Frau stirbt nach Sturz von Sessellift (Hochybrig)
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Re: Frau stirbt nach Sturz von Sessellift (Hochybrig)
Ich habe mir mal die Mühe gemacht ein paar Verzögerungsszenarien zu rechnen. Zu Hilfe gekommen ist mir dabei ein Plan wo die ganzen Synchronisationsübersetzungen einer DM L Stationmit 5.0m/s drauf sind. Diesen Plan bekam ich rein zufällig in die Finger weil er nicht grad direkt wieder versorgt wurde. Solche Zufälle könnten ruhig öfter passieren.
Ich habe das Ganze so präzise wie möglich zu rechnen versucht, Abweichungen von +- 20 - 30cm sind aber dennoch Möglich. Verzögerung 1.0m/s ist Standart bei einem EH ( meistegutzter Halt in CH ), 0.8m/s ist das Gesetzliche Minimum für einen EH.
Szenario 1:
ÜS ist auf Höhe Fenster 12, Restweg bis Stationskante 10.40m, Verzögerung Seil 1.0m/s. Der Anhalteweg des Sessels ist 10.10m. Der Restweg beträgt 0.30m, die Person fällt genau auf die Netzkante, ob sie vor oder zurück kippt ist Glückssache.
Szenario 2:
ÜS ist auf Höhe Fenster 12, Restweg bis Stationskante 10.40m, Verzögerung Seil 0.8m/s. Der Anhalteweg des Sessels ist 14.00m. Der Sessel schiesst somit um 3.60m über die Staion und das Netz hinaus.
Szenario 3:
ÜS ist auf Höhe Fenster 14, Restweg bis Stationskante 12.00m, Verzögerung Seil 1.0m/s. Der Anhalteweg des Sessels ist 7.70m. Der Restweg beträgt 4.30m, die Person fällt ins Netz.
Szenario 4:
ÜS ist auf Höhe Fenster 14, Restweg bis Stationsende 12.00m, Verzögerung Seil 0.8m/s. Der Anhalteweg des Sessels ist 10.50m. Der Restweg beträgt 1.50m, die Person fällt ins Netz. Auch bei der minimalst zulässigen Verzögerung der Bahn bleibt der sessel noch über dem Netz stehen.
Es kam noch die Frage ob es ähnliche Konstellationen der Bergstation bei Bahnen in CH. Mit Stationstyp XS fällt mir grad keine ein. Die Bahn in Morgins ist ja 1.60m länger, ausserdem kann man auf dem Bild von MF3330 in seinem PDS Bericht gut eine ÜS und deren Position sehen. Bahnen mit Stationstyp S und Querausstieg, aber ohne ÜS, gibt es allerdings einige.
De schlechtesten Gegebenheiten diesbezüglich gibt es bei einer Bahn in A, die hat keine ÜS ( zumindest nicht im Originalzustand ) und das netz ist viel kürzer. Ich nenne die Bahn nicht, da ich keine negative Werbung für das Gebiet machen will. Bilder von der Station gibt oder gab es aber auch schon hier im Forum zu sehen.
Ich habe das Ganze so präzise wie möglich zu rechnen versucht, Abweichungen von +- 20 - 30cm sind aber dennoch Möglich. Verzögerung 1.0m/s ist Standart bei einem EH ( meistegutzter Halt in CH ), 0.8m/s ist das Gesetzliche Minimum für einen EH.
Szenario 1:
ÜS ist auf Höhe Fenster 12, Restweg bis Stationskante 10.40m, Verzögerung Seil 1.0m/s. Der Anhalteweg des Sessels ist 10.10m. Der Restweg beträgt 0.30m, die Person fällt genau auf die Netzkante, ob sie vor oder zurück kippt ist Glückssache.
Szenario 2:
ÜS ist auf Höhe Fenster 12, Restweg bis Stationskante 10.40m, Verzögerung Seil 0.8m/s. Der Anhalteweg des Sessels ist 14.00m. Der Sessel schiesst somit um 3.60m über die Staion und das Netz hinaus.
Szenario 3:
ÜS ist auf Höhe Fenster 14, Restweg bis Stationskante 12.00m, Verzögerung Seil 1.0m/s. Der Anhalteweg des Sessels ist 7.70m. Der Restweg beträgt 4.30m, die Person fällt ins Netz.
