Wie BAV-Sprecher Andreas Windlinger bestätigt, kommt es höchstens zweimal jährlich vor, dass Bergbahnen deswegen angezeigt werden müssen. «Der Betrieb einer Bahn ohne technischen Leiter, der innerhalb einer Stunde auf der Anlage sein muss, ist kein leichtes Vergehen», sagt Windlinger. «Denn dies hat Relevanz mit Blick auf die Sicherheit der Fahrgäste.» Es sei daher fahrlässig, eine Bahn ohne technischen Leiter zu betreiben. Das BAV stützt sich dabei auf diverse Artikel im Schweizerischen Seilbahngesetz und der entsprechenden Verordnung. Laut Windlinger richtet sich die Anzeige primär gegen die Verletzung der Melde- und Sorgfaltspflicht.
Kommentar dazu aus der Bernerzeitung
Francoise Bigler: Typisch: ein modern geführter und top organisierter Bahnbetrieb wird vom BAV angezeigt. Ein offenes Geheimnist ist, dass andere Bahnbetriebe das Geld lieber ins Marketing stecken als in den Unterhalt. Techn. Leiter haben oft Mühe, das nötige Geld gesprochen zu bekommen. Es wundert also nicht, dass Beruftsleute fehlen. Wer arbeitet schon gern im Chaos und trägt dafür die grosse Verantwortung?
Das spüren auch die Urner Seilbahnen. Während die Luftseilbahngenossenschaft Schattdorf-Haldi bisher erfolglos nach einem Betriebs- und technischen Leiter mit entsprechender Ausbildung sucht, haben die Treib-Seelisberg-Bahn, die Luftseilbahn Eggberge sowie der Sessellift auf dem Biel andere Lösungen gefunden.
Im Bericht über die Versammlung der Delegierten von der Berner Bergbahnen welche sich am 20. August auf der Birg trafen.
«Es gibt in der Schweiz einen dringenden Ausbildungsbedarf für Leute mit technischer Verantwortung in der Branche. Es fehlen schweizweit 30 bis 40 Leute.»