Mir fällt dazu so ganz spontan der Satz "die Geister die ich rief..." ein
Ich bin gewiss auch kein Kind von Traurigkeit und Apres-Ski gehört m.E. in einem vernünftigen Maße auch dazu.
Aber egal ob die aktuellen Berichte nun leicht übertrieben sind oder nicht - in manchen Tourismushochburgen der Alpen ist die Geschichte der Piefke-Saga (Teil 4) doch nicht mehr so weit hergeholt. Dort gilt doch längst das Motto: "Hauptsache der Rubel rollt und die Kasse klingelt..."
Es wurde einfach zu lange zugeschaut, und jetzt werden sie eben mit den Auswüchsen konfrontiert. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben...
Und meine ganz persönliche (intolerante) Meinung: meinetwegen können sie die ganzen Apresskischuppen zusperren - abgehen tun sie mir nicht, ich fahre in ein Gebiet nicht wegen der Party, sondern weil ich Schifahren will und das möglichst mit einem schönen Panorama.
Glaube einfach zusperren ist, auch losgelöst von persönlichen Meinungen, gar net leicht. Die Lokale gehören zu der "Geldmaschine Skitourismus", die recht armen Bergdörfen zu ungeahnten Reichtum verholfen hat (Paradebeispiel ISchgl).
Das angeprangerte Verhalten ist keineswegs gut aber auch kein Apresskiphänomen diese Verhaltensweisen gibt es eigentlich bei allen grösseren Festen Paradebeispiel Münchner Oktoberfest, auch auf den vielen Zeltfesten hier in der Region geht es noch viel schlimmer ab als ich das in Ischgl oder den anderen Hochburgen erlebt hab.
Denke da muss jeder sich und sein Verhalten mal selbst hinterfragen, der Trend geht dahin, dass sich unkontrolliertes Trinken und rumpöbeln, sowie Schlägereien verstärkt unabhängig von der Altersklasse.
Ich bin bestimmt einer, der gerne feiert und auch gerne was trinkt auch mal zuviel aber so ein Verhalten mag ich gar net und meide daher auch manche Feste einfach (Oktoberfest Weiler im Allgäu z.B).
KUrz um das ist kein Problem des Apresskis sondern der Entwicklung des Verhaltens jedes Einzelnen.
Oscar hat geschrieben:Kurz um das ist kein Problem des Apresskis sondern der Entwicklung des Verhaltens jedes Einzelnen.
Gepaart mit einer gewissen Gruppendynamik. Mir persönlich kommt es schon so vor, dass man einen gewissen Alkoholspiegel braucht, um das überhaupt auszuhalten (Lautstärke). Wie du aber richtig sagst, das eigentliche Problem ist nicht auf die Skiorte beschränkt, sondern ist auf nahezu jedem Zeltfest, Volksfest und. Co zu finden.
Also meiner Erfahrung nach ist es beim Apres-Ski ruhiger wie bei anderen Festen. Die Leute sind meist etwas gesitteter. Klar kann das auch mal ausarten oder es geraten die falschen aneinander, aber meist bleibt es doch recht friedlich.
Ich bin ja zum Glück eh ein strikter Gegner von Alkohol.
Hauptproblem liegt doch in dem Publikum, was mittlerweile durch billige Pauschalreisen Busweise in die Partyhotspots gekarrt wird. Dadurch befindet sich eben eine Klientel in den Ski-Orten die bisher dort nicht anzutreffen war.
Man schaue sich doch nur mal We Love Sölden an, und frage sich welches Publikum da in Berge gelockt werden soll...gerade in Ischgl ists ja schon länger so, dass es ja Bustouren nur fürs Apres gibt, da brauch man sich doch nicht zu wundern, wenns Ärger mit Assopack gibt.
Das hat mit nem gepflegten Apresski an sich rein gar nichts zu tun. Was gibts schöneres als nach nem geilen Schi-Tag noch ein paar Bier zu lauter Mukke zu zischen?
OliK hat geschrieben:Hauptproblem liegt doch in dem Publikum, was mittlerweile durch billige Pauschalreisen Busweise in die Partyhotspots gekarrt wird.
Aber sollens das doch machen- die Besoffenen bestrafen. Wieder eine Quelle mehr um Kohle zu scheppen.
Oben stehts doch: "Die Geister die ich rief........"
