Galtür ist etwas wirklich etwas Besonderes – ganz hinten im Tal gelegen, dazu die Pisten direkt am Stausee inmitten der herrlichen Hochgebirgslandschaft....
Für einen Tagesausflug lag mir dieses Ziel immer fast ein wenig zu weit entfernt. Aber an meinem – wie sich herausstellen sollte – finalen Skiwochenende dieser Saison – sollte es doch tatsächlich mal am Samstag UND Sonntag SONNENSCHEIN geben. Mich hielt es da ob der unzähligen grauen Schneetage mit Kälte, Niederschlägen und glatten Fahrbahnen absolut nicht zu Hause und ich beschloss, das Wochenende „durchzufahren“.
Nach langer, aber einigermaßen entspannter Anreise (endlich mal kein Schneetreiben) in Galtür angekommen. Ich musste wie von unsichtbarer Hand gezogen gleich mal in die Bushaltebucht ausweichen, um das grandiose Landschaftsbild „da hinten“ einzufangen.
Es sollte perfekte Schneebedingungen an jenem 13. April 2013 geben...
Mit der Retro-4KSB „Birkhahn“ - 1988 wurde hier ein ESL ersetzt – ging es erst mal hinauf...
Da wäre es zu meinem zunächst anvisierten Ziel hinter gegangen – aber der Schlepper an der Bielerhöhe war lt. Emailantwort der Betreiber bereits außer Betrieb und man wäre hier auf dieser Seite des Passes aufgrund der Wintersperre eh nicht weit gekommen. Aber in Verbindung mit einer kleinen Montafon-Tour muss das halt bis zur Saison 2013/14 warten.
Es war gar nicht mal so kalt, die Sonne gewann langsam an Oberhand und eine prächtige Neuschneeauflage wartete auf die Frühaufsteher...
Oben rechts unterhalb der jetzigen Bergstation endete bis 1988 wohl der ESL.
Mit der Ballunspitzbahn ging es gleich zwei, drei Mal hinauf, weil dort die Piste noch schön unverspurt war. Doch bald zog es mich weiter in Richtung DSB und Stausee...
Viel war noch nicht los, aber das sollte sich noch ändern. Aber richtig anstehen musste man dann auch später nicht – viele würden dann vor den Hütten in der Sonne liegen und ein Konzert neben der Talstation der 6KSB sollte viele vom Skifahren abhalten.
Leider war der Stausee nur halbvoll, aber er gab trotzdem noch ein ganz nettes Dauer-Motiv ab...
Ich blieb erst mal andächtig stehen und genoss die herrliche Winterstimmung dort hinten in Österreichisch-Kanada...
An der Breitspitzbahn musste noch was gerichtet werden, doch nach 5 Minuten sollte es weiter gehen.
Ach, die Sonne schaut SO aus - das weiß ich nach 30 Tagen Dauer-November schon gar nicht mehr...
Ohne Worte...
Bei meiner Liftauffahrt hatten hier einiger junge Kerle vor Freude gejohlt und nun konnte ich das 1:1 – wenn auch stumm – nachempfinden. Runter, gleich wieder rauf und runter im herrlichen Neuschnee!
Aber trotzdem wollten ein paar Motive auf die Speicherkarte...
Die Abfahrten da hinten am See – es war noch viel schöner, als ich es mir zunächst vorgestellt hatte. Das kann man nur jedem weiterempfehlen.
Die Überraschung des Tages – ich hatte gedacht, der Rückbringerlift wäre „LSAP“ - doch er lief und die Fahrt durch hochalpine Gelände ist echt ganz nett. Aber noch besser sollten die beiden anderen Schlepper sein – vor allem der Kopsseelift natürlich....
Der Ziehweg oben war wegen Lawinengefahr gesperrt und ohne diesen Schlepper wäre man gar nicht mehr zurück gekommen.
Die Abfahrt neben der Doppelschlepperanlage „Kopssee“...
Hinten sieht man die Bergstation des Klein-Zeinislifts und davor in der Mulde verstecken sich die parallel verlaufenden Kopsseelifte.
Zoom zur großen Mauer...
Hier sieht man gut, dass der See recht leer gewesen ist – zum aktuellen Zeitpunkt dürfte dort der Wasserstand schon ein bisschen höher sein.
Netter Trassenverlauf – oben geht es halt total flach dahin.
