Lenzerheide-Arosa 12.1.15: Alles richtig gemacht
Eine Chronologie:
Gestern Abend 19.50 Uhr SRF Meteo: weiterhin stürmischer NW-Wind vorausgesagt. Obwohl ich in Flims bin, kommt der Gedanke auf, am nächsten Tag nach Lenzerheide zu fahren, da Laax aus zigfacher Erfahrung bei Nordwest- bis Nordwind im Gegensatz zu Südwest- bis Südostlagen sehr windanfällig ist. Also den Wecker sicherheitshalber rechtzeitig stellen.
Heute 07.15 Uhr im warmen Bett in Flims: Blick aufs Tablett, Messwerte Crap Masegn zwischen 80 und 90 km/h. Das ist zu viel für Laax. Auch wenn es schwer fällt, raus aus dem warmen Bett und nix wie los.
07.50 Uhr: Abfahrt in Flims auf leicht schneebedeckter Strasse. Es hat über Nacht dann doch noch 3-4cm geschneit.
08.20 Uhr: Ankunft in Parpan am Heimberg-Lift. Noch sind viele Lifte auf gelb (in Vorbereitung) gestellt, aber ich bin guter Dinge. Ein paar Minuten später bin ich mal wieder der erste auf dem Lift
08.40 Uhr: Stätzerhorn läuft noch nicht, also zuerst mal Stätzertäli. Auf halber Strecke sehe ich dann, dass sich meine Vermutung bestätigt und der Wind auch den Betrieb des Stätzerhornlifts zulässt. Ein Blick aufs Smartphone zeigt zudem, dass sämtliche Bahnen inkl. Cumascheals und Verbindung nach Arosa offen sind. Yess! Gleichzeitig kann ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen, weil in Laax nur bis Plaun und Nagens als geöffnet gemeldet wird.
09.00 Uhr: Auf dem Stätzerhorn angekommen drückt auch bereits die Sonne durch. Da es dieses Mal das erste Mal ist, dass ich die schwarze Abfahrt offen sehe, "stürze" ich mich unüblicherweise zuerst da runter:
Im oberen Teil ist sie sehr schön, Pulver perfekt, die Sicht noch etwas eingeschränkt. Weiter unten kommen dann aber doch ein paar Steine und eisige Stellen hervor. Kein Wiederholungsdrang. Also folgt nachher 6x die rote, die sowieso immer meine Lieblingspiste des ganzen Gebiets darstellt.
Sie ist erneut hammerhaft gut. Ich hätte nicht gedacht, dass der wenige Neuschnee nach so viel Regen so tolle Pisten zulässt. Null Steine, null Eis.
Danach kommt die Sonne immer besser. Der Wetterbericht scheint also zu stimmen.
10.45 Uhr: Cumascheals ist im unteren Teil ebenfalls sehr schön, im oberen aber etwas knollig und wellig, aber trotzdem gut und steinfrei.
11.15 Uhr: Danach geht es weiter zum Lavoz-Lift. An der Bergstation ein laues Lüftchen. Der Blick nach Flims-Laax mit seinen Schneefahnen zeigt, dass es dort nach wie vor viel Wind hat. Sogar noch mehr. Mittlerweile meldet Crap Masegn wieder über 100 km/h. Und der Liftstatus dort verschlechtert sich zunehmends. Mann, bin ich froh, hier zu sein.
11.30 Uhr: Die Piste am Lavoz ist tip top.
11.50 Uhr: Nach einer Fahrt am Gertrud, deren Piste etwas knollig aber sonst ok und steinfrei ist, geht es weiter zum Scalottas.
Die ehemalige FIS-Piste, obwohl bis Pedra Grossa runter lange und interessant, ist heute gar nichts. Total knollig, teilweise abgeblasen und eisig (aber auch steinfrei). Nix wie weg hier. Also geht es via Lavoz und nochmal Cumascheals...