Das Hauptproblem ist meiner Meinung nach immer das gleiche, egal ob ApresSki, Oktoberfest, Karneval oder Kirmes: Die Gossendroge ALKOHOL!
Mal abgesehen von der vglw. krassen Wirkung hinsichtlich der Enthemmung fordert die gesellschaftlich akzeptierte Droge Alkohol jedes Jahr allein in Deutschland fast 75.000 Todefälle. Damit stirbt fast jeder 10. Mensch in Deutschland an den Folgen des Ethanols. Allein das beweißt schon, dass ein verantwortungsbewusster Umgang mit dieser vergleichsweise harten Droge für viele zu schwierig ist. Wenn man betrachtet, dass alle illegalen Drogen zusammen in Deutschland weniger als 1000 Todesfälle pro Jahr verursachen (die meisten davon dürften auf das Konto von Heroin gehen), dann komme ich schwer ins Grübeln ob dieser heuchlerischen Drogenpolitik. Warum neben Opioiden die einzige weitere Droge mit körperlichen Enzugserscheinungen legal ist, kann ich mir nur mit politischen und wirtschaftlichen Interessen erklären. Nicht umsonst zieht die Polizei nach den großen Festivals bspw. der HipHop oder Technoszene regelmäßig das Fazit: Viele Drogendelikte aber kaum oder keine körperliche Gewalt!(weil Alk nur eine untergeordnete Rolle zur Deckung der Rauschbedürnisse spielt).
Wenn Ischgl und Co. die Geister nicht mehr so schnell loswerden wie Sie diese (getrieben von Gewinnsucht) riefen, so freut mich das ausdrücklich. Man braucht die relative Größe und den Prozentgehalt der Alkoholabteilung des Billa in Ischgl nur mit denen anderen Supermärkte im Paznaun zu vergleichen, die Zielgruppe bzw. Klientel kann man dieser ganz klar ablesen. Laut dem Tourismuschef von Ischgl ist Ischgl ein Markenartikel, dem stimme ich uneingeschränkt zu. Wie er aber darauf kommt, dass die Marke Ischgl nichts mit unkontrolliertem Alkoholgenuss zu tun hat, finde ich doch sehr befremdlich. Da hätte der Ort schon vor 15 Jahren im Marketing andere Wege gehen müssen.
Mein nicht ganz erst gemeinter Vorschlag zur Lösung des Problems: Ischgl-Marketing verteilt kostenlos Weed, dann schläft der Schachtaffe friedlich, lange bevor er auf die Strasse pissen oder kotzen könnte. Die Marke Ischgl wäre mir zumindest dann deutlich lieber.
Genau, 10% sterben aufgrund von Alkohol. Echt unglaublich, was für einen Mist man der Menschheit heutzutage verzapfen kann, manchmal muss man sich schon fragen, was die Leute da reitet. Bisher waren es 40.000, plötzlich berechnet man anders und es sind 75.000. Interessant, dass durch das Rauchen auch noch 140.000 Leute sterben, womit wir bereits bei 215.000 Menschen in DE wären, durch diese beiden legalen Drogen. Wer's glaubt
Ach, fast jeder 10. ist ja auch interessant. 75.000 durch Alkohol bei 82.000.000 Einwohnern. Wusste gar nicht dass die durchschnittl. Lebenserwartung dermaßen rapide gestiegen ist, aber durchaus interessant. Und das trotz des hohen Alkoholkonsums?! Um dass die Weltbevölkerung nicht noch schneller wächst, müssen wir somit aufhören, weniger zu trinken
Nirgendwo anders wird in kürzester Zeit so viel Alkohol vernichtet, nirgendwo anders verbrüdern sich einander völlig unbekannte Menschen so schnell. Viel Zeit bleibt auch nicht, denn spätestens um 20 Uhr ist Schluss in den meisten Hütten. Der Druck, den großen Spaß zu erleben, ist also groß.
Die heftigeren Probleme gibt's ja weniger beim eigentlichen Apres-Ski an der Schirmbar oder in der Hütte, sondern durch die Kampftrinker während der Nachtschicht.
Das Konzept des maximalen Alkoholumsatzes bei gleichzeitiger gebührenpflichtiger Ahndung der Folgen dessen kann in gewisser Hinsicht als ideal beurteilt werden.
