Anfahrt: Bayrischzell - Spitzingsee ca. 0:20 h
Wetter: Sonnig, +5 bis +8°C
Schnee: ca. 30-50 cm Feuchtschnee, teils Maschinenschnee
Anlagen in Betrieb: Alle außer Skikuli an der Taubenstein-Talabfahrt
Wartezeit: Keine bis 1 min
Gefallen: Für ein deutsches Alpenskigebiet erstaunliche Anlagen- und Pistenvielfalt, optische Trennung vom Alpenvorland, schöne Schleppliftanlagen, sonniges Privatskigebiet Taubenstein.
Nicht gefallen: Keine Skiverbindung zwischen Stümpfling- und Taubensteingebiet möglich; Talabfahrtstrassierung Taubenstein.
Bewertung: 6 von 6 Punkten
Internet: http://www.alpenbahnen-spitzingsee.de/
Pistenplan: Klick hier (Link zu lang)
Dieser Bericht ist Teil meiner Skifahrt Oberbayern-Schweiz vom 7.-10. März 2013. Die Stationen:
Aschau / Kampenwand 7. März 2013
Osterhofen / Wendelstein 7. März 2013
Oberaudorf / Hocheck 7. März 2013
Spitzingsee / Stümpfling & Taubenstein 8. März 2013
Lenggries / Brauneck 8. März 2013
Mollis / Schilt 9. März 2013
Amden / Mattstock & Arvenbüel 9. März 2013
Blatten / Belalp 10. März 2013
Rothwald / Wasenalp 10. März 2013
Auf den Besuch am Spitzingsee freue ich mich besonders, war ich doch hier mit meinem Vater an Rotwand und Brecherspitz in den frühen 1980er Jahren zum Wandern und viele Impressionen von damals sind mir noch geläufig. Natürlich habe ich mir seinerzeit vorgenommen, irgendwann zum Skifahren zurückzukommen. Dass es 30 Jahre dauern würde, war nicht vorgesehen.
Das Stümpflinggebiet macht erwartungsgemäß viel Spaß. Die Schneelage ist gut, die Pisten und die abwechslungsreichen Liftanlagen bieten viel Abwechslung. Den Abstecher zu den Firstalmen mit dem kurzen Nordhanglift kann man sich skifahrerisch eigentlich schenken, aber immerhin kommt man hier dem ehemaligen Skihang am Südhang der Brecherspitz am nächsten. Schade, dass der Skilift dort nicht mehr existiert. Am meisten Spaß macht mir die schwarze Grünseeabfahrt vom Rosskopf, die einen schönen Blick in die Valepp mit ihrem mäandernden Bach ermöglicht. Am wenigsten kann ich mit der Suttenabfahrt anfangen, die ziemlich voll ist und hauptsächlich durch Wald führt. Bei Schlechtwetter mag die Waldsituation allerdings für die Kontursicht sehr vorteilhaft sein. Auffällig ist die insgesamt sehr gute Präparation im Skigebiet.
Am späten Vormittag geht es am Spitzingsee im Taubenstein-Gebiet weiter. Eine gefühlte Ewigkeit dauert die Bergfahrt über 520 Höhenmeter in der 2,5 km langen PHB-Gondelbahn von 1971, deren letzte drei Exemplare hier, am Allgäuer Hochgrat und am Harzer Bocksberg fahren (tatsächlich sind es ca. 15 Minuten). Wie schon an der Kanzelwand ist das Seil der Bahn geisterhaft leer, weil die Gondeln von Hand je nach Bedarf losgeschickt werden. Im Skigebiet am Taubenstein verlieren sich rund 10 Skifahrer und ein paar Tourengeher. Am Oberen Lochgrabenlift fährt ein Paar, an den Maxlrainerliften mit ihrem wunderschön ausgerichteten, panoramareichen Hang neben mir ein einziger Skifahrer. Warum man am Maxlrainerhang zwei Skiliftsektionen statt eines durchgehenden Lifts gebaut hat, erschließt sich mir nicht. Hat es am Maxlrainerhang am von unten gesehen rechten Hangrand früher einen weiteren Skilift gegeben? Dort stehen alte Lifthäuschen ... in http://www.lift-world.info finde ich dazu nichts. Sehr schön der in einem sonnigen Seitental gelegen Rauhkopflift mit breiter Abfahrt, der per Skiweg ans restliche Skigebiet angebunden ist. Die Talabfahrt am Taubenstein dagegen nervt. Wer bitteschön ist auf die Idee gekommen, sie mittendrin bergauf zu trassieren ... ? Der am Bergauf-Stück platzierte kurze Aufstiegshilfe-Seillift (Skikuli) ist bei meinem Besuch außer Betrieb. Die Schiebe-Situation auf der Talabfahrt dürfte neben der langsamen PHB-Bahn und der fehlenden Verbindung zum Stümpfling-Gebiet zur gesunkenen Popularität des Taubenstein-Gebiets maßgeblich beitragen. Eine kurze Liftverbindung zur Schönfeldhütte oberhalb der Talstation des Rauhkopflifts und der Start der Talabfahrt an der Schönfeldhütte würden das Problem simpel lösen.
