Teil 10 – Nauders Bergkastel- “Schön windig”
[Z]: Nauders durfte bei unserem Urlaub im Vinschgau natürlich nicht fehlen. Da das Gebiet nicht in der Vinschgaucard enthalten ist, hatten wir nur die Möglichkeit, es am ersten oder letzten Tag zu besuchen. Wir entschieden uns für Letzteres in der Hoffnung, dass sich bis dahin die Schnee- und Wetterlage nicht für uns unvorteilhaft entwickeln würde.
[n]: In Nauders bin ich schon des öfteren gewesen, allerdings immer als Stützpunkt in der Vor- oder Nachsaison. Skigefahren bin ich hier noch nie obwohl schon des öfteren geplant - diesmal war es dann endlich soweit.
[Z]: “Endlich” !!
Daten & Fakten
Wetter: Anfangs Kaiserwetter, später Mix aus Wolken, Sonne & starkem Wind
Schneelage: reichlich aber verblasen
Pistenzustand: frisch präpariert
Wartezeiten: keine
Anlagenstatus:
6EUB Bergkastel
8KSB Zirm
6KSB Gaisloch
6KSB Tscheyeck
2SB Lärchenhang I
2SB Lärchenhang II
2SL Panorama
2SL Goldsee
2SL Ganderbild
2SL Ideal
2SL Alm
1SL Tal
Homepage
Pistenplan
[Z]: Das Skigebiet Bergkastel ist mit seiner Erschließung im Jahr 1974 im Vergleich zu den umliegenden Gebieten verhältnismäßig "jung". Seit der Eröffnung vor nun 40 Jahren (mit einem Jubiläum hat man vor Ort nicht geworben fällt mir gerade auf) hat es den üblichen Ersatz und Neubau von Anlagen gegeben, vor allem aber ist das Gebiet bis heute deutlich erweitert worden. 1980 bestand es noch aus der EUB und den beiden SL Goldsee und Zirm. Bis 1985 hatte man dann den zweiten Zirmlift errichtet, die SL Alm und Ganderbild, sowie die Anlagen Gaisloch und Tscheyeck. In diesen Erweiterungszeitraum der frühen '80er fiel ebenfalls die Stilllegung des benachbarten und ehemals angebundenen Gebietes Stables (3 SL), zudem hat man in den 1990ern den Skibetrieb am gegenüberliegenden Mutzkopf (ESL/DSB, 1-3 SL) eingestellt. Bis heute sind noch einige Anlagen im Skigebiet hinzugekommen, sodass das mittlerweile recht weitläufige Gebiet nun mit insgesamt 12 Anlagen erschlossen wird.
[n]: Der Schlosslift, als Zu- und Rückbringer zum Dorf, hätte allerdings durchaus stehenbleiben können. So muss man vom Ort aus kommend, auf Bus oder Auto zurückgreifen.
[Z]: Wir wählten zunächst den klassischen Einstieg ins Gebiet und ließen die beiden DSB Sektionen Lärchenhang rechts und den kurzen Tallift links liegen. Eine entspannte Auffahrt war uns hier dank einer ganzen Gondelhechterfamilie nicht vergönnt.
[n]: Nicht nur das unsere Mitfahrer gondelgehechtet sind, dazu kam während der Auffahrt auch noch ein unerträgliches Gequatschte.
[Z]: Ach, stimmt. Irgendwas der Marke neureiche Spießbürger
[n]: Hätten wir mehrfach besserwissend zwischenrufen können….
[n]: Raus aus der Gondel, kurz umgeschaut, Tscheyeckbereich in der Sonne liegend gesehen - Entscheidung wos denn hin gehen soll gefallen.
[Z]: ...eine Wiederholungsfahrt an der Gaislochbahn musste ob der jungfräulichen Piste jedoch sein!
[n]: Im Nachhinein, ohne die anderen Hänge schlechtreden zu wollen, wohl die für mich besten Abfahrten des Tages - trotz Schatten! Gute Länge, schönes Gefälle und angenehme Präparierung - genial.
