Adamelloski; Passo Tonale – Val di Sole 25.12.2014

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maxi0901
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Adamelloski; Passo Tonale – Val di Sole 25.12.2014

Beitrag von maxi0901 »

Adamelloski; Passo Tonale – Val di Sole 25.12.2014 „Mit gemischten Gefühlen“

Pistenplan: http://www.adamelloski.com/it/skimap/

Meinen ersten Teil des diesjährigen Winterurlaubs verbringe ich dieses Jahr am Gardasee. Die umliegenden Skigebiete sind eigentlich recht nett, dazu muss aber die Schneelage passen. Wie ihr wahrscheinlich wisst, ist das dieses Jahr bis jetzt in großen Teilen der Alpen nicht der Fall, so auch nicht im Trentino. Da die meisten umliegenden Skigebiete geschlossen hatten oder nur ein sehr kleines Angebot anbieten konnten, überlegte ich mir Alternativen. So begab ich mich heute Richtung Passo Tonale zum Skiverbund Adamelloski.
Ausschlaggebend war, dass laut Internet auf dem Presena-Gletscher 300-350 cm gemeldet waren und sonst auch außer in Ponte di Legno und Temu Vollbetrieb herrschte. Für den Südhang waren in Passo Tonale 40-80 cm gemeldet. Dazu später mehr…
Pünktlich um 8:30 angekommen ging es erstmal hoch zum Presena-Gletscher. Der alte Doppelsessel „Paradiso Presena“, der zum Gletscher führt, ist echt urig. Leider stehen nebendran schon betonierte Stützen einer EUB (?) sowie ein Gerüst einer Talstation. Weiß da jemand was?
Die Pisten auf dem Gletscher waren traumhaft und auch das Wetter passte. Reinster Pulverschnee, kalte Temperaturen und niemand hier, genial!
Piste „Presena Destra“
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Bergstation des Gletscherliftes
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Schneemassen auf dem Presena Hochplateau (Ja, das ist alles Naturschnee)
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Absolutes Highlight war die schwarze Abfahrt Paradiso, für meinen Geschmack optimale Steigung, schön abwecksungsreich, lang und pulvrig zu fahren. Piste in Perfektion!
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Nach vielen, vielen Wiederholungsfahrten ging es dann schließlich auf die andere Seite des Passo Tonale. Während der Gletscher und dazugehörige Abfahrten im Schatten (Nordhang) liegen, liegt die andere Seite den ganzen Tag in der Sonne, die ja heute durch nichts gestoppt wurde.
Leider brachte der Seitenwechsel auch einige „Änderungen“ mit sich.
Angefangen mit den Sesselliften „Serodine“ und „Bleis“ arbeitete ich mich dann einmal durch das Sesselliftgewusel vor und wieder zurück. Dabei ist mir aufgefallen, dass bis auf zwei Ausnahmen die Pisten eigtl alle gleich sind. Mal mit einer Kuppe mehr oder weniger. Liegt halt daran, dass fast alle Lifte im Ort enden und nebeneinander liegen. Positive Ausnahmen davon sind die Lifte „Tonale Occidentale“ und „Contrabbandieri“, die nicht im Tal enden sondern, etwas höher gelegen, landschaftlich schöne Pisten bieten.
So, jetzt aber zum Wichtigen: zur Schneelage und den Pistenverhältnissen. Ich machs kurz, ich bin eigentlich da hoch gefahren, weil ich dachte „es liegt hoch, also werden die Pisten doch auch einigermaßen sein“. Waren sie auf Dem Gletscher ja auch, aber auf dem Südhang waren die Pistenverhältnisse sämtlicher Pisten mehr oder minder eine Katastrophe. Ich übertreibe da nicht! Meiner Meinung nach lag das an 3 Dingen: Einmal an der geringen Schneelage. Wo auch immer hier 40-80 cm liegen sollen, auf der Piste zumindest nicht. Dazu kommt, dass Passo Tonale eine recht veraltete Kunstschneeanlage hat, teilweise auch keinen Kunstschnee, die offenbar nicht viel leistet oder nur miserable Ergebnisse brachte. So wurde zb die Nacht über beschneit, die Hügel aber auf der Piste unverteilt liegen gelassen. Als Schmankerl kam dann noch dazu, dass offenbar irgendwann die Temperatur zu warm wurde es auf den Hügel „regnete“ und der Hügel zu einem Eishügel wurde. Natürlich nicht abgesichert. Hier haben sich die Leute massenhaft hingelegt. Und das war nicht nur auf einer Piste so…
Aufgrund des Schneemangels fand man dann auch mitten auf den Pisten einige schneefreie Flächen. Entweder in Form von Bachläufen, die die Piste runterliefen und dann darauf gefrierten, oder von großen Steinen. Oft guckten Gras und andere Stängel aus der Piste. Klar versucht man gerade die Zubringerpisten zu öffnen, Aber was nicht geht, geht halt nicht. Vollbetrieb hin oder her.
