Baukostenverteilung und -minimierung beim Seilbahnbau

Fachforum für Seilbahntechnik: Technische Diskussionen zu Kuppelsystemen, Steuerungen, Seilrechnung und Innovationen im Seilbahnbau.
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stephezapo
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Baukostenverteilung und -minimierung beim Seilbahnbau

Beitrag von stephezapo »

Guten Morgen!

Immer wieder verfolge ich die regen Bautätigkeiten in den diversen Skigebieten rund um die Welt, vorallem aber hier in Österreich.
Dabei weichen meistens Schlepplifte den modernen Sessel- und Gondelbahnen.

Mir ist dabei aufgefallen, dass beim Stationsbau teilweise gigantische Bauten hochgezogen werden. Und da frage ich mich, was beim Bau solcher Anlagen eigentlich am teuersten kommt: die Seilbahntechnik oder der Architekturbau drumherum.
Im Zuge der Diskussion um Wirtschaftlichkeit, optischer Verträglichkeit mit der Umwelt und schmerzhaft hohen Ticketpreisen stößts mir immer wieder sauer auf, wenn in 3000m Höhe Glaspaläste errichtet werden, wo doch meistens eine simple Uni-G reichen würde. Denn den Komfort und die Geschwindigkeit (was ja die Gäste anziehen soll) erreiche ich auch ohne diese Dinge.
Gut, bei 3S-Bahnen gibts noch keine Kompaktlösung.

Auch bei den KSBs bleibt die Frage, ob die Garagierung der FBM in einer längeren Station nicht günstiger ist als teure Garagenbauten über oder unter der Erde. Im Sommer könnte man die Station ja mit Planen oder Panelen seitlich verschließen.

Was meint ihr?

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Petz
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Re: Baukostenverteilung und -minimierung beim Seilbahnbau

Beitrag von Petz »

Das stößt mir schon seit Jahren unangenehm auf in in vielen Fällen denk ich, daß die Bergbahngesellschaften glauben, mit exorbitanter Architektur zöge man mehr Gäste an was meiner Ansicht nach nicht zutreffend ist - denen sind bei vergleichbaren Angeboten an Pisten und Aufstiegsanlagen günstigere Preise sicher willkommener als irgendwelche Bergpaläste. Die bergbahnbetreiber dürften sich meiner Einschätzung nach auch von jenen Architekten um den Finger wickeln lassen die glauben sich selbst ein Denkmal setzen müssen...
Sicher lässt sich über Geschmack trefflich streiten aber in der allergrößten Mehrheit der Fälle stufe ich persönlich die Bauten als optische Umweltverschmutzung und nicht als gelungene Architekturbeispiele ein...:ja:
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whiteout
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Re: AW: Baukostenverteilung und -minimierung beim Seilbahnba

Beitrag von whiteout »

Bei manchen Bahnen ist auf Grund diverser Faktoren eine Kompaktstation eben nicht ausreichend, beispielsweise wegen Wind oder entsprechender Ausgesetztheit und bei den meisten langen Zubringerbahnen da eine Billigstation als erster Eindruck nunmal schlecht kommt.

Selbst dann reicht aber theorhetisch eine einfache Stahlhalle statt ein architektonisches Meisterwerk. Wiederum sieht eine solche Stahlhalle mitten in den Bergen eben hässlich aus und man versucht das Gebäude durch Architektur besser in die Landschaft zu integrieren.

Außerdem ist bei Stationen ja oft Infrastruktur integriert. Grundsätzlich bin ich aber der Meinung das wenn es sich vermeiden lässt auf aufwendige Stationsbauten verzichtet werden sollte.Nicht nur aus Gründen der Landschaft sondern auch aus wirtschaftlichen Gründen -billiger Lift billiger Skipass.

Wenn aber ein Restaurant gebaut wird und man diesem zusammen mit der Liftstation ein ordentliches Gebäude spendiert-Why not!

Beispiel tolle Architektur:Wildspitzbahn Bergstation mit Cafe 3440 im Pitztal
Negativbeispiel:Stahlhalle der Schaufeljochbahn,Stubai.Hier hätte es eine UNI-G oder wenn schon eine ansprechendere Architektur getan.

Garagierung wenn möglich unterirdisch, alles andere sieht dumm aus in der Landschaft.Haubensessel lassen sich nunmal leider nicht in der Station garagieren.

