Schnalstaler Gletscher ohne Sommerskibetrieb || 02.08.2013

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Emilius3557
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Schnalstaler Gletscher ohne Sommerskibetrieb || 02.08.2013

Beitrag von Emilius3557 »

Schnalstaler Gletscher, 2. August 2013

Crossposting aus http://www.sommerschi.com/forum/posting ... =5&p=41795

Vorletzte Woche ergab sich die Gelegenheit mal dem Schnalstaler Gletscher einen sommerlichen Besuch abzustatten und so bin ich mit der im halbstündigen Takt verkehrenden 80-PB in wenigen Minuten über die spektakulär steile und direkte Trasse von Kurzras zur Grawand auf 3212 m hinaufgefahren und habe mich dort ein wenig umgesehen.

Zunächst bin ich dem versicherten Treppensteig zum 3250 m hohen eigentlichen Grawand-Gipfel gefolgt, danach dann von der Bergstation dem Wanderweg in Richtung Schön Aussicht nach Westen und Norden, wo sich wiederum neue und andere spannende Perspektiven auftun.

In diesem Jahr wurde ja erstmals der sommerliche Skibetrieb im Schnalstal gänzlich eingestellt und soll erst Anfang Oktober (man peilt den 3.10. an) wieder aufgenommen werden. Schade, aber da hat man Pech gehabt mit der Auswahl des Jahres, denn die Bedingungen für Sommerskilauf wären in diesem Frühjahr so gut wie lange nicht gewesen. Die Grawand-Abfahrt ist noch vollständig firnbedeckt gewesen und auch bei den Finailliften aperte erst der untere Bereich aus. Hoffentlich ist die derzeitige Hitzeperiode bald zu Ende, dann könnte, in Kombination mit baldigen und starken Schneefällen ein günstiges Jahr für den Hochjochferner zu Ende gehen. Immerhin hat man nicht nur an der Talstation der 4-SB Grawand, sondern auch im Steilhang der roten Piste Einiges vermattet und Schneedepots angelegt.

Aber seht selbst!

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4-SB Grawand und Blick Trasse talwärts nach Norden

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4-SB Grawand und Blick Trasse talwärts nach Norden mit ausgeaperter Mulde westliche des Lifts

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Blick von Westen auf die steilen Starthänge der Grawand-Pisten (teilweise vermattet) hinüber zu den Finail-Liften

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4-SB Grawand und Schneedepot für die Gletscherstützen und abgedeckte Partien

Kann es sein, dass die 1994 abgebauten SLte Grawand ein gutes Stück weiter östlich verliefen als die heutige 4-SB und ihre Bergstationsverankerung dort hatten, wo heute die Panoramakamera montiert ist? Dort befinden sich nämlich verräterische Betonfundamente…

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Vermutliche Bergstationsverankerung der ehemaligen SLte Grawand, etwas oberhalb der Seilbahnbergstation

Dies würde erklären helfen, warum uns auf den alten Photos die Piste westlich der SLte so groß vorkommt, Gletscherschwund hin oder her…

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Blick hinab auf die vermutliche Trasse der ehemaligen SLte Grawand (ehemaliges Bergstationshäuschen im Vordergrund?)

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Hochjochferner und Grawandpiste mit Zapfstellen für Schneeerzeuger. Vermutlich liegt hier eine Schneileitung auf Gletschereis

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Blick auf den Hochjochferner mit dem Schnalstaler Gletscherskigebiet vom Wanderweg nördlich der Seilbahnbergstation. Vorne die ehemals vergletscherte Mulde

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Hochjochferner-Schnalstaler Gletscherskigebiet von Westen Panorama I-III - Seilbahnbergstation und seit den 1970er Jahren ausgeaperte Mulde, in der früher eine eigene Gletscherpiste verlief

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4-SB Grawand Talstation, 3-SB und DSB Gletschersee Bergstationen im Zoom von der Seilbahnbergstation, davor abgedecktes Schneedepot, rechts Zapfstellen für Schneeerzeuger

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Abgedecktes Schneedepot an der Talstation der 4-SB Grawand und den Bergstationen der 3-SB/DSB Gletschersee