48 Fotos:
Stümpfling-Gebiet:
Kassenbereich Stümpflingbahn. Parken in vorderster Reihe war am Freitagmorgen bei gutem Wetter erstaunlicherweise kein Problem.
In der 4KSB Stümpfling-Express. Am linken Bildrand kommt der Valeppalpe-Lift hoch.
Vom Stümpfling geht es hinüber zum Osthanglift, um zu den Firstalmen zu gelangen.
Osthanglift. Authentisches Skifahren in Oberbayern.
Dieses Schild hängt sicherlich schon mehrere Jahrzehnte an der Bergstation des Osthanglifts. Die Skilifte am Südhang der Brecherspitz wurden 1997 stillgelegt und 2010 abgetragen.
Nordhanglift über den Firstalmen. Letztere sind sicherlich ein schönes Pausenziel, aber für den Skihang allein muss man da nicht unbedingt hin.
Drei-Tannen-Lift. Die Fahrt mit dem klassisch-schönen DM-Gitterportalstützenlift ist interessanter als seine Abfahrt.
Nochmal Drei-Tannen-Lift. Doppelmayr-Anlage von 1959, also 54 Jahre alt - und mit dem gleich alten Nordhanglift wohl einer der ältesten erhaltenen Skilifte am Spitzingsee.
Talstation Kurvenlift mit dem Spitzingsee und Übungslift Bayernhanglift rechts im Waldschatten.
Pistenplan Spitzingsee.
Einer der beiden Namensgeber des Kurvenlifts.
Suttenabfahrt. Reine Waldabfahrt mittlerer Neigung, die zum Schnellfahren auffordert. Leider machen das auch alle ihre Benutzer.
Nochmal Suttenabfahrt. Macht mit 500 m die meisten Höhenmeter im Skigebiet und ist wahrscheinlich deshalb immer recht voll. Vor dem Bau der 4KSB muss es hier markante Wartezeiten gegeben haben.
DSB Rosskopf zum mit gerade mal 1580 m höchsten Punkt im Stümpflinggebiet.
Schwarze Grünseeabfahrt, meine Lieblingsabfahrt am Spitzingsee. Führt hinunter in die Valepp, ein wunderschönes Almgelände im Tal ohne Autoverkehr.
Grünseeabfahrt. Ein Genuss.
Grünseeabfahrt zum Dritten.
Valeppalpe am Ende der Grünseeabfahrt. Eine Idylle. Hier bin ich in den 1980er Jahren mit meinem Vater gewandert. Wahrscheinlich führte uns die Rundtour über die Rotwand hier entlang.
Der Valeppalpe-Lift bringt mich zurück zur Stümpflingbahn.
Valeppalpe-Lift. Nix los hier.
Parkplatz Stümpflingbahn, alles andere als voll.
Talstation 4KSB Stümpfling-Express. Wartezeit 2-3 Sessel.
Standardpiste Stümpflingbahn. Wie alle Pisten im Gebiet schön zu fahren.
Der Spitzingsee ganz ohne Menschenmassen. Wie die Valeppalpe eine Idylle an diesem Freitagvormittag. Links oben der Gipfel der Brecherspitz.
Wechsel ins Taubenstein-Gebiet
Umfangreiches Talstationsgebäude der Taubensteinbahn.
Sehr aufgeräumtes 1980er Jahre-Ambiente in der Talstation der Taubensteinbahn.
