Les Diablerets / Villars | Januar 2015 (Bericht fertig)

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piano
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Les Diablerets / Villars | Januar 2015 (Bericht fertig)

Beitrag von piano »

Les Diablerets / Villars | Januar 2015 | zwiespältig

oder

wenig Schnee, wenig offen, wenig los



Les Diablerets - eine grössere, mir bislang unbekannte Skiregion mit mehreren verschiedenen Teilgebieten, also ideal für eine Ferienwoche. Den Urlaub hatten wir aber zu früh gebucht und nicht mit derart warmen Temperaturen und ausbleibendem Schneefall gerechnet. Mit der Anreise kam der grosse Regen, bis hinauf auf 2000 Metern. Blöd, wenn die meisten Skipisten unterhalb liegen wie in Les Diablerets. Deshalb herrschten während der ganzen Woche grenzwertige Bedingungen in verschiedener Hinsicht. Deshalb war die Lust auch nicht da, gross Fotos zu knipsen.

Nach einigem Zögern jetzt trotzdem noch ein Bericht, da es davon nicht besonders viele gib. Es wird die einzelnen Teilgebiete nacheinander geben.

Pistenplan Ansicht 1: http://www.swiss.de/images/pistenplaene ... lerets.jpg
PIstenplan Ansicht 2: http://bilder.skigebiete-test.de/skigeb ... lan_l1.jpg

Teilgebiete:
Isenau
Meilleret
Villars-Gryon
Glacier 3000
Zuletzt geändert von piano am 26.01.2015 - 20:14, insgesamt 5-mal geändert.

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piano
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Re: Les Diablerets / Villars | Januar 2015 | zwiespältig

Beitrag von piano »

Isenau

Die Isenau ist quasi das Haus-Skigebiet von Les Diablerets. Die schöne Giovanola-Gondelbahn mit den knallroten Gondeln startet direkt im Ortszentrum. Hier werden die Türen noch von Hand zu- und aufgeschlossen. Oben stehen dann auf relativ kleinem Raum 5 Skilifte nebeneinander, ähnlich wie in Vercorin. Allerdings ist es auf der Isenau bei allen Skiliften mindestens die zweite Generation. Während den beiden Schlechtwetter-Tagen verbrachten wir je einen Halbtag auf der Isenau. Leider hatten die warmen Temperaturen ihre Spuren hinterlassen: der Skilift Ayerne war nicht in Betrieb, genauso wie die Verbindungspiste zum Col du Pillon und die Talabfahrt geschlossen waren.

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Gondelbahn Isenau vor der Bergstation, gegenüber die Schneisen vom Meilleret

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Skilift Isenau

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Baujahr 1968

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Anfängerlift Crua, an der Schmerzgrenze

Normalerweise ist das hier ja der Sonnenhang von Diablerets, nun bei schlechtem Wetter war natürlich gar nichts los. Immerhin gab es beim ersten Besuch am späteren Nachmittag Aufhellungen, dann wars ganz ordentlich zum Fahren. Auf den ersten Blick sahen die Hänge und Pisten unauffällig aus, und genauuso war es auch. Viele durchschnittliche Pisten auf engem Raum. Am meisten fuhren wir mit dem Stangenschlepper Palette. Die rote Piste hat immerhin einen steileren Abschnitt, zudem war der Lift Rückbringer in Richtung Station, und er eignete sich auch, um ohne zu Schieben zum Skilift Floriette zu gelangen.

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Stangenschlepper Palette

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mit Baujahr 2000 die neueste Anlage hier

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leider recht kurz der Lift mit weniger als 600 m Länge

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an der Bergstation Palette

Bild
auch wenn man es nicht sieht: der meistfrequentierte Skilift hier

Am weitesten hinauf geht der Stangenschlepper Floriettaz. Angelegt in einer weiten Geländemulde, hat er in der Mitte eine Linkskurve und insgesamt drei steilere Hänge. Sah allerdings besser aus als es wirklich war. Die einzige Piste fand ich relativ fade, und so erinnerte er mich irgendwie an den ehemaligen Skilift Combe in Nax, den ich damals gleich empfand. Dank genügend hoher Lage gabs hier beim ersten Besuch immerhin nicht Regen, sonder Neuschnee (wenn auch recht nass). So waren ein paar Abfahrten links neben der Piste möglich. Ende Woche dann dank starkem Wind meterhohe Verweheungen auf der Piste.