[Z]: Danach vergeudeten wir keine Zeit und fuhren zur Tscheyeckbahn. Deren Piste lag schön in der Sonne, die Massen hatten sich noch nicht hierhin verirrt und der Panoramalift hatte für mich (selbstredend) oberste Priorität. Neben diesen offensichtlichen Gründen kam zudem noch die Windanfälligkeit dieses Gebietsteiles hinzu, die so manchen Forumler wohl schon an der Panoramafahrt gehindert hat.
[n]: Trassenbild Tscheyeckbahn. Die KSB verläuft direkt auf dem Grat und ist entsprechend windanfällig. Dafür werden hier tolle Pisten mit einem satten Panorama erschlossen.
[Z]: Blick von der BS Gaisloch rüber zum Tscheyecksektor. Später verfuhr ich mich und landete auf der Schwarzen 18 (Bildmitte), die bei weitem schlechteste Piste an diesem Tag.
[n]: Zu meinem Glück hatte ich die direkte Variante gewählt
[n]: Tscheyek im Zoom. Schön trassierte, aussichtsreiche Abfahrt mit Tip Top Panorama. So soll es sein!
[Z]: Wirklich grandiose Piste! Lediglich die letzten Meter vor der Talstation sind etwas kriminell da eng.
[Z]: In der Tscheyeckbahn, hier suhlten wir uns in der Sonne und genossen die tolle gleichnamige Abfahrt
[n]: Blick gen Nauders und Inntal. Mittig der kleine Mutzkopf. Weiß jemand wo dort der Verbindungslift vom Bergkastel zur Talabfahrt am Mutzkopf stand? In vielen alten Pistenplänen ist er noch eingezeichnet.
[n]: Schwenk gen Süden mit der Bergstation Bergkastel und den weitläufigen "Hängen" an der Zirmbahn. Noch ziemlich schattig dort.
[Z]: Zeit also zum Highlight zu wechseln, dem Panoramalift von 1989. Ein Lift aus der Kategorie "Verrückt, dass die diesen Hang hier erschlossen haben"
[Z]: Während anderswo 'überflüssige' Anlagen geschliffen werden, hat man in Nauders die Nerven diesen SL weiter zu betreiben. Wieviele Gäste die Routen hinten benutzten kann ich nicht sagen, der Andrang auf der kurz-schmalen Direktabfahrt hielt sich aber in Grenzen. Wie gesagt, "verrückte Erschließung" und damit Grund genug für mich hier eine Fahrt zu wagen
[n]: Ich erklärte Z kurzerhand auch für verrückt und fuhr noch mal an der Tscheyeckbahn ab. Nach den bösen Erfahrungen an den letzten Tagen schien mir der Hang nicht ganz koscher. Ich denke aber, der Panoramalift steht hier weniger aufgrund seiner Direktabfahrt, als für die erschlossenen Routen.
[Z]: Sicher tut er das, find ich nicht weniger verrückt
[Z]: Das übliche 'Nur für Geübte' gab ordentlich Bonuspunkte!
[Z]: Hier oben wurde es dann mit einmal sehr windig. Ich hängte noch schnell eine zweite Auffahrt an und dann ging es zurück Richtung Hauptskigebiet.
[Z]: Für den Wechsel benötigt man den Ganderbildlift. Die Sonne hatte sich inzwischen vorerst verabschiedet.
[n]: Rückblick aus dem Hintenrumrückbringerschleppler. Der Wind hatte leider ein paar Wolken im Gepäck
[Z]: Eines der Standardmotive dort, oben Zirmbahn und rechts Goldseelift.
[n]: Standardmotive...
[Z]: In Österreichs erstem 8er zog es ebenfalls wie Hulle, ich bequatschte noisi also jetzt zum Hypekandidaten Almlift zu wechseln.
[n]: Leider wurde es jetzt ziemlich ungemütlich. Die Tscheyekbahn wurde bereits wieder eingaragiert. Von daher war kein Bequatschen notwendig - Z hatte leichte Panik, dass wir Aufgrund von Anlagenschließungen nicht mehr dorthin kommen würden
Entsprechend verfuhr ich mich bei der ersten Abfahrt zum Almlift und wir landeten wieder an der Talstation der Zirmbahn.
