Engelberg / Titlis 22. Dezember 2014

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Harzwinter
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Engelberg / Titlis 22. Dezember 2014

Beitrag von Harzwinter »

Engelberg / Titlis 22. Dezember 2014

Anfahrt: Ettlingen - A5 - Basel - A2 - Luzern - Engelberg 2:46 h
Wetter: Sonnig mit Durchzug von Wolkenfeldern, teils starker Wind, mit -3°C bis 0°C am Berg trotz viel Schatten angenehm mild
Schnee: 20-50 cm pulvrig-hart. Insgesamt für Dezember sehr wenig Schnee.
Anlagen geöffnet: Im Titlis-Höhenskigebiet alle außer IceFlyer (sturmbedingt) und Engstlensee (schneebedingt). Gerschni/Untertrübsee geschlossen.
Wartezeiten: EUB Trübsee und PB Stand 10-15 Minuten, sonst keine bis 2 Minuten
Pisten geöffnet: IceFlyer, 2x Rotegg, Skiroute Stand, 2x Laubersgrat, Rindertitlis, Jochpass Hauptpiste, Jochstock Hauptpiste. Talabfahrt geschlossen.
Gefallen: Angenehme Temperaturen für Dezember. Gemessen am schwachen Winter und den Dutzenden geschlossenen Skigebieten am Alpennordrand sehr gutes Pistenangebot.

Schwarzwald: Kein Schnee. Vogesen: Kein Schnee. Allgäu: Kein Schnee. Oberbayern auch nicht ernsthaft besser. Es ist kurz vor Heiligabend, und ich habe schneemangelbedingt noch keinen Start der Skisaison geschafft. Wenigstens einen Skitag vor Weihnachten möchte ich haben. Roboterartig durchkämmt der Blick am Sonntag verzweifelt die Webcamsammlung. In der Zentralschweiz liegt in den mittleren Höhenlagen auch nicht mehr Schnee als in anderen Destinationen (also fast keiner). Aber wenige Ziele dort liegen höher: Melchsee-Frutt, Engelberg und Andermatt haben Skibetrieb, und Airolo gleich hinterm Gotthardtunnel auch. Wegen der für mich "kürzesten" Anfahrt und des größten Pistenangebots fällt die Wahl auf Engelberg, das ich vor zwei Jahren als Frühwinterziel wegen des arg schattigen Skigebiets am Titlis verworfen hatte. Frau und Kind werden sich stattdessen im Weihnachtszirkus vergnügen.

Am Titlis ist fast das gesamte Höhenskigebiet geöffnet, wer hätte das gedacht. 1200 Höhenmeter Piste bei der miesen Schneelage - eine tolle Leistung des Titlis-Teams, Respekt!!! Die untere Etage (Gerschnialp/Untertrübsee) und die Talabfahrt sind dagegen schneemangelbedingt geschlossen, kein Wunder. Der Seilbahnparkplatz in Engelberg ist an diesem Montagmorgen angenehm leer. Trotzdem stauen sich die Besucher an der Trübseebahn und an der Pendelbahn zum Stand. Das sollen bis zur Talfahrt aber die einzigen Wartezeiten bleiben. Trotz schönen Wetters und angenehmer Temperaturen stürmt es im Gipfelbereich des Titlis, so dass der IceFlyer diesmal nicht in Betrieb gehen kann. Nach Genuss des Gipfelpanoramas am Kleintitlis gehört die erste Stunde traditionell dem Rotegg-Schlepplift auf dem Gletscher. Auch hier peitscht der Wind dem Skifahrer auf dem schattigen Hang ab und zu Eiskrümel ins Gesicht, besonders im Lifteinstieg. Aber der Pulverschnee ist toll zu fahren!

Der Weg zu den Laubersgrat-Abfahrten führt über die Skiroute Stand. Die ist diesmal wegen des allgemeinen Schneemangels schmaler als sonst, besteht aber aus großenteils pulvrigen Buckeln und ist somit recht gut zu fahren. Der Laubersgrat ist an den kürzesten Tagen des Jahres von ca. 11:30 bis 14:30 Uhr der sonnigste Teil des Titlis-Skigebiets, und so halte ich mich den größten Teil der Mittagszeit hier auf. Offiziell ist nur die Hauptabfahrt geöffnet, aber im Gelände oberhalb der KSB liegt genug pulvrig-fester Schnee für vergnügliches Offpiste-Fahren ohne jede Lawinengefahr. Folglich sind hier heute viele Skigäste unterwegs, sogar Skischulen.

