Quelle:Hier steht der nächste Ski-Ärger ins Haus: Die Gemeinde Schliersee will abermals Pisten sperren – nicht nur für Tourengeher, sondern für alle. Und nicht nur stundenweise, sondern zwischen 17.30 und 7 Uhr. Und zwar im gesamten Skigebiet am Spitzingsee. Der Gemeinderat hat nun eine entsprechende Anordnung beschlossen. Die Begründung: Während der Präparierung der Pisten bestehe für Skifahrer Lebengefahr, speziell wenn das Arbeitsgerät an einer Seilwinde hängt. Und weil die Pistenraupen je nach Witterung schon kurz nach Ende des Liftbetriebs oder erst am frühen Morgen ausrücken – gegebenenfalls mit Unterbrechungen – werden die Pisten die ganze Nacht über gesperrt. Für alle. Ausnahmen gibt’s nur fürs Nachtskifahren am Stümpfling und für die Tourengeher-Abende am Taubenstein. Die Schlierseer haben dies trotz einer kritischen Stellungnahme des Deutschen Alpenvereins (DAV) durchgezogen. Eine Einschätzung des Bayerischen Gemeindetags steht noch aus. Manfred Scheuermann vom DAV-Ressort Natur- und Umweltschutz bekräftigt die Ablehnung: „Eine pauschale Sperrung ist nicht rechtskonform.“ Natürlich müssten Pisten bei der Präparierung oder auch bei Lawinengefahr gesperrt werden, dann bestehe auch die „konkrete Gefahr“, die der Gesetzgeber für eine entsprechende Anordnung fordert. Eine pauschale Sperrung, das aber gehe nicht, so Scheuermann. Das Beispiel Garmisch-Partenkirchen zeige, dass es geht. Dort würden die Pisten nach der Präparierung wieder freigegeben.
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