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Talstation der 4-SB Grawand und Bergstationen der 3-SB/DSB Gletschersee im Zoom

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4-SB Grawand Talstation und Bergstationen der Gletschersee-Sessellifte von Südwesten. Hinten der apere untere Teil des Hochjochferners

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800 m Tiefblick auf die 4-KSB Roter Kofl (links) und 4-KSB Teufelsegg (rechts)

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Google-Earth mäßiger Tiefblick auf die Trasse und Piste der 4-KSB Teufelsegg

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4-KSB Teufelsegg Bergstation und oberste Pistenpartie im Zoom

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Schöne Aussicht-Hütte, 2842 m im Zoom vom Wanderweg nördlich der Seilbahnbergstation

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Grawand-Gipfel, 3250 m mit Versicherungen

Trotz hochsommerlicher Hitze (in Bozen spätnachmittags 37°C!) war die Sicht ausgezeichnet und sehr klar, kaum Quellwolken!

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(Ötztaler) Wildspitze, 3772 m von der Grawand

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Weißkugel, 3739 m von der Grawand im Zoom. Der dritthöchste Gipfel Österreichs

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Similaun, 3606 m, von Westen mit dem Normalweg von der Similaunhütte

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Hintere Schwärze, 3624 m im Zoom vom Grawand-Gipfel, 3250 m

Auch umgebende Gletscher befinden sich derzeit noch in einem nicht ungünstigen Zustand, wie hier der Vernagtferner.

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Vernagtferner im Zoom mit Hinterem Brochkogel. Für die Jahreszeit noch hoher Firnbedeckungsgrad

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Ortler, 3905 m, mit Oberem Ortlerferner im Zoom von der Grawand

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Zoom zum Stilfser Joch Sommerskigebiet vom Grawand-Gipfel, 3250 m. Links Geisterspitze, Ebenferner mit SLten Geister, Mt. Cristallo, Mt. Livrio, Naglerspitze

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Cevedale und Zufallspitzen im Zoom von der Grawand

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1200 m-Tiefblick von der Grawand auf Kurzras (2014 m) mit der Seilbahntalstation und dem „Sportdorf“

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Anspielungsreiches Denkmal für Tourismuspionier Leo Gurschler vor seinem elterlichen Kurzhof

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Gedenktafel am Denkmal Leo Gurschler

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„Sportdorf“ Kurzras - in der Literatur vielfach kritisiert, aber deutlich dezenter und weniger störend als die französischen Retortenstationen

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Top-Residenz Kurz in Kurzras, 2014 m

Ich bin nun doch nach diesem hochsommerlichen Besuch recht neugierig das Skigebiet mal auf zwei Brettern kennenzulernen, wohl am besten im Frühjahr, wenn alles offen und Varianten möglich sind. Auch eine Übernachtung auf der Grawand könnte ich mir vorstellen, dazu gabs ja schon schöne Berichte hier…
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noisi
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Re: Schnalstaler Gletscher ohne Sommerskibetrieb || 02.08.20

Beitrag von noisi »

Vielen Dank für die schönen Bilder. Von der Schneelage her wäre ja locker noch Sommerbetrieb bei guten Bedingungen möglich - ob das immernoch so ist? Frage mich auch ob man wirklich bis zum 3.10 wartet bis aufgesperrt wird - eigentlich wollte ich mal vorbeischauen.
Erschreckend ist jedoch der Gletscherzustand - mehr als ein Eisblock liegt dort nicht mehr.
Da mein Bildhoster seine Verzeichnisstruktur geändert hat, werden die Bilder in meinen Berichten z.T. nicht mehr angezeigt. Auf konkreten Wunsch stelle ich sie wieder her.
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Re: Schnalstaler Gletscher ohne Sommerskibetrieb || 02.08.20

Beitrag von Emilius3557 »

