Jetzt sind es immer noch 19min, mehr mag ich nicht wegschneiden
Dann kommen noch technische Hindernisse hinzu: In HD 720p (1280x720) ist das zu groß für vimeo Standard Account. Daher jetzt in SD 640x360, Qualität daher so lala (Link zum Film weiter unten)
Vorüberlegungen:
Nachdem mir schon vor vielen Jahren dieses Bild
unter die Augen kam, reifte in mir der Entschluss die Marmlolada abseits der Piste Bellunese zu befahren.
Hindernisse: Elendig lange Wartezeiten in Malga Ciapela und Unkenntnis des Geländes.
2013 sollte es nun soweit sein, der jährliche Skiurlaub war geplant, auch mit zwei Kumpels, die die Tour mitmachen wollten. Da sollte ein Guide doch halbwegs bezahlbar sein.
Februar 2013: Dummerweise mussten beide den Urlaub aus persönlichen Gründen absagen. Nun Stand ich alleine da, da alle anderen Mitfahrer entweder das skifahrerischen Können für Tiefschnee fehlt oder aber generell nicht abseits der Piste fahren wollen.
Ende Februar 2013 vor Ort: Die Schneegrundlage ist phantastisch, das Wetter aber eher bescheiden (es schneit). Jetzt glaubt ja nicht, dass es einfach ist in der Hochsaison einen Guide zu bekommen.
Erstmal muss man klar machen, dass man bereit ist ALLEINE einen Guide zu engagieren und zu bezahlen, falls sich keine weiteren Teilnehmer für die gewünschte Tour bei den Guides melden (Mir wurde mehrfach der Klassiker Mittagstal angeboten). Zweitens sind die Guides von irgendwelchen reichen Asiaten, Osteuropäer etc Wochen vorab ausgebucht, die irgendetwas mit Namen "Freeride" machen wollen, obwohl sie vielfach kaum eine rote Piste runterkommen (Originalton eines Guides).
Naja, einige Telefonate und Nerven später hatte ich dann endlich für den 01.03.2013 meinen Guide gebucht. Einen Tag, der ersmals in dieser Woche durchgehend schönes Wetter, immer noch ausreichend Kälte und kaum 24h alten Neuschnee versprach ...
Anfahrt:
La Villa - Arabba in 20min
Wetter:
Kaiserwetter
Temperatur:
Auf den Freeride Hängen blieb es den ganzen Tag Pulver, daher oberhalb 2000m den ganzen Tag deutlich unter 0
Schneehöhe:
Also an einem Geländeübergang hab ich mal einen Stein gespürt, ansonsten mehrere Meter
Schneezustand:
Neuschnee vom Vortag, teilweise am Vortag zerfahren
Geöffnete Anlagen:
Marmolada Gondel (3 Sektionen) und Pian Fiacconi
Geschlossene Anlagen:
keine
Offene Pisten:
Pisten? wieso Pisten?
Geschlossene Pisten:
egal
Gefahren mit:
3x Marmolada Gondel
1x Pian Fiacconi
+ nötige Verbindungslifte von/nach Arabba
Wartezeiten (jeweils Ankunft an der Talstation):
1. Fahrt Marmolada PB (09:40h): 0min
2. Fahrt Marmolada PB (10:40h): 30min
3. Fahrt Marmolada PB (13:40h): 60min
Pian Fiacconi (12:15h): 0min
Die Tour:
GPS Track (meine Handy zeichnet nur so ungefähr auf, daher das zick-zack)
rot: 1. Abfahrt "Intersas" und PB Malga - Punta Rocca
orange: 2.Abfahrt "Canyon" und Korblift Pian Fiacconi
gelb: 3. Abfahrt "Lydia" und 4KSB zum Passo Padon
Video:
Direktlink
Alle Fotos:
Album Marmolada
Bericht:
Treffpunkt mit dem Guide ist um 08:30h VOR der Bar Manuela in La Villa. Hier tritt ein klassisches kulturelles Missverständnis auf: Maxe, mein Guide, wartet natürlich IN der Bar und schlürft noch nen Espresso. Er ist Italiener mit slowenischer Muttersprache, irgendwo aus den friaulischen Bergen. Mit einem Mischmasch aus Deutsch und Englisch können wir uns verständigen.