Szenario 4:
ÜS ist auf Höhe Fenster 14, Restweg bis Stationsende 12.00m, Verzögerung Seil 0.8m/s. Der Anhalteweg des Sessels ist 10.50m. Der Restweg beträgt 1.50m, die Person fällt ins Netz. Auch bei der minimalst zulässigen Verzögerung der Bahn bleibt der sessel noch über dem Netz stehen.
Es kam noch die Frage ob es ähnliche Konstellationen der Bergstation bei Bahnen in CH. Mit Stationstyp XS fällt mir grad keine ein. Die Bahn in Morgins ist ja 1.60m länger, ausserdem kann man auf dem Bild von MF3330 in seinem PDS Bericht gut eine ÜS und deren Position sehen. Bahnen mit Stationstyp S und Querausstieg, aber ohne ÜS, gibt es allerdings einige.
De schlechtesten Gegebenheiten diesbezüglich gibt es bei einer Bahn in A, die hat keine ÜS ( zumindest nicht im Originalzustand ) und das netz ist viel kürzer. Ich nenne die Bahn nicht, da ich keine negative Werbung für das Gebiet machen will. Bilder von der Station gibt oder gab es aber auch schon hier im Forum zu sehen.
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Re: Frau stirbt nach Sturz von Sessellift (Hochybrig)
Das mag für Skifahrer gelten, aber nicht für Snowboarder! Wenn die einen Rucksack auf haben, sitzen die zumeist angewinkelt. Ich hab immer einen großen Fotorucksack auf dem Rücken und behalte den auch an und sitze hinten immer an der Lehne und nicht weiter vorne. Da baumelt dann auch kein Gurt runter. (das gilt jetzt für mich, von der Frau ist dann eben ein baumelnder Gurt irgendwo hängen geblieben. Ist genauso wie ein Kind, dass vom Zauberteppich erwürgt wird.)snowking hat geschrieben:Denn ein Rucksack ist locker 20 cm tief, selbst wenn er nicht ganz voll geladen ist. Sitzt nun eine Person auf dem Sessel mit angezogenem Rucksack, so befindet der Rücken nicht hinten an der Rückenlehne, ebneso der Po nicht hinten, sondern die Person sitzt ca. 20 cm zu weit vorne. Dadurch rutscht man viel schneller und leichter vom Sessel bei offenem Bügel, da man schlechter zurückgehalten wird, wenn das Gewicht nicht ganz hinten an der tiefsten Stelle des Sessels ist, weil zudem die Reibungsfläche der Person am Sessel geringer ist, denn die Beine liegen dann nur noch teilweise auf dem Sessel auf.
Bevor jemand auf die Idee kommt, ich würde dann Leute neben mir einengen: Ich nehme den Rucksack ab, wenn ich an der Schranke erkenne, dass links neben mir auch jemand sitzen wird. Das mal schnell zu erledigen geht eben nur bei einem Snowboarder und nicht bei einem Skifahrer, dessen Stöcke ja eh immer im Weg sind und mit denen man beim Einsteigen wohl zwanghaft in der Luft rumfuchteln muss
und Heulsusen nicht auf die Piste, nicht auszudenken, wenn die hinfallen würden und die Tränen kullern...GMD hat geschrieben:Aber eines können wir als Grundsatz schon mal festhalten: Rucksäcke gehören bei Sesselliften auf den Schoss, auch wenn die ständige Ab- und Anzieherei lästig ist.
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Kakadu
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Re: Frau stirbt nach Sturz von Sessellift (Hochybrig)
@Theo: kannst Du abschätzen, wieviel der Sessel ausschaukelt? Ein Problem dabei ist doch ja auch, daß der Sessel schon in die Beschleunigungsstrecke reingezogen und dann gleich wieder abgebremst wird, was ein nach vorne schaukeln wohl ziemlich stark werden läßt. Und wenn die Person dadurch dann noch etwas nach vorne geworfen würde, wird sie wohl nur in Szenario 3 noch auf dem Netz landen. Oder hast Du das schon mit berücksichtigt?
... es kann sein, dass ich nicht alle eMail-Benachrichtigungen erhalte, die bei abonnierten Threads oder PN-Eingängen ausgelöst werden sollten; direkt an mich adressierte eMails müßten aber ankommen ...