Die Wertschöpfung je Gast wäre damit weitgehend optimiert. Ein zukunftsweisendes Modell mustergültigen Fortschrittes mit Beispielcharakter für andere Destnationen.
OliK hat geschrieben:Hauptproblem liegt doch in dem Publikum, was mittlerweile durch billige Pauschalreisen Busweise in die Partyhotspots gekarrt wird.
Wo gibts denn die billigen Pauschalreisen ?
Sag ich Dir nicht, als Zielgruppenangehöriger wirste die schon selber finden, bisschen Engagement bitte
Achja, und ich möchte das abendliche Schauspiel auf halber Höhe der Moserwirtabfahrt eigentlich nicht missen
Ach, fast jeder 10. ist ja auch interessant. 75.000 durch Alkohol bei 82.000.000 Einwohnern. Wusste gar nicht dass die durchschnittl. Lebenserwartung dermaßen rapide gestiegen ist, aber durchaus interessant.
Momentchen mal :
In Deutschland sterben jedes Jahr ca. 820.000 bis 850.000 Menschen, soweit ja ein ganz natürlicher Vorgang. Nehmen wir mal an, die Zahl 75.000 stimmt. Das würde bedeuten, 75.000 Menschen sterben an Erkrankungen die sich im direkten Zusammenhang mit übermäßigem Alkoholkonsum ergeben haben. 75.000/850.000 = 8,82 % = sind bald 1/10. Sicher die 75.000 p.a. wären auch so gestorben und sicher kann man die 75.000 auch in Frage stellen. Der Wert hat sich in den letzten Jahren meines Wissens nach erhöht, weil weitere Erkrankungen mit Alkohol nachweislich in Verbindung gebracht werden können. Während in einigen älteren Statistiken nur die Leberzirrhosen/ Leberkarzinome berücksichtigt sind, werden in anderen Kopf-/Halstumore, Ösophaguskarzinome und kardiovaskuläre Erkrankungen bei positiver Anamnese nun mit reingerechnet.
Warum ist dadurch die Lebenserwartung gestiegen? Entweder ich stehe auf dem Schlauch oder Du hast heute zu früh mit dem Saufen begonnen.
Ich will auch keine offtopic- Diskussion vom Zaune brechen, nur dieses verlogene Gelabere der Initiatoren dieser Saufspiele geht mir zuweilen mächtig auf den Nerv und die Auswüchse bspw. in Ischgl sind nicht wegzudiskutieren.
Ach ja, ich arbeite in einem Krankenhaus, habe Alkoholismus in der Familie erlebt, erlaube mit bitte den Kommentar: Das Leid liegt nicht sichtbar auf der Straße. Es ist und bleibt unerhört wie Alkohol stetig banalisiert wird. Und eines noch, ich trinke regelmäßig Alkohol und bin für die Legalisierung fast aller Drogen. Weiteres gerne per PN.
SORRY für OT
Grüße
terestric
Zuletzt geändert von terestric am 25.02.2013 - 16:33, insgesamt 1-mal geändert.
Womit wir wieder bei der Frage wären: Generiert das Angebot die Nachfrage, oder bedingt die Nachfrage das Angebot?
Die Aussage der Tourismusverantwortlichen, dass man das alles nicht gewollt hat ist für mich genauso verlogen, wie die überzogenen Angaben der Pistenkilometer in den Plänen. Gerade in Ischgl hat man keine Gelegenheit ausgelassen und jedem
TV-Team den roten Teppich ausgerollt um dem "Ballermann der Alpen" die größtmögliche Medienpräsenz zu verschaffen und genau eben dieses Image zu transportieren.
Nicht ohne einen gewissen Stolz hat man dieses "Prädikat" in den 90ern wie eine Monstranz vor sich hergetragen.
Mittlerweile ist man satt - und sieh an - auf einmal will man das alles nicht mehr und wäre gerne nur noch "chique".
Aber auch dieses Jahr, wenn im Mai die Gehsteige hochgeklappt werden, wird man sich wieder zufrieden zurücklehnen, die
Kontostände checken und sagen: "Yeah, we did it again!" Bis es im Dezember wieder heißt:" Let's get the Party started "
Bevor jetzt alle schreien, du bist doch erst 17. Ja, ich war auch schon beim Apres Ski . Allerdings ist mir im November auf der Nederhütte aufgefallen, dass ich mich übertrieben gesagt schon eher im Altersheim gefühlt habe. Ich hatte kein Problem damit, war trotzdem toll, aber die Jugendlichen waren stark in der Minderheit. Das da natürlich was loswar, muss ich sicher nicht beschreiben. Sicher, November ist Vorsaison, aber ich würde auch sagen, dass es keinenfalls an der Jugend hängt.