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nebenan der Skilift Floriette

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der längste Skilift der Isenau

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halbwegs anständiger Schnee hier

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Aussicht von der Bergstation, in den Wolken drin das Gletschergebiet

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Bergstation auf 2100 m.ü.M.

Das war es dann auch schon von diesem Teilgebiet. Die Talfahrt erfolgte notgedrungen mit der Gondelbahn. Die Talabfahrt wäre bei Schnee vermutlich recht schön zu fahren, aber eben, bei Schnee. Und den gab es da nirgends mehr. Beurteilen lässt sich das Skigebiet schlecht, wenn drei der vier längeren Pisten geschlossen sind und damit gerade oben die Höhendifferenzen fehlen. Aber schneesicher ist es nicht wirklich, Geld für Investitionen fehlt, mehrmals stand die Isenau schon komplett auf der Streichliste von Masterplänen. So ist es fraglich, was die Zukunft bringen wird.
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Re: Les Diablerets / Villars | Januar 2015 | zwiespältig

Beitrag von Harzwinter »

Schön, dass Du das Gebiet vorstellst. Bislang stand es für uns grundsätzlich als Ziel für den Familienskiurlaub zur Disposition, allerdings erst, wenn der Nachwuchs ein für Stangenschlepper erforderliches Mindestgewicht erreicht hat, was noch zwei, drei Jahre dauern kann. Wegen des Wechselkursproblems sind Schweizer Skigebiete für uns aktuell leider zurückgestellt, aber wer weiß, wie sich das alles entwickeln wird.
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Re: Les Diablerets / Villars | Januar 2015 | zwiespältig

Beitrag von Jojo »

Cool, danke für den Bericht aus diesem kaum dokumentierten Gebiet!
Topografie und Lifte gefallen mir. Bei viel Schnee bestimmt echt nicht schlecht für nen Tag.
Der Bundesgesundheitsminister warnt:
Der vorangegangene Beitrag kann Spuren von Ironie, Zynismus und Sarkasmus enthalten. Sollten sie mit einer dieser Substanzen
in Konflikt geraten oder einfach nicht in der Lage sein, diese zu erkennen, so konsultieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
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Re: Les Diablerets / Villars | Januar 2015 | zwiespältig

Beitrag von piano »

Jojo hat geschrieben:Cool, danke für den Bericht aus diesem kaum dokumentierten Gebiet!
Topografie und Lifte gefallen mir. Bei viel Schnee bestimmt echt nicht schlecht für nen Tag.
Ja sicher, flächenmässig waren ja nur etwa 30% möglich.
Harzwinter hat geschrieben:Schön, dass Du das Gebiet vorstellst. Bislang stand es für uns grundsätzlich als Ziel für den Familienskiurlaub zur Disposition, allerdings erst, wenn der Nachwuchs ein für Stangenschlepper erforderliches Mindestgewicht erreicht hat, was noch zwei, drei Jahre dauern kann.
Auf der Isenau waren doch ein paar Skischulen unterwegs. Ist ziemlich übersichtlich, man ist schnell zurück bei der Station, eher flach. Von daher nicht schlecht für Familien.
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Re: Les Diablerets / Villars | Januar 2015 | zwiespältig

Beitrag von piano »

Meilleret

Auf der südlichen Talseite von Diablerets liegt das Skigebiet Meilleret. Theoretisch erschliessen 2 Sessellifte und 6 Skilifte die eher flachen, bewaldeten Skihänge, dazu kommt die Verbindung hinüber nach Villars. Die 2000er-Grenze wird hier nicht überschritten, was bei den Verhältnissen schon mal ein schlechtes Zeichen war. Mangels Schnee waren die Skilifte Jorasse, Ruvine und Vers l'Eglise allesamt nicht in Betrieb, und vom Dorf aus sahen auch die anderen Hänge sehr braun und schneearm aus.