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- Theo
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Re: Frau stirbt nach Sturz von Sessellift (Hochybrig)
Das aufschaukeln ist nicht mitberücksichtigt, ganz einfach weil ich nicht weis wie ich das noch rechnen sollte. Enensowenig ist mitgerechnet dass die Person in so einer Situation meist wohl vor dem Sessel hängt.
Ich denk aber dass bei Szenario 4 auch noch alles gut geht, soweit glaub ich nicht dass jemand geschleudert wird. Einzig das Stahlgerippe vom Netz sollte dann aber gepolstert sein. Das grösste Aufschaukeln erreicht man ja eigentlich wenn man einen Stop in der Einfahrt hat, genau an dem Punkt wo die FBM sonst auch anfangen langsamer zu werden. Wäre dass so extrem müssten ja dort die Gäste massenweise rausfallen
Ich denk aber dass bei Szenario 4 auch noch alles gut geht, soweit glaub ich nicht dass jemand geschleudert wird. Einzig das Stahlgerippe vom Netz sollte dann aber gepolstert sein. Das grösste Aufschaukeln erreicht man ja eigentlich wenn man einen Stop in der Einfahrt hat, genau an dem Punkt wo die FBM sonst auch anfangen langsamer zu werden. Wäre dass so extrem müssten ja dort die Gäste massenweise rausfallen
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Kakadu
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Re: Frau stirbt nach Sturz von Sessellift (Hochybrig)
Ich hätte überschlagsmäßig mal am Anhaltepunkt eine Sesselauslenkung nach vorne berücksichtigt (das wird nochmal im Bereich von vielleicht 1m sein), und dann von dort aus nocheinmal eine Zone von 1m nach vorne – d.h. insgesamt pauschal noch Zusatzraum von der Größenordnung von ca. 2m nach vorne), und dann sollte da ja nicht gleich die Stahlstange der Netzvorderkante sein, also nochmal 1/2m dazu. D.h. nach vorne müßte das Fangnetz also gut und gerne noch im Bereich von ca. 2.5m über den Anhaltepunkt hinausschauen, um auf der sicheren Seite zu sein – und dann könnte es mit Szenario 4 doch noch etwas knapp werden (NB: alle Zahlen blanke Schätzung ohne Berechnungsgrundlage).Theo hat geschrieben:Das aufschaukeln ist nicht mitberücksichtigt, ganz einfach weil ich nicht weis wie ich das noch rechnen sollte.
Und irgendwie runterbaumelt ... was nochmal etwas spatzig von vielleicht 1/2m bräuchte ... dann sind wir auf gegen 3m ...Theo hat geschrieben:Enensowenig ist mitgerechnet dass die Person in so einer Situation meist wohl vor dem Sessel hängt.
Je nach Situation mag das gut gehen; es könnte aber auch knapp werden oder auch nicht mehr reichen ...Theo hat geschrieben:Ich denk aber dass bei Szenario 4 auch noch alles gut geht, soweit glaub ich nicht dass jemand geschleudert wird.
Das sowieso; klar dürfte ein Fall vom Sessel auf die Stange wohl "nur" eine Beule geben – aber auch nur, wenn die Person dann noch auf dem Netz oben bleibt. Wenn sie aber ungeschickt mit dem Kopf aufschlägt, ist sie vielleicht einen Moment weg und stürzt dann kopfvoran unkontrolliert ganz runter – und das darf ja auch nicht passieren.Theo hat geschrieben:Einzig das Stahlgerippe vom Netz sollte dann aber gepolstert sein.