Wir fahren mit dem PKW nach Arabba und erreichen Malga Ciapela gegen 09:40h auf Ski ohne irgendwelche Wartezeiten. Auch in Malga können wir um diese Zeit direkt in die PB einsteigen!!!
Oben ging es dann gleich in die Variante "Intersas". Die ersten paar Meter sind noch recht zerfahren, danach finden sich aber reichlich unbefahrenes Gelände. In bestem Powder geht es über die weiten Gletscherhänge und anschließend zwischen den Felsenbarrieren Undici und Dodici hinab, Gegen Ende quert man dann zur normalen Piste zurück. Nur die letzten 200m (nicht hm) muss man dann leicht ansteigen.
Der Gletscher unterhalb der Piste Bellunese
Dieses Foto habe ich meinem Guide Maxe zu verdanken
Gegen 10:40h erreichen wir wieder Malga. Jetzt ist schon eine ordentliche Schlange. Wir warten 30min. Gegen 11.30h sind wir wieder an der Punta Rocca.
PB Talstation, Schlange stehen
PB Bergstation Punta Rocca
Die zweite Abfahrt geht es viel weiter links (berab gesehen) herunter. Wieder bester Pulver. Wir lassen die Bergstation des Pian Fiacconi Korbliftes deutlich rechts liegen und erreichen den namensgebenden Canyon dieser Abfahrt. Eine wirklich beeindruckende Felsspalte. Fahren sollte man auch können, da es rechterhand durchaus noch 2-3m runter in den Spalt geht. Danach wieder weite offene Hänge, wir umfahren den Felsriegel linkerhand des Pian Fiacconi Korbliftes (bergab gesehen). Und queren scharf nach rechts zur Talstation. Hierbei ist ein kurzer ca. 50hm Gegenanstieg nötig.
Thanks Maxe!
Thx Maxe!
Ausfahrt Canyon
Nun stehe ich also erstmals an Pian Fiacconi Korblift. Klar kenn ich diese Art Lifte noch aus Kindheitstagen, bzw. letztmalig aus 2003 in Molveno. Trotzdem ein tolles Gefühl mit diesen Liftdinosauriern zu fahren. Oben ist dann Pause am urigen Rifugio auf der Terasse mit phantastischer Aussicht auf den Gletscher.
Im Korblift Pian Fiacconi
Blick vom Pian Fiacconi Richtung Punta Rocca
Bergstation Pian Fiacconi
Die folgende Abfahrt neben der Pian Fiacconi Piste ist schon eher pistenähnlich, ziemlich stark ausgefahren. Anschließend die recht lange Querung zurück zur Bellunese und dann ist es noch voller in Malga (Ankunft ca. 13:40h). 60min Wartezeit. Übel. Muss man einfach durch. Endlich wieder oben ein kurzer Besuch auf der Panoramaterasse der PB Bergstation mit schöner Aussicht auch nach Süden (u.a Pala di San Martino).
Und dann ging es schon auf die letzte Abfahrt des Tages "Lydia", ziemlich zentral immer auf die Pian Fiacconi Bergstation zu. Weiterhin Pulver, bester Schnee. Dann geht es schon zurück.
Thx Maxe
Letzter Blick zurück
Gefallen:
Neuschnee
Kaiserwetter
grandiose Gletscherlandschaft
tolle Freerideabfahrten
Superschnee
Schlucht
Nicht gefallen:
Wartezeiten PB Malga Ciapela - Punta Rocca
Fazit:
5,5 von 6 Maximalen.
Bei Wiederholung der Tour würde ich mir die PB nur zweimal geben und Nachmittags am Pian Fiacconi bleiben. Unterm Lift war das Gelände zwar schon ziemlich durchgerödelt, aber vom Berg aus links um die Felsbarriere herum war noch genug unzerfahrenes Gelände. Die "normale" Piste da wär ich auch mal gerne gefahren.
Abzug ausschließlich wegen Wartezweiten.
Ein Guide ist zwar nicht billig, aber insgesamt habe ich es nicht bereut. Keine Gedanken darüber, ob man hier oder da runterfahren kann, ist das gefährlich? Über die Gletscherwächte und in den Canyon wäre ich ohne Guide nie gefahren. Zusätzlich noch die Fotos - das wars mir insgesamt wert.
Ein wirklich toller Tag
Rechtschreibfehler beseitigt