Überfrequentierte Pisten, oder menschenleere Hänge?
Geradegebügelte Einheitspisten, oder enorme Pistenvielfalt?
Wartezeiten an Bahn und auf Piste, oder schnelle Lifte?
Stolze Preise, oder günstige Tageskarte?
Après-Ski und Schickimicky, oder ein dezent in die Landschaft eingebettetes Skigebiet?
Voralpine Grashügel, oder hochalpine Umgebung?
Auf der Jagd nach einer langen Ski-Line, oder Genuss der Walliser Bergwelt?
Meine Prioritäten liegen jeweils beim zweiten Stichwort. Andernfalls wäre Arolla vermutlich das falsche Tagesziel gewesen... In der Hoffnung auf besseres Wetter nach dem grauen Tag in Morgins und Torgon gings ganz in den Süden des Wallis. 40km durch das abgeschiedene Val d'Hérens, bis schliesslich Arolla erreicht ist. Vor allem ein Ort für Ski-Touren. Ein paar alte Hotelkästen stehen noch, sonst gibts hier eigentlich nichts. Ausser ein Parkplatz und eine handvoll Skilifte. Kurz hinauflaufen (Nein, es gibt keine Rolltreppe ins Skigebiet), dann ist man am Kassenhäuschen, und das wärs auch schon gewesen mit der "Tal"station. Anführungs- und Schlusszeichen sind berechtigt, ist man hier doch bereits auf 2000 müM. Anderenorts ist auf dieser Höhe schon längst Schluss. Wegen der abgeschiedenen Lage gibts in Arolla kaum Tagesgäste. Vielleicht ein paar Ferienlager.
5 kuppelbare Stangenschlepper zählt Arolla (der ganz rechte im Plan ist LSAP). Die beiden kurvigen Hauptlifte erschliessen ein landschaftlich eindrückliches Hochtal mit vielen Pisten. Zudem starten an der Bergstation zwei Hintenrum-Abfahrten auf dem Pass "La Forcla". Unten im "Tal" gibts einen Anfängerlift und seitlich noch den kurzen "Fontanesses 3". Dazu noch der Lift Remointze in der Mitte des Gebiets.
Pistenplan - in die Jahre gekommen, entspricht nur bedingt der Realität
Links der Hauptlift Fontanesses 1, rechts der Anfängerllift, den ich nicht gefahren bin.
2km lang ist dieser Stangenschlepper. Wer auf Sitzheizung, Kindersicherung und Wetterhauben in allen Regenbogenfarben wartet, wird hier nicht fündig.
Oben dann die Enttäuschung, der Skilift Fontanesses 2 war nicht in Betrieb. Naja, wahrscheinlich zu viel Wind oben. Doch nach der ersten Abfahrt war der Frust vergessen: zuerst Schussfahrt in einem völlig abegelegenn Täli, dann ein rassiger, menschenleerer Carvinghang. Und vor allem super Schnee. Geil! Wenn das so genial zu fahren ist, dann reicht mir das völlig aus. Unten an der Talstation dann gleich mal rüber zum kurzen Fontanesses 3.
Skilift Fontanesses 3. Hat zwischendrin Mittagspause.
Dieser Skilift erschliesst den unteren Teil des Haupthanges sowie diese kleine Piste: Schmal, kurvig, wellig - abwechlungsreich.
Wieder auf dem Fontanesses 1. Rechterhand steht oben der Skilift Remointze. Heute nicht in Betrieb.
Skilift im Hochtal, oben recht flache Trassee.
Der tolle Haupthang zuunterst. Wie man sieht kaum Leute.
Nach und nach bessert sich das Wetter. Im Hintergrund der Mont Collon.
Nach einigen Fahrten hatte ich den Überblick über die verschiedenen Pistenvarianten am Fontanesses 1. Während der nächsten Bergfahrt überlege ich mir, wo nette Tiefschneeabfahrten möglich wären. An der Bergstation ein Blick rüber... moment, der obere Skilift läuft jetzt auch! Also sofort dahin.
Startstück Fontanesses 2. Damit verdreifacht sich das Pistenangebot.
