Aufgrund der unüppigen Schneelage und der noch frühen Saison entfielen etliche Ziele. Immer war irgendwie einer der mich interessierenden Lifte außer Betrieb oder man hatte noch überhaupt nicht offen. Da ich an jenem Wochenende in meinem Heimatort weilte, bot es sich an, im nahen Allgäu oder Bregenzerwald „hinten“ Schi fahren zu gehen.
Jedenfalls ergab sich nach einer Suche im Internet nichts Besseres, als das Nebelhorn zu besuchen, wo ich immerhin schon seit Anfang 2000 nicht mehr gewesen bin. (Aufs Fellhorn habe ich irgendwie gar keine Lust mehr.)
So kündigte sich neue Tag hinter den Lamellen am Fenster meines ehemaligen Kinderzimmers an. Kneipenbedingt waren nur 5 Stunden Schlaf zusammengekommen, aber immerhin ging es mir ansonsten gut...
Nach einer angenehmen Anfahrt über eine leere B 12 und überraschend kaum besuchten B 19 (wenigstens kein Bahnübergangsslalom mehr wie früher auf der alten Strecke durch Waltenhofen und so...) musste ich in Oberstdorf noch gefühlte 10 Km um den Ort herumfahren, ehe die Talstation der Nebelhornbahn erreicht war. Ich wusste gar nicht mehr, dass die Verkehrsführung so umständlich ist. 1999/2000 habe ich vor Ort gewohnt und bin immer mit dem Bus zum Schifahren.
Am Parkplatz muss man erst mal löhnen, was in Schigebieten irgendwie mittlerweile unüblich ist. Den Betrag für 6 Stunden nahm der scheiß Automat nicht an, so wählte ich 4, um ggf. noch spontan nach Grasgehren zu fahren, wo allerdings die DSB nicht lief.
An der Kasse bekam man mitgeteilt, dass die Abfahrt an der Gipfelbahn und der 4SB gesperrt sei, weil es den Schnee verblasen und in der Sonne weggetaut hätte. Man könne nur als Fußgänger ganz rauf. Dafür kostete die Tageskarte ganze 3 EURO weniger.
Aber wenigstens sollte die Talabfahrt bestens präpariert und außer am Schlepplift nur mäßig viele Leute unterwegs sein.
Die Talstation liegt etwas im Ort drinnen und man schwebt erst mal über die Häuser drüber.
Die Schanzen – man sieht auch die Standseilbahn für die Springer. Auf der Ebene weiter oben verlief früher mal ein Seillift, dessen Talstation ich noch erkannte. Aber leider vergessen, zu knipsen. Zottel müsste da aber schon mal vor Ort gewesen sein, wenn ich mich nicht täusche...
Links das Söllereck, das von dieser Seite aus vom Tal herauf von Deutschlands längstem Schlepplift, dem Höllwieslift (2.000 m) erschlossen wird. Ein kleines, feines Gebiet für 2, 3 nette Stunden.
An der Station Seealpe, wo man zur 2. Sektion umsteigen muss. Bis 1995 führte hier rechts parallel die alte Nebelhornbahn noch herauf. 1999 müssten die Stationen noch vorhanden gewesen sein, oder? Ich hab da so eine Erinnerung, aber leider keine Fotos natürlich...
Die Bilder sind bei der 2. Auffahrt entstanden, als in der ersten Sektion eine Horde angesoffener Kerle mit hoch fuhr, die sich furchtbar aufführten. Der Seilbahner bat unten in der Talstation um „Silentium“, als sie zu grölen anfingen, doch natürlich konnte keiner was von ihnen mit dem Begriff anfangen
Jedenfalls waren alle froh, als sie an der Seealpe ausstiegen und grölend weitertorkelten.
Blick nach unten zur Talabfahrt– rechts schließt sich ein letzten Samstag eisig gefrorener Steilhang an.
Habe übrigens neulich auf DVD eine Folge von „Der Alte“ aus 1980 gesehen, die man hier oben gedreht hat. Muss mal schauen, ob die auch auf Youtube zu sehen ist, um den Link zu setzen.