Die erste Hauptanlage ist die Sesselbahn von Les Vioz nach Les Mazots. Die Talstation hat man denkbar ungünstig im Nirgendwo hingestellt. Weder Parkplatz noch Skibusstation sind in der Nähe, Bahnhof und Dorf sowieso nicht. Da der Anfängerlift mangels Schnee auch nicht lief, blieb nur der Fussweg übrig. Dies aber bei strömendem Regen und riesigen Wasserpfützen, die sich über dem wenigen verbliebenen Schnee gebildet hatten. Wäh! An der Talstation der nächste Frust, nur diese eine Sesselbahn war in Betrieb. Oben waren die Kunstschneepisten noch halbwegs in Ordnung, unten aber gar nicht. Übrig geblieben war eine schwarze Mischung zwischen Pfütze, Dreck, Eis, Schneeresten und nochmals Pfütze. Besonders übel war der Strassenübergang auf Höhe Jorasse. Am ersten Tag hatten wir bald genug davon. Obwohl die Pisten selbst eigentlich schön wären: Entweder steigt man bei der einseitigen Mittelstation aus, für den Steilhang Jorasse, oder man fährt ganz hinauf, um die flachere Piste zu wählen, die flüssig zu fahren war und keineswegs eine Traverse war, wie ich ein wenig befürchtet hatte.

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grau in grau bei der Bergstation Les Mazots

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wirklich knappe Schneeverhältnisse beim Skilift Jorasse

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die steilere Piste neben dem Skilift Jorasse

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mehr Pfütze denn Schneee...

Über Nacht wurde mit der Beschneiungsanlage versucht, zu retten was noch zu retten war. Das Wetter war nun schön, aber der ganze Regen war auf den Pisten zu Eis gefroren. Wir wollten natürlich weiter im Skigebiet, und dafür war die Piste von Les Mazots nach Mi Ruvine vonnöten. Gestern noch geschlossen, jetzt mit zahlreichen Warnschildern versehen. Mit gutem Grund - beinahe allen Schnee hatte es weggeschwemmt, übrig blieb braun-schwarzer Untergrund auf der einen Seite und blaues Eis auf der anderen Seite. Spassfaktor Null. Zwei Tage später war die Piste dann geschlossen, die Zufahrt zur zweiten Sesselbahn erfolgte dann stattdessen über den Ziehweg von der blauen Talabfahrt. Ein Ziehweg, der notabene zuvor auch geschlossen war und in dementsprechend miesem Zustand war. Zu Fünft versuchten Angestellte mit Schaufeln und Handarbeit, das Beste herauszuholen.

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Bergfahrt auf der 4KSB im unteren, steileren Bereich

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kurz vor der Mittelstation der auch schon 20jährigen Bahn

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das flache Schlussstück

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auf der Piste nach Mi Ruvine, oder das, was davon übrig geblieben war

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war ein echter Hindernis-Parcours

In den Alpes Vaudoises gab und gibt es immer wieder völlig überambitionierte Masterpläne, die dann doch nicht umgesetzt werden können. Mit der Sesselbahn Meilleret hatte man nur eine von zwei geplanten Sektionen gebaut, mit dem Resultat, dass nun die Talstation im Schilf steht. Mit der alten Strecke und Talstation auf Les Mazots wäre für uns die grenzwertige Abfahrt nicht nötig gewesen. Wäre die Talstation weiter unten, hätte man den Skilift Ruvine mitersetzen können - schlimmer wäre die Piste auch nicht mehr gewesen. Gelernt hat man wenig, in den "Visions 2020" soll die relativ neue Bahn wieder abgerissen werden und durch eine durchgehende Sesselbahn von Vers l'Eglise nach Meilleret ersetzt werden. Wiederholungsfahrten wären keine mehr möglich.