12.30 Uhr: ...auf die andere Talseite. Die Verbindungspiste Proschieri-Heimberg ist nach wie vor geschlossen. Unbegreiflich, dass man da nichts macht. Ausser bei den Häusern kurz vor dem Wald (einige Steine, auf die man aufpassen muss) und etwas Eis im Wald völlig problemlos.
12.55 Uhr: Die Piste am Urdenfürggli ist heute in supergutem Zustand. Und der Wind nach wie vor kein Problem.
Danach fahre ich mehrere Male die Weisshorn-Mulde. Erneut bin ich so begeistert von dieser Piste, dass ich vor lauter Freude vergesse, zu Fotografieren. Ob es jemand merkt, dass ich hier ein Archivbild vom 5.1.15 einbaue?
Ausser dem tiefblaueren Himmel sieht sie drum heute genau gleich aus. Leer und in bestem Zustand!
Und auch die schwarze Richtung Motta ist traumhaft, mittlerweile komplett steinfrei.
14.00 Uhr: Da die Urdenbahn grad abfahrbereit ist, stelle ich mich in die Bahn und, oh weh, der Bähnler spricht über den Lautsprecher, dass der Hörnliexpress wegen Windes eingestellt wurde und er nicht wisse, wie lange sie mit der Verbindungsbahn noch fahren könnten. Hmmm, da ereilen mich Zweifel, steige wieder aus und fahre nochmal zum Weisshorn-Speed, die Weisshorn-Mulde und danach den Heimberg runter. Dann wieder die drei Bahnen bis zum Urdenfürggli hoch. Unterwegs checke ich Windmessstationen und Liftstatus (Laax hat mittlerweile fast alles zu, selbst Plaun und Curnius laufen nicht mehr) und entscheide mich dann doch, das Risiko einzugehen. Schlimmstenfalls gibt es halt zum Schluss 1 1/2 Stunden Zug- und Postautofahrt.
14.45 Uhr: So stehe ich also wieder in der Urdenbahn und fahre nach Arosa rüber. Am Hörnli hat es ein paar lose Steine. Es folgen Plattenhorn und Carmenna. Beide perfekt.
15.10 Uhr: Ein Blick rüber zum Urdenfürggli verrät mir, dass der Wind nicht weiter zugenommen hat und die Bahn immer noch fährt. Also getraue ich mich, auch wenn es zeitlich langsam knapp wird, auch noch die Weisshornbahn zu nehmen.
15:20 Uhr: Gut ist die gleich losgefahren. So reicht es auch noch für die Ostabfahrt, die ebenfalls noch immer in super gutem Zustand ist und die paar abgeblasenen Stellen und einzelnen Steinchen kann man bestens umfahren. Weil der Hörnli-Express ja nicht läuft, muss ich via Carmenna, Plattenhorn und Hörnli zurück. Das sollte ganz knapp aufgehen... no risk no fun...
Blick nach Chur. Hat der Wetterbericht nicht wolkenlosen Himmel für den Nachmittag versprochen?
15:52 Uhr: Klappt ja bestens, obwohl mein Puls bei jedem Blick auf die Uhr etwas Anspannung verrät... ich gehe durch's Törli des Hörnli-Sessels, der bis 16.00 Uhr fährt.
16.02 Uhr: In der Urdenbahn
16.06 Uhr: Auf dem Urdenfürggli bläst es nun auch ganz schön.
Dafür hat der Wind die Buckelbildung verhindert. Selten um diese Zeit eine so einwandfreie Piste am Fürggli vorgefunden:
16:15 Uhr: In der Mottahütte die Belohnung" für diesen "Stress"
16.40 Uhr: Nun geht es ganz gemütlich ins Tal (Parpan) und dann mit dem Auto zurück nach Flims...
17.25 Uhr: Zurück in Flims. Was für ein Tag. Der zweifache Poker hat sich mehr als nur ausbezahlt!!
Mal sehen, was die Windmessungen morgen früh zeigen. Die Richtung sollte ja auf Süd (Föhn)drehen, was ein Vorteil für Flims und ein Nachteil für die Lenzerheide ist.