Der Feuerkogel - mein Hausberg! Mehr als 9 Jahre bin ich mittlerweile hier im Alpinforum, und der eine oder andere hier mag sich noch dunkel an meine Berichteflut vom Feuerkogel aus meiner Anfangszeit hier erinnern...
Dennoch - in den letzten Jahren gab es von mir zum Feuerkogel kaum mehr Berichte zu lesen... warum eigentlich? Nach dem Katastrophen-Winter 2006/07 habe ich mit alten Traditionen gebrochen - ich hatte keine Lust mehr auf schneearme Winter, die Salzburg Super Ski Card musste her. Leider ohne Feuerkogel - doch was soll's, es gibt ja schließlich genügend andere Skigebiete...
Zwischenzeitlich hat sich jedoch viel getan am Feuerkogel - 4 neue Lifte wurden gebaut, mehrere neue Abfahrten angelegt - und seit heuer ist mein Hausberg endlich auch bei der SSSC dabei. Der Wettergott meinte es jedoch bisher nicht gut mit mir - nahezu während des gesamten Winters waren die Nordalpen in dicke Wolkenpakete gehüllt, Sonne gab es vor allem an den Wochenenden nur vereinzelt. Endlich jedoch war es aber soweit - ein stabiles Hoch kündigte sich an, und nach 2 absolut genialen Skitagen in Obertauern am Samstag und Sonntag hatte ich mich für den Montag auf einen gemütlicheren Tag am Feuerkogel eingestellt... nun ja.
Um 08:25 Uhr stehe ich an der Talstation der Feuerkogelseilbahn und schwelge in voller Vorfreude - alte Kindheitserinnerungen werden wach, als ich gemeinsam mit einer Klasse der örtlichen Volksschule die Gondel der Pendelbahn besteige. Altbekannte Gesichter schweben gemeinsam mit mir bergwärts - lange hab ich sie nicht gesehen, dennoch kennt mich der eine oder andere hier noch. Schön, mal wieder daheim zu sein.
Wenige Minuten später steige ich aus der Gondel, die Grubersunkbahn dreht bereits ihre Runden:
Hunderte Male hatte ich diesen Blick schon - und dennoch bin ich überwältigt vom Ausblick ins Dachsteinmassiv:
Nun hält mich nichts mehr - beim Anblick der Grubersunkabfahrt beschließe ich spontan, diese rassige Piste - seit dem "Relaunch" des Berges ist sie schwarz markiert - runter zu rasen.
300 traumhaft präparierte Pulverschnee-Höhenmeter weiter unten finde ich mich bereits wieder in der Grubersunkbahn, während die Feuerkogelseilbahn die zweite voll besetzte Gondel auf den Berg schaufelt:
War es im Grubersunk traumhafter Pulverschnee, erwartet mich auf der rassigen Gsollabfahrt eine Mischung aus kompaktem Schnee und bereits leicht aufgefirntem Frühjahrsschnee - erste Frühlingsgefühle kommen auf.
An der Bergstation wird der Blick zum Steinkogel und zur ostseitigen Heumahdgupfabfahrt frei - hier sollt's später noch hingehen.
Die Lifte am Hochplateau sind zwar allesamt recht kurz, die Pisten haben jedoch allesamt ihren Reiz.
Vorerst sollte es aber neuerlich ins Gsoll gehen.
Die Bahn ist wunderschön trassiert und ermöglicht sowohl tolle Ausblicke als auch schöne Fotomotive.
Von fast allen Punkten im Skigebiet dominant: Der Traunstein.
Obwohl es an den beiden Hauptanlagen super Verhältnisse gibt, zieht es mich nun vorerst einmal zu den Schleppliften. Über die sonnexponierte und sanft geneigte Verbindungsabfahrt geht es ins Edeltal.
Am Steinkogel erwarten mich geniale Verhältnisse - über den Tag verteilt werde ich diesen Hang etwa 20x runtercarven.