Eigentlich mag ich Pendelbahnen nicht so, aber gut...die Nebelhornbahn geht schon in Orndung, Wenn nicht viele Leute anstehen, ist man ja schnell oben und hat einen ganz guten Ausblick.
Das Wetter war am Vormittag wirklich bestens!
1976 hat man die jetzige Nebelhornbahn erbaut...
Blick von der Bergstation der 2. Sektion.
Die 4SB Koblat war leider außer Betrieb. Wo bitte ging denn da der frühere Schlepper hinauf? (Müsse 1996 die erste 4SB in Deutschland gewesen sein.)
Die schwarze Abfahrt, die im oberen Teil von der DSB Sonngehren erschlossen wird, die man 1985 hierher gepflanzt hat. Ich fuhr gleich drei mal mit ihr, denn man musste absolut nicht anstehen. Erst danach wagte ich mich an die Talabfahrt nach Oberstdorf hinunter.
Weiter unten stellte ich mich an den Pistenrand und zog die Kamera mal wieder raus.
Später sollte die DSB mal für eine Stunde außer Betrieb gehen, weil es eine technische Störung gab.
Piste neben der DSB Sonngehren.
Weiter unten ein Zoom in Richtung LSAP-Gelände am Gasthaus Karatsbichl.
(Links der Bildmitte)
Viel Schnee hat es momentan ja nicht in den Alpen.
Im Schatten war es dennoch eiskalt.
Die Beschneiung der Talabfahrt gab es vor 13 Jahren, glaube ich, noch nicht. Damals ging die nur im Hochwinter, wenn es entsprechend Schnee hatte.
Das letzte Stück. Dann muss man Abschnallen, einen Ziehweg am Bach entlang fahren und schließlich laufen, um zur Talstation zu gelangen.
Ziehweg mitten im Ort.
Weiter drüben die Bahn...
Wieder oben – da die DSB gerade nicht lief, beschloss ich spontan, meine Schi da zu lassen und mit der Gipfelbahn ganz hinauf zu fahren.
Still stehende 4SB Koblat.
Hier musste man wegen der zahlreichen Spaziergänger ein bisserl anstehen. Es ging ein eiskalter Luftzug ich war froh, als ich endlich in der Kabine stand.
Oben hat man wirklich eine total schöne Aussicht – es sollte sich lohnen, das Schifahren ein bisserl zu unterbrechen.
Müssten doch Trettachspitze und rechts davon die Mädelegabel sein?
Na den Ifen kenne ich immerhin...
Mit dem Gipfel-ESL bin ich 1999/2000 recht oft gefahren. Meine Kollegen haben den damals gehasst und immer die Pendelbahn genommen. Ich könnte mich wieder mal ohrfeigen, keine Fotos gemacht zu haben. Dabei bin ich Ende April 2000 mal noch zum Knipsen raufgefahren. Aber warum haben die den Lift abgerissen? Man musste als Schifahrer nicht abschnallen und konnte von der 4SB Koblat so bequem ganz rauf fahren.
Vor dem Bau der 4SB Koblat führte übrigens ein ESL von der Talstation der Gipfel-PB zur Talstation des Gipfel-ESL. Die Pendelbahn ganz rauf hat man erst 1991 errichtet – vorher mussten alle diese beiden ESL nehmen. Den unteren habe ich aber nicht mehr kennengelernt.
Hochvogel (stimmt hoffentlich...)
Trasse des Höllwieslifts – den muss ich auch mal noch besuchen, ehe der ersetzt wird. Bin den damals in der Saison 1999/2000 unendlich oft gefahren, wenn ich mal nur für 2, 3 Stunden auf der Piste war. Man musste so gut wie nie anstehen und nebendran hat es zwei herrliche Waldabfahrten. Damals war der Winter aber recht eisig und in der schattigen Schleppertrasse hat man oft gefroren.
Bis 1975 muss dort ja ein POMA-Lift raufgeführt haben...
Schöne Ausblicke wie gesagt....
In Schistiefeln konnte man den Weg zum Gipfel dennoch ganz bequem hinaufschreiten. Am Aussichtspunkt oben stand ich dann eine ganze Weile herum. Indes kamen aber bereits vom Südwesten her die ersten Boten des nahenden Wetterumschwungs...
