Die Vorfreude war riesig, andererseits war die ganze Zeit auch etwas Angst dabei. Wird es mir / uns am Kronplatz immer noch so gut gefallen wie wor 6, 10, 15 oder 25 Jahren? Immerhin haben wir uns die Massenskigebiete in den letzten 5 Jahren ein wenig abgewöhnt. Alpenweit gesehen ist selbst das grösste Skigebiet der region Osttirol + Kärnten eher mittelgross, aber selbst hier habe ich mich in letzter Zeit schon mehr als einmal dabei erwischt, dass ich statt z. B. aufs Nassfeld lieber auf die kleine Petzen gefahren bin. Oder auf den einsamen Hochstein statt nach Matrei, wo es in der Hochsaison auch schon mal voll sein kann. Oder, wie nur zwei Tage zuvor, wo es mir sogar am Parkplatz unter dem Thurntaler (der wirklich nicht zu den Massenskigebieten gezählt werden kann) zu viel Betrieb war und ich lieber nach Obertilliach fuhr. Wird mir Kronplatz immer noch gefallen? Werde ich den Zivilisationsschock - Kronplatz nach 2 genialen Tagen in Kleinstskigebieten Hochstein und Obertilliach - noch vertragen können
Wie auch immer, die Anfahrt war relativ kurz, 35 Minuten hat es von der FeWo in Sillian bis zum Parkplatz in Olang gedauert. Die Strasse an der italienischen Seite, von der Staatsgrenze bis Toblach, könnte genau so gut in Rumänien sein - so viele Schlaglöcher auf einer Hauptstrasse habe ich in Westeuropa schon lange nicht gesehen
Die Parkplatzeinweisung hat bestens funktioniert und an der Kassa ging es wenige Minuten vor 9 Uhr sehr flott, als mal 4 Leute in der Warteschlange vor jeder den 3 offenen Kassen standen, wurde sofort eine neue aufgemacht. Vorbildlich, finde ich, inklusive Rolltreppe von den Kassen zum Einstieg Olang 1 dauerte der Kartenkauf keine 5 Minuten.
Erstes Foto vom Plateau - Bereich: vielversprechend:
Talafbahrt nach Olang mit neuen TF 10 auf Turm - Carvingtraum:
Bereits nach den ersten 1000 HM des Tages habe ich gewusst: es wird mir wieder gefallen. Perfekte Präparation, Schnee griffig, aber nicht eisig. Auch in Osttirol war es die Woche sehr gut, aber am Kronplatz machen sie es halt noch eine Spur besser. Und überfüllt kann man das nun wirklich nicht bezeichnen:
Dann mussten wir die neue Marchner ausprobieren, zuerst natürlich die Piste
Nun zur Neuigkeit 2012, neue Lorenzi Piste, Viertel nach 10. Schrecklich, diese vollen Pisten in Industrieskigebieten
Am linken Rand wurde der Schnee gerade ein wenig firnig:
Eindruck: zwar keine Piste der Superlative, aber eine interessante Alternative der autobahnähnlichen Hauptabfahrt, sie wird die Skifahrerströme im Bereich Plateau - Arndt bestimmt ein wenig entzerren. Like
Nach dem Befahren der Lorenzi sind wir nicht runter nach Olang, sondern mit den beiden 6KSBs Arndt + Plateau hinauf gefahren - man muss bei solchem Wetter die am Kronplatz seltene Gelegenheit nutzen, aus den KSBs ein paar Fotos zu machen:
Nun müssen wir unbedingt eine weitere (für uns, versteht sich) Neuigkeit am Kronplatz testen, ich meine die Ried - Abfahrt. Cool oder uncool? Zu viele Flachstücke? Zu lange Bahn? Beide Meinungen habe ich bereits im AF und im slowenischen Forum gelesen, also am besten selbst überzeugen. Der Anfang ist schon mal recht flach:
Das ist schon besser:
Hier waren wohl Autobahplaner am Werk:
Schnee wie auf allen Pisten am Kronplatz von feinstem:
So, fast geschafft. Für einen Schneekanonenfan wie mich interessant, dass die Piste mit 5 verschiednen Typen von Kanonen beschneit wird: oben mindestens eine TA, etliche rote Demac, noch mehr Lenkos auf Turm, Lanzen in flachen Abschnitten, im letzten Kilometer schallgedämmte Lenkos Whisper:
Während der relativ langen Bergfahrt mit der EUB Ried geht mir die gerade befahrene Abfahrt durch den Kopf: auf jeden Fall ist sie gut gelungen und eine willkommene Bereicherung des ohnehin schon riesigen Pistenangebots am Kronplatz, wird auch gut angenommen, wie man auf Fotos erkennen kan. An der Talstation mussten wir ganz kurz abwarten, ich glaube 3 oder 4 Kabinen (die aber mit maximal 4 - 6 Personen befüllt wurden). An die ganz grossen Talabfahrten (Sylvester, Hernegg, Olang) kommt sie m. E. nicht ganz heran, dafür sind die Flachstücke einfach zu lang und zu flach. Eimal pro Tag habe ich genug.
