Das Valle di Blenio (Bleniotal) wird vom Fluss Brenno durchflossen. Es erstreckt sich vom Lukmanierpass im Norden bis zur Mündung des Brenno in den Tessin bei Biasca im Süden. Das Tal besitzt eine Nord-Süd-Ausrichtung und die Seitenhänge werden gut durchsonnt, daher auch der Übername Valle del Sole oder Sonnental.
Wie alle Seitentäler im Tessin ist auch das Bleniotal wirtschaftlich nicht besonders entwickelt. Es gab eine Schokoladenfabrik Cima Norma in Dangio und von 1911 bis 1973 eine elektrische Schmalspurbahn bis Aqua Rossa. Weiter wird die Wasserkraft in verschiedenen Kraftwerken und Stauseen zur Gewinnung von Elektrizität genutzt. Die Passstrasse über den Lukmanier nach Disentis ist (mit Einschränkungen z.b. Nachtfahrverbot) ganzjährig geöffnet.
Im Winter gibt es 2 Skigebiete. Campo Blenio zuhinterst im Bleniotal bei Olivone und das Skigebiet Nara oberhalb von Leontica etwas weiter vorne im Tal.
Die Geschichte dieses Gebietes beginnt 1968. Zur Touristischen und Wirtschaftlichen Entwicklung wurde auf Cancorì oberhalb von Leontica ein kleines Skigebiet bestehend aus einer Sesselbahn und 2 Skiliften errichtet. Im Jahr 1974 kam eine zweite Sektion Sesselbahn und ein Skilift als dritte Sektion dazu. In dieser Form ist das Skigebiet praktisch bis heute bestehen geblieben.
Die zweite Sektion bekam 1995 neue Podeste, ebenfalls von Bartholet.
1995 wurde die erste Sektion nach Cancorì zu einer kuppelbaren Anlage umgebaut. Dabei wurden die Stationen, Stützenköpfe und alle Sessel ersetzt. Ebenfalls wurde die dritte Sektion von Bartholet auf Langbügel umgebaut.
Der Skilift Fontanelle wurde mit Occasion Bauteilen aus Crans Montana (Welche Anlage? Vermutlich Chetseron II) von den Mitarbeitern der Nara SA renoviert mit neuen Rollenbatterien und Tellergehängen ausgerüstet.
Um das Jahr 2000 kam die alte Betreiberfirma in finanzielle Probleme und es drohte eine Schliessung des ganzen Betriebes. Es wurde auf private Initiative ein Verein gegründet mit dem Ziel ehrenamtlich den Betrieb des Skigebiet Nara aufrecht zu erhalten.
Die zweite Sektion wurde 2005 einem Grossen Umbau durch IWM unterzogen. Bauteile dazu stammten Occasion von Verbier (Ex Fontanéé und Chaux 1) vor allem Rollenbatterien und Sessel usw. Ebenfalls neu eingebaut eine Occasionsteuerung aus Verbier (Alptronic)
Das Skigebiet ist durch die Terrassenstufung des Hanges in 2 Teile aufgeteilt. Unten die erste Sektion und die beiden Skilifte Lagunc und Fontanelle im licht bewaldeten Bereich und oben der Skilift Bassa di Nara im baumlosen Gipfelbereich mit schönen Speedabfahrten. Dazwischen verbindet die über 2,2km lange Sesselbahn Alpe di Nara die beiden Terrassen. Beide Sesselbahnen befördern neben Skifahrern auch Schlittler und Fussgänger. Auf der Terrassenartigen Streusiedlung Cancori gibt es einen Schneeschuhtrail mit schöner Aussicht auf das Bleniotal.
Trotzt dem, dass das Skigebiet nur 5 Lifte besitzt ist es dank der Geländeanordnung aussergewöhnlich vielseitig. Im Gipfelbereich kurze baumlose Speedabfahrten, Eine längere Waldabfahrt schön trassiert nach Cancori und im unteren Bereich einfachere Hänge und zur Abwechslung der Skilift Lagunc mit einer eigenen Geländekammer und etwas anspruchsvolleren Pisten. Von der Bergstation Bassa di Nara bis Leontica sind 1200 Höhenmeter Abfahrt in einem Zug möglich.
