Prognose: Schweizer Tourismus geht weiter bergab

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Finsteraarhorn
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Re: Prognose: Schweizer Tourismus geht weiter bergab

Beitrag von Finsteraarhorn »

CHinesen sollen unsere Skigebiete retten.

http://www.blick.ch/news/wirtschaft/chi ... 33013.html

Richie
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Re: Prognose: Schweizer Tourismus geht weiter bergab

Beitrag von Richie »

Immerhin sind die Zahlen der Schweizer Begrbahn für diese Wintersaison etwas besser: Seilbahnen Schweiz: Saison Monitoring
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chianti
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Re: Prognose: Schweizer Tourismus geht weiter bergab

Beitrag von chianti »

Kann man so nicht sagen, wenn man es mit der Januarstatistik vergleicht, die du selbst verlinkt hast: http://www.alpinforum.com/forum/viewtop ... 3#p4892253 - damals waren es noch 6,8% Umsatzplus, jetzt nur noch 2,2%.
Der Februar hat wohl ein ziemliches Loch gerissen und vor dem Hintergrund, dass 2011/12 umsatzmäßig 10,3% unter 2010/11 lag, ist das de facto ein Umsatzrückgang von ca. 8% zu einem "normalen" Jahr. Der Abwärtstrend seit 2008 geht also weiter.
-> http://www.seilbahnen.org/dcs/users/174 ... 2012_d.pdf S. 10
Richie
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Re: Prognose: Schweizer Tourismus geht weiter bergab

Beitrag von Richie »

Ob sich der Trend kehrt oder war dieser Winter eine Ausnahme? Trendwende bei Schweizer Wintersport-Orten
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chianti
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Re: Prognose: Schweizer Tourismus geht weiter bergab

Beitrag von chianti »

Richie hat geschrieben:Ob sich der Trend kehrt oder war dieser Winter eine Ausnahme?
Wenn, dann war der letzte Winter eine Ausnahme: vertauscht man die Zahlen von 2011/12 und 2012/13, ergibt es einen linearen Abwärtstrend. So gibt es eben einen mit einer Delle 2011/12. Aber was erwartet man von einem Medium, das einen derartigen Schnitzer auf seine Webseite stellt:
1815.ch hat geschrieben:Das neueste Saison-Monitoring des Branchenverbandes Seilbahnen Schweiz hat die Zahl der Gäste in den Skigebieten bis und mit Februar um 54,4 Prozent zugenommen.
5,4% wären korrekt und ein Februarrückgang gegenüber dem schwachen Vorjahr ist alles andere als eine Trendwende: http://www.seilbahn.net/sn/index.php?i=4&j=1&news=4775 und http://www.seilbahnen.org/MM_Februarbilanz_2012.html
Die 13% Rückgang von Jan 2011 auf 2012 sind gerade mal halbwegs aufgeholt: http://www.seilbahnen.org/Top_Schneever ... Berge.html
1815.ch hat geschrieben:Zu verdanken sei das gute Ergebnis dem guten Saisonauftakt und den prächtigen Wintersportwetter. Zudem lagen die Feiertage für Arbeitnehmer so günstig wie lange nicht mehr.
Und wenn es nächste Saison wieder erst im Dezember schneit? Auf günstige Brückentage kann man wohl nicht so schnell wieder hoffen ...
Richie
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Re: Prognose: Schweizer Tourismus geht weiter bergab

Beitrag von Richie »

Diese Wintersaison scheint es etwas besser gelaufen zu sein (gemäss vorläufigen Zahlen per Ende März 2013): http://www.seilbahn.net/sn/index.php?i= ... Monitoring von Seilbahnen Schweiz per Ende März
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Schweizer Bergtourismus: Kein Geld für einen Neustart

Beitrag von Harzwinter »

Schweizer Bergtourismus: Kein Geld für einen Neustart

Der nächste Artikel zur Krise des Bergtourismus in der Schweiz, die sich offenbar fortgesetzt hat. Als Beispiele müssen Graubünden und das Wallis herhalten. Quelle: Neue Zürcher Zeitung 25. April 2013.