Mittagspause ist erst gegen 14:00 Uhr auf der Terrasse des Trübseehotels, wo während meines Aufenthalts die Sonne allmählich hinter dem Grat des Reissend Nollen verschwindet. Ich werfe einen Blick auf den Bauzustand der Station künftigen EUB Engelberg-Trübsee-Stand ... viel Beton, viel Armierung. Der Restnachmittag gehört den Abfahrten von Jochpass und Jochstock, die schon wieder im Schatten liegen. Hier gibt es ab und zu Steinchen in der Piste, und der Schnee ist härter und weniger pulvrig als am Laubersgrat. Egal, es ist wie gesagt eine tolle Leistung des Titlis-Teams, dass man hier überhaupt fahren kann. Die Pisten zum Engstlensee sind noch geschlossen, was sich verschmerzen lässt. Gegen 16 Uhr kommt sogar die Sonne wieder hinterm Bergmassiv hervor und taucht die Landschaft zum Abschied in goldenes Spätnachmittagslicht.

Auf die Talfahrt per Seilbahn muss ich erwartungsgemäß eine halbe Stunde warten. Es habe am Nachmittag eine Viertelstunde Ausfall wegen einer elektrischen Störung gegeben, berichtet ein Mitarbeiter. Das reicht, um einen Rückstau aufzubauen, den die EUB nicht bewältigt. Also nehmen die Titlisbahnen für den Transport der Menschenmassen ins Tal zusätzlich die alte Seilbahnachse aus PB Angel Eyes und Standseilbahn in Betrieb - für mich die erste Fahrt mit beiden Bahnen.

Fazit: Gemessen an der hundsmiserablen Gesamtschneelage an Weihnachten 2014 war das ein Saisonauftakt nach Maß, der kaum besser hätte sein können. Ein Dankeschön an die Titlisbahnen für diese Leistung!