Viele Skigebiete habe ich mittlerweile gesehen, ein steilerer Schlepplift ist mir jedoch bis heute noch nirgends untergekommen. Nicht umsonst wurde uns als Kleinkinder gelehrt, dass wir - wenn wir da raufkommen würden - jeden Lift fahren können würden.
Nach kurzer Auffahrt stehe ich oben und blicke diesen genialen Hang hinab.
Zu schnell ist die Abfahrt leider zu Ende, aber zum Glück kann man ja gleich nochmal runterrasen.
Nach mehreren Wiederholungsfahrten am Steinkogel kann ich mich doch dazu durchringen, endlich den seit mittlerweile 4 (?) Saisonen neu errichteten Heumahdgupflift zu fahren - die ostseitige Abfahrt müsste mittlerweile tollen Firn bieten. Auch von hier oben bietet sich wieder ein überwältigendes Panorama.
Etwas wehmütig fällt der Blick auf die Hochschneid, die einst durch einen genialen Schlepplift erschlossen wurde. Heute gehört der Berg wieder ganz den Tourengehern.
Gegenüber liegt der Steinkogel, im Hintergrund das Tote Gebirge.
Stets präsent: Das Dachsteinmassiv.
Über dem oberösterreichischen Flachland liegt eine Dunstschicht - die Fernsicht reicht dennoch heute bis zum Böhmerwald, selbst die Pistenschneisen des Hochfichts an der Grenze zu Tschechien lassen sich heute mit freiem Auge erkennen.
Blick auf Gmunden, Traunsee und Traunstein.
Der Schlepplift ist zwar äußerst kurz, erschließt jedoch zwei interessante Pisten.
Blick zum Alberfeldkogel mit Europakreuz - eine beliebte Wanderung im Sommer.
Die ganzen Schleppliftfahrten sind am dritten Skitag hintereinander ziemlich anstrengend - deswegen geht's wieder einmal in die modernisierten Bereiche, wo die Gsollabfahrt mittlerweile auch im oberen Bereich wunderschön auffirnt.
Eine wunderschöne Anlage.
Über die revitalisierte Abfahrt geht's runter in den Grubersunk - genial trassiert, traumhafter Pulverschnee, perfekt präpariert - was will man mehr?
An der Bergstation der Grubersunkbahn.
Obwohl die Pendelbahn ganztags durchgehend Leute in nahezu vollen Kabinen auf den Berg schaufelt, ist der Babylift an Tagen wie diesen kaum frequentiert.
Und auch an den Schleppliften ist nichts los, die traumhaften Firnhänge gehören mir nahezu alleine.
Kurz sind die Abfahrten, aber wo hat man heute sonst schon noch, sich Spur für Spur mit geschnittenen Radien auf der Piste zu "verewigen"?
Kaum ist eine Abfahrt nicht total sonnexponiert, erwartet einen trotz der warmen Temperaturen schon wieder feinster Pulverschnee - wie hier etwa vom Heumahdgupf runter.
Vom Steinkogel aus fällt der Blick zum Edeltallift, im Hintergrund die Wetterstation der ZAMG.
Heumahdgupflift gen Flachland.
Abschließend noch einige Bilder des Steinkogellifts.
Gegen 15:30 Uhr habe ich genug - nach 3 vollen Skitagen ohne Pause mit jeweils mehr als 15000 Höhenmetern sind die Beine müde und der Geist zufrieden. Besser geht's nicht - ein schlichtweg perfektes verlängertes Wochenende. Zufrieden kann ich am Abend wieder gen Wien fahren, um für die restliche Woche von diesen Eindrücken zu zehren.
Eines steht fest: Ich komme wohl künftig wieder öfter - alte Liebe rostet nicht.
Der Bericht fällt dieses Mal bewusst wieder einmal etwas länger aus - ich freue mich auf eure Kommentare und eine hoffentlich interessante Diskussion.