Und zeitgleich präsentiert Österreich erneut Rekorde im Wintertourismus.
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GMD
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Re: Schweizer Bergtourismus: Kein Geld für einen Neustart

Beitrag von GMD »

Wenn wir nicht schleunigst von der Hochpreisinsel wegkommen, dann sehe ich für die Schweizer Exportwirtschaft (und dazu gehört auch der Tourismus) rabenschwarz! Aber eben, noch verdienen zu viele zu gut daran, als das sich so bald daran was ändern dürfte.
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Re: Schweizer Bergtourismus: Kein Geld für einen Neustart

Beitrag von HBB »

Wenn jetzt schon Jugenherbergen die Zukunft retten sollen, muss es ja wirklich schlimm stehen; wer sich in einer Jugenherberge einquartiert, wird wohl auch sonst nicht viel Geld im Urlaubsort lassen. Was dringend fehlt, sind zeitgemäße Mittelklasseunterkünfte zu vertretbaren Preisen. Keiner zahlt doch für ein 70er-Jahre-Fremdenzimmer so viel, wie er z.B. in A in einem feinen Hotel zahlen würde.
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Re: Schweizer Bergtourismus: Kein Geld für einen Neustart

Beitrag von GMD »

Sage ich doch. Hohe Preise sind das Problem und zwar nicht nur für den Endkunden, sondern auch in der Produktion. Übertragen auf den Beherbergungssektor heisst das: Höhere Lohnkosten (das Personal muss schliesslich für ihre Lebenskosten CH-Preise bezahlen), Teurere Preise im Einkauf von Produkten (tw. kosten die Sachen in der Schweiz im Einkauf für den Händler mehr als in Deutschland im Geschäft!), und selbstverständlich kostet Bau und Unterhalt in der Schweiz auch mehr als im Ausland. Fazit: Mit den Preisen in Österreich oder Deutschland kann ein Schweizer Hotellier, auch beim besten Willen, schlicht nicht mithalten. In Zeiten von "Geiz ist geil!" ein fataler Standortnachteil! Und nun beginnt sich der Teufelskreis unbarmherzig zu drehen: Hohe Preise - Gäste bleiben aus - Einnahmen sinken - wenig oder kein Geld für Investitionen - Attraktivität nimmt ab bzw. Preis/Leistungsverhältnis verschlechtert sich - Gäste bleiben aus - etc.
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Re: Schweizer Bergtourismus: Kein Geld für einen Neustart

Beitrag von Rüganer »

Hohe Preise sind KEIN Problem, die 4 und 5 Sterne-Hotels laufen in der Regel sehr gut.
Problem ist das Preis-Leistungs-Verhältnis.
Wenn ich für viel Geld in einer 70er-Jahre Bude wohne, ist das unakzeptabel.
Hat man ja schön ofter in Berichten hier gelesen.
Vielleicht muss ein Investitionsprogramm her, auch staatlicherseits gefördert.
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Re: Schweizer Bergtourismus: Kein Geld für einen Neustart

Beitrag von Foto-Irrer »

GMD hat geschrieben: In Zeiten von "Geiz ist geil!"
Was hat "Geiz ist geil" damit zu tun, wenn ich für ein 4*-DZ mit HP in den wunderschönen Dolomiten genausoviel bezahle wie für ein 3*-DZ mit Frühstück im wunderschönen Wallis.
Dasselbe gilt für Skipässe. Warum 1/3 mehr ausgeben für ein Skigebiet mit alten Liften, wenn ich für weniger eine Menge KSBs, Skibrücken, Schneekanonen etc. bekomme. Und bitte liebe SL-Nerds, jetzt kommt mir nicht mit "Ich liebe den alten Schrott". Ich pauschalisiere nur eine Aussage auf das Gros der Touristen, denen alte Lifte am Allerwertesten vorbei gehen. Denen ist es auch egal, ob sie in Ischgl 15min. an der KSB anstehen.