Diese PHB-Seilbahn von 1971 ist zusammen mit ihren Schwestern am Allgäuer Hochgrat und am Harzer Bocksberg die letzte ihrer Art. Wie alle PHB-Anlagen wurde sie nicht gerade für große Beförderungskapazität und kurze Fahrzeitdauer gebaut, dafür aber für technische Langlebigkeit.
Ausfahrt aus der Talstation der Taubensteinbahn mit ihrem sachlichen 1980er-Jahre-Stil. Auf der anderen Seite des Spitzingsees links hinten die Talstation des Kurvenlifts.
Taubensteinbahn und Spitzingsee.
Blick aus der Taubensteinbahn zum Lochgrabenlift.
Strecke 4EUB Taubensteinbahn.
Bergstation Taubensteinbahn mit dem namensgebenden Felsstock.
Blick von der Bergstation der Taubensteinbahn auf den Südwesthang des Wendelsteins. Oberhalb der Bildmitte das Skigelände von Bockstein- und Lacherlift. Rechts unterhalb der Bildmitte erkennt man den Verlauf der am Vortag befahrenen Osterhofener Westabfahrt ... und dass der Schnee beim Austritt der Piste aus dem Wald endet.
Blick von der Bergstation der Taubensteinbahn zur Hochries über Rosenheim bzw. dem Samerberg und zur Kampenwand, besucht am Vortag. Die Hochries ist für Wander- wie auch für Seilbahnfans eine feine Sache. Zu schade, dass der Winterbetrieb der Bergbahnen eingestellt wurde. Dort war in den 1980er Jahren sogar mal ein Skigebiet geplant, das aber nie verwirklicht wurde, weil die Hochries für Otto Normalskifahrer zu steil ist.
Und das Ganze noch einmal im Ensemble: Wendelstein, Hochries, Kampenwand und mir unbekannte Berge weiter rechts von der Bergstation der Taubensteinbahn gesehen.
Blick von der Bergstation der Taubensteinbahn über den Maxlrainerhang zum Zugspitzmassiv.
Taubensteinhanglift auf der Maxlrainerseite. Warum man hier statt den bestehenden zwei Schleppliftsektionen nicht einen durchgehenden Lift gebaut hat, ist mir unerklärlich. Vom Ausstieg des Taubensteinhanglifts muss man doof aufsteigen, um zum Oberen Lochgrabenlift und zur Talabfahrt zu gelangen. Hätte man die obere Umlenkung nicht auf den Grat, sondern dahinter gestellt, bestünde das Problem nicht.
Bergstation Maxlrainerlift und Talstation Taubensteinhanglift mit Gasthaus Maxlrainer Alm. Ein schönes Stückchen Erde.
Maxlrainerlift mit Taubenstein. Doppelmayr-Anlage von 1962, offenbar z.T. sogar noch im roten Originalanstrich.
Maxlrainerlift. Wegen des tollen Süd-Panoramas fühlt man sich hier nicht unbedingt wie in einem Voralpen-Skigebiet.
Taubensteinhanglift oberhalb des Maxlrainerlifts. Vielleicht hat ja irgendwann noch jemand Erbarmen und macht aus den beiden separaten Liftanlagen eine durchgängige ...
Im Taubensteinhanglift. Eine arg bedächtige Angelegenheit.
Taubensteinbahn - endlich fuhr mal eine Kabine vorbei.
Piste Oberer Lochgrabenlift - hier kann man gut Gas geben. Unterhalb beginnt die Talabfahrt.
Wie schon in anderen Forenberichten angemerkt: Interessanterweise fahren die Kabinen offen zu Tal.
Rauhkopflift, der den Hang eines Seitentals erschließt. Auch hier fuhr außer mir nur ein (!) weiterer Skifahrer. Das wundert mich schon, bin ich doch davon ausgegangen, dass die Hotels am Spitzingsee durchaus für eine Woche Skiurlaub gebucht werden und die Wochengäste auch am Taubenstein fahren, wenn der geöffnet ist.
Piste Rauhkopflift, schön zu fahren ... und so leer.
Talabfahrt Taubenstein. Hier hat man das doofe Schiebestück schon hinter sich.
Nächster Bericht: Lenggries / Brauneck 8. März 2013