Die Oberengadiner Bergbahnen haben im Geschäftsjahr 2011/12 tiefrote Zahlen geschrieben. Der Verwaltungsrat spricht klare Worte: Das Oberengadin sei keine klassische Ski-Destination mehr.
Nachdem die Engadin St. Moritz Mountains AG bereits 2010/11 das schlechteste Ergebnis seit fünf Jahren feststellen musste, fiel das Geschäftsjahr 2011/12 noch deutlich schlechter aus. Die Bergbahnen verzeichnen einen Verlust in Höhe von 1,4 Millionen Franken.
Wenn ich das richtig im Infrastruktur-Thread gelesen habe, lässt man am Corvatsch die Pisten langsam "sterben" ... kein Wunder, dass die Region fürs Alpinskifahren unattraktiver wird.
Auch dieser Satz aus dem Geschäftsbericht kommt mir seltsam vor:
Am 11. Februar konnten wir nach 2½-monatiger Umbauzeit die frisch renovierte
Diavolezza-Bahn in Betrieb nehmen.
Nur von der zugegeben tollen Landschaft und dem Glanz längst vergangener Zeiten kann man eben nicht leben, mich wundert das Ergebnis nicht. Es fehlen neben bezahlbaren Skitickets vor allem bezahlbare, aber trotzdem qualitativ hochwertige Betten. Darüber hinaus bleibt der über Jahrzehnte aufgebaute Investitionsstau vor allem an Corvatsch/Furtschellas und Diavolezza/Lagalb und die fehlende Vernetzung der Teilgebiete. Preislich spielt man im Topsegment, bieten kann man - von der Landschaft abgesehen - qualitativ nur Mittelmaß.
Ich fand die leeren Pisten in der Hochsaison schön, allerdings ist mir klar, dass dies auf Sicht zum endgültigen Niedergang führt. Es fehlt ein mutiger Investor und ein wirklich schlüssiges Konzept. Die Skipassaktion im heurigen Winter ist ja mal ein Anfang. Wäre jedenfalls Schade um jede Piste die in der Region geschlossen wird.
Und die österreichischen Gebiete reiben sich die Hände. Wenn ich mir an einem Bettenwechselsamstag so anschaue, was da von Ried aufs Serfauser Hochplateau fährt, viele Schweizer...
Dachstein hat geschrieben:Und die österreichischen Gebiete reiben sich die Hände. Wenn ich mir an einem Bettenwechselsamstag so anschaue, was da von Ried aufs Serfauser Hochplateau fährt, viele Schweizer...
MFG Dachstein
Alles Währungsflüchlinge. Aber das gabs schon immer.
In Vorarlberg findet man ja auch jedes Wochenende hunderte Busse mit Skifahrern, die den Wechselkurs und die günstigeren Preise ausnutzen.
Mal schauen, wie die Schweiz das Problem in den Griff bekommt.
Wobei die St.Moritzer Ecke auch ein wenig abgelegen ist. Ohne den Promistatus der Gegend wäre es vermutlich trotz der schönen Landschaft ein Sorgenkind der Tourismusmanager.
Ja, da kommen einige Probleme zusammen :
- hohe Preise , auch in der Nebensaison voller Skipasspreis
- Mangel an modernen Quartieren (Ferienparks etc. )
- abgeschiedene Lage und schwierige Erreichbarkeit
- Konkurrenz im Nachbartal (Livigno) , die ein top Angebot zu top Preisen liefert.
So jedenfalls meine Sicht.
Ich persönlich finde es trotzdem wunderbar dort. Aber ich würde wahrscheinlich mit Familie dort nicht hinfahren.