Ich finde es ja nach wie vor der Hammer, dass ich vor 2 Jahren bei meiner Suche nach einer Unterkunft im Engadin :!: :!: :!: (konkret Pontresina und Celerina) mir noch Zimmer mit Toilette auf dem Flur angeboten wurde... wo bitte gibt es sowas sonst noch??? Das hat echt was von Steinzeit :!:
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Re: Schweizer Bergtourismus: Kein Geld für einen Neustart

Beitrag von Whistlercarver »

Foto-Irrer hat geschrieben:Ich finde es ja nach wie vor der Hammer, dass ich vor 2 Jahren bei meiner Suche nach einer Unterkunft im Engadin :!: :!: :!: (konkret Pontresina und Celerina) mir noch Zimmer mit Toilette auf dem Flur angeboten wurde... wo bitte gibt es sowas sonst noch??? Das hat echt was von Steinzeit :!:
Das ist leider immer noch alltäglich in der Schweiz. Leider sind dann die Preise auch nicht entsprechend billig. Gerade im günstigen Bereich herrscht in der Schweiz ein zu großer Preis/Leistungs Unterschied zu anderen regionen egal wo. Der 08/15 Skifahrer braucht keinen Wellnessbereich am Abend. Vielleicht einmal die Woche ist es interessant ins Hallenbad oder die Sauna zu gehen aber doch nicht täglich. Und dafür gibt es ja immer noch die öffentlichen.
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Re: Schweizer Bergtourismus: Kein Geld für einen Neustart

Beitrag von GMD »

Du verkennst ganz offensichtlich das Problem! Ein Schweizer Hotellier kann preislich gar nicht mit der ausländischen Konkurrenz mithalten, da er beim Einkauf von Leistungen und Produkten genauso abgezockt wird wie die übrigen Schweizer, und weil er genau deswegen seinen Angestellten auch höhere Löhne bezahlen muss!

Man kann es drehen und wenden wie man will: Die sehr hohen Schweizer Preisen produzieren wenig Gewinner und sehr viele Verlierer. Hier wäre eigentlich die Politik gefragt, doch die Parlamentarier lassen sich nur allzugerne vor den Karren der Profiteure spannen, weil sie so hoffen, auch was vom Kuchen abzukriegen. So geschehen letzte Woche als ein diesbezüglicher Vorstoss abgelehnt wurde.
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Re: Schweizer Bergtourismus: Kein Geld für einen Neustart

Beitrag von Whistlercarver »

@GMD: Du hast schon mitbekommen das wir hier über das Preis/Leistungsverhältnis reden?
Außer in Hostels findet man sonst wirklich fast nirgends mehr Hotels mit WC und Dusche auf dem Gang, außer halt in der Schweiz. Im Hostel zahlt man dann unter 20€ pro Nacht und Person, hat aber dann meistens noch W-Lan und sonstige annehmlichkeiten der heutigen Zeit im Preis dabei.

Für ein DZ mit Dusche und WC auf dem Gang bin ich leider gleich mal bei 30-50€ pro Nacht und Person, in der Schweiz. Da bekommt man in anderen Ländern in 2-3 Sterne Hotels mit frisch renovierten Zimmer. Leider sind die frisch renovierten Zimmer in der Schweiz in dieser Kategorie nicht wirklich vorhanden. 150€ für ein DZ in einem Motel in Martigny ohne irgendwelchen komfort einfach nur ein Zimmer mit TV, WC, Dusche und wenn man ebenerdig untergebarcht ist kleine Terrasse.
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Re: Schweizer Bergtourismus: Kein Geld für einen Neustart

Beitrag von chianti »

Seltsamerweise gibt es Beispiele die zeigen, dass das Gesamtpaket in der Schweiz nicht zwingend teurer sein muss (auch wenn die reinen Hotelkosten höher liegen).

http://web.de/magazine/reise/reisetipps ... duell.html
http://www.srf.ch/konsum/themen/familie ... -vergleich

Das Problem ist allerdings: viele Familien habe nicht das "Schweizer Budget" von 3000 Franken für eine Woche Urlaub. Wenn "akzeptabel und günstig" in der Schweiz Jugendherberge bedeutet, nun denn ...

