
… so entspannt kann Skifahren sein.
Bevor es um die Pischa ganz still wird, wollte ich mir das vernachlässigte Kind der davoser Bergbahnen noch einmal selbst ansehen. Schon häufig an der Abzweigung vorbeigefahren, bog ich also gestern am Ortseingang von Davos-Dorf links in Richtung Flüelapass ab.
Das Wetter war um diese Zeit noch nicht ganz perfekt. Im Nordwesten zeichnete sich aber schon wolkenloser Himmel ab. Gegen 11 Uhr waren dann auch an der Pischa die letzten hohen Wolkenfelder verzogen und es sollte ein strahlend schöner Tag werden. Genau das, was eine Bodenseedauergrau geschundene Seele brauchte. Die Temperaturen bewegten sich am Morgen um den Gefrierpunkt, schlugen in der Sonne dann aber schnell in frühlingshafte Plusgrade um.
Ich musste ca. 10 Minuten an der Talstation auf 1800m Höhe warten um mit 20 anderen Gästen mit der, 85 Personen fassenden, Pischabahn auf den Berg befördert zu werden. Die Gesamtzahl der Gäste an dem Tag wird die 200 wohl nicht überschritten haben. Das an einem Freitag. Bedauerlich für die Pischabahn. Erfreulich für mich. Besonders im direkten Vergleich zum letzten Wochenende, als ich in Warth war. Die Skifahrermassen auf den Pisten haben mich einfach nur genervt. Da bringt es auch nichts wenn man an den Bahnen nicht anstehen muss.
Meine ersten Abfahrten führten mich zum Flüelamäderlift. Die Pisten in diesem Bereich waren nicht präpariert. Die linke wird als Variante grundsätzlich nicht- und die rechte wurde scheinbar vor ein paar Tagen das letzte mal präpariert, war aber von ein paar cm Neuschnee bedeckt. Abseits der Pisten konnte man erstaunlicherweise aber noch viele unverspurte Tiefschneehänge finden. Dort konnte man bis Mittag auch noch sehr gut fahren, bevor es dann mit zunehmender Sonneneinstrahlung immer klebriger wurde. Die „pseudopräparierten“ Pisten firnten dagegen auf. Glatte autobahnähnliche Pistenteppiche konnte man gestern jedenfalls nicht finden. Durch die geringe Frequentierung bildeten sich aber keine Sulzbuckel.
Nach einigen Abfahrten am Flüelamäderlift, wechselte ich zu dem Schlepplift Mitteltäli und hatte damit bereits zu diesem Zeitpunkt alle wesentlichen Anlagen des Gebietes benutzt. Etwas überrascht war ich davon, dass der kürzere Mitteltälilift ebenfalls aufgebügelt war. Eigentlich wähnte ich ihn schon LSAP. Im Pistenplan ist dieser nicht mehr eingezeichnet. In Betrieb war er gestern aber auch nicht.
Unstreitig LSAP ist jedoch der Schlepplift Mittelgrat welcher sich recht des Mitteltälilifts befindet, aber auch nicht wesentlich mehr Pistenfläche erschließen würde. Sein Verlust ist daher verschmerzbar.
Insgesamt befindet sich das Skigebiet der Pischa also an einem einzigen breiten Hang. Für mich tut das dem Skigebiet keinen Abbruch. Es kommt immer darauf an mit welcher Einstellung man seinen Skitag verbringen möchte. Das Skigebiet ist südwestlich ausgerichtet und damit von der Sonne verwöhnt. Mit einer ausgedehnten Mittagspause auf der Sonnenterrasse der Mäderbeizhütte konnte ich es auf jeden Fall gut aushalten.
Bleibt zu hoffen, dass man sich der Pischa vielleicht doch noch ein wenig länger gnädig erweist. Ich fahre jedenfalls tausendmal lieber an die Pischa, als nach Warth, Damüls oder das Fellhorn.