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Bergstation der Garaventa MCS-Anlage Meilleret

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nebenan der Skilift Laouissalet, gut 1950 m.ü.M.

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rote Piste Laouissalet, sieht hier besser aus als es war

Schliesslich gibt es oben noch die beiden Skilifte Laouissalet und Vieille Case. Leider waren die zugehörigen Pisten sehr steinig und vereist. So war ich einer der ganz Wenigen, die ein paar Wiederholungsfahrten auf der roten Laouissalet-Piste machten, was sonst auch als Paradehang des Gebiets genannt wird. Die beiden Skilifte waren auch nur wegen der Verbindung mit Villars in Betrieb, nach unserer Woche ging auch hier nichts mehr. Für die Verbindung braucht man in beiden Richtungen den Sessellift Perche-Conche. Ich fand sie gar nicht so schlimm, denn während der Fahrt liessen sich die vielen Tierspuren im Schnee beobachten.

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Stangenschlepper Vieille Case mit dreifacher Linkskurve

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im Bügellift Laouissalet

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auf der Verbindungsbahn Perche-Conche, gut 10 Minuten dauert die Fahrt jeweils

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Station Conche auf der Seite von Villars

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Skilift Laouissalet, kaum Leute unterwegs

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Blick vom Meilleret in Richtung Grand Chamossaire und Skigebiet Villars

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auf der Piste nach Les Mazots

Hätte man in der Vergangenheit ein paar Entscheide anders gefällt, so wäre die Struktur des Meilleret-Skigebiets wesentlich besser. Nichts desto trotz gäbe es hier bei guten Schneebedingungen viele variantenreiche Waldabfahrten, alles nicht besonders anspruchsvoll. Uns gefiel die rote Jorasse-Piste am Besten. Bis in die Einmündung in die Hauptpiste war der Zustand gut, da dort kaum jemand fährt. Den Bergbahnen muss man zu Gute halten, dass sie alles versucht hatten, um die Pisten so akzeptabel wie möglich zu machen. Insgesamt kam man aber nicht um den Eindruck herum, dass das Meilleret-Gebiet hauptsächlich ein Verbindungs-Zwischenstück bildete und dazu da war, die Leute von Diablerets nach Villars, respektive die Leute von Villars in Richtung Glacier 3000 zu bringen.
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Re: Les Diablerets / Villars | Januar 2015 | zwiespältig

Beitrag von Will »

Danke für diese Berichte. Ich hoffe, es folgen noch mehr!
Das ganze Gebiet Les Diablerets/Villars reizt mich irgendwie schon lange und ich möchte da unbedingt mal hinfahren! Du hast es jetzt natürlich nicht gerade bei optimalen Bedingungen erlebt, aber mir scheint doch, dass das dort eine sehr interessante und reizvolle Ecke ist.
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Re: Les Diablerets / Villars | Januar 2015 | zwiespältig

Beitrag von TPD »

Ui, das sieht ja Übel aus. 8O Da hatte ich über die Neujahrstage direkt Glück.
Wäre die Talstation weiter unten, hätte man den Skilift Ruvine mitersetzen können - schlimmer wäre die Piste auch nicht mehr gewesen.
Ursprünglich hatte der Skilift Ruvine, auf der Höhe der Talstation vom Meilleret Express, einen Zwischeneinstieg. Und da kam es mehrmals vor, dass man nur bis dort runter fahren konnte.
Also da haben sich die Bergbahnen schon etwas überlegt.
Gelernt hat man wenig, in den "Visions 2020" soll die relativ neue Bahn wieder abgerissen werden und durch eine durchgehende Sesselbahn von Vers l'Eglise nach Meilleret ersetzt werden. Wiederholungsfahrten wären keine mehr möglich.
Es werden keine modernen Lifte abgerissen (Ausnahme Pillon - Cabane). Die Planung berücksichtigt den Ablauf der Konzession. Aber in den nächsten paar Jahren wird da eh nicht viel geschehen.
https://www.skichablais.net, seit 20 Jahren über Bergbahnen der Region Chablais und Umgebung.
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Re: Les Diablerets / Villars | Januar 2015 | zwiespältig

