Lange rätselte ich in der täglichen Fahrt im J-Bus entlang der gegenüber verlaufenden Igler Strasse beim Blick hinüber zur Bergiselschanze, was denn diese monatelangen Felsarbeiten hoch oben am Hang zu bedeuten hätten. So spazierte ich letzte Woche hinüber und sah mir die neue Plattform an. Man kann von dieser ungestört mehr oder weniger tief zur Sill hinabsehehn, genauso wie eine Baumfreie Sicht Richtung Süden.
Der modernen Innsbrucker Fusswegnorm folgend, ist die vermeintliche zukünftige Touristenattraktion aus ein Stahlgitterroststeg, ähnlich der unweit entfernten neuen Sillbrücke.
Das Bauwerk folgt dem Marketingsprech, dass heute "Orte in Szene gesetzt" werden müssen, dass man den Berg "bespielen" müsse, dass man im Gast "Emotionen wecken" müsse, dass man das "Profil" der Stadt als XYZ-Stadt "schärfen müsse" u.s.f. Dem Bedürfnis der Marketer kommt die neue Plattform in idealer Weise entgegen. Der Zutritt ist sogar gratis.
Die Aussichtsanlage ist offenbar noch nicht offiziell eröffnet, vielleicht hat man deshalb das äusserste Eck der Plattform noch nicht mit einem Laufrost vershehen? Oder es stehen noch spezielle Zulassungen, Abnahmeprüfungen, Versicherungsanalysen, Konformitätsprüfungen oder Sicherheitszertifikate aus?
Jedenfalls ist das Ganze de Facto fertiggestellt seit vielen Wochen...
Weiter Richtung Süden wurde noch eine weite optisch durchaus interessante schwere Holzplattform aus einem Balkenverbund errichtet. Dies ist mal gelungen!
Die Aussichtsanlage finde ich ganz nett (wie heisst deratiges Tatsächlich? Es wird wohl ein Englischer Begriff sein der mir einfach nicht in den Sinn kommen will). Es ist ein harmloses Bauwerk. Weniger harmlos ist für mich die von Süden heranführende neue Forstrasse, aber das ist ja wie alles im Leben subjektiv.
1. Der Weg zur Ausichtsanlage führt vom kreisrunden Andrea-Hofer-Rohöltank zunächst über den Bergiseltunnel der Brennerautobahn hinweg.
2. Direkt östlich unterhalb der von Zaha Hadid entworfenen prominenten Sprungschanze wurde die neue Aussichtsanlage am Felsen angebracht.
Ein Schriftzug "Eltern haften für Ihre Kinder" und ein Absperrgitter signalisieren, dass die Aussichtsanlage noch nicht offiziell eröffnet ist.
3. Von der Aussichtsanlage kann man bis in die Sill hinab blicken.
4. Auch zur Nordkette öffnet sich der Blick
5. Zwischen den beiden Schenkeln des ein Dreieck bildenden Stegs wurde ein robustes Maschendrahtnetzwerk aufgespannt
6.Der Sinn des Maschendrahnetzes erschliesst sich mir nicht ganz, bequem ist es allemal.
7. Der vorderste Zwickel der Aussichtsanlage hat noch kein Stahlgitterrost erhalten. Daher wurden temporär Holzbretter verlegt.
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10. Weiter südlich gelegene Plattform aus Holzbalkenverbund. Finde ich gelungen!
11. Ein Besuch im vom Münchenr Augustinerbräu renovierten alten neuen Kultu(r)gasthaus Bierstindl am Fusse der Bergisel runden den Ausflug mit einer adäquat stärkenden Belohnung ab.
12. Am Eingang der Sillschlucht am Fusse der Bergisel. Links erkennt man neben dem heute verkürzten Häuserverbund Bierstindl ein Mauerwerk der Brennereisenbahn, welche dort die Ebene des Innsbrucker Inntals verlässt und hinein in die Sillschlucht Richtung Brenner zieht. Rechts die ansteigende Brenner Bundesstrasse. Heute sind hier Autobahn, Bürogebäude etc. In meinen Augen zeigt die historische Aufnahme schon dass ehemals vieles lebensnäher war als es das heutige Normkonglomerat aus Blech und Stahlbeton ist.
E.o.m.