OliK hat geschrieben:Achja, und ich möchte das abendliche Schauspiel auf halber Höhe der Moserwirtabfahrt eigentlich nicht missen
Ja, dass war tatsächlich auch auf der Nederhütte interessant. Wobei ich aber sagen muss, dass da auch einige mit den Skidos runtergebracht wurden.
Christopher hat geschrieben:Bevor jetzt alle schreien, du bist doch erst 17. Ja, ich war auch schon beim Apres Ski . Allerdings ist mir im November auf der Nederhütte aufgefallen, dass ich mich übertrieben gesagt schon eher im Altersheim gefühlt habe. Ich hatte kein Problem damit, war trotzdem toll, aber die Jugendlichen waren stark in der Minderheit. Das da natürlich was loswar, muss ich sicher nicht beschreiben. Sicher, November ist Vorsaison, aber ich würde auch sagen, dass es keinenfalls an der Jugend hängt.
Naja, ist halt auch Ansichtssache. Für Dich ist ein 25jähriger ein alter Mann, für mich ein Jugendlicher.
terestric hat geschrieben:Das Leid liegt nicht sichtbar auf der Straße. Es ist und bleibt unerhört wie Alkohol stetig banalisiert wird.
ja ne, die Leute sind einfach nur zu doof, um damit umgehen zu können
und wenn man zu doof ist und sich dann auch noch ins Nirvana abschießt, sind wir tatsächlich wieder bei Darwin
terestric hat geschrieben:Und eines noch, ich trinke regelmäßig Alkohol und bin für die Legalisierung fast aller Drogen.
Oder wie will man das erklären wenn ein Betrunkener einen Nüchternen über dem Haufen fährt und der Nüchterne schwer verletzt ist und der Betrunkene nix hat?
Christopher hat geschrieben:Bevor jetzt alle schreien, du bist doch erst 17. Ja, ich war auch schon beim Apres Ski . Allerdings ist mir im November auf der Nederhütte aufgefallen, dass ich mich übertrieben gesagt schon eher im Altersheim gefühlt habe. Ich hatte kein Problem damit, war trotzdem toll, aber die Jugendlichen waren stark in der Minderheit. Das da natürlich was loswar, muss ich sicher nicht beschreiben. Sicher, November ist Vorsaison, aber ich würde auch sagen, dass es keinenfalls an der Jugend hängt.
Naja, ist halt auch Ansichtssache. Für Dich ist ein 25jähriger ein alter Mann, für mich ein Jugendlicher.
Horst
Mhhh, dass sehe ich bei 25 auch noch nicht. Aber wenn wir dann so in das Alter meines Vaters kommen Sry, ich möchte hier keinen beleidigen. Also wie gesagt, Altersdurchschnitt > 30
Ram-Brand hat geschrieben:^^ Leider nicht ganz bei Darwin.
Oder wie will man das erklären wenn ein Betrunkener einen Nüchternen über dem Haufen fährt und der Nüchterne schwer verletzt ist und der Betrunkene nix hat?
Ist zwar was Klischee aber mir geht es ähnlich, ich krieg auch nen dicken Hals wenn ich Nachts durch den Melder geweckt werde und muss so ein "Arschloch" (wenn ein MOd meint das Wort editieren zu müssen bitte schön aber dadurch geht die Betonung verloren ), was meinte besoffen fahren zu müssen rausschneiden, da habe ich auch kein Verständnis für kommt aber leider vor. Obwohl ich auch gerne mal was trinke, aber wenn ich mit dem Auto bin max ein Radler mit den Skiern, gibt es zwar keine offizielle Grenze aber da kenne ich meine persönliche Grenze.
Sollte halt jeder lernen sich und seine Grenzen einzuschätzen und danach zu handeln, glauibe das ist das Hauptproblem bei jeder Feierlichkeit, das ist kein Apresskiproblem.
sowas wie in dem Video geht gar net auch wenn es losgelöst von der Problematik lustig ist anzuschauen: