Hochwannig (2493m) | 3.8.2013 | Handschuhspitzen + Nordgrat!
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Hochwannig (2493m) | 3.8.2013 | Handschuhspitzen + Nordgrat!
Hochwannig (2493m)
"Stille Überschreitung über dem verkehrsgeplagten Fernpass"
Schwierigkeit (Bruckmann-Skala): Normalweg W3, Nordgrat FW4
Gehzeit laut Führer: 7,5 Std.
Höhenmeter: +/- 1440m
Literatur: Mark Zahel, "Wetterstein und Ammergauer Alpen" (Bruckmann Tourenführer)
Einer der heißesten Tage des Jahres ist angekündigt. Noch dazu der erste Samstag in den bayrischen Sommerferien mit reichlich Verkehr auf allen Straßen. Demzufolge klingelt der Wecker diesmal bereits um 4:30 Uhr. Komischerweise fühl ich mich nicht mehr besonders müde an diesem Morgen, gar nicht wie sonst... noch schnell nen Kaffee rein und los geht's.
Ca. 6:45 Uhr geht's los am Parkplatz am Weißensee hinter Biberwier.
Erster Gedanke beim Loslaufen: Für die Zeit schon ganz schön warm. Bestimmt schon 20° oder so...
"Stille Überschreitung über dem verkehrsgeplagten Fernpass"
Schwierigkeit (Bruckmann-Skala): Normalweg W3, Nordgrat FW4
Gehzeit laut Führer: 7,5 Std.
Höhenmeter: +/- 1440m
Literatur: Mark Zahel, "Wetterstein und Ammergauer Alpen" (Bruckmann Tourenführer)
Einer der heißesten Tage des Jahres ist angekündigt. Noch dazu der erste Samstag in den bayrischen Sommerferien mit reichlich Verkehr auf allen Straßen. Demzufolge klingelt der Wecker diesmal bereits um 4:30 Uhr. Komischerweise fühl ich mich nicht mehr besonders müde an diesem Morgen, gar nicht wie sonst... noch schnell nen Kaffee rein und los geht's.
Ca. 6:45 Uhr geht's los am Parkplatz am Weißensee hinter Biberwier.
Erster Gedanke beim Loslaufen: Für die Zeit schon ganz schön warm. Bestimmt schon 20° oder so...
Dove vai senza sci?
Wege entstehen, indem man sie geht.
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Re: Hochwannig (2493m) | Mieminger | Handschuhspitzen + Nord
Abschnitt 1/3: Aufstieg zur Östl. Handschuhspitze

Über einen Fahrweg gelangt man recht bald in das Skigebiet von Biberwier, mit Aussicht auf den Wampeter Schrofen (links) und Marienbergspitze

Ganz ohne Liftbilder geht es nicht
Die beiden Sektionen von Biberwier. Während die untere 6KSB grad mal gute 150 HM schafft, hat die obere DSB deren 500. Die Pisten an der DSB sehen ganz nett aus... vielleicht schaff ich's im Winter ja doch mal hin.

Den Großteil des Weges geht man gottseidank nicht über den Fahrweg, sondern über den sog. Barbarasteig.
Die mächtige Wand des Wamperten Schrofen sorgt dafür, daß der Aufstieg bis zum Marienbergjoch (1789m) um diese Zeit komplett im Schatten liegt.

Um 8:00 ist die sehr schön gelegene Sunnalm (1640m) erreicht, zudem zeigt sich seit längerem mal wieder das Ziel: der Hochwannig!

Das Bild zeigt einen Großteil des heutigen Tourverlaufs: links die Handschuhspitzen, rechts der Mitte der höchste Punkt des Hochwannig, rechts davon der Nordgrat mit der Abstiegsroute. Zwischendrin das charakteristische Kar dieses Bergmassivs, das sog. "Bergle"

Sunnalm, rechts im Hintergrund Heiterwand und Grubigstein mit Skigebiet

Etwas weiter oben: das geschlossene "Gipfelhaus Marienberg". Hier war wohl früher auch die alte Sesselliftbergstation (ESL?)
Etwas LSAP-Stimmung kommt auf...
Das Marienbergjoch ist allerdings im Winter noch erreichbar mit einem SL, welcher bis aufs Joch hinaufführt.

Am Marienbergjoch angelangt, Blick nach Süden. Überraschenderweise gibt's den Südhang hinunter auch noch einen SL.
Obwohl das Skigebiet wirklich nicht sehr groß ist, könnte es mir vom Ambiente her glaub gefallen...

Der Weiterweg zur Handschuhspitze zweigt nun ab auf einen Osthang. Gottseidank hat der noch nicht so lang Sonne heute.

Östl. Handschuhspitze (2319m) in voller Pracht. Hat man die geschafft, kommen nicht mehr viele Höhenmeter.

Schöner Rastplatz mit Blick nach Süden.

Östl. Handschuhspitze mit typischem Schutt- und Schrofengelände.

Blick zurück zum Marienbergjoch
Über einen Fahrweg gelangt man recht bald in das Skigebiet von Biberwier, mit Aussicht auf den Wampeter Schrofen (links) und Marienbergspitze
Ganz ohne Liftbilder geht es nicht
Den Großteil des Weges geht man gottseidank nicht über den Fahrweg, sondern über den sog. Barbarasteig.
Die mächtige Wand des Wamperten Schrofen sorgt dafür, daß der Aufstieg bis zum Marienbergjoch (1789m) um diese Zeit komplett im Schatten liegt.
Um 8:00 ist die sehr schön gelegene Sunnalm (1640m) erreicht, zudem zeigt sich seit längerem mal wieder das Ziel: der Hochwannig!
Das Bild zeigt einen Großteil des heutigen Tourverlaufs: links die Handschuhspitzen, rechts der Mitte der höchste Punkt des Hochwannig, rechts davon der Nordgrat mit der Abstiegsroute. Zwischendrin das charakteristische Kar dieses Bergmassivs, das sog. "Bergle"
Sunnalm, rechts im Hintergrund Heiterwand und Grubigstein mit Skigebiet
Etwas weiter oben: das geschlossene "Gipfelhaus Marienberg". Hier war wohl früher auch die alte Sesselliftbergstation (ESL?)
Etwas LSAP-Stimmung kommt auf...
Das Marienbergjoch ist allerdings im Winter noch erreichbar mit einem SL, welcher bis aufs Joch hinaufführt.
Am Marienbergjoch angelangt, Blick nach Süden. Überraschenderweise gibt's den Südhang hinunter auch noch einen SL.
Obwohl das Skigebiet wirklich nicht sehr groß ist, könnte es mir vom Ambiente her glaub gefallen...
Der Weiterweg zur Handschuhspitze zweigt nun ab auf einen Osthang. Gottseidank hat der noch nicht so lang Sonne heute.
Östl. Handschuhspitze (2319m) in voller Pracht. Hat man die geschafft, kommen nicht mehr viele Höhenmeter.
Schöner Rastplatz mit Blick nach Süden.
Östl. Handschuhspitze mit typischem Schutt- und Schrofengelände.
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Re: Hochwannig (2493m) | Mieminger | Handschuhspitzen + Nord
09:55 Panorama von der Östl. Handschuhspitze:

Die Aussicht ist wirklich überwältigend. Lechtaler im Westen, Ammergauer im Norden, Zugspitze und Mieminger im Westen. Im Süden die Dreitausender des Alpenhauptkamms, die allerdings doch etwas im Dunst und - weil gegen die Sonne - kaum zu fotografieren.
Weit, ganz weit unten: Die Fernpaßroute, einsehbar vom Lermooser Tunnel bis Imst, sowie die Variante über den Holzleitensattel.
Am Holzleitensattel staut sich der Rückreiseverkehr und am Tunnel ist Blockabfertigung. Von hier oben sieht das wirklich witzig aus.
Die Aussicht ist wirklich überwältigend. Lechtaler im Westen, Ammergauer im Norden, Zugspitze und Mieminger im Westen. Im Süden die Dreitausender des Alpenhauptkamms, die allerdings doch etwas im Dunst und - weil gegen die Sonne - kaum zu fotografieren.
Weit, ganz weit unten: Die Fernpaßroute, einsehbar vom Lermooser Tunnel bis Imst, sowie die Variante über den Holzleitensattel.
Am Holzleitensattel staut sich der Rückreiseverkehr und am Tunnel ist Blockabfertigung. Von hier oben sieht das wirklich witzig aus.
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Re: Hochwannig (2493m) | Mieminger | Handschuhspitzen + Nord
Abschnitt 2/3: Querung bis zum Gipfel des Hochwannig (2493m)

Blick hinüber zum Gipfel des Hochwannig. Der Weg quert die steilen Grashänge, die weiteren Handschuhspitzen bleiben immer etwas oberhalb. Theoretisch könnte man die auch noch alle überschreiten... aber irgendwann is ja auch genug

Die Mieminger in voller Pracht. Im Vordergrund vlnr: Ehrwalder Sonnenspitze, Wampeter Schrofen, Marienbergspitzen, Grünstein

Ich am recht neuen Gipfelkreuz.

Am Weiterweg

Typisch: Südseitig steile Grasflanken....

... und nordseitig steile, bröslige Wände

Immer wieder lugt das Zugspitzmassiv hindurch.

Kurz vor dem Gipfel

Typisch Mieminger: Instabile, bröslige Grate, durchsetzt von Schutt
Ob das mit dem Nordgrat wirklich so eine gute Idee ist? Leichte Zweifel kommen auf.

Blick zurück auf den Grat der Handschuhspitzen

Letzte Schneereste

Endlich am Gipfel des Hochwannig angelangt. Hier öffnet sich dann auch noch der Blick Richtung Westen; die Lechtaler Alpen.

Es waren tatsächlich auch noch andere Leute unterwegs

Cheffe am Gipfel angelangt
Blick hinüber zum Gipfel des Hochwannig. Der Weg quert die steilen Grashänge, die weiteren Handschuhspitzen bleiben immer etwas oberhalb. Theoretisch könnte man die auch noch alle überschreiten... aber irgendwann is ja auch genug
Die Mieminger in voller Pracht. Im Vordergrund vlnr: Ehrwalder Sonnenspitze, Wampeter Schrofen, Marienbergspitzen, Grünstein
Ich am recht neuen Gipfelkreuz.
Am Weiterweg
Typisch: Südseitig steile Grasflanken....
... und nordseitig steile, bröslige Wände
Immer wieder lugt das Zugspitzmassiv hindurch.
Kurz vor dem Gipfel
Typisch Mieminger: Instabile, bröslige Grate, durchsetzt von Schutt
Ob das mit dem Nordgrat wirklich so eine gute Idee ist? Leichte Zweifel kommen auf.
Blick zurück auf den Grat der Handschuhspitzen
Letzte Schneereste
Endlich am Gipfel des Hochwannig angelangt. Hier öffnet sich dann auch noch der Blick Richtung Westen; die Lechtaler Alpen.
Es waren tatsächlich auch noch andere Leute unterwegs
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Re: Hochwannig (2493m) | Mieminger | Handschuhspitzen + Nord
Abschnitt 3/3: Hochwannig Nordgrat
Der normale Weiterweg bzw. Abstieg vom Hochwannig ginge nun über die Westseite hinunter zur Nassereither Alm. Da mir's heut aber immer noch nicht ganz reicht, schaue ich mir mal den Nordgrat an. Dieser wird in meinem Führer als "weglose Route (...) in brüchigem Fels" beschrieben. Selbstverständlich nicht markiert, angeblich gibt es ein paar Steinmännchen...
Scheint jedenfalls nicht oft begangen zu werden, auch im Internet gibt es kaum Beschreibungen dazu.
Nun denn... mein Beschluß: Ich schau es mir mal an, umkehren kann ich immer noch!
Achtung, wenn ihr das nachmachen wollt: Ich übernehme ganz sicher keine Haftung für irgendwas.
Für den Nordgrat ist Trittsicherheit und eine gewisse alpine Erfahrung unbedingt Voraussetzung.
Aufgrund des fast unausweichlichen Steinschlags dürfte alleingehen das Beste sein!

Die zwei Mädels vom Gipfel gehen den "Normalweg" zur Nassereither Alm.

So, da isser: der Nordgrat. Der grüne Teil in der Mitte ist der "Laufsteg", die Kür, das Ende der technischen Schwierigkeiten.
Doch zuvor will der eigentliche Grat bezwungen werden. Schau mer mal...

Bei dieser Eisenstange beginnt angeblich der Einstieg in den Abstieg. Nun, das wäre schon mal gefunden.

So, da geht's hinab! Zunächst macht alles einen zwar steilen, aber griffigen Eindruck.
Den schönen Ausblick zum Blindsee, jetzt lieber nicht genießen, stattdessen volle Konzentration!

Und so sieht das dann aus. Keinen Plan ob ich richtig bin. Von oben fällt die Orientierung recht schwer.
Unten (nicht im Bild) sieht man ca. 20-30 HM unterhalb das Schuttfeld, aber ein Abstieg will erst mal gefunden werden.

Der oberste Teil ist geschafft... nur wie. Augen zu und durch.
Von unten sieht es so aus, als wär's weiter östlich leichter gewesen... kann aber auch täuschen.

Hier geht's dann auch erstmal nicht weiter runter, sondern....

... da drüben! Ein Stoamandl grinst herüber. Also (wieder leicht aufsteigend) rüberqueren.

Blick rüber zu den Handschuhspitzen. Schauen von der Seite auch ganz schön wild aus.

Zwischendurch immer auch wieder leichteres Gelände. Nur meistens nicht sehr lange.

Blick zurück. Schon fast ne Stunde am Grat und noch nicht soooo weit weg.
Aber die Feinorientierung kostet Zeit: der Gratschneide muss immer wieder mal ausgewichen werde, meist in die Ostflanke.
Beschreiben kann man das nicht, das muss jeder selber wissen und finden. Ohne Verhauer geht's kaum.

Wieder so eine Graterhebung, wieder ein Rätsel zu lösen.

Ständig am überlegen. Die Stoamandl alle 50-100m sind eigentlich überflüssig, weil das spannende der Weg dazwischen ist.

15:00 bereits. Aber jetzt ist doch schon einiges geschafft.

Gleicher Standort, andere Richtung. Das Gras ist gefühlt noch Ewigkeiten weg... gut dass von den 3l Wasser noch was da ist.


Nach diesen beiden Zacken ist das Ende der Schwierigkeiten erreicht. Der Grat wird schlagartig sehr gutmütig.

Schöner Ausblick zum Blindsee und zur Fernpaßstraße. Da war heut stundenlang Stau - aus 2500m Höhe OK

Und plötzlich wird der Grat gemütlich. Dieses Schaulaufen hat man sich doch jetzt verdient, oder?
15:40: Damit sind die Bilder leider zu Ende, weil der Akku vom Handy leer war.
Die Tour dauerte noch bis 19:30, bis das Auto wieder erreicht war.
Fürs Protokoll, was danach noch kam:
- kurze Rast auf der Aussichtskanzel, wo der grasige Teil des Nordgrats wieder steiler wird.
- Ab dort Abstieg nach Osten ins "Bergle" (Karboden) auf einer breiten, aber steilen Latschengasse
- aus dem Bergle raus auf einem Weg, welcher wohl irgendwann mal markiert war, jedoch mittlerweile sehr zugewachsen ist
- irgendwann den markierten Wanderweg erreicht, weiter zur Sunnalm
- auf der Sunnalm um 17:30: kein einziger Gast mehr da (?!?), sehr viel Sonne auf der Terrasse. Die besten 2 Mohren (Colaweizen) seit langem!!!
- Abstieg ins Tal nicht wie in der Früh über das Skigebiet, sondern über den "Alpgrat" (harmloser, markierter, sehr gut zu laufender Weg)
Tip: Bei der Einmündung dessen in den Fahrweg nicht der Beschilderung folgen, sondern einfach weiter den nicht markierten Weg am Rücken
weiter runter laufen! Kommt genau im Tal unten am Bach raus... mit Sicherheit schöner als der Fahrweg
Der normale Weiterweg bzw. Abstieg vom Hochwannig ginge nun über die Westseite hinunter zur Nassereither Alm. Da mir's heut aber immer noch nicht ganz reicht, schaue ich mir mal den Nordgrat an. Dieser wird in meinem Führer als "weglose Route (...) in brüchigem Fels" beschrieben. Selbstverständlich nicht markiert, angeblich gibt es ein paar Steinmännchen...
Scheint jedenfalls nicht oft begangen zu werden, auch im Internet gibt es kaum Beschreibungen dazu.
Nun denn... mein Beschluß: Ich schau es mir mal an, umkehren kann ich immer noch!
Achtung, wenn ihr das nachmachen wollt: Ich übernehme ganz sicher keine Haftung für irgendwas.
Für den Nordgrat ist Trittsicherheit und eine gewisse alpine Erfahrung unbedingt Voraussetzung.
Aufgrund des fast unausweichlichen Steinschlags dürfte alleingehen das Beste sein!
Die zwei Mädels vom Gipfel gehen den "Normalweg" zur Nassereither Alm.
So, da isser: der Nordgrat. Der grüne Teil in der Mitte ist der "Laufsteg", die Kür, das Ende der technischen Schwierigkeiten.
Doch zuvor will der eigentliche Grat bezwungen werden. Schau mer mal...
Bei dieser Eisenstange beginnt angeblich der Einstieg in den Abstieg. Nun, das wäre schon mal gefunden.
So, da geht's hinab! Zunächst macht alles einen zwar steilen, aber griffigen Eindruck.
Den schönen Ausblick zum Blindsee, jetzt lieber nicht genießen, stattdessen volle Konzentration!
Und so sieht das dann aus. Keinen Plan ob ich richtig bin. Von oben fällt die Orientierung recht schwer.
Unten (nicht im Bild) sieht man ca. 20-30 HM unterhalb das Schuttfeld, aber ein Abstieg will erst mal gefunden werden.
Der oberste Teil ist geschafft... nur wie. Augen zu und durch.
Von unten sieht es so aus, als wär's weiter östlich leichter gewesen... kann aber auch täuschen.
Hier geht's dann auch erstmal nicht weiter runter, sondern....
... da drüben! Ein Stoamandl grinst herüber. Also (wieder leicht aufsteigend) rüberqueren.
Blick rüber zu den Handschuhspitzen. Schauen von der Seite auch ganz schön wild aus.
Zwischendurch immer auch wieder leichteres Gelände. Nur meistens nicht sehr lange.
Blick zurück. Schon fast ne Stunde am Grat und noch nicht soooo weit weg.
Aber die Feinorientierung kostet Zeit: der Gratschneide muss immer wieder mal ausgewichen werde, meist in die Ostflanke.
Beschreiben kann man das nicht, das muss jeder selber wissen und finden. Ohne Verhauer geht's kaum.
Wieder so eine Graterhebung, wieder ein Rätsel zu lösen.
Ständig am überlegen. Die Stoamandl alle 50-100m sind eigentlich überflüssig, weil das spannende der Weg dazwischen ist.
15:00 bereits. Aber jetzt ist doch schon einiges geschafft.
Gleicher Standort, andere Richtung. Das Gras ist gefühlt noch Ewigkeiten weg... gut dass von den 3l Wasser noch was da ist.
Nach diesen beiden Zacken ist das Ende der Schwierigkeiten erreicht. Der Grat wird schlagartig sehr gutmütig.
Schöner Ausblick zum Blindsee und zur Fernpaßstraße. Da war heut stundenlang Stau - aus 2500m Höhe OK
Und plötzlich wird der Grat gemütlich. Dieses Schaulaufen hat man sich doch jetzt verdient, oder?
15:40: Damit sind die Bilder leider zu Ende, weil der Akku vom Handy leer war.
Die Tour dauerte noch bis 19:30, bis das Auto wieder erreicht war.
Fürs Protokoll, was danach noch kam:
- kurze Rast auf der Aussichtskanzel, wo der grasige Teil des Nordgrats wieder steiler wird.
- Ab dort Abstieg nach Osten ins "Bergle" (Karboden) auf einer breiten, aber steilen Latschengasse
- aus dem Bergle raus auf einem Weg, welcher wohl irgendwann mal markiert war, jedoch mittlerweile sehr zugewachsen ist
- irgendwann den markierten Wanderweg erreicht, weiter zur Sunnalm
- auf der Sunnalm um 17:30: kein einziger Gast mehr da (?!?), sehr viel Sonne auf der Terrasse. Die besten 2 Mohren (Colaweizen) seit langem!!!
- Abstieg ins Tal nicht wie in der Früh über das Skigebiet, sondern über den "Alpgrat" (harmloser, markierter, sehr gut zu laufender Weg)
Tip: Bei der Einmündung dessen in den Fahrweg nicht der Beschilderung folgen, sondern einfach weiter den nicht markierten Weg am Rücken
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Re: Hochwannig (2493m) | Mieminger | Handschuhspitzen + Nord
Danke für die Eindrücke und Respekt .Die Tour hatte ich auch schon mal vor.
Weglos durch die bröseligen Mieminger (obwohl das Massiv genaugenommen schon gar nicht mehr dazugehört, glaub' ich zumindest) ist schon nicht so ohne.
Mich interessierte auch der Nordgrat, aber in der Tat ist über die Route nicht viel aussagekräftiges zu finden.
Der Rückweg über die Nassereither Alm ist zwar problemlos, aber im Abschluss wohl ein endlos zäher Forstweghatscher,...was mich bislang auch von der Tour abgehalten hat.
Da du die Gartner Wand so schön fotografiert hast, bist du die schon mal gegangen? Soll auch recht spannend sein.
Weglos durch die bröseligen Mieminger (obwohl das Massiv genaugenommen schon gar nicht mehr dazugehört, glaub' ich zumindest) ist schon nicht so ohne.
Mich interessierte auch der Nordgrat, aber in der Tat ist über die Route nicht viel aussagekräftiges zu finden.
Der Rückweg über die Nassereither Alm ist zwar problemlos, aber im Abschluss wohl ein endlos zäher Forstweghatscher,...was mich bislang auch von der Tour abgehalten hat.
Da du die Gartner Wand so schön fotografiert hast, bist du die schon mal gegangen? Soll auch recht spannend sein.
Die einen kennen mich — die anderen können mich...!
Konrad Adenauer
Konrad Adenauer
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Re: Hochwannig (2493m) | Mieminger | Handschuhspitzen + Nord
Der Wannig gehört schon noch zu den MiemingernPistencruiser hat geschrieben:Weglos durch die bröseligen Mieminger (obwohl das Massiv genaugenommen schon gar nicht mehr dazugehört, glaub' ich zumindest) ist schon nicht so ohne.
Hab grad nochmal meine eigene Beschreibung durchgelesen, die kommt fast noch zu positiv rüber. Der Nordgrat ist schon heikel, weil er eben so brüchig und bröslig ist. Jeder Tritt muß genau geprüft werden, längst nicht alles was massiv aussieht ist es auch... Unvermeidlich, daß hier der eine oder andere Felsen zwischendurch mal zu Tal poltert. Wer hier zu zweit geht, sollte auf jeden Fall GROSSEN Abstand lassen.
Prinzipiell wäre es auch möglich, den Nordgrat zwischendurch über diverse Schuttkare, welche ins Bergle hinab führen, zu verlassen. Allerdings verpasst man dann den Panoramaweg weiter unten am grasigen Rücken (und hat eigentlich ja gemogelt
So wie oben würde ich die Tour eher nicht mehr gehen.
Würde den Nordgrat nur noch gehen
- im Aufstieg (kein heikles Abklettern, außerdem dürfte es einfacher sein von unten die richtige Route zu finden)
- mit Helm (es sausen auch von weiter oben öfter mal Steinchen hinab)
Nein, die Lechtaler sind noch ein wenig "terra incognita" auf meiner Tourenkarte, wird Zeit das mal zu ändernPistencruiser hat geschrieben:Da du die Gartner Wand so schön fotografiert hast, bist du die schon mal gegangen? Soll auch recht spannend sein.
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