Frage mich auch ob man wirklich bis zum 3.10 wartet bis aufgesperrt wird
Mein Eindruck ist, dass man kein zu frühes Opening ankündigen möchte, dass man dann peinlicherweise wegen Schneemangels verschieben müsste. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass bei ausreichender Schneelage auch schon etwas früher wieder Skibetrieb angeboten wird.
mehr als ein Eisblock liegt dort nicht mehr
Der Hochjochferner ist laut ÖAV-Gletschermessungen auch bei den Längenverlusten seit Jahren ein Spitzenreiter. Woran erkennst Du aus den Bildern diese "Eisblock"-Situation wenn ich fragen darf?
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noisi
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Re: Schnalstaler Gletscher ohne Sommerskibetrieb || 02.08.20

Beitrag von noisi »

Achtung nur Mutmaßungen!
Am gesamten Gletscher sind keinerlei Spalten oder sonstige anzeichen von fließendem Eis erkennbar. Der flache Zungenrest zerfällt zusehens und ist dabei den Kontakt zur oberen Firnmulde völlig zu verlieren, die Verbindung wird immer schmaler (auch wenn keine Felsaperungen im Eis zu sehen sind).
Einmal hier: Die Schneefelder an der Bergseitigen Begrenzung haben kaum oder keinen Kontakt zum eigentlichen Gletscher, man erkennt keinerlei vereisung mehr in den Flanken.

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Hier macht es den Anschein, als würde der Gletscher nicht nur von unten und oben, sondern praktisch von allen Seiten aus schmelzen. Im Prinzip schaut es für mich so aus, als gäbe es hier nicht mehr als eine eisgefüllte Mulde.

Interessant ist auch, dass der Hochjochferner die allgemeine Vorstoßperiode in den 80er überhaupt nicht mitgemacht hat.
Da mein Bildhoster seine Verzeichnisstruktur geändert hat, werden die Bilder in meinen Berichten z.T. nicht mehr angezeigt. Auf konkreten Wunsch stelle ich sie wieder her.
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Re: Schnalstaler Gletscher ohne Sommerskibetrieb || 02.08.20

Beitrag von Emilius3557 »

Danke!
Interessant ist auch, dass der Hochjochferner die allgemeine Vorstoßperiode in den 80er überhaupt nicht mitgemacht hat.
Hast Du Daten aus diesen Jahren? Würde mich interessieren!
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Re: Schnalstaler Gletscher ohne Sommerskibetrieb || 02.08.20

Beitrag von Talabfahrer »

Emilius3557 hat geschrieben:Danke!
Interessant ist auch, dass der Hochjochferner die allgemeine Vorstoßperiode in den 80er überhaupt nicht mitgemacht hat.
Hast Du Daten aus diesen Jahren? Würde mich interessieren!
Längendaten verschiedener österreichischer Gletscher gibt es auf der Webseite von Martin Mergili Length changes of Austrian glaciers 1970 - 2011. In der Auswahlliste ist auch der Hochjochferner dabei, und mit dem geht es tatsächlich ununterbrochen rasant bergab.
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Re: Schnalstaler Gletscher ohne Sommerskibetrieb || 02.08.20

Beitrag von Whistlercarver »

Ein sehr schöner Bericht.

Allzu steil sieht mir das Gletschergelände nicht aus. Also wird der Gletscher auch nicht sehr schnell bsi gar nicht fließen. Denke dadurch ist er auch in der Vorstoßperiode nicht angewachsen wie andere Gletscher die auf steilerem Gelände liegen.
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Emilius3557
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Re: Schnalstaler Gletscher ohne Sommerskibetrieb || 02.08.20

Beitrag von Emilius3557 »

Längendaten verschiedener österreichischer Gletscher gibt es auf der Webseite von Martin Mergili
Cool, danke für den Link, die Seite kannte ich noch nicht (auch den Kollegen nicht)!
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noisi
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Re: Schnalstaler Gletscher ohne Sommerskibetrieb || 02.08.20

Beitrag von noisi »