Hmm ... wirklich? Das wäre ja allenfalls nur die Verstärkung der Bremsverzögerung. In der Anfahrstrecke wird der Sessel zum Beschleunigen ja zuerst an der Klemme oben nach vorn gezogen und neigt sich etwas nach vorne (Trägheit der Last). Wird dann gleich wieder gebremst – wiederum an der Klemme oben – schwingt der Sessel unten nach vorne aus. Ich kann mich täsuchen – oder mach' ich sonst noch einen Überlegungsfehler – aber ich meinte, daß auf der Anfahrstrecke die größte Beschleunigungsänderung auftreten müßte (erst beschleunigen nach vorn, dann gleich wieder abbremsen), bei der Abbremsung aber nur allenfalls einen verkürzten Bremsweg.Theo hat geschrieben:Das grösste Aufschaukeln erreicht man ja eigentlich wenn man einen Stop in der Einfahrt hat, genau an dem Punkt wo die FBM sonst auch anfangen langsamer zu werden. Wäre dass so extrem müssten ja dort die Gäste massenweise rausfallen
Ein zwar nur bedingt vergleichbares Beispiel (da hier keine Gravitation mit reinspielt) ist ja die (pneufördererfreie) alte Giovanola-EUB (wobei die zusätzlich noch ein Gefälle hat) – da ist auch eines der größten Probleme, wenn die Bahn genau in dem Moment, wenn die Kabine für die Gefällstrecke freigegeben wird, angehalten werden muß; die fährt dann ungebremst ins stehende Seil und schwenkt gehörig aus.
Und wenn das alles berücksichtigt wird, dann wäre nur noch Szenario 3 (ÜfS ganz nach hinten und gleich voll in die Klötze) einigermaßen auf der sicheren Seite.
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Chlosterdörfler
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Re: Frau stirbt nach Sturz von Sessellift (Hochybrig)
snowking hat geschrieben:Weitere Fakten, die die SUST zwischenzeitlich mitgeteilt hat:
1. Die genaue Rekunstruktion des Unfallhergangs (z.B. wie blieb die Snowboarderin genau hängen, in welcher Position befand sie sich auf/am dem Sessel, als die automatische Vollbremsung ausgelöst wurde etc.) wird wohl sehr schwierig, da die Zeugen sehr unterschiedliche und leider widersprüchliche Angaben gegenüber der SUST/Polizei gemacht haben.
4. Die beiden Mitarbeiter der SUST haben vor Ort festgestellt, dass der Unfall nicht durch technisches Versagen oder eine andere Fehlsteuerung der KSB ausgelöst wurde, sondern zweifelsfrei durch die Überfahrsicherung der Notstop eingeleitet wurde, was zu einem starken Schaukeln der Sessel geführt hat. Das ist bei jeder KSB so, da von einer Geschwindigkeit von immerhin 18 km/h (das sind 5m/s) auf 0 abgebremst wird (man merkt schon beim Fahrrad, wenn man da bei 18 km/h eine Vollbremsung macht, das man ein paar Meter Anhalteweg hat und ganz erhebliche Kräfte dabei auftreten). Befindet sich der Sessel noch in der Station im ausgekuppelten Bereich, gibt es das Problem natürlich nicht, aber die Beschleunigungsstrecke nach dem Ausstieg ist sehr kurz (nur wenige Meter) und wenn genau dann eine Vollbremsung erfolgt, pendelt der Sessel am stärksten, weil er beim Beschleunigen durch die Schwerkraft nach hinten pendelt und dann beim Bremsen durch den höheren Anstellwinkel zum Gelenk unterhalb der Klemme umso stärker nach vorne schwingt.
Sondern mit Kinematik erklärbar.Theo hat geschrieben: ... ob sie vor oder zurück kippt ist Glückssache.
Meine Sesselfall These
Zutaten: 1 Unfallperson 1 Rucksack 1 Snowboard 1 6er Sessel und ein wenig Kinematik wissen
Wie snowking und Theo oben geschrieben haben, gibt es zu wenig feste Anhaltspunkte zum durchrechnen.
Die Unfallperson sass aussen rechts in einer nicht normalen Position auf dem Sessel als üblich schräg mit Rucksack. Der Sessel hatte eine Querneigung von der einseitigen Belastung plus Ausfahrschwung in zwei Achsen. Jetzt war der Sessel im anschliessenden waagrechten Umlaufseilbereich welches bis zur nächsten Stütze führt. Durch die Verzögerungskraft von 1m /s2 gab es zuerst ein Positiver Schwung nach vorne danach mit einem negativen Schwung gings rückwärts. Hierbei kam das Unfallopfer ins rutschen, nach der Waagrechtenposition von der Sitzfläche wobei der Rucksack die Reibung negativ reduzierte. Das Snowboard kam hierdurch eine grössere Hebelkraft und nahm mehr Schwungenergie auf. Dadurch fiel das Unfallopfer ruckartig vom Sessel mit einer Drehbewegung in der fallkurve welche die erhebliche Kopfverletzung beim Aufprallort verursachten. Im Bericht vom BigB vom 15 März Hoch-Ybrig http://www.alpinforum.com/forum/viewtop ... g#p4755159 gibt es noch ein Foto mit einer leicht anderen Perspektive und andre Schneehöhe.