[Z]: Ich schrie noch und warf mit meinen Stöcken nach dir, doch meine Worte fraß der Wind…
[n]: Und das sowohl beim schwarzen, also auch beim roten Pistenabzweig…
[Z]: Ob da eine zweite Brille geholfen hätte?
[n]: Zirmbahnabfahrten - ähnlich wie in Schöneben eine einzige, extrem breite Piste. Vom Gefühl her aber deutlich steiler als das Südtiroler Pendant.
[n]: Beim zweiten Mal gelang dann der Wechsel über die Verbindungsabfahrt. Hier Blick zurück in Richtung Tscheyeck, bereits zur Hälfte eingaragiert.
[Z]: Ausstieg Almlift, hier war es natürlich nicht minder windig. In Bildmitte ist ein Fundament zu sehen, von welchem Lift stammt es? Gab es beim Almlift oben noch eine weitere Anlage oder sind es Reste der Zirmlifte?
[Z]: Nochmal im Zoom
[Z]: Talstation Almlift mit klassischem Gebäudekomplex. Könnte mal als Diesel gefahren sein?
[Z]: Ich wartete nur drauf, dass noisi im berüchtigten Steilstück rausfällt...
[n]: Sowas passiert doch nur dir am Winterberger Bremberg
[n]: Blick auf Nauders....
[n]...und in der Gegenrichtung das Skigebiet Schöneben. Am Rande, wo es hier scheinbar nur mehr um Lifte geht, die Abfahrt am Almlift macht zunächst den Anschein überhaupt nicht schwarz zu sein, steilt dann gegen Ende aber ordentlich auf. War aber irgendwie nicht so meins.
[Z]: “Aufsteilen”, gefällt mir der Begriff! Ich glaub die Piste am Almlift kann schon was, kam in dem Moment aber nicht so rüber.
[Z]: Tja, wohin nun? Aufgrund des Windes hatte die Zirmbahn mittlerweile den Betrieb eingestellt und auch den Tscheyecksektor hatte man dicht machen müssen. Wie gut, dass wir dort direkt morgens waren. Den Panoramalift verpasst zu haben hätte mich doch arg geärgert! Wir entschieden uns, in den Bereich der Lärchenhangbahnen zu wechseln und die Talabfahrt zu probieren. Hier bot sich dann gleich auch ein kleines lsap-Special an
[n]:
[n]: Auch am Talboden blies es inzwischen kräftig. Hinten wieder Schöneben.
[Z]: Am Tallift Übungsbereich herrscht ja bekanntlich Lebensgefahr, daher wagten wir hier nur eine Fahrt und fuhren schnell zur Lärchenhang I !
[n]: Kann da nur zustimmen, lebensgefährlich das ganze hier unten!
[Z]: TS Lärchenhang I, nette '80er Jahre Bahn im Faistenoy-Look
[n]: Noisiwetter?
[Z]: Auch hier windete es gar sehr, siehe Vordersessel. Die Überfahrt der windungeschützten Wiese zog sich ewig hin, im Wald wurde es dann wie erwartet besser.
[n]: Wir sehnten dem Moment der Waldeinfahrt entgegen... Immerhin verblies der Wind dann auch wieder die Wolken, auch wenn er diese überhaupt erst aufziehen ließ.
[Z]: Für die Bonuspunktrechnung gibts am Ausstieg ein kurzes Talstück.
[Z]: Die sich anschließende Sektion Lärchenhang II ersetzte im Jahr 2000 einen gleichnamigen Kurvenschlepper, der so manchem hier sicher gefallen hätte: lange, teils sehr steile Waldtrasse mit Kurve.
[Z]: Die Talstationshütte mit Colaflasche steht noch
[Z]: Blick die ehem. Trasse hinauf, die Hütte oben hat man wohl erst nach dem Abbau errichtet.
