemag-Anlage Baujahr 1975, die - vor allem von Kindern und ihren Eltern - besser besucht ist als der o.g. Skilift Talwiese. Betreiber ist ein Ü70 Jahre alter Privatmann, der den Lift seit Jahren in gute Hände abgeben möchte, aber niemand will ihn haben. Und so macht er Jahr für Jahr weiter. Die kurze Piste des Skilifts "Neue Äcker" wird von einem alten Kässbohrer Pistenbully präpariert, der hier wohl kaum auf Betriebsstunden kommen dürfte. Bei unserem Besuch versank die Sonne hinter den Bäumen, und es wurde kalt. Wahrscheinlich wurde der Skilift aus diesem Grund hier aufgestellt - schattenbedingt mag es der schneesicherste Hangteil sein. Der Schlepplift hatte übrigens einen Seillift als Vorgänger, wohl in den frühen 1960er Jahren. Dass der Stemag-Lift mehr als 35 Jahre auf dem Buckel hat, sieht man ihm an.
In einigem Abstand vom Lift befindet sich am selben Hang die zweite Rodelbahn am Dobel (die erste, populärere ist am Wasserturm, so wie auch der Seillift). Die Ortsverwaltung Dobel bemüht sich nach Kräften, Besucher von Schlepplift und benachbarter Rodelbahn fernzuhalten, hat sie doch in der gesamten Wildbader Straße, an der sich Lift und Rodelbahn befinden, sowie in deren Nebenwegen absolutes Halteverbot ausgerufen, auch dort, wo geparkte Autos niemanden stören können - bescheuert, denn einen Parkplatz gibt es nicht. Also parkt man im Halteverbot; mir doch egal, wenn es nicht anders geht.
Nach dem Skifahren gab es noch ein paar Rodelrunden und anschließend in einem Café auf dem Dobel mit mindestens 200 Jahre alten Betreibern ein Stück Belohnungskuchen fürs Vollbrachte.
Fazit: Schön, dass das mal wieder geklappt hat. Bei Skiliften wie diesen kann jeder Betriebstag der letzte des Winters oder für immer sein ... also nix wie hin für ein paar Stunden, wenn sie mal laufen, obwohl erfahrene Skifahrer hier natürlich alles andere als eine Herausforderung vorfinden.
Hattu Fotto:
Bad Herrenalb, Oberes Gaistal, Skilift Talwiese:
Das erste Mal, dass mir der Begriff "Skiarena" gefällt!
Skiheim an der Talwiese der Skizunft Bad Herrenalb.
Impression von der Straße zum Skiheim der Skizunft Herrenalb.
Präparierter oberer Pistenteil.
Abfahrt unten unpräpariert wegen zu wenig Schnee.
Auf der Nebenpiste. Nein, eine blaue Piste ist das beileibe nicht.
Einstieg und Lifttrasse.
Leitner Skikuli-Technik.
Leitner Skikuli-Portalstützen aus dünnen Rohren.
Auszugsmechanik für *jeden* Teller, der vorbeikommt, anders als beim Liftomat 2000. Ich weiß nicht, ob alle Leitner Skikulis damit ausgerüstet sind.
Mit dem Tellerauszug kommen die Skizwerge gut klar.
Lifttrasse.
Die minimalistische Liftanlage im Profil.
High-Tech Steuerungsanlage.
Der Sonne entgegen.
Die minimalistische Liftanlage im Profil.
Steiles Stück des Mini-Skihangs.
Rodelbahn neben der Skipiste. Die haben wir schon im Oktober 2012 bei 30 cm Schnee benutzt.
Dobel, Skilift "Neue Äcker":
Bergseitige Umlenkung des Stemag-Schleppers. Die erste Impression vom Skihang, der unterhalb der Straße liegt.
Bergseitige Umlenkung des Stemag-Schleppers. Warum ich so etwas fotografiere? Der Lift ist in wenigen Jahren vielleicht weg.
Piste "Neue Äcker".
Lifteinstieg.
Kindertauglich.
Mehrfarbige talseitige Umlenkung.
Hangprofil.
Falsches Schild. Der kurze Hang dient sehr wohl dem Aufstieg von Skizwergen in eine höhere Liga.
Stemag-Portalstütze. All zu viele Stemag-Lifte gibt's im Schwarzwald nicht. Mir fallen spontan ein: Schönwald/Dobellifte, Ewattingen, irgendein Lift in Unter- oder Oberkirnach.
Lifttrasse. Der Hang kommt in den Schatten.
Piste "Neue Äcker".
Wenigstens im oberen Hangteil bleibt die Sonne nachmittags erhalten.
Zum Abschluss eine Rodelpartie nicht weit vom Schlepplift.
Wolkenaufzug kündigt am Rodelhang den Eisregen des Folgetages an.
Downtown Dobel. Ein Kurort, der in den vergangenen Jahren sehr viel an Infrastruktur eingebüßt hat.