Was jetzt noch fehlt ist noch die genaue Bestimmung des Standorts wo der Sessel zu stehen kam. Ohne die Unterlagen der Seilbahn zu haben wird es nur eine theoretische Standortberechnung geben. Was bekannt ist das der Sessellift im vollbetrieb war mit 5 m/s und der Stationstyp XS wie auch die Gesetzliche Vorschriften.
Das ganze kann man in zwei Blöcke aufteilen: Signalverarbeitung, und der Geschwindigkeitsverlauf des Sessels.
In der Signalverarbeitung sind die Zeitwerte von der Signalauslösung bis zur einleiten der Schnellbremskraftverzögerung an der Seilscheibe enthalten.
Welcher Zeitwert ist hier sinnvoll einzusetzen?
Komponente sind: Signalauslösung (Seilspannung), Kontaktunterbruch der Überfahrsicherung, Signalverarbeitung Bergstation(Schaltschrank), Signalverarbeitung Talstation (Schaltschränke) und die Seilbahnmotorgruppe (Die Umschaltung vom Elektrischem Antrieb zur Generatorbremse inkl. Stromrichtergruppe)
Das ist entscheidet um den Geschwindigkeitsverlauf des Sessels zu berechnen können
Zuletzt geändert von Chlosterdörfler am 11.02.2013 - 11:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Kakadu
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Re: Frau stirbt nach Sturz von Sessellift (Hochybrig)
Bitte einzelne Bemerkungen nicht aus dem Zusammenhang reißen, sonst könnte das falsch verstanden werden – danke ...Chlosterdörfler hat geschrieben:Sondern mit Kinematik erklärbar.Theo hat geschrieben: ... ob sie vor oder zurück kippt ist Glückssache.
Daß die Person "nach vorn geschleudert" wird, wenn sie nicht senkrecht runterfällt, liegt ja auf der Hand und dürfte anerkannt sein. Theos "vor oder zurück" betraf aber die Frage, ob die Person noch ins Fangnetz, auf die Metallstange drauf, oder erst dort, wo kein Netz mehr vorhanden ist, runterkommt und bezog sich auf die Stange (also noch vor die Stange ins Netz oder dahinter ins bodenlose). Da ein Fall aber nur im Idealfall senkrecht nach unten stattfinden würde und die Person nicht durch den Sitz, sondern davor runterkommt, ist die Frage, ob vor oder hinter der Stange – oder direkt drauf – eigentlich müßig; sobald irgendwelche "erschwerten Umsände" (Vorwärsbewegung) berücksichtigt werden, kommt sie wohl unweigerlich dort runter, wo kein Fangnetz mehr hängt.Theo hat geschrieben:... die Person fällt genau auf die Netzkante, ob sie vor oder zurück kippt ist Glückssache.
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Re: Frau stirbt nach Sturz von Sessellift (Hochybrig)
Wixi Lauberhorn hat auch kurze Stationen und 90° Ausstieg:
http://www.simagazin.com/images/stories ... erhorn.pdf
http://www.simagazin.com/images/stories ... erhorn.pdf
-> meine Fotos könnt ihr weiterhin auf meiner Webseite --> www.stahlseil.ch ansehen.
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Re: Frau stirbt nach Sturz von Sessellift (Hochybrig)
Sessellift-Unfall Hoch-Ybrig: Strafverfahren eingestellt
Quelle: Medienmitteilung der Kantonspolizei Schwyz und der Staatsanwaltschaft Innerschwyz vom 14.11.2013Am Samstag, 26. Januar 2013, ereignete sich im Skigebiet Hoch-Ybrig ein Unfall, bei welchem eine 34-jährige Frau beim Sturz vom Sessellift derart schwere Verletzungen erlitt, dass sie am Sonntag, 27. Januar 2013, im Spital verstarb. In der Folge wurden durch die Staatsanwaltschaft Innerschwyz Strafverfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen drei Personen eröffnet. Diese Männer waren für den Betrieb und die Überwachung der Bahn verantwortlich. Nach Abschluss der Ermittlungen wurden sämtliche Strafverfahren eingestellt.