Alter 70er-Jahre Schlepper „Klein-Zeinis-Lift“. Die Piste war halt schon etwas aufgeweicht, aber dafür hielt sich dort fast niemand auf.
Da lernen die Schratzen gleich das Richtige
Idylle unterhalb der Schlepperstation. Nun sollte es aber endlich hinauf gehen!
Baumlos...
Dort muss – rechts des Hohlwegs - von 1960-2004 der lange Alpkogellift hinaufgegangen sein, der dann von der EUB ersetzt worden ist.
H I E R sieht man den besagten Schlepper im Hintergrund. Die Seite behandelt das Lawinenunglück von 1999. Dass das schon so lange wieder her ist. Damals passierte das auch doch mit einem Tunnelbrand auf einer Alpentransitroute.
Zunächst hatte ich vermutet, der Alpkogelschlepper sei genau im Hohlweg verlaufen, aber wenn ich es richtig erkenne, ging er wie gesagt rechts davon hinauf.
Mit der EUB ging es dann wieder noch oben.
Am linken Pistenrand verliefen hier früher wohl die paralellen Ballunspitzlifte. In Liftworld sind sie noch auf einem Foto verewigt:
http://www.seilbahntechnik.net/de/lifts ... o43142.htm
Blick von oben...
Es war ein Fehler, nun zur Birkhahnbahn abzufahren – unten hatte sich der Schnee sehr schnell in Sulz verwandelt. Also gleich wieder zurück zur DSB am Stausee...
Ich weiß gar nicht mehr genau, wo ich das geknipst habe. Es muss unten bei der Talstation der Birkhahnbahn gewesen sein....
Auf zur DSB...
Sonne....
Hier hielt sich die Piste...
Zoom zur Talstation der Rückbringerlifts...
Man hat da hinten auch nicht nur eine Abfahrt, sondern eben zwei, drei Varianten und so kann man es da gut eine Weile aushalten.
Nach ein paar Fahrten nochmal zum Doppelschlepper Kopssee...
Die „Party“ oben an der 6KSB-Talstation hatte auch ihre guten Seiten...
An einer Hütte neben der EUB gönnte ich mir dann eine Currywurst mit Bier.
Wieder bei der DSB hoch überm See...
Immer wieder blieb ich hier auch mal einfach so stehen und genoss den schönen Ausblick.
Rückbringerlift zum dritten und letzten Mal...
Wirklich schade, dass der See nicht voller war – aber bei den Schnee- und Wetterverhältnissen ist das Jammern auf ganz hohem Niveau...
Am Klein-Zeinislift war der Schnee nun wieder besser.
Sulz hin oder her – eine Fahrt nach oben wollte ich nochmal abschließend unternehmen.
Hier ging der Blick immer gleich nach links....
Blick auf Galtür, wo man etliche Mauern als Schutz gegen neue Lawinen errichtet hat. 1998/99 war aber auch im Allgäuer Voralpenland ein sehr schneereicher Winter. Wir hatten im Vorgarten meines Elternhauses den Schnee damals fast bis zum ersten Stock hinauf getürmt.
Ein Traumskitag war nun leider wieder zu Ende gegangen – wie immer viel zu schnell.
Vor Ischgl machte ich noch Halt, um einen modernen Kurvenschlepper zu besuchen...
Interessant...
In Landeck hatte ich für eine Nacht ein Pensionszimmer gebucht, denn am nächsten Tag sollte es dann von dort zum Kaunertaler Gletscher hinauf gehen. An einem Supermarkt in Sichtweite des Talschleppers neben der Venet-Bahn organisierte ich mir noch Proviant, ehe es dann noch nach Perfuchsberg ging, wo ich noch nach Überresten des ehemaligen Wopfner-ESL „Thial“ Ausschau hielt.
Außer einer Schneise sollte nichts mehr auf den vor über 20 Jahren abgebauten Lift hindeuten.
Ich fuhr noch zum Schlepper nach Tobadill, ehe ich dann die Pension aufsuchte und froh war, mich ausruhen zu können. Draußen herrschte indes ein wunderschöner Frühlingsabend, wie es ihn 2013 zumindest in München kaum mehr geben sollte.
In der ausgesuchten Pension schien die Zeit noch in den 1960ern stehen geblieben zu sein – aber hier hatte es irgendwie seinen Charme und es hat alles gepasst.