Als letzten Aspekt kam noch dazu, dass es sehr windig war und so Teile der Piste einfach frei geblasen wurde. Darunter kam dann ebenfalls das blanke Eis zum Vorschein. Dafür können allerdings die Pistenbetreiber nichts! Erfreulicherweise wurden viele Stellen gegen Mittag wenigsten mit einem Schild „Danger“ versehen. Natürlich war das nicht immer auf den Pisten so, aber ich erinnere mich an keine Piste, die durchgehend angenehm zu fahren war. Von Spaß am Skifahren konnte hier nicht die Rede sein. Das einzig Positive an dem Teil des Tages war das Wetter, die ganz ok zu fahrende Piste „Contrabbandieri“ und dass man kaum Wartezeiten hatte.
Hier noch ein paar Bilder:
Blick auf das noch im Schatten liegende Passo Tonale, hier von der Piste „Sarodine“
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Einer der wenigen Lichtblicke auf dem Südhang; Sessellift „Contrabbandieri“ mit Piste
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Wenn auch nicht ganz scharf, solche blanken Eisstellen fand man auf sehr vielen Pisten...
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Also verließ ich recht flott wieder den Südhang des Passes. Ich wusste aus dem Internet, dass die Verbindung nach Ponte di Legno geöffnet hatte und obwohl dort eigentlich gar kein Naturschnee lag ein Pistenangebot verfügbar war, ebenso in Temu.
Dieser Wechsel brachte wieder einige „Änderungen“. Diesmal fast niemand dort (wussten viele nicht, dass seit gestern Skibetrieb dort ist?! Oder vlt denken die meisten auch, „Da liegt eh nix, lass doch lieber hier oben bleiben!“??), kein Naturschnee, dafür aber herrlich zu fahrende Kunstschneepisten in voller Breite. Insbesondere die knackig schwarze Abfahrt „Variante Corno d‘ Aolo“ hat mir sehr viel Spaß gemacht. Auch das Ambiente mit den alten Doppelsesseln „Casona“ und „Corno d‘ Aolo“ durch den Wald zu gurken hat was. Leider war der Schlepplift Angelo nicht geöffnet. Sah sehr interessant aus mit der Kurve und dem ganz wo anders zurücklaufenden Seil!
By the way: Entweder war ich zu blöd die Verbindung nach Temu zu finden oder sie war nicht offen. Die eingezeichnete blaue Piste war auf jeden Fall nicht zu finden. Wäre allgemein in Adamelloski ganz gut mal irgendeine Form der Orientierung anzubringen. Außer einfachen Absteckpfosten der Pisten gibt es so gut wie keine Beschilderung. Höchstens mal an ganz ganz wichtigen Abzweigungen.
Hier ein paar Bilder aus PDL:
Schneelage; daran änderte sich bis ca 1800 m auch nichts…
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Variante Corno d‘ Aolo
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Piste Casola II
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Anschließend fuhr ich noch die erstaunlicherweise geöffnete Talabfahrt, bevor ich wieder in Passo Tonale als Abschluss des Tages einmal ganz hoch auf den Gletscher und von da aus bis ins Tal gefahren bin, was eine schöne lange Piste ergibt! Selbst nachmittags waren die Verhältnisse am Nordhang immer noch pulvrig und toll zu fahren.
Fazit: Nicht viel los, keine Wartezeiten, Traumwetter, Pulverschnee auf Gletscher und Nordhängen, herrliche Kunstschneepisten in PDL. Wäre da nur nicht der Part am Südhang Passo Tonale gewesen…
Wenn ich mal das Punktesystem aufgreife, würde ich dem Gletscher und zugehörigen Abfahrten (Paradiso!!!!!) :D :D :D :D :D :D von :D :D :D :D :D :D geben. Den bescheidenen Südhängen am Passo Tonale aufgrund des Wetters und der Piste „Contrabbandieri“ gut gemeinte :D :D von :D :D :D :D :D :D und Ponte di Legno :D :D :D :D von :D :D :D :D :D :D . Die Pisten, die auf hatten, waren super, aber leider war das Angebot nicht besonders groß! Ponte die Legno hat mir sehr sehr gut gefallen als Skigebiet, hier muss ich bei mehr Schnee nochmal hin!
Alles in Allem also ein gelungener Skitag mit vielen Höhen und einem sehr großen tiefen Loch. Dennoch, :D :D :D :D von :D :D :D :D :D :D Punkten, aufgrund Presena und PDL!

LG :)
Skisaison 19/20: 1x Hintertuxer Gletscher

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