Nun geht es aber in den richtigen Nordbereich, der um diese Jahreszeit fast den ganzen Tag sonnig ist:
Pramstall - Piste oberhalb der Herzlalm: Schnee vom besten, im ganzen Pistenverlauf gab es frischen Maschinescheepulver auf griffiger Unterlage. Die haben wirklich noch an einem 4. März fast alle Pisten in der nacht beschneit - nicht viel, da war jede Kanone vielleicht 2 oder 3 Stunden in Betrieb (es gab keine Schneehauffen), aber genug dass die ganze Nordseite pulvrig war.
Hernegg: sonnig, griffig, was will man mehr?
Geschafft, und nun schnell wieder nach oben! Um halb zwölf war nur die Kronplatz I + II in Betrieb (mit 1 Minute Wartezeit), ich meine mich zu erinnern dass am Morgen auch die Kronplatz 2000 lief:
Nochmals die Nordseite runter ... :
... diesmal auf der herrlich leeren 2R (Seewise). Ist die auch neu oder bin ich da immer vorbei gefahren? Wie auch immer, perfekter Schnee und ganz leer - da gab es selbst in Obertilliach mehr Skifahrer pro Hektar Piste
Manschenmassen auf der Sylvester
Um fair zu sein: im letzten Kilometer der Sylvester konnte man, wenn man gerade danach gesucht hat, neben viel Pulver auch zwei oder drei kleine Eisplatten finden. Es waren aber die einzigen Eisplatten des Tages, also ist es jammern auf sehr hohem Niveau:
Ab in den Süden. Zum Foto noch ein Kommentar - es waren längst nicht alle Piste so leer, aber sobald man die Hauptautobahnen verlassen hatte, konnte man solche Abschnitte finden (hier die Verbindungspiste von der Talstation 4KSB Sonne zur Hauptabfahrt Nr. 9):
Abstecher nach St. Vigil, auch hier noch sehr guter Schnee, gerade eine Spur aufgefirnt:
Die Piculin haben wir an diesem Tag zu spät erreicht (man kann leider nicht gleichzeitig überall sein
Beeindruckend ist die Piste aber immer wieder:
Dei ostseitige Erta war wesentlich besser, zwar auch schon firnig, aber nicht sulzig:
Pre da Peres, kurz vor zwei immer noch winterlicher Schnee:
Nun gibt es eine längere Fotopause. Nach gutem Essen auf der Herzlalm - gottseidank kriegt man am Kronplatz im Gegensatz zu richtig italienischen Skigebieten auch noch um halb drei ein gutes Essen (und im Gegensatz zu österreichischen Hütten wissen sie wie man Nudeln kochen soll) - und einer weiteren Abfahrt auf der Hernegg wechselten wir noch einmal zur Pre da peres:
Klassisches Panorama der Kronplatz - Südseite. Pre da Peres war bis nach 16 Uhr - trotz Nordlage - sonnig und der Schnee perfekt, dazu wenig los:
Pistenzustand punkt 16 Uhr - nur ganz minimale Pulverschneebuckel:
Was fehlt noch? Richtig, die kurze 4SB Sonne. Um halb fünf war die Piste hier nicht mehr ideal, der Schnee der tagsüber aufgeweicht war, begann langsam wieder zu frieren, unangenehm zu fahren. Generell aber grosser Lob an Kronplatz für lange Betriebszeiten - die Zubringerbahnen starten um 8:30 und die Lifte fahren bis 16:40 oder 16:50. Im Vergleich zu manchen '9:00 - bis - 16:00' Skigebieten bedeutet das eine Stunde und 20 Minuten mehr skifahren, das ist schon ein wesentlicher Unterschied
Letzter Sonnenschein an der Plateau, eine Fahrt würde sich noch ausgehen, aber genug ist genug (sagte Mausi, nicht ich
Die Piste nach Olang war um halb fünf zwar schon schattig, aber auf den oberen 2/3 bis Talstation Arndt immer noch bestens zu fahren, der Schnee blieb hier den ganzen Tag griffig - pulvrig. Nur der Lorenzi - Hang war etwas nervig, da zuerst aufgetaut und nun wieder gefroren, ging aber auch noch:
Tagesbilanz:
Abschlusskommentar: fast alle Sorgen die ich vor dem Besuch hatte, waren unbegründet. Es war ein genialer Skitag, vielleicht der beste der Saison 2012/13. Die befürchteten Warteschlangen an den Liften gab es nicht - nur für die zweite Bergfahrt mit der Olang I mussten wir 3 Minuten anstehen, sonst waren die Wartezeiten unter 1 Minute, meistens gar keine. Und auch von überfüllten Pisten (wie lautet schon die blöde Phrase der Modernisierungsgegner: dass man zwar nicht für die Liftfahrt, dafür aber für die Abfahrt warten muss