[Z]: Da wir dort nicht mehr hochschlepplern konnten, begnügten uns mit der Nachfolger DSB, die schwer nach Occasion ausschaut.
[Z]: Anordnung des gesamten Lärchenhang-Ensembles im Überblick.
[Z]: Retropunkte durch Holzschranken!
[Z]: Querung der SL-Trasse
[Z]: Blick auf den letzten Teil der steilen Waldtrasse nach der Kurve, die BS ist ebenfalls erkennbar.
[Z]: Die Kurve stand im Wald in Bildmitte, sicher so ein Zwirbelbau.
[n]: Früher ist heute leider vorbei.
[Z]: Hier trennte sich einst die Spreu vom Weizen
[Z]: Die Hütte an der BS hat man wie gesagt ebenfalls stehen lassen, der Lift endete durch die Kurve deutlich weiter oben als die jetzige DSB (am Funpark).
[Z]: Gruß an die Notknopffreunde! Die Schaltschränke sind anscheinend noch vorhanden, aber Vorsicht: 'Betreten unter Klagedrohung verboten'!
[Z]: Kleines Souvenir hinter der Hütte
[n]: Früher wurde hiermit gestützt, das ist heute leider vorbei.
[Z]: Abschlussbild dieses lsap-Specials vom ehem. Ausstieg aus.
[Z]: Zwischendrin wurden noch die restlichen Anlagen im Gebiet gefahren, hier der Goldseelift aus dem Erschließungsjahr 1974.
[Z]: Skischulkind und Skilehrer verpassten den verlorenen Stecken, ein Hoch auf bald 28 Jahre Kurzbüglererfahrung! Die Bergung des abhanden gekommenen Ausrüstungsgegenstands in voller Fahrt gelang ohne Zwischenfälle
[Z]: Die Besserung des Wetters erlaubte nun auch die Wiederinbetriebnahme der Zirmbahn.
[n]: Nahmen wir sogleich auch nochmal mit. Schön zu sehen der inzwischen windgespresste Schnee. Am Ausstieg warteten mittlererweile auch einige, freigeblasene Steine. Das ganze Skigebiet macht den Eindruck sehr windanfällig zu sein....
[Z]: An der Tscheyeckbahn sah es hingegen so aus. Ein Bild, dass dem münchner wohl bekannt vorkommen dürfte
[n]: Nach dem LSAP-Exkurs melde ich mich dann auch mal wieder zu Wort
[n]: Wieder auf dem Weg nach oben.
[Z]: Der Ideallift fehlte noch und wurde standesgemäß bei der Talabfahrt mitgenommen. Der Liftler bemühte sich schwer die Skilehrerin vor mir anzubaggern, sogar seinen Kuchen bot er ihr an! Sie aber blieb unbeeindruckt und lehnte ab...
[n]: Der Hang am Ideallift, gleichzeitig oberster Abschnitt der Talabfahrt, ist garnicht mal so schlecht. Interessant, dass dieser nicht unbedingt flache Pistenteil auch als Übungshang dient.
[Z]: Wohl für die fortgeschrittenen Über!
[n]: Den verbleibenden Rest des Skitages verbrachten wir dann an der oberen Sektion der Lärchenhangbahn. Neben Gaisloch und Tscheyeck die für mich schönste Abfahrt in Nauders.
[Z]: Fail beim Einseifen...
[Z]: Erst am Ende des Skitages bemerkten wir dieses Schild, und dass wir als nicht-Anrainer/Radfahrer/Pferdefuhrwerk garnicht hier hätten fahren dürfen. Na hoffentlich gibts jetzt nicht wieder Beschwerdemails
Fazit:
[Z]: Das Gebiet Bergkastel hat mir sehr gut gefallen, wie evtl. an der Bildervielzahl zu erkennen ist
[n]: Super Skigebiet! Nauders kann alles - modern, betagt, LSAP. Dazu ansehnliches Panorama, abwechslungsreiche und oft lange Pisten bei einem vernünftigen Preis-Leistungsverhältnis. Ich denke, ich schau hier irgendwann nochmal vorbei.
Fortsetzung folgt...