Immer weiter hinauf gehts durchs einsame Hochtal. Wetter wird besser und besser. Wow. Bis auf knapp 2900 müM hinauf geht der Lift. Oben peitschender Wind, aber das ist hier allen egal.
Blick von oben auf Lift und Pisten. Da kommt Vorfreude auf. Die Bergwelt ist hier sowieso eine Wucht.
Der (fast) leere Stangenschlepper passt wunderbar dezent in die Umgebung. Und was mich auch freut, erstaunlich viele Pistenvarianten gibts hier, alles frisch gemacht.
Menschenleere Piste im alpinen Hochtal.
Weiter unten. Saukalt hier auf der Hochebene.
Natürlich gleich einige Wiederholungsfahrten oben. Hier auf der mittleren Piste mit ihren tollen Kurven...
... oder die halbrechte Piste. Ein Traum. Wenn ich denke wie voll es im Februar an anderen Orten ist...
Dann eine Abfahrt ganz hinunter ins "Tal". Einige Pisten kreuzen den Fontesses 1 - Lift.
Winterlandschaften am zweiten Lift.
Hm, die Hintenrumabfahrten scheinen offen zu sein. Zuerst muss sich allerdings durch den stürmischen Gegenwind kämpfen, um das kleine Stück zum Pass zurückzulegen, wo dann die Pisten starten. Spannung macht sich breit, die Pisten sind noch nicht einsehbar. Was wird mich erwarten? Gegenüber übrigens die Aiguille de Tsa.
Winterimpression.
Erster Blick auf die Hintenrum-Piste. Sieht ja toll aus, selbst für Arolla-Verhältnisse abgelegen.
Ein Blick zurück auf der ersten Steilhang. Hier gibt es zwei Varianten, ich entscheide mich spontan mal für die äussere.
Huch, was ist denn das für eine geniale Trassierung? Die Piste ist zudem erstaunlich lang, und daneben gibt massenhaft Tiefschneehänge.
Blick auf den Talschluss. Immer wieder diese lila "Flecken" am Himmel (?).
Irgendwann gings dann auf einem gut zu fahrenden Weg zurück Richtung Skigebiet. Kältebedingt war eine kurze Pause von Nöten, mit dem Fahrtwind zusammen wars saukalt. Aber eine der schönsten Abfahrten des Winters.
Wieder oben, diesmal auf einer Piste, die der Bergflanke entlang führt. Wieder zu sehen, wie sich die beiden Skilifte subtil ins Gesamtbild einfügen.
Ein Bild der "Täli"-Piste, die ich zu Beginn schon zweimal gefahren bin. Auch hier niemand unterwegs. Obwohl der untere Lift jeweils gut gefüllt war, verteilen sich die Leute extrem.
Nebenan Gletscherwelten der Pigne d'Arolle. Mittlerweile leider Wetterverschlechterun, wie unschwer zu sehen.
Dann noch einmal auf die Hintenrum-Pisten, diesmal die innere, schwarze Variante. Nicht ganz so schön wie die äussere, aber einige knackige Steilhänge.
"Raus" kommt man bei diesem Hang neben dem Remointze-Skilift. Ach so, damit war auch geklärt, woher die Spuren an diesem Hang kamen, da dieser Lift ja nicht in Betrieb war. So nach und nach ergibt sich die Gesamtvorstellung.
Ein letzter Blick zurück ins Skigebiet
Zum Tagesabschluss nochmals zwei Fahrten am Fontanesses 3. 5 Stunden war ich im Skigebiet - 5 Stunden, die viel zu schnell vorbeigingen. Am Fontesses 2 konnte ich gerade mal so jede Variante ausprobieren, wobei eigentlich alle zu Wiederholungsfahrten einladen. Und dann erst noch die Tiefschneehänge (vielleicht nicht bei der herrschenden Lawinensituation). Tja, punkto Abwechslung kann Arolla einiges bieten. Viel mehr, als man vielleicht meinen könnte. Andernorts gibts eine Fassade rund um das Skigebiet herum, die fällt in Arolla weg. Kein Schickimicky, kein Drumherum, nichts ausser das Pure: Lift und Piste.