Durch die Freiwilligenarbeit ist das Gebiet unter der Woche, mit Ausnahme der Schulferien und Freitags (reduzierter Preis), nicht in Betrieb. Das heisst Betrieb nur Freitag, Samstag und Sonntag. Das Personal arbeitet dann an einer anderen Arbeitsstelle im Tessin und nur am Wochenende und in der Ferien (ganze Woche) ist Betrieb. Durch spenden konnte der Skilift Bassa di Nara 2011 elektrifiziert werden. Die neuste Anschaffung ist ein neuer Ponylift (Alte wurde verschrottet) und neue LST Gehänge am Skilift Fontanelle.
Durch diese Lösung konnte das Gebiet bis heute und ich hoffe auch in Zukunft überleben, nicht mit grossen Investitionen und Subventionen in übertriebene Ausbauprojekte wie 6er Sessel mit Heizung und komplette Beschneiung. Sondern mit viel Herzblut, Freiwillige Arbeit und moderate Preisgestaltungen auch für Familien.
Bei den Skipässen gibt es eine Kooperation mit Disentis und Campo Blenio.
Fazit: Von den Tessiner Skigebieten zusammen mit Airolo mein persönlicher Favorit!
Zu den Anlagen:
2KSB Leontica-Cancorì, Nara
Kuppelbare 2er Sesselbahn der Firma Leitner 1850m lang verbindet Leontica mit Cancori. Die Anlage wurde 1995 auf die bestehenden Stützen der Vorgängerbahn aufgebaut. Es ist die Einzige Leitner 2KSB mit Hauben in der Schweiz.
2SB Cancorì Alpe di Nara
2.2km lange Sesselbahn von Cancori hinauf nach Alpe di Nara. Die Bahn stammt aus dem Jahre 1974 und wurde von WSO gebaut. Mehrfach Renoviert durch BMF und IWM aus Occasionsbauteilen von Verbier. Gemütliche Fahrt entlang der sonnigen Bergflanke.
BSL Cancorì-Lagunc, Nara
Wunderschöner Oldtimer. Ein Doppelmayr Typ C mit Pilzantrieb. Geliefert von Karl Garaventa & Söhne Goldau. Liebevoll renoviert und bis auf die Podeste noch im Originalzustand. Die Talstation wurde liebevoll in verschiedenen Farben bemalt. Diese Anlage dient als Beschäftigungslift im Bereich Cancori und erschliesst 2 rote Pisten.
TSL Cancorì-Fontanelle, Nara
Der Anfängerskilift. Ebenfalls von Städeli. 1995 in Eingenregie auf einen Tellerlift umgebaut. Occasions Rollenbatterien und Gehänge aus Crans Montana. Seit 2012 mit neuen LST Gehängen. Das Trasse ist Terrassenförmig in Stufen aufgebaut. Zeitweise auch etwas steiler. Die blaue Piste dazu schlängelt sich dann die Terrassen hinunter.
BSL Alpe di Nara-Bassa di Nara, Nara
Der Gipfellift rund 700m lang ebenfalls Städeli 1974 umgebaut 1995 von Bartholet auf Langbügel. Bis 2011 war dieser Lift dieselelektrisch Angetrieben. Seither nur noch elektrisch. Die beiden Pisten sind eher für sportliche Vielfahrer
Technische Daten der Analgen: Baujahr Höhenlage: Länge: Förderleistung
- seggiovia Leontica - Cancorì 1996 925 - 1'450 1'850 1'000 – 1’200
- sciovia Cancorì - Lagunc 1968 1'420 - 1’760 1'100 700
- sciovia Cancorì – Fontanelle 1969 1'450 – 1'630 680 460
- seggiovia Cancorì – Alpe di Nara 1974 1'450 - 1'950 2'200 390
- sciovia Alpe di Nara – Bassa di Nara 1974 1'900 – 2'130 810 1’000
- mini sciovia 1 a Cancorì 2005 1'450 60 300
- mini sciovia 2 a Cancorì 2013 1'420 120 600
Pistenplan:
Mit freundlicher Genehmigung
Webseite: http://www.nara.ch
Album:
http://www.stahlseil.ch/gallery/main.ph ... mId=401045