Den Anfang meines diesjährigen Saisonfinales, da mit kein sinnvollerer Name eingefallen ist, einfach betitelt, machte der Pitztaler Gletscher.
Wetter: Sonnig, dank Föhn. Die Wolken hingen nur rund um das Skigebiet - so etwa in Sölden
Schneelage: laut Homepage 280-420cm - kann ich schlecht überprüfen.
Pistenzustand: Sehr unterschiedlich, von pulvrig, verblasen und windgepresst war alles dabei. Später teils aufgefirnt, kein klassischer Sulz. Ingesamt jedoch sehr kräftezehrend zu fahren.
Wartezeiten: keine, außer an der Mittelbergbahn bis 2min.
Geöffnete/geschlossene Anlagen/Pisten:
SSB Gletscherexpress, 8EUB Wildspitzbahn, 2SL Brunnenkogel, 1SL Mittagskogel, 6KSB Gletschersee, 8EUB Mittelbergbahn
Beste Abfahrt: SL Brunnenkogel, verlängert bis zur Mittelbergbahn
Schlechteste Abfahrt: ganz rechte an der Wildspitzebahn (Knollen)
Gefallen: Wetter, Panorama, neue Wildspitzbahn um nur einiges zu nennen
Nicht Gefallen: wetterbedingter Pistenzustand
Trotz, milde ausgedrückt, eher durchwachsener Wetterprognosen - ein anderer Zeitpunkt kam nicht mehr in Frage, machte ich mich ein letztes mal für diesen Winter auf den Weg. Wetterfrösche irren oft genug! Wie bereits oben geschrieben, machte der Pitztaler Gletscher den Anfang - für mich der wohl schönste Tiroler Gletscher. Die wenigen, aber langen Liftanlagen und die für Gletscherverhältnisse (zumindest da wo noch welcher drunter ist), recht abwechslungsreichen, langen und nicht völlig flachen Pisten überzeugen mich einfach.
Dunkle Wolken ziehen von Norden aus auf - steht die Tour unter einem schlechten Stern? Interessanter Weise war der kälteste Punkt der Anfahrt die Sauerlandlinie! gerade mal +2°C maß das Autothermometer - an den Alpen ging’s dank Föhn bis an die 20.
Der nächste Tag - Anfahrt zum Gletscher, das sieht doch gut aus!
Übersicht geöffneter und geschlossener Anlagen - alles was es gibt (nicht real existierende Pisten ausgenommen) ist offen und fahrbar.
Nach wie immer nervenaufreibender Fahrt mit der hektisch vollgestopften Tunnelbahn schweift oben angekommen erstmal der Blick auf die neue Wildspitzbahn. Gelungene, auch optisch ansprechende Konstruktion - passt leider nicht so ganz zu den sonstigen Betongebilden im Skigebiet.
Majestätisch, wie ein Adlernest, thront die höchste Seilbahn Österreichs auf dem hinteren Brunnenkogel. Trotz der freien Lage, und des in Böen teils starken Föhns, lief die Bahn problemlos. Nur der pfeifende Wind erinnerte hin und wieder an den stürmischen Wind. Wie man erkennen kann, trotz vollgestopfter Bahn(en) am Morgen, jede Menge Platz auf den Pisten. Mit Ausnahme des oberen Ziehwegs stimmt im Pitztal das Verhältnis zwischen Pistenfläche und Beförderungskapazität.
Das es Außen keine Skiköcher gibt war ja schonmal hier Thema, warum eigentlich? Mich störts überhaupt nicht.
Mein erster Weg nach Ankunft am Berg führte mich direkt zur noch verwaisten Gipfelplattform. Das groß der Gäste bleibt hinter der Scheibe des neuen, schicken Cafés. Der Blick zur Wildspitze mit ihrer Gletscherwelt ist einfach einmalig.
Blick zu den Eisbrüchen am Taschachferner. Bald geht’s wohl wieder an die Substanz. Gletscher haben einfach etwas faszinierendes an sich - schade das die Tage der allermeisten Alpengletscher gezählt sind. Das zeigt sich auch am Mittelberg- und Brunnenkogelferner und zwar auch ganz oben. Da wird in 20-40 Jahren fast nichts mehr übrig sein.
Selbst Firnschichten sind im Spaltengewirr erkennbar. Da bleibt wohl (oder blieb?) teilweise erheblich mehr Schnee über den Sommer als man sich das so vorstellen kann.
Föhnwalze südlich des Hauptkamms. Während es im Vinschgau wie aus Eimern schüttete, blieb der Weißkamm im Licht der Sonne.
Blick ins Pitztal, hinten rechts....
Die Zugspitze - das nächste Tagesziel.
