Eigentlich wollte ich den momentan mit sehr vielem Schnee gesegneten Winter dazu nutzen, auch wieder am Samstag UND Sonntag Ski zu fahren. Zwar lag genug von der weißen Pracht da draußen, doch das Wetter spielte nicht richtig mit, so dass ich es vorzog, den Samstag zu Hause zu verbringen.
So hoffe ich, wenigstens am Sonntag in die Berge aufbrechen zu können, doch am frühen Morgen schneite es in München und im Internet warnten sie vor Glatteis auf den Straßen. Während ich eigentlich schon am Wendelstein sein wollte, saß ich Kaffee trinkend in der warmen Wohnung, blickte verächtlich zu den niedergehenden Schneeflocken vorm Fenster und wäre viel lieber in der Kälte draußen gewesen.
Doch am späteren Vormittag sah man auf einigen Webcams bereits, dass das Wetter aufriss und sich der Prognose von Bergfex annäherte. Eine Weile haderte ich noch – immerhin hatte ich schon einen Glatteisunfall neulich hinter mir und erst am Freitag Abend wieder eine weite Strecke auf verschneiten Straßen zurücklegen müssen. Doch irgendwann gab ich mir einen Ruck, zog mir die Skisachen an und entschloss, wenigstens die Einzelschlepper in Geitau und Elbach aufzusuchen...
I. Skilift Geitau (alias Gödenbauerlift) vor Bayrischzell:
Da ich erst um 11 Uhr die Tiefgarage verlassen hatte, gab es kaum Verkehr in München und ich gelangte ungewöhnlich schnell zur A 8 – dort war jedoch jede Menge los, während der Himmel sich wieder verdunkelte und Schnee niederfiel. Hinter Hausham wurde es doch zunehmend besser und bei Sonnenschein fuhr ich in Sonntagslaune auf den Parkplatz am Kurzbügler hinter Geitau...
Es war die richtige Entscheidung, die Wohnung doch noch zu verlassen!
Blick zum Wendelstein. Ich hoffe ja so sehr, dass ich es da diese Saison noch mal hinauf schaffe – das letzte mal war ich 1987 da oben und das leider nur im Sommer. Aber als kleiner Bub seinerzeit hab ich natürlich gleich die Schlepper dort gesehen und wollte die irgendwann mal fahren...
Herrlich! (Außer natürlich die Schweinkram-Bilder im Liftlerhäusl daneben
Ach, das war doch gleich viel besser wie das Faulenzen zu Hause! Das kann man an einem verregneten Aprilsonntag auch noch machen.
Hier geht es auf der linken Seite erst mal flach dahin – die Tiefschneevarianten links von hier sind nicht zu empfehlen – zu viel Bewuchs zwischendrin.
In Geitau parkten sehr viele Autos – hautpsächlich waren das die Langläufer und Winterwanderer. Nur wenige verirrten sich zu Lift hinter.
Geht doch für ein, zwei spontane Skistunden? Aber eigentlich war ich ja auch mehr wegen dem Lift hergekommen...
Da oben endete früher wohl ein Seillift...
Man hörte schon den Diesel-Sound
Schon als ich aus dem Auto stieg und den Motor hörte, gab es kein Halten mehr...
Leider sollte es dann zuziehen und bewölkt bleiben – aber wenigstens setzten keine Niederschläge ein.
So ein alter Lift ist halt einfach was Feines...
Zoom vom Ausstieg in die Trasse hinunter...
Hier fuhr ich am Meisten und oft auch allein.
Nochmal den Lift geknipst, als ich gegen 14 Uhr aufbrach, um nach Elbach zu wechseln.
Wenn ich ein bisserl früher angekommen wäre, hätte ich mir hier noch ein Mittagessen gegönnt – dazu eine Halbe und mit Blick auf den Lift...
Das nächste Mal vielleicht...
II. Raffelmooslift in Elbach bei Fischbachau:
Zuerst verfuhr ich mich wie so oft – ich war ein Dorf zu früh in ein Seitental nach rechts abgebogen. In Elbach erwischte ich dann auch wieder die falsche Strasse und erinnerte mich an den Einzelschlepper in Embach im Salzburger Land ein Jahr zuvor, als ich mich 10 x verfuhr, ehe ich endlich einen Bügel fassen konnte. Ich war zwar mal vor Jahren im Sommer hier in der Nähe vom Raffelmooslift gewesen, doch an die Anfahrt erinnerte ich mich überhaupt nicht mehr.
Doch beim dritten Versuch klappte es und ich war am altem DM-Schlepper mit Kurzbügeln und entsprechendem Antriebssound – passend dazu dazu idyllische Dorf im Hintergrund.
Das erste Mal sah ich den Lift nun aus der Nähe – 2008 hatte ich nur vom Ort aus ein paar wacklige Zooms angestellt in der Gewissheit, den nächsten Winter dort mal eine Fahrt zu unternehmen. Aber da sollte nun erst mal ein halbes Jahrzehnt vergehen...
Jedenfalls gefiel es mir hier auch gleich – obwohl der Lift recht langsam läuft und viel mehr Schratzen als in Geitau herumfuhren
Ach war das schön...
T-Stützen von 1964 – mitten im Gittermastenzeitalter erbaut.
Der Ausstieg befindet sich in einer kleinen Waldlichtung...
Skifahren in Elbach...
Wo bitte geht’s nach unten?
Ob ich da durch passe?
Wo wollen die denn hin? (Weiter vorne hatte es eine Schanze für die Liftfahrer...)
Zwar war der Himmel grau, aber ich war trotzdem gut gelaunt – solche Einzelliftstunden sind vor allem beim Erstbesuch immer sehr nett. Das ist irgendwie ursprünglicher als ein Tag in einem Großraumskigebiet.
Wieder im Wald angekommen...
Die üblichen Kindereien...
Hier hat es in der oberen Hälfte einen ganz guten Hang.
Nachmittagsstimmung am Raffelmooslift...
Irgendwann kurz vor Liftschluss fuhr ich zum Parkplatz zurück und machte mich auf den Nachhauseweg. In einem Waldstück vor Miesbach versuchte sich dann noch einer mit einem Hilti-Firmenfahrzeug, das Leben zu nehmen. Doch leider kam gerade kein Gegenverkehr und er hatte mich umsonst vor einer Kurve überholt. Ansonsten waren es ein paar gemütliche Skistunden ohne negativen Vorkommnisse und der Gewissheit, gegen dreiviertel Elf am Vormittag die richtige Entscheidung getroffen zu haben, den Schlafanzug gegen die Skihose zu tauschen....