Allerdings haben wir in meiner Kindheit den Familien-Sommerurlaub in Bergün auch in einer SFH-Unterkunft (heute: REKA?) verbracht.
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Re: Schweizer Bergtourismus: Kein Geld für einen Neustart

Beitrag von Harzwinter »

Foto-Irrer hat geschrieben:Ich finde es ja nach wie vor der Hammer, dass ich vor 2 Jahren bei meiner Suche nach einer Unterkunft im Engadin :!: :!: :!: (konkret Pontresina und Celerina) mir noch Zimmer mit Toilette auf dem Flur angeboten wurde... wo bitte gibt es sowas sonst noch??? Das hat echt was von Steinzeit :!:
Das hatten wir bei der Suche nach unserer Oster-FeWo in Grindelwald auch gerade. Auch ich musste die Wohnungsbeschreibung mehrfach lesen, um es glauben zu können. :D
GMD hat geschrieben:Ein Schweizer Hotellier kann preislich gar nicht mit der ausländischen Konkurrenz mithalten, da er beim Einkauf von Leistungen und Produkten genauso abgezockt wird wie die übrigen Schweizer, und weil er genau deswegen seinen Angestellten auch höhere Löhne bezahlen muss!
Dagegen spricht allerdings, dass Schweizer Hotels in der Wintersaison viele ausländische Saisonkräfte beschäftigen - oftmals aus Italien -, die mit Sicherheit nicht die hohen Löhne der Schweizer Mitarbeiter beziehen. Interessanterweise trifft das Hochpreisproblem auch auf Schweizer Ferienwohnungen zu. Und bei denen ist der einzige kurzfristige Kostenfaktor die wöchentliche Reinigung, die m.E. den spürbaren Preisaufschlag gegenüber EU-Alpenländern längst nicht rechtfertigt. Vielmehr scheinen sich Schweizer FeWo-Preise bislang noch an der Zahlungswilligkeit von Schweizer Gästen zu orientieren. Aber selbst die beginnen schon in Österreich Urlaub zu machen. Wirklich ein Teufelskreis ...

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Re: Schweizer Bergtourismus: Kein Geld für einen Neustart

Beitrag von Fab »

Ich hab in Z mit deutschen Saisonkräften gesprochen.
Die verdienen ich der Schweiz ungleich mehr, als sie in Ö oder gar in D verdienen würden.
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Re: Schweizer Bergtourismus: Kein Geld für einen Neustart

Beitrag von 3303 »

Meiner Ansicht nach ist es in erster Linie ein Wechselkursproblem. Die Kaufkraft des CHF ist teilweise sehr niedrig - der Kurs aber sehr hoch. Als man noch 1,60CHF für den Euro bekam, war das mE ingesamt passend - heute in keinster Weise mehr.
Verschärft wird das durch den eurobedingten, künstlichen Wettbewerbsvorteil für zB D und AT, die gemessen an der Wirtschaftsleistung eigentlich eine deutlich höher stehende Währung haben müsste.
Jetzt saugen diese Euroländer durch den eigentlich zu günstigen Kurs nochmal mehr Kaufkraft aus dem Ausland auf.
Gäbe es noch D-Mark und Schilling, sähe das Ganze im Verhältnis zur Schweiz sicher anders aus.

Bei der Anpassung der Preise für Importgüter scheint mir die Schweizer Wirtschaft übrigens ziemlich hinterherzuhinken und lieber zusätzliche Gewinne einzustreichen, als die günstigen Einkaufspreise an die Geschäftspartner weiterzugeben. Das ist auch ein Faktor, der es für die Endanbieter schwierig macht, preislich besser mit dem Ausland zu konkurrieren.
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Re: Schweizer Bergtourismus: Kein Geld für einen Neustart

Beitrag von Foto-Irrer »

Beispiel das Hotel Lauterbrunnen, wo wir vor 2 Jahren waren. Liegt direkt an der Zahnradbahn nach Wengen bzw. gegenüber der Gondel ins Skigebiet von Mürren. Also genommen, weil auf der Homepage guter Eindruck von den Bildern, Lage exzellent und haben sich auf 3 Übernachtungen in der Hauptsaison eingelassen.
http://www.steinbock-lauterbrunnen.ch/z ... nbock.html

Links im Bild die kleine Dusche und in der Mitte die Zimmer (ca. 8 Zimmer teilen sich morgens EINE :!: Dusche). Das WC ist ne kleine Bretterbude im Treppenaufgang (KEIN SCHERZ!!! Licht noch mit Drehschalter, und Tür halbwegs zum Zuklappen mit Spalt oben und unten, man weiß also, wenn man über den Flur geht, ob da einer ist). Skikeller aussen ums Haus, nicht abgeschlossen an belebter Strasse bzw. Bahnhof, wo jeder mal eben rein und raus kann.