Zwecks Verhütung weiterer Unfälle beim Betrieb von Seilbahnen wurde die Schweizerische Unfalluntersuchungsstelle SUST beigezogen. Die Sesselbahn war technisch in einwandfreiem Zustand und die Überwachung des Liftes erfolgte vorschriftsgemäss.Die Staatsanwaltschaft Innerschwyz stellte kein pflichtwidriges Verhalten der Personen fest.
Der Unfall wird auf das Zusammentreffen verschiedener unglücklicher Faktoren zurückgeführt. Die Hauptunfallursache liegt im Tragen eines Rucksackes der Verunfallten. Die Bauchgürtelschnalle des Rucksackes verkeilte sich im Sessel, so dass die Frau bei der Bergstation im Sessel hängen blieb, sich nicht befreien und nicht aussteigen konnte. Folglich wurde sie vom Sessellift mitgeschleift, wodurch der Sessel zurückgezogen wurde. Durch diesen Umstand löste die Überfahrsicherung später aus als vorgesehen und es resultierte ein verzögerter Notstopp. Der Sessel kam erst am Ende des Sicherheitsnetzes zum Stillstand und schwang nach vorne. Die Frau fiel ausserhalb des Netzes auf die rund sieben Meter darunter liegende harte Skipiste.
Als Sofortmassnahme wurde die Reissleine der Überfahrsicherung zur Auslösung des Notstopps durch den Bahnbetreiber zurückversetzt. Von der Schweizerischen Unfalluntersuchungsstelle SUST wurde zudem empfohlen, das Tragen von Rucksäcken am Rücken während der Fahrt mit dem Sessellift durch Warnschilder zu unterbinden. Im Weiteren sollen die Sitzposition der Aufsichtsperson innerhalb des Büros bei der Bergstation zur Optimierung des Überwachungsbereiches sowie konstruktionsbedingte Änderungen am Sessel zur Vermeidung des Einhängens von Gegenständen am Sessel überprüft werden.
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Re: Frau stirbt nach Sturz von Sessellift (Hochybrig)
Schlussbericht der Schweizerischen Unfalluntersuchungsstelle SUST ist verfügbar.
Link:http://www.sust.admin.ch/pdfs/BS//pdf/2013012601_SB.pdf
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Re: Frau stirbt nach Sturz von Sessellift (Hochybrig)
Sommer- Herbstbilder der Bergstation Hesisbol mit der Überfahrsicherung vor und nach dem umbau und der Sessel ich habe abgewartet bis der Bericht von der Schweizerischen Unfalluntersuchungsstelle SUST verfügbar war.

Aufnahme vom 15.07.2013 Übersicht der Bergstation

Aufnahme vom 15.07.2013

Aufnahme vom 15.07.2013

Aufnahme vom 15.07.2013 Hang der Skipiste von oben

Aufnahme vom 15.07.2013 Hang der Skipite von unten

Aufnahme vom 25.10.2013 Übersicht der Bergstation

Aufnahme vom 25.10.2013

Aufnahme vom 25.10.2013

Aufnahme vom 25.10.2013

Aufnahme vom 15.07.2013

Aufnahme vom 15.07.2013

Aufnahme vom 15.07.2013
Wen die Sicherheitsempfehlungen der SUST umgestetzt werden soll braucht die Bahn andere Sessel wie es der Ischalp-Brämabüel (Davos-Jakobshorn) bekommen hat. Ausser einer hat eine Idee wie sich der jetzt eingesetzter Sesseltyp angepasst werden kann.
Aufnahme vom 25.10.2013 als Muster ein 6-KSB-B Sessel der Klingenstockbahn.
Aufnahme vom 15.07.2013 Übersicht der Bergstation
Aufnahme vom 15.07.2013
Aufnahme vom 15.07.2013
Aufnahme vom 15.07.2013 Hang der Skipiste von oben
Aufnahme vom 15.07.2013 Hang der Skipite von unten
Aufnahme vom 25.10.2013 Übersicht der Bergstation
Aufnahme vom 25.10.2013
Aufnahme vom 25.10.2013
Aufnahme vom 25.10.2013
Aufnahme vom 15.07.2013
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Wen die Sicherheitsempfehlungen der SUST umgestetzt werden soll braucht die Bahn andere Sessel wie es der Ischalp-Brämabüel (Davos-Jakobshorn) bekommen hat. Ausser einer hat eine Idee wie sich der jetzt eingesetzter Sesseltyp angepasst werden kann.