Blick gen Stubaier Alpen - offensichtlich erheblich schlechteres Wetter. Hier hingen fast immer mehr oder weniger dicke Wolken.
Gleiches galt auch für Sölden. Die schwarze Schneide schien die Wolken geradezu magisch anzuziehen.
Zoom zur Problemstelle am Karleskogelschlepper - da gibt’s noch einiges an Eis zum Schmelzen. Ich hoffe ja, die Verbindung nach Sölden wird niemals realisiert. Das Pitztaler Gletscherskigebiet kann dabei meiner Meinung nur verlieren - vor allem seine Individualität und mich als Gast natürlich.
So, nun aber zum eigentlich wichtigsten, dem Skifahren
Zunächst runter über die steilsten Hänge hinab.
Schneezustand hier oben: Pulver mit dünner vielleicht 5-10cm mächtiger Neuschneeauflage. Darunter jedoch hartgefrorener Sulz oberflächlich von einer windgepressten Schneeschicht verborgen - schön, aber auch sehr kraftraubend zu fahren.
Rückblick in Richtung hinterer Brunnenkogel/Wildspitzbahn.
Wildspitzbahn vor dem Hauptfirnbecken des Mittelbergferners. Dahinter, wie fast den ganzen Tag, im Söldener Skigebiet hängende Wolkenfetzen.
Standort der ehemaligen Mittelstation der GUB. Hier liegt noch jede Menge Mattenmüll, auch eine einsame Schneekanone, wohl für das Depot(?) steht herum.
Weils so schön ist, gleich nochmal hinauf.
Wildspitze, diesmal nicht von der Plattform, sondern hinter der Glasscheibe.
Äußere Abfahrt an der Wildspitzbahn - bis auf den hier sichtbaren Hang, kurz vor der Einmündung in die Hauptabfahrt, ein Graus. Knolllen ohne Ende - wenn ich eins Hasse dann Knollen!
Schwenk zum Brunnenkogelschlepper.
Hier gabs tollen Schnee auf super Cavingautobahnen. Auch noch nach Mittag, da die linke Piste am Vormittag durch ein Rennen belegt war. Wer braucht eigentlich Stangerlfahrer? Die Ösikinder sollten endlich mal lernen Fußball zu spielen!
Im Schlepplift, hier vermutlich der "alte" Sommereinstieg?
Carvingautobahn am Nachmittag - im oberen Bereich nichtmals aufgefirnt sondern Pulver. Im Hintergrund, Sölden wie fast immer in Wolken.
Die Kante an der Lifttrasse wird von Jahr zu Jahr höher. Teilweise sind wohl schon 10-15m Höhendifferenz. Da die Piste auf der rechten Seite bereits Felskontakt hat, stellt sich die Frage wie lange das noch gut geht..
Ausapernder Felsen auf gut 3200m im Gletscherbuckel zum hinterer Brunnenkogel. Dieser zeigt deutlich, dass der Brunnenkogelferner, in naher oder ferner Zukunft, gänzlich abschmelzen wird.
Querabfahrt vom Brunnekogel zur Mittelbergbahn. Piste war toll augefirnt - hab ich öfters gemacht!
Blick in Richtung Mittelbergbahn-Mittelstation und der Abfahrt in der früheren Schleppertrasse - fand ich heute auch ganz nett. Die Mittelstation selbst ist nur noch durch schieben erreichbar.
Mittelbergbahn vor den Firnflanken der Wildspitze.
Abfahrten im oberen Bereich der Mittelbergbahn, darüber Bergstation der Wildspitzbahn. Obwohl beide Stationen nur gut 200m Luftlinie voneinander entfernt liegen, klafft ein Höhenunterschied von 150m. Dazu erschließen beide völlig unterschiedliche Geländekammern - irgendwie schon kurios.
Letzter Steilhang der Abfahrt zur Talstation der Mittelbergbahn. Mir kams so vor, als wäre das letzte, flache Stück wo man fast schieben muss, früher länger gewesen.
Besagter Steilhang & Schiebestück. Davor arbeitet man bereits an einem Schneedepot.
Zurück am Brunnenkogel. Gefühlt saßen bereits 80% der Gäste auf der Terasse. Im Skigebiet, vor allem an Wildspitzbahn & Brunnenkogellift, war nichts mehr los.
Sonnendeck am Gletscherestaurant. Wurden viele Slawische Sprachen gesprochen.
Am frühen Nachmittag machte ich mich dann auch wieder auf den Weg ins Tal. Die Rückfahrt ist immer deutlich entspannter als die Bergfahrt am Morgen.
Ingesamt mal wieder ein toller Skitag, auch wenn der schneebedingt etwas anstrengender ausfiel - das ist aber glaube ich im Frühjahr der Normalfall.