Da wir drei Tage in den Osterferien da waren, habe ich ca. 80 SFR pro Nacht bezahlt und meine Eltern 150 SFR inkl. Frühstück (karg, wie man es aus der Schweiz kennt und im Vergleich zu Frühstück in Ö oder I).
In meinen Augen ist das Hotel keine 3* wert (geben ja noch nichtmal welche an). 150SFR waren damals über 100,- € für zwei Personen im DZ. Jetzt vergleicht man das eiskalt mit einem Hotel direkt an der Sella Ronda und bekommt da Angebote von 4* Hotels mit Halbpension für 55,- € pro Nase. Mit Schwimmbad 65,- € p.P.

Wie kann ein Hotel wie das hier in Lauterbrunnen in so einer BESTLAGE nur seit Jahrzehnten :!: :!: :!: nicht renovieren???
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Re: Schweizer Bergtourismus: Kein Geld für einen Neustart

Beitrag von ATV »

Grundsätzlich muss man davon Ausgehen, dass Touristiker schon als Kind zu kleine Schuhe tragen mussten, damit sie jammern lernen.
Solche Artikel sind immer mit Vorsicht zu geniessen. Das ganze auf den Euro abzuschieben ist sehr einfach und plump.

Das Problem ist vielschichtiger.

-Zum einen ist der Tourismus in der Schweiz, im Gegensatz zu Österreich kein allzugrosser Wirtschaftlicher Faktor. Grösstenteils schlecht bezahlte Stellen mit miesen Arbeitsbedingungen, Grösstenteil Ausländern angestellt. Es wird in der Schweiz zu schweizer Preisen auch schweizer Qualität gefordert, wenn dann ein Portugiese, der A kaum Deutsch kann und B im Sommer auf einer Baustelle mauern hochzieht, im 3 Tage Bart mit fettiger Schürze am Selfservice halb gefrorene Pommes auf einen schmierigen Teller leert, hörts halt auch auf.

-Es wurde in den letzten 40 Jahren praktisch Nur Ferienwohnungen gebaut, mit Ausnahme von einigen wenigen Luxushotels. Währe beispielsweise in Österreich schon seit 20 Jahren der Bau von Zweitwohnungen auf 10% beschränkt wurde, haben in der Schweiz heute 90% der Orte Problem überhaupt auf die 20% Quote runter zu kommen. Mehrheitlich liegt die Quote bei 50 und mehr %
Diese Wohnungen werfen beim Bau zwar hohe Renditen ab, für den Tourismus bringen sie aber nichts. Die Wohnungen sind pro Jahr 2 Wochen belegt und der Rest stehen sie leer. Mein Nachbarhaus, ein grosses 3 Stern Hotel, wurde letzten Herbst geschliffen und durch 30 Zweitwohnungen ersetzt. 100 Betten weniger. Diverse Orte haben sich damit auch selber die Zukunft verbaut. Saas Fee, zum Beispiel einer der hässlichsten Orte der Schweiz.

-Die Hotellerie und die Bergbahnen sprechen nicht miteiander, es wird einfach jeder für sich gewurstelt, im Bestenfall haben beide zu überleben. Es wird aber auch gegeneinder gearbeitet. Beispielsweise wie kann es sein, dass in einem Ferienort die Hotels alle 2 Wochen vor Saisonschluss zusperren und die Anlagen noch 2 Wochen weiterlaufen?? Kommunikation untereinander = 0
Es herrscht Missgunst unter den Hotels bzw gegenüber den Bergbahnen usw.