Es ist zu prüfen, ob das unbeabsichtigte Einhängen von Gegenständen am Sessel durch konstruktionsbedingte Änderungen vermieden werden kann.
Aufnahme vom 25.10.2013 als Muster ein 6-KSB-B Sessel der Klingenstockbahn.
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Re: Frau stirbt nach Sturz von Sessellift (Hochybrig)
BAV: Hinweisschilder betreffend Tragen von Rucksäcken auf Sesselbahnen
...
Das BAV kommt zum Schluss, den bereits etablierten Stand der Technik bei Neuanlagen im Sinne der SUST-Empfehlung auch bei den bestehenden Sesselbahnen flächendeckend umzusetzen
Details >>>>
...
Quelle: seilbahn.net - 2014-07-23
Sessellifte und Rucksäcke: eine verkannte Gefahr
In den letzten Jahren sind Wintersportler immer häufiger mit einem mehr oder weniger grossen Rucksack unterwegs, denn darin lassen sich Ausrüstung, Picknick oder Sonnencrème bequem verstauen. Gleichzeitig beobachtet das BAV eine Häufung von Unfällen und Stürzen in den Einstiegs- und Ausstiegszonen der Sessellifte, die auf das Tragen von Rucksäcken zurückzuführen sind. Das Einhalten der Sicherheitsvorschriften ist deshalb wichtig. Beim Einsteigen in den Sessellift gilt: Rucksack immer an der Körpervorderseite oder auf den Knien platzieren.
...
Quelle: BAV-News_Nr. 16_Dezember 2013
...
Das BAV kommt zum Schluss, den bereits etablierten Stand der Technik bei Neuanlagen im Sinne der SUST-Empfehlung auch bei den bestehenden Sesselbahnen flächendeckend umzusetzen
Details >>>>
...
Quelle: seilbahn.net - 2014-07-23
Sessellifte und Rucksäcke: eine verkannte Gefahr
In den letzten Jahren sind Wintersportler immer häufiger mit einem mehr oder weniger grossen Rucksack unterwegs, denn darin lassen sich Ausrüstung, Picknick oder Sonnencrème bequem verstauen. Gleichzeitig beobachtet das BAV eine Häufung von Unfällen und Stürzen in den Einstiegs- und Ausstiegszonen der Sessellifte, die auf das Tragen von Rucksäcken zurückzuführen sind. Das Einhalten der Sicherheitsvorschriften ist deshalb wichtig. Beim Einsteigen in den Sessellift gilt: Rucksack immer an der Körpervorderseite oder auf den Knien platzieren.
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Re: Frau stirbt nach Sturz von Sessellift (Hochybrig)
Doppelt ist immer besser: http://www.alpinforum.com/forum/viewtop ... 37&t=50068Tibor hat geschrieben:BAV: Hinweisschilder betreffend Tragen von Rucksäcken auf Sesselbahnen
...
Das BAV kommt zum Schluss, den bereits etablierten Stand der Technik bei Neuanlagen im Sinne der SUST-Empfehlung auch bei den bestehenden Sesselbahnen flächendeckend umzusetzen
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Quelle: seilbahn.net - 2014-07-23
Sessellifte und Rucksäcke: eine verkannte Gefahr
In den letzten Jahren sind Wintersportler immer häufiger mit einem mehr oder weniger grossen Rucksack unterwegs, denn darin lassen sich Ausrüstung, Picknick oder Sonnencrème bequem verstauen. Gleichzeitig beobachtet das BAV eine Häufung von Unfällen und Stürzen in den Einstiegs- und Ausstiegszonen der Sessellifte, die auf das Tragen von Rucksäcken zurückzuführen sind. Das Einhalten der Sicherheitsvorschriften ist deshalb wichtig. Beim Einsteigen in den Sessellift gilt: Rucksack immer an der Körpervorderseite oder auf den Knien platzieren.
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Quelle: BAV-News_Nr. 16_Dezember 2013
Wer Träume hat der lebt noch.