Auf den gleichen Tag genau wie letztes Jahr hat es sich heuer ergeben, die Schisaison zu eröffnen. Jungholz bot sich an, da im Internet gemeldet wurde, dass alle Lifte dort laufen sollten und ich zudem das Gebiet noch nicht kannte.
Nach Verlassen der A 7 hatte ich gleich den ersten Stresser der Saison an der Heckscheibe kleben und natürlich wollte der auch nach Jungholz. Ich befürchtete schon wieder handfesten Ärger und wollte diskret ganz vorne Parken, wo ich zudem nicht Gefahr lief, im Eis mit durchdrehenden Rädern fest zu sitzen. Aber da kam gleich so ein Parkplatz-Obereinweiser angelaufen und befahl mir, mein Auto ganz hinten am Hang abzustellen, wo bereits einige Fahrzeuge wegen der Steigung Probleme hatten. So war ich erst mal ein wenig grantig.
Aber ich sah es positiv – mein Renault kam durch, vom Stresser war nichts zu sehen und beim Kartenkauf musste ich trotz vieler Leute irgendwie nicht anstehen, weil der erste große Ansturm anscheinend gerade durch war. Ich atmete die frische, eiskalte Jungholzer Bergluft ein und der Stimmungsbarometer stieg wieder.
Der Steineberglift stand noch und so schwebte ich mit der 4SB Bischlag ins Gebiet, die 2004 einen Schlepper auf leicht versetzter Trasse ersetzt hat. Anschließend ging es mit dem neueren der beiden Sorgschrofenschlepper nach oben. Die beiden parallelen Lifte sind recht lang – etwa 1.400 m und vom Ausstieg oben hat man sowohl einen recht guten Ausblick und kann darüber hinaus auch alle Pisten im Gebiet erreichen.
Der T-Mastenlift kam 1981 als Ergänzung des bereits 1958 erbauten Gittermastenlifts hinzu.
Am Schluss hat es hier einen ordentliches Steilstück und davor einen Zwischenausstieg.
Auf der Piste zum Schwandlift, der unten bereits zu sehen ist. Ich hatte mir die Schuhe enger geschnallt – sie waren nun das erste Mal im Einsatz, da die alten nach 6 Jahren und über 100 Einsätzen total abgenutzt waren. Während des Tages war ich total erleichtert, denn das Tragegefühl war sehr angenehm. Abends hatte ich dann am linken Schienbein trotzdem Blasen. Aber das dürfte mit der Zeit besser werden. Meine alten Schuhe haben anfangs auch ein wenig gedrückt, aber ab dem zweiten Jahr wie angegossen gepasst.
Idylle am Schwandlift hinten, der 1964 erbaut worden ist.
620 m lang – die Piste ist recht flach, aber die Waldabfahrt weiter links fand ich ganz nett.
Die Sonne sollte siegen...
Im Schatten war es noch ziemlich zapfig an jenem 08.12.2013...
Später dann auf der Waldabfahrt....
Irgendwann wollte ich wieder zum Sorgschrofenlift fahren – der Gittermastler bewegte sich immer noch nicht und am T-Mastler standen sich die Leute die Beine in den Bauch. So nahm ich mir mal die flache, kurze und nur 430 m lange Adlersesselbahn vor, die 2001 einen Übungslift ersetzt hat.
Die Ski kann man übrigens an beiden Bahnen nicht abstellen, aber sie sind ja nicht so lang.
leicht verwackelter Blick zur Schlange am Sorgschrofenlift 2 – den Gittermastler blieb den ganzen Vormittag über außer Betrieb. Wahrscheinlich auch, wenn die Schlange bis zum Ausstieg hinauf gereicht hätte! Ich sag jetzt lieber nichts dazu – aber die Leute haben ziemlich gemotzt und diese Eselssturheit werde ich nicht begreifen.
Später wollte ich halt einfach doch mal wieder ganz rauf und so sah es am Ende der Schlange aus.
Der Steilhang der Sorgschrofenlifte....
Der Antrieb des 1984 erbauten Steineberglifts, der sich auch partout nicht bewegen wollte.
Die flache Piste hier war sehr gut zu fahren und um die Schlange zu meiden, fuhr ich dann entweder die Bischlagbahn oder eben den Schwandlift. Der Steineberglift sollte eigentlich in Betrieb sein – was aber nur aus einer externen Internetseite und nicht aus jener der Betreiber hervorging (dort hatte ich Schwierigkeiten, den Status der Lifte abzurufen – so was hasse ich immer total auf manchen Skigebietsseiten, wenn man nicht eins, zwei Klick erfahren darf, was läuft und stillsteht...)
Altes LSAP-Liftlerhäusl vom Bischlaglift?
Die Bischlagbahn vor Jungholz...
Das von den Skitouristen in Beschlag genommene Jungholz...
Da kam früher der Schlepper hoch – links die Nachfolge-4SB
Zoom zur Sorgschrofenschlange, die teilweise giftig war
Genau hier ging früher der steile Bischlaglift hinauf – oben gab es sogar noch mehr Wald, den der Schlepper einst durchquerte.
Hier gibt es noch ein Bild von Kaldini, das den alten Schlepper zeigt:
http://www.kaldini.de/jungholz/IMGP3459.jpg
Die ehem. Talstation des Bischlag-Schleppers...
Während einer 4SB-Fahrt sah ich auf einmal den Steineberglift laufen! Es erfolgte sogar eine Durchsage, dass man nun auf diesen Schlepper ausweichen könne. Das lies ich mir nicht zweimal sagen
Doch noch geschafft!
Der Lift ist wahrscheinlich nur in Betrieb, wenn viel los ist...
Da kommt die Sonne – bei den kalten Temperaturen im Schatten war sie sehr willkommen.
Da hinten qualmt der Dieselantrieb des Steineberglifts...
Kurz danach stand der Steineberglift wieder und sollte nicht mehr in Betrieb gehen. Dazu der stehende Sorgschrofenlift 1....
Unten hatte sich die Lage kurzzeitig gebessert und ich fuhr nochmal ganz rauf.
Die Bilder entstanden noch ganz in der Früh...
Unterm Steilhang...
Ausblick vom Ausstieg. Links hinten müsste irgendwo Eschach liegen, wo ich an jenem Tag auch noch strandete.
Die Pistenqualität war hier echt in Ordnung. Am Schwandlift war es recht steinig.
Nur an diesem Gipfelkreuz ist das Gebiet von Jungholz mit Österreich verbunden. Seltsam, dass sich das über die Jahrhunderte so gehalten hat – der Ort ist nur wegen eines Landverkaufs im Mittelalter nach Tirol gegangen und wie im kleinen Walsertal hat man früher hier in DM zahlen, aber auch die Vorzüge des österreichischen Bankgeheimnisses genießen können.
Nette Stimmung am Schwandlift.
Nun hatte ich endlich auch mal jenes Exklaven-Schigebiet kennengelernt, an dem ich schon so oft vorbeigefahren bin. Das mit dem Sorgschrofenlift war etwas ärgerlich, aber ansonsten war es ja in Orndung. Von den Pisten her halt eher was für einen halben Tag, aber es gibt ja in der Hauptsaison Oberjoch, Unterjoch, Wertach, Nesselwang oder den Grünten in der nahen Umgebung.
Am Nachmittag ging es dann noch ins nahe Faistenoy zum Elleglift und später nach Eschach.