Schloßberglift Wurmannsquick - der unbekannte Lift im Niederbayrischen Hügelland -
Obwohl ich ganze 3 Jahre in Mühldorf am Inn, somit nur 35 Kilometer von Wurmannsquick entfernt wohnte und in der Zeit auch des öfteren in der Gegend war, wusste ich bis zum vergangenen Montag, als ich am Skilift Hansmühle ein paar Schwünge zog nix von dieser Anlage. Die Familie Pfaffinger, die den Skilift in Mauern betreibt erzählte mir an dem besagten Montag Nachmittag den 21. Januar von einem kurzen älteren Stemag, der ebensfalls tief drunten liegt und somit stand die Entscheidung, in der damals angefangenen Woche den recht weiten Weg in die Niederbayrische Provinz anzutreten. Denn bis zum heutigen Tag und meiner Berichtsveröffentlichung findet man im Alpinforum keinen Hinweis auf Skibetrieb oder diese Anlage am Schloßberg.
Anfahrt:
Wolfratshausen - Sauerlach - A 8 - A94 - B 20 - Wurmannsquick in gut 1,5 Stunden
Wetter:
Hochnebel, der um kurz nach 10 Uhr aufriß, dann aber wieder sich komplett zuzog und die Sonne komplett verdeckte. Leider auch sehr diesig!
Schneehöhe:
10 - 20 cm
Schneezustand:
Pulver-Hart, der Hang war recht stark zerfahren, was auch damit zu tuen hat, daß es dort keine Raupe gibt.
Geöffnete Anlagen:
Skilift Hanslmühle
Wartezeiten:
ab 11 Uhr immer so 5 Minuten
Gefallen:
einen fast komplett unbekannten Ski-Hang erkundet
den tiefste Niederbayrische Schlepplift "ausgegraben"
sehr nette Betreiber und Angestellte
gepflegte Stemag-Anlage
Skifahren abseits vom Mainstream.....
Fazit:
Der Markt Wurmannsquick liegt im Niederbayrischen Hügelland 6 Kilometer südlich von Eggenfelden im Landkreis Rottal-Inn auf ca 500 Meter über Meer. Am Nordöstlichen Ortsrand steht etwas tiefer und an einem Nordhang gelegen der 1971 erbaute und ca. 300 Meter lange Schloßberglift. Die Familie Heuwieser ist seit der Eröffnung Betreiber und Besitzer dieser Stemag-Lift-Anlage und betreibt diesen Lift mit ganzem Elan und Herzblut, was man auch daran sieht, daß einerseites eine Beschneiungsanlage und sehr kundenfreundiche Öffnungszeiten vorhanden sind. Es gibt hier zwar an diesem Kurzbügler keine Raupe, aber eine sehr gemütliche Skihütte und gepflegte Toiletten-Anlagen, einen großen kostenlosen und gut geräumten Parkplatz und am linken Pisten-Rand einen ausgewiesenen Rodelhang.
Die Kasse befindet sich am Ende des Durchgangs in der Skihütte, wo auch die Steuerung untergebracht ist
Ein topfgepflegter originaler Brückenantrieb mit original Kurzbügel-Gehängen aus der Steiermark
Letzte Stütze und Ausstieg, die Umlenkung steht mitten im Wald
Blick auf den Ort
Und auf die Trasse und die Piste von der Bergstation aus
Blick von der Pistenmitte auf Talstation, Skihütte und Parkplatz
Abschließend möchte ich noch ein paar Worte zur Beschneiungsanlage am Schloßberglift verlieren, vor derem Equipment der Mehliskopf im Nordschwarzwald sicher vor Neid erblassen würde und dadurch hier an diesem unmodelierten Nordhang, an dem ein jeder Anfänger auf alle Fälle Skifahren lernt, doch ein einigermaßen gesicherter (wenn man davon reden kann) Skibetrieb ermöglicht wird. Es stehen diverse Anlagen aus den verschiedensten Epochen im Maschinenpark bereit.
Der Beschneiungsteich liegt hinter der Talstation
und die neueste Anlage ist eine Lanze der Marke Eigenbau!
Mit dem Radlader werden die Schneekanonen und Lanzen verschoben und auch die Piste jeweils Grundpräpariert.
Fazit:
Hier wird seit über 40 Jahren für die regionale skibegeisterte Bevölkerung mit allen Kosten und Mühen der bestmöglichste Pistenspaß zu garantieren versucht. Denn bis zu den nächsten Skiliften oder -Gebieten in Ober- und Niederbayern oder auch im angrenzenden Oberösterreich ist es noch ein gutes Stück zu fahren und so ist es auch kein Wunder, daß dieser bisher mir unbekannte Schlepplift, gerade am Wochenende und wahrscheinlich auch am Abend sehr gut frequenitert ist und somit diese Anlage von der Familie Heuwieser hoffentlich noch viele weitere Jahre betrieben wird.