Einfach nur gebetsmühlenartig zu wiederholen, dass die Schweiz eine Hochpreisinsel ist, ist gar Plump. Dagegen könnte man sagen, dass der Rest von Europa einfach eine Tiefpreisinsel ist. Je nachdem von welcher Seite man es betrachtet.

Übrigens sah dieser Winter in Orten mit vielen Tagestouristen sehr gut aus!
-> meine Fotos könnt ihr weiterhin auf meiner Webseite --> www.stahlseil.ch ansehen.
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Re: Schweizer Bergtourismus: Kein Geld für einen Neustart

Beitrag von baeckerbursch »

Ein Spruch meines Vaters lautete immer:

Der Deutsche wirft seinen Krempel weg, der Schweizer kauft sich dafür eine Ferienwohnung.

Genau so sah es immer in den vielen Schweizer Ferienwohnungen aus in denen wir unseren Urlaub verbrachten.


Die Schweiz ist einfach so anders, so extra, so kompromisslos "Schweiz" das diese einfach den Anschluss an den Rest der Welt verpasst. Es gibt da so viele Beispiele.......
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Re: Schweizer Bergtourismus: Kein Geld für einen Neustart

Beitrag von Theo »

Klar sind es auch die internen Kosten im Lande, aber der grösste Teil kommt vom Wechselkurs.
Ich habe mir das diesen Winter für die dritte Januarwoche selbst mal ausgerechnet und habe ein paar renomierte Orte in CH, A und I genommen. Erwartungsgemäss waren die Orte in CH alle am teuerste. Die Preisdifferenz vom billigsten zum teuersten ort in CH war Fr. 179.-, gerechnet für 5 Nächte und 4 Tage Skipass. Ohne die Anreisemehrkosten beim teuersten, da nicht per Auto erreichbar, währe die Differenz noch Fr. 138.- gewesen und es wäre sogar ein anderer Ort der teuerste geweseen.
Preisdifferenz vom teuersten Ort in CH zum teuersten im Ausland war Fr. 303.-, ohne den Anreiseausreisser Fr. 262.-
Preisdifferenz vom billigsten in CH zum billigsten im Ausland Fr. 291.-

Annahme der Eurokurs wäre statt 1.20 zu dem Zeitpunkt 1.40 gesesen. Dann hätten wir folgendes Bild.
Presidifferenz teuerster Ort in CH zum teuersten im Ausland wäre Fr. 134 gewesen, ohne den Anreiseausreisser Fr. 93.-
Preisdifferenz vom billigsten in CH zum billigsten im Ausland wäre Fr. 150.- gewesen.

Hätte ich im Ausland vom billigsten zum zweitbilligsten nicht eine Differenz von Fr. 96, da hätte ich in meiner gewünschen Kategorie ein echtes Schnäppchen ergattert, wären die Differenzen noch viel geringer.
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Re: Schweizer Bergtourismus: Kein Geld für einen Neustart

Beitrag von Whistlercarver »

GMD hat geschrieben:Sage ich doch. Hohe Preise sind das Problem und zwar nicht nur für den Endkunden, sondern auch in der Produktion. Übertragen auf den Beherbergungssektor heisst das: Höhere Lohnkosten (das Personal muss schliesslich für ihre Lebenskosten CH-Preise bezahlen), Teurere Preise im Einkauf von Produkten (tw. kosten die Sachen in der Schweiz im Einkauf für den Händler mehr als in Deutschland im Geschäft!), und selbstverständlich kostet Bau und Unterhalt in der Schweiz auch mehr als im Ausland.
Und wenn jetzt der schweizer Hotelier hingeht und einfach die Renovierungen von Ausländischen Firmen durchführen lässt? Dann hat der Hotelier hier wieder Einsparungen gemacht und hat trotzdem ein top hergerichtetes Haus.
Oder aber will man gar nicht in jedes Zimmer eine Dusche/WC einbauen um die hohe Bettenzahl zu behalten?
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Re: Schweizer Bergtourismus: Kein Geld für einen Neustart

Beitrag von eMGee »

Da freut sich aber der heimische Handwerker...
Dies alles auf dem Rücken der heimischen Firmen auszufechten bringt den Tourismusstandort Schweiz sicherlich nicht weiter.

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