Beitrag von piano »

TPD hat geschrieben:
Wäre die Talstation weiter unten, hätte man den Skilift Ruvine mitersetzen können - schlimmer wäre die Piste auch nicht mehr gewesen.
Ursprünglich hatte der Skilift Ruvine, auf der Höhe der Talstation vom Meilleret Express, einen Zwischeneinstieg. Und da kam es mehrmals vor, dass man nur bis dort runter fahren konnte.
Also da haben sich die Bergbahnen schon etwas überlegt.
Ah gut, das wusste ich nicht. Trotzdem hätte man sich einen LIft sparen können mit einer tieferen Talstation.

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Re: Les Diablerets / Villars | Januar 2015 | zwiespältig

Beitrag von piano »

Villars-Gryon

Das modernste Teilgebiet der Alpes Vaudoises ist Villars-Gryon. Es ist so etwas wie die Flumserberge der Westschweiz: Auf eher kleinem Raum stehen viele Sesselbahnen, und auch eher viele Leute, weil es eines der nächsten Skigebiete von Lausanne aus ist. Bei unseren beiden Besuchen gabs zwar keine Wartezeiten, aber fast alle offenen Anlagen waren gut gefüllt. Geschlossen waren die Skilifte Combe d'Orsay, Chaux Ronde, die Talabfahrt nach Barboleuse sowie fast alle nicht-beschneibaren Pisten.

In Villars herrschte das gleiche Problem wie in Diablerets: zuwenig Schnee. Sämtliche Pisten waren aalglatt, da die ganze Flüssigkeit der Regenfälle wieder gefror. Zudem hatte man einmal über Nacht die Schneilanzen laufen lassen, aber den Kunstschnee nicht verteilt. Nun war unter jeder Schneilanze ein gefrorener Schnee-Eis-Hügel. Wir kamen jeweils mit der Verbindungsbahn Perche-Conche hinüber nach Villars, quasi in den Rücken des Skigebiets. Mit der 4KSB Lac Noir kommt man danach hinauf auf die Chaux Ronde. Einer der Knotenpunkte, wo man sich auch einen Überblick über das wuslige Skigebiet machen kann. Der Sessellift war stets gut ausgelastet, obwohl keine direkte Piste offen war.

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auf der kurzen 4KSB vom Lac Noir zur Chaux Ronde

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oben sehr flach

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der Doppelskilift war noch nicht in Betrieb

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Stationsgewuschel Col de Bretaye auf 1800 m.ü.M.

Mit der Zahnradbahn kommt man von Villars hinauf auf den Col de Bretaye, der das Zentrum des Skigebiets bildet. Auf beiden Seiten der Passhöhe gibts Sessel- und Skilifte (allesamt eher kurz), sowie einen Anfängerlift und den Stangenschlepper Lac Noir - Bretaye in der Mitte. Am weitesten hinauf geht die Sesselbahn auf den Grand Chamossaire (2120 m.ü.M.), und hier war es auch am Besten zu fahren. Vor allem am Pistenrand, neben dem Skilift Roc d'Orsay. Darum war das dann auch unser "Lieblingshang" hier.

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auf der 6KSB Grand Chamossarie, die beste Anlage hier

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Aussicht in Richtung Diablerets

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offiziell offen war nur eine Piste

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Liftkreuzung: Skilift Roc d'Orsay, Sesselbahn Chamossaire und die Bretaye-Zahnradbahn

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gegenüber das schneearme Leysin

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unten vor dem Col de Bretaye, vis-à-vis die Chaux Ronde