Allzu steil sieht mir das Gletschergelände nicht aus. Also wird der Gletscher auch nicht sehr schnell bsi gar nicht fließen. Denke dadurch ist er auch in der Vorstoßperiode nicht angewachsen wie andere Gletscher die auf steilerem Gelände liegen.
Ganz so einfach ist das nicht. Zum einen besteht der Hochjochferner nicht nur aus dem erschlossenen Gletscherbereich, sondern auch aus den norwestlich anschließenden Teilen, welche wesentlich steiler sind. Zum anderen hängt die Fließgeschwindigkeit nur sekündär von der Steilheit des Geländes ab, vor allem kommt es jedoch darauf an, wie viel Masse hinzukommt. Selbst der im Firngebiet noch wesentlich flachere Gepatschferner ist in den 80er Jahren vorgestoßen. Auch der Zugspitzgletscher hat in der Zeit an Maße zugelegt :wink:

Ein paar Gletscherberichte aus jener Zeit:
1979/80
1980/81
1982/83
1983/84
1984/85
1985/86
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Re: Schnalstaler Gletscher ohne Sommerskibetrieb || 02.08.20

Beitrag von Martin_D »

noisi hat geschrieben: Interessant ist auch, dass der Hochjochferner die allgemeine Vorstoßperiode in den 80er überhaupt nicht mitgemacht hat.
Meine Vermutung ist, dass der Hochjochferner schon vorher sich in verschiedene Teile zerfallen ist und deshalb die Zunge trotz einiger gletschergünstiger Jahre nicht mehr genügend Nachschub bekommen hat.
Inzwischen besteht der Hochjochgletscher aus drei bis vier einzelnen Teilgletschern.

Im Übrigen glaube ich, dass die Schneeverschiebungen auf dem Gletscher inzwischen Einfluss auf seine Gestalt haben.
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Re: Schnalstaler Gletscher ohne Sommerskibetrieb || 02.08.20

Beitrag von noisi »

Martin_D hat geschrieben:
noisi hat geschrieben: Interessant ist auch, dass der Hochjochferner die allgemeine Vorstoßperiode in den 80er überhaupt nicht mitgemacht hat.
Meine Vermutung ist, dass der Hochjochferner schon vorher sich in verschiedene Teile zerfallen ist und deshalb die Zunge trotz einiger gletschergünstiger Jahre nicht mehr genügend Nachschub bekommen hat.
Inzwischen besteht der Hochjochgletscher aus drei bis vier einzelnen Teilgletschern.
In etwa so wird es gewesen sein, auch wenn zu Beginn der 80er Jahre noch 3 der 4 Teilgletscher eine gemeinsame Zunge bildeten und ein Teil des Grawandbereiches noch in Richtung Schnalstal floss. Grundsätzlich scheint es so zu sein, dass die verbliebenen, verschiedenen Firnbecken des Hochjochferners eher klein sind im Vergleich zu der damaligen, verhältnismäßig großen und flachen Zunge. In historischer Zeit dürften Teilbereiche der ehemaligen Zunge noch Teil des Nährbereiches gewesen sein. Aufgrund der eher flachen Topographie wird hier selbst eine verhältnismäßig geringe Veränderung der Schneegrenze, große Auswirkungen gehabt haben. Zusätzlich liegt oder lag der Hochjochferner in einem "Durchgangstal" ohne markanten Talschluss wie die meisten anderen Gletscher in den Ötztaler Alpen.
Martin_D hat geschrieben:Im Übrigen glaube ich, dass die Schneeverschiebungen auf dem Gletscher inzwischen Einfluss auf seine Gestalt haben.
Ja das glaube ich auch, vor allem im Grawandbereich ist das sichtbar.
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Re: Schnalstaler Gletscher ohne Sommerskibetrieb || 02.08.20

Beitrag von Emilius3557 »

Zum Vergleich mal ein Scan aus einem sehr alten Skiatlas:

Bild

Schlepplift Grawand 1 zweite Hälfte 1970er Jahre. Im Hintergrund ist ein SL Finail zu sehen, sowie die DSB Gletschersee, die 1977 errichtet wurde

Ich nehme an, dass es sich um ein Herbstbild handelt (Neuschneespuren auf den gletscherfreien Hängen im Hintergrund). Beeindruckt die Masse des Hochjochferners im Vergleich zu heute, dazu die eis- und schneegefüllte Mulde westlich der Lifttrasse, die heute nur mehr Schuttflächen sind
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