Nachdem ich die ersten Abfahrten bei noch schlechterem Wetter am Flüelamäderlift verbracht hatte, steige ich mit dem Fotobericht am LSAP Mittelgrat ein.

Hier konnte man auch noch ein wenig Tiefschneefahren

An der Pistenkante ist der Zwischeneinstieg des ehemaligen Mittelgratliftes zu sehen

Aus der Nähe betrachtet

Könnte eigentlich schon bald wieder in Betrieb gehen. Wahrscheinlicher ist jedoch leider, dass bald auch die übrigen Lifte an der Pischa das Schicksal des Mittelgratliftes ereilen.

Blick zur Talstation des Mittelgratliftes. Sieht aus wie Spielzeug.

Stütze des Mittelgratliftes gen Flüelapass

Leben herrscht dagegen noch an der Talstation des Mitteltäliliftes

Ein Blick auf den Pistenplan verdeutlicht die Liftstruktur. Jedoch sind die Routen jeweils rechts des Flüelamäderliftes und des Mitteltäliliftes mittlerweile wieder präparierte Pisten. Am gestrigen Tag entsprach dieser alte Pistenplan aber eher den Tatsachen.

Im Mitteltälilift. Der kürzere linke Lift ist auch aufgebügelt.

Einstieg des kürzeren Mitteltäliliftes

Seitenblick zum Mittelgratlift

Bergstation der Mitteltälilifte

Der längere der beiden hat sogar ein richtiges Stationsgebäude spendiert bekommen


Stütze der Pischabahn mit Zwischenausstieg

Kabine der Pischabahn im Anflug auf die Bergstation. Im Talgrund Davos. Im Hintergrund das Parsenngebiet.


Bergstationskomplex der Pischabahn mit Restaurant

Die Mitteltälilifte

Von der Sonne verwöhnt

Danach ging es wieder rüber an die Hänge beim Flüelamäderlift. Unendliche weiße Weiten.

Blick auf die Talstation. Angegliedert auch die Mäderbeizhütte

Auf der schwarzen, aber unpräparierten Piste

Nochmals Zoom auf die Hänge am Flüelamäder

Blaue Piste unterhalb der Pischabahn



Die Mitteltälilifte. Mal eherlich: Optisch einer 6KSB jetzt auch nicht überlegen.

Aus dieser Perspektive machen sie allerdings wieder mehr her

„Knopfimpression“ am Mitteltälilift


Freier Blick aufs Parsenngebiet mit dem Weißfluhgipfel

Blick zum Schatzalpgebiet. Der obere Schlepplift scheint eine interessante Trasse zu haben. Ist aber LSAP (?) Steht bei mir wohl als nächstes der davoser Skigebiete an.

Mittagspause machte ich wie gesagt auf der Mäderbeizhütte. Für schweizer Verhältnisse ganz in Ordnung. Da habe ich schon schlechteres erlebt.

Talabfahrt ins Dörfji. Besteht eigentlich nur aus drei Serpentinen. Die Schlepplifte an der Pischa sind ziemlich weit runtergezogen und nutzen die Hänge praktisch voll aus.

Talstation der Pischabahn im Flüelatal


Erste Stütze der Pischabahn

Blick aus der Gondel auf den überfüllten Parkplatz

Flüela Wisshorn

Blick aus der Gondel über die Hänge an der 4KSB Brämabüel im Jakobshorngebiet

Aufgeworfene Piste am Flüelamäder

Steilstück am Flüelamäderlift

Nochmals Brämabüel

Nun zusammen mit dem Jakobshorn. Links die Gipfelstation der PB.

Zoom zum Weißhorngipfel

Schatzalpgebiet und Davos

Der Mond ist aufgegangen

Nochmals der Flüelalift von oben

Und aus der Ferne. Auch später sind noch einige Hänge unberührt.

Der, im Winter geschlossene, Flüelapass

Kleine Gondel vor gewaltiger Kulisse



Ende.