Was aber garnicht sein muss sind Glasbauten bei normalen KSBs,das ist dann wirklich Geld zum Fenster rausgeworfen.
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Re: Baukostenverteilung und -minimierung beim Seilbahnbau

Beitrag von stephezapo »

Warum lassen sich Haubensessel nicht stationsgaragieren? Kommt natürlich auf die Länge der Station bzw. die Menge der Sessel an.
Gondeln sind da natürlich noch "unhandlicher".
Wobei ich diesen Ausbauwahn hin zu Gondelbahnen, selbst für den reinen Skibetrieb, ohnehin nicht verstehe. Find diesen Typus zum Skifahren extrem nervig. Jedesmal Ski an- und abschnallen, und sich dann um die Gondel drängen. Da sind KSBs mit Haube doch die bessere Wahl. Aber das ist wieder ein anderes Thema :D

Interessant wäre doch ein standardisierter langer Stationsbau, wo man wesentlich mehr FBM garagieren kann.
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Re: Baukostenverteilung und -minimierung beim Seilbahnbau

Beitrag von Mt. Cervino »

Auch eine längere Station wird da nicht helfen um alle Sessel (mit oder ohne Haube unterzubringen). Da müsste die Station im Extremfall bei langen Bahnen mit vielen Sesseln mindestens 50 m lang sein. Das macht weder Sinn noch ist das im Betrieb möglich, noch ist das kostengünstig.
Allerdings gibt es mehrere Alternativen zu den teuren Garagierungen.
1.) Keine Garagierung: Sessel bleiben dauerhaft am Seil (z. B. teilweise in Frankreich, Sattelbahn in Fiss)
2.) Einfache Garagierung mit Dach aber nicht komplett geschützt weil z. B. seitlich offen wie man es auch teilweise in Frankreich vorfindet.

Der Bau teurer Stationsbauten ist vor allem ein österreichisches, schweizerisches und teilweise italienisches Phänomen.
In Frankreich (und teilweise auch in Italien) geht man bezüglich der Stationsbauten bei KSB oder EUB oft einen anderen kostengünstigeren Weg, indem man die alten (PB-, EUB-, KSB-) Stationen wieder verwendet oder neue offene Standardstationen (Uni-G etc.) in die alten Gebäude integriert. Ich habe es dort auch schon mehrfach gesehen, dass man alte Stationsbauten als Garagierung umgenutzt oder wiederverwendet hat und daneben oder davor eine neue offene Station gebaut hat.
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Re: AW: Baukostenverteilung und -minimierung beim Seilbahnba

Beitrag von Petz »

whiteout hat geschrieben:Beispiel tolle Architektur: Wildspitzbahn Bergstation mit Cafe 3440 im Pitztal.
Geb Dir da recht und in dem Falle ist aufgrund der Wetterexponiertheit auch ein Gebäude Pflicht; die Talstation halt ich aber für weniger gelungen als die Bergstation.

Man kann auch eine Stahlhalle ohne großen Mehraufwand etwas abwechslungsreicher gestalten wenn man eben nicht nur nen simplen Kasten hinstellt sondern an die umgebende Silouette angepasst z. B. die Möglichkeit unterschiedlicher Gebäudeckhöhen nutzte. Dies und eine etwas phantasievollere Farbgebung machten schon viel aus ohne das gleich gravierende Mehrkosten entstehen.
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Oscar
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Re: Baukostenverteilung und -minimierung beim Seilbahnbau

Beitrag von Oscar »

Haubensessel können natürlich in den Stationen garagiert werden, wenn es der Platz zulässt. Anzahl ist halt beschränkt. Günstige Lösung ist hier ein einfaches Stichgleis mit Dach Beispiel Hohe Wacht in Damüls.Längere Stationen macht wenig Sinn.