Hier der Blick übers Illertal.
Rechts ganz hinten sieht man das Zugspitzmassiv.
Dann der Wechsel aufs Tele...
Die Zugspitze – leider etwas wacklig wegen des Winds, der hier oben blies.
Hochvogel – da braucht man nicht nach ehemaligen Schlepplifftrassen Ausschau halten
Der Ifen ganz nah – ein UNBEDINGT-Ziel dieser Saison. Als ich das letzte Mal vor 13 Jahren dort oben Schi gefahren bin, habe ich doch glatt zwei Bilder geschossen – eines von der unteren Sesselbahn und das andere von der oberen...
Kennt ja jeder...
Sieht aus wie ein ehemaliges Voralpen-Einzellift-Gebiet...
Der schöne, alte Weiherkopflift ist nun auch nicht mehr
Fellhorn-Zoom. Ganz hinten die Kanzelwandbahn.
Zoom zur Fellhorn-Mittelstation. Hinten die 2Länderbahn. Rechts im weißen Bereich führten früher die steilen, parallelen Bierenwanglifte hinauf.
Noch nichts los am Höllwieslift. Schade – wäre eine super Ergänzung für den Nachmittag gewesen.
Die Sonne war nun immer mehr am abloosen...
Sah auch noch ganz interessant aus da hinten...
Ich lies mir noch die Frisur wieder richten und stieg zur Bergstation der Pendelbahn hinab
Nebelhornbahn und DSB Sonngehren. Früher stand neben der Pendelbahnstütze noch die viel kleinere der alten Nebelhornbahn.
LSAP-Talstation des Gipfel-ESL. Wenigstens ne DSB hättens da ja wieder hinstellen können...
Zoom zur Zwischenstation der Fellhornbahn II. Davor auf der anderen Seite der Baumgruppe startete früher der steile und schnelle Höflelift, dessen Trasse man noch erahnen kann (quer nach rechts oben).
Im Hintergrund die 4SB Koblat.
Da endete früher der ESL...
Leider konnte man hier noch nicht abfahren. Bis ins Tal runter müssten es so 7 km sein – die längste Piste Deutschlands. Oder vielleicht doch das Dammkar in Mittenwald? (Wird aber doch nicht präpariert, oder?)
Nun ging es wieder zu den Skiern zurück...
Während sich immer mehr Wolken am Himmel tümmelten, unternahm ich noch ein paar Abfahrten an der DSB.
Nun war die Sonne weg.
Irgendwann MUSSTE ich ins Tal, weil mein Parkticket auslief. Mein Gott, so was nervt echt. Aber dann sollte sich herausstellen, dass es genau das Richtige war. Die Wolken wurden immer mehr und an der Talstation meinten welche, es hätte Regen gemeldet. So entschied ich mich, um 14 Uhr nach Hause zu fahren.
Auf der letzten Abfahrten noch den Seealplift geknipst. Als ich 2000 das letzte Mal hier gewesen bin, gab es da nur einen Seillift und dieser Schlepper stand als Kuchenbachlift am Fellhorn.
Bin Lift den am Vormittag nur 1 x gefahren, weil sehr viel Andrang herrschte. Habe eigentlich nie verstanden, warum man den Kuchenbachlift am Fellhorn damals beim Bau der 6KSB See-Eck mit abgerissen hat. Dort haben sich immer die Snowboarder getummelt und den Hang direkt am Lift für sich gehabt.
Nun – leider hatte eben nicht genug Schnee für die Gipfelabfahrt und Sonnenschein bis 16 Uhr wäre durchaus genehm gewesen, aber die vier Stunden am Nebelhorn gingen dennoch einigermaßen in Ordnung.
Am Rückweg dauerte es nicht lange, ehe bei Immenstadt etwa der Regen kam und bei Temperaturen um die Null Grad ist so etwas kein Vergnügen. Abends hatte es dann in meinem Heimatkaff solch spiegelglatte Strassen, dass man selbst als Fußgänger so seine Probleme bekam.