Das erste Verbindungsstück nach Gryon bildet die lange Sesselbahn von La Rasse nach Chaux Ronde. Diese recht neue Poma-Bahn am Sonnenhang war der Ersatz für mehrere Anlagen. Sie ist aber ein wenig befremdlich, da hier eigentlich ideales Skigelände wäre, aber trotzdem weit und breit keine Piste vorhanden ist. Eine Mittelstation auf der 6KSB wäre Gold wert, da damit bei genügend Schnee zusätzliche Pisten erschlossen wären. Die Piste "La Rasse" dient hauptsächlich der Verbindung, geht von der Chaux Ronde zuerst zum Col de Bretaye, und dann Ziehweg-ähnlich weiter. Erst ab Höhe Golfplatz ist es eine richtige und auch schöne Piste. Zudem ermöglichte sie zusammen mit dem Grand Chamossaire längere Abfahrten.

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auf der blauen Piste La Rasse

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eher flache Hänge hier

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auf dem kurzen Skilift Gryonne: einmal und nie wieder

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4KSB Sodoleuvre-Croix

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weiter oben, die Hänge oben waren allesamt vereist und darum geschlossen

Das zweite Stück der Verbindung ist der Skilift Gryonne. Teilweise kein Schnee mehr hier, das Trassee bestand nur noch aus einem einen Meter breiten Band aus blankem Eis. Die einzige echte Beschäftitungsanlage ist hier die Sesselbahn Sodoleuvre-Croix mit ihren langen Pisten, leider war nur die beschneite Hauptpiste offen und fahrbar. Die Talabfahrt zur Alpe des Chaux gefiel mir, abgesehen vom kurzen Bergaufstück zwischendrin, weniger dann aber die anschliessende Bergfahrt mit dem Skilift Fracherets, wo es mehrere ausgeaperte Stellen gab und man über den braunen Untergrund gezogen wurde.

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eine Fahrt auf dem Schlepper Plan-Métroz

Bild
sulzige Talabfahrt zur Alpe des Chaux

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Skilift Fracherets, gerade noch fahrbar

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Aussicht ins Rhonetal

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Bergstation der Gondelbahn, dem Zubringer von Gryon

Finanzielle Probleme gibt es in Villars weniger, sonst hätte man kaum die ehemalige Städeli-Sesselbahn Petit Chamossaire durch eine überdimensionierte 6KSB ersetzt. Jetzt werden hier einfach zu viele Leute raufgeschaufelt. Bei besseren Verhältnissen wäre die Piste schön, aber jetzt war auf dem nur drei Meter breiten Steilhang der Schnee ausgegangen. Noch knapp fahrbar, aber Ende Woche war die Bahn folgerichtig nicht mehr in Betrieb.

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auf der blauen Sodoleuvre-Piste, 100% Kunstschnee

Bild
Bergfahrt mit der langen 6KSB La Rasse - Chaux Ronde

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auf der steilen Sesselbahn Petit Chamossaire

Bild
gabaut 2011 als Ersatz für die frühere Städeli-2SB - besitzt massive Überkapazität für die schmale Piste

Bild
Hauptpiste vor dem Lac Noir

Schliesslich gabs noch einmal die Talabfahrt nach Villars. Bis zum Col du Soud langweilige Ziehwege neben der Eisenbahn, danach dann doch abwechslungsreicher. Die unteren Abschnitte gefielen mir richtig. Hier gabs auch Sulzschnee, eine schöne Abwechslung zu all den eisigen Pisten oben. Mit der steilen Gondelbahn kommt man wieder schnell hinauf auf den Roc d'Orsay.