Zum Hängen lassen der FBM, dies geht zumindest in österreich nur wenn es Sessel ohne Bubble sind alles andere muss eine Garagierung haben.
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Re: Baukostenverteilung und -minimierung beim Seilbahnbau

Beitrag von markus »

Da alleine nur so eine haube( die kunstoffkuppel) bei einem 6er ca. 3500 Euro kostet wird jeder normal denkende Bahnbetreiber versuchen, die Teile so gut wie möglichst vor Witterungseinflüssen zu schützen, und da ist ein Bahnhof das beste Mittel. Auch für die Sessel und klemmenrevision bevorzuge ich einen vernünftigen Wartungsstand vor einem integrierten Stationswartungsstand.
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Re: Baukostenverteilung und -minimierung beim Seilbahnbau

Beitrag von Chense »

Richtig Markus spricht da noch etwas wichtiges an, denn es geht da ja nicht nur um das Ästhetikbefinden, sondern auch um andere Dinge ... Unsere 6KSB ohne (sicherlich nicht gerade architektonisch tollen) Windverbau bedeutet sicherlich 20 Stillstandstage mehr pro Saison.
Genauso ist die Garagierung für uns extrem wichtig, da die Halle gleichzeitig so gebaut wurde, dass ein Wartungsstand für 3 Lifte darin integriert ist: Die 6KSB, sowie die 2 angrenzenden SL.

Genauso stellt die Garagierung der anderen 6KSB für uns den Wartungsstand für 3 andere Schlepplifte dar, so, dass nur für einen einzigen Schlepplift im Gebiet eine seperate Wartungsmöglichkeit vorhanden sein muss (und die ist dank Aggregathaus eh gegeben).

Musst du das alles separat verteilen kostet es dich, verteilst du es nicht dann viel Spass bei der Wartung.

Abgesehen davon finde ich eine simple Stahlbetonhalle die ihren Zweck erfüllt immernoch ehrlicher als eine genauso deplazierte Glaskonstruktion ;)
Erst wenn der letzte SL stillgelegt,
die letzte PB abgebrochen,
und die letzte Piste modelliert ist,
werdet Ihr herausfinden, daß der Skisport tot ist!

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Re: Baukostenverteilung und -minimierung beim Seilbahnbau

Beitrag von Ram-Brand »

markus hat geschrieben:Da alleine nur so eine haube( die kunstoffkuppel) bei einem 6er ca. 3500 Euro kostet wird jeder normal denkende Bahnbetreiber versuchen, die Teile so gut wie möglichst vor Witterungseinflüssen zu schützen, und da ist ein Bahnhof das beste Mittel. Auch für die Sessel und klemmenrevision bevorzuge ich einen vernünftigen Wartungsstand vor einem integrierten Stationswartungsstand.
...möglichst vor Witterungseinflüssen zu schützen , und da ist ein Bahnhof das beste Mittel ...

Fehlt nur noch bzw. ersetzte diese Passage durch: ...möglichst vor Benutzereinflüssen zu schützen und gar nicht erst montieren ...

:evil:
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Petz
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Re: Baukostenverteilung und -minimierung beim Seilbahnbau

Beitrag von Petz »

Ram-Brand hat geschrieben:...möglichst vor Benutzereinflüssen zu schützen und gar nicht erst montieren...:evil:
Aus diesem Gesichtspunkt betrachtet sollte sich jemand ein Material für die Bubbles und Kabinenscheiben einfallen lassen das sich laufend von selbst statisch auflädt und jede Berührung an unzulässigen Stellen gleich mit nem Stromschlag "kommentiert"; die höchste Form der Dankbarkeit :flehan: seitens der Liftbetreiber wär ihm absolut sicher...:ja:
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Re: Baukostenverteilung und -minimierung beim Seilbahnbau

Beitrag von markus »

Wenn ich die wetterschutzhauben an unserer neuen Bahn so kontrolliere und feststelle dass mit Feuerzeugen der Kunststoff angeschmort wird und mit Skistecken und Messern die Hauben bearbeitet werden, wäre so eine Idee a la Petz sicher nicht die schlechteste.
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Re: AW: Baukostenverteilung und -minimierung beim Seilbahnba

Beitrag von whiteout »

Wie mit den FBM umgegangen wird ist eh so eine Sache...ist es denn so cool die Skistöcke ins Polster zu stecken? Seinen Namen in die Scheiben zu kratzen? 1000e von Aufklebern anzubringen? Im Lift zu rauchen und seine Reste zurückzulassen?
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Re: Baukostenverteilung und -minimierung beim Seilbahnbau

Beitrag von stephezapo »

Also vielleicht doch zurück zu Gehängen mit Holzbänken? :-) Oder kratzfesten Stahl-Sitzflächen.
Solche Deppen sind leider überall anzutreffen. Davon können Öffi-Betreiber ein Liedchen singen.

Irgendwann wirds wohl auch Videoüberwachung selbst auf KSBs geben. Da wird dann gleich oben beim Ausstieg entsprechend gehandelt.
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