42 Fotos:

Talstationsbereich Titlisbahnen - im Dezember ohne Schnee ein eher seltener Anblick.
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Bergfahrt in der 6EUB über die Gerschnialp zum Trübsee. Das Grüne da drüben ist das Südhang-Skigebiet Brunni.
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Gerschnialp - so schneelos sieht dort meistens nicht mal im April aus.
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Weiter vom Trübsee mit der Pendelbahn zum Stand. An den Büschen links im Bild sieht man, wie wenig Schnee liegt.
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Stilleben mit Kran am Trübsee. Hier entsteht die Zwischenstation der neuen EUB.
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Passieren der Gegenkabine auf der Fahrt zum Stand, leider unscharf geworden. Der Trübseebereich liegt an einem Dezembervormittag komplett im Schatten.
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Weiter hinauf mit dem neuen Schmuckstück, der Rotair-Kabine, zum Kleintitlis.
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Die neuen Kabinen scheinen etwas größer zu sein als die alten. Schattige Angelegenheit auch hier.
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Terrasse Kleintitlis mit Titlisgipfel und Fernsehturm.
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Blick ins Gadmental und weiter zu den Berner Viertausendern von der Bergstation Kleintitlis. Hier ist zwar starker Wind, aber mit -3°C ist es für Dezember geradezu warm.
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Finsteraarhorn für User Finsteraarhorn. :D
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Die ersten Skimeter meiner Saison.
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Wegen des stürmischen Windes fährt der IceFlyer diesmal nicht, und seine Piste ist geisterhaft leer.
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Gletscherlift Rotegg vormittags ebenfalls komplett im Schatten. Da die Temperaturen angenehm sind und die Berge auf der Südseite des Engelbergertals die Sonne reflektieren, stört der Schatten diesmal nicht.
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Piste Rotegg-Schlepplift. Das Grün im Tal kenne ich so nur vom Frühjahrsskifahren. Genialer Pulverschnee hier oben!
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Skiroute hinunter zum Stand, dank pulvrig-harter Buckel diesmal unkompliziert zu fahren. Der Laubersgrat-Bereich bekommt gegen 11:30 Uhr erste Sonne.
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Abfahrt am Laubersgrat, während eine Wolke durchzieht.
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4KSB Laubersgrat. Macht bei geschlossener Haube teils fürchterliche Vibrationsgeräusche.
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Offpiste-Fahren am Laubersgrat. Wahrscheinlich ist das der Bereich der schwarzen Abfahrt.
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Offpiste-Fahren am Laubersgrat. Weil weniger Schnee liegt als sonst, treten die Geländeformen mehr hervor.
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Station Stand ebenfalls mit Kran und Bauseilbahn für die künftige EUB.
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Offiziell geöffnete Abfahrt am Laubersgrat. Schön zu fahren, nur wenig harte Stellen.
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Offiziell geöffnete Abfahrt am Laubersgrat.
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Momente der Begegnung. PB Trübsee-Stand.
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Hinunter zum Trübsee auf der Abfahrt der DSB Rindertitlis.
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Bau-Ensemble am Trübsee. Hier scheint gegen 14 Uhr noch die Sonne ...
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... und lädt zum Mittagessen auf der Sonnenterasse ein - im Dezember!
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Ein Blick über das Terrassengeländer auf die Baustelle der künftigen EUB-Station.
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Mit dem Trübseehopper geht es nach dem Essen ins Jochpassgebiet, das schon wieder im Schatten liegt.
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4KSB Jochpass. Wenig Betrieb hier.
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6KSB Jochstock spätnachmittags, die Sonne ist hinter einer Wolke. In Bildmitte der Engstlensee, dessen Abfahrt geschlossen blieb.
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Blick vom Jochstock hinüber auf fast die gesamte Trasse der 4KSB Laubersgrat.
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Blick vom Jochstock hinüber nach Melchsee-Frutt. Dort gab es heute Skibetrieb an nur drei Bahnen und dem Übungsschlepper. Der Balmeregglift wurde nicht in Betrieb genommen. Damit lohnte sich der Besuch für mich nicht.
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Piste Jochstock mit dem Gebäudeensemble auf dem Jochpass.
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Berghaus Jochpass. Ohne Sonne sitzen die Gäste lieber drinnen.
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Blick vom Jochpass übers Stanserhorn und das Mittelland in den Südschwarzwald. Am linken mittleren Bildrand der Belchen, am rechten Rand der Feldberg mit dem einzigen Schneefeld des gesamten Mittelgebirges. Für Skibetrieb hat es dort nicht gereicht.
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Zum Liftschluss kommt die Sonne noch einmal hinter dem Bergmassiv hervor. Talstation Jochstock Express.
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Jochpassabfahrt. Im oberen Teil war sie gut zu fahren, im unteren hart mit Steinchendekor. Schattige Sache.
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Wegen einer Viertelstunde Störungs-Stillstand am Nachmittag befördert diesmal nicht nur die 6EUB die Besucher vom Trübsee ins Tal, ...
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... sondern auch die PB Angel Eyes ...
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... und die Standseilbahn Engelberg-Gerschnialp.
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Für mich war es die erste Fahrt mit den beiden Bahnen.
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Will
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Re: Engelberg / Titlis 22. Dezember 2014

Beitrag von Will »

Danke für den schönen Bericht! Da hatte ich in Sedrun doch etwas mehr Sonne, dafür du auf dem Gletscher den pulvrigeren Schnee!
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Harzwinter
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Re: Engelberg / Titlis 22. Dezember 2014

Beitrag von Harzwinter »

Blauen Himmel gab's eigentlich genug am Titlis. Insgesamt waren vielleicht 45 Minuten Schleierwolken vor der Sonne, die aber noch ausreichend Kontursicht ließen. Ansonsten sieht man lediglich Bergschatten auf den Fotos, weil die Sonne vor- und nachmittags hinter dem Reissend Nollen stand. Und mit dem Schnee am Titlis war zumindest ich sehr zufrieden. :top:
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piano
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Re: Engelberg / Titlis 22. Dezember 2014

Beitrag von piano »

Danke für den Bericht.

Mich persönlich würden die vielen Baukräne im Skigebiet ein wenig stören.
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