Bild
Talabfahrt nach Villars, wollte auch einmal gefahren sein

Bild
an der Talstation, sehr frühlingshaft da unten

Bild
Bergstation der Gondelbahn Orsay

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Alp Conche, kurz vor der Station der Verbindungsbahn

Was das Skigebiet interessant macht ist die Tatsache, dass es Pisten und Lifte in allen Expositionen gibt. Bei mehr Schnee hätte mir sicher die Sesselbahn Croix des Chaux besser gefallen, dort gäbe es ja noch einige andere Pisten, die interessant aussahen. Dagegen ist der zentrale Bereich zwischen Col de Bretaye und Chaux Ronde einfach zu voll. Trotzdem konnten wir gemütlich quer durch ein bislang unbekanntes Skigebiet gondeln, ähnlich wie man das auf der anderen Seite des Rhonetals in den Portes du Soleil tun kann.
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Re: Les Diablerets / Villars | Januar 2015 | zwiespältig

Beitrag von salvi11 »

Schöner Bericht, aber bei Solchen Bedingungen sollte man auf den Glacier 3000 wechseln. Unbedingt, denn die dortige Oldeneggabfahrt muss gefahren werden, die ist genial. Ausser der Wind bläst extrem stark auf dem Gletscher, denn dann ist man schon erschöpft, bevor man die schwarze Piste erreicht hat wie auf dem Foto :wink:

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Re: Les Diablerets / Villars | Januar 2015 | zwiespältig

Beitrag von piano »

salvi11 hat geschrieben:Schöner Bericht, aber bei Solchen Bedingungen sollte man auf den Glacier 3000 wechseln. Unbedingt, denn die dortige Oldeneggabfahrt muss gefahren werden, die ist genial. Ausser der Wind bläst extrem stark auf dem Gletscher, denn dann ist man schon erschöpft, bevor man die schwarze Piste erreicht hat wie auf dem Foto :wink:
Habe ja nicht geschrieben, dass wir nie auf dem Gletscher waren. Aber die ganze Woche? Combe d'Audon war sowieso nur an drei Tagen offen, und völlig vereist.
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Re: Les Diablerets / Villars | Januar 2015 | zwiespältig

Beitrag von ATV »

Also ich kann die Meinung über das Skigebiet nur mit Piano in allen Punkten Teilen. Das Gebiet gehört zu der Sorte: "Wie stellt man möglichst viele Lifte möglichst sinnlos auf. Mit dem Ersatz des Doppelskilift Chaux Ronde durch einen Kuppelbaren 6er wird das Chaos da oben nicht besser. Aber der 6er Sessel Chaux Ronde schiesst den Vogel ab.

Das ist die EINZIGE Piste welcher dieser Lift erschliesst:
Bild
-> meine Fotos könnt ihr weiterhin auf meiner Webseite --> www.stahlseil.ch ansehen.
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Re: Les Diablerets / Villars | Januar 2015 | zwiespältig

Beitrag von piano »

ATV hat geschrieben:Das ist die EINZIGE Piste welcher dieser Lift erschliesst:
Bild
Na gut, an dieser Stelle gibts jetzt links herum eine Umfahrungspiste.
Aber die Piste am Petit Chamossaire ist genauso schmal, und wird von einer 6KSB "bewirtschaftet".
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Re: Les Diablerets / Villars | Januar 2015 | zwiespältig

Beitrag von TPD »

Aber die Piste am Petit Chamossaire ist genauso schmal, und wird von einer 6KSB "bewirtschaftet".
Die 6KSB hat eine Förderleistung von 2000 pers/h. Bei der DSB (720 pers/h) waren in der Hauptsaison Wartezeiten von 15 Minuten nichts aussergewöhnliches...
Problem ist eher dass dank einer modernen KSB zuviele Anfänger hochfahren, die dann mit den prekären Verhältnisse nicht klar kommen.
Aber bei optimalen Verhältnisse hatte ich bis jetzt noch nicht den Eindruck, dass die 6KSB zuviele Personen hoch schaufelt. Denn dann ist auch noch die zweite Piste geöffnet.
Da ist die Abfahrt zwischen Bretaye und dem Golfplatz das grössere Nadelöhr.
Na gut, an dieser Stelle gibts jetzt links herum eine Umfahrungspiste.
Yup, diese Umfahrung gibt es etwa seit 2 Jahren.
Und es sind auch bauliche Massnahmen geplant, um die mehrheitlich geschlossene Skiroute Le Crot (Chaux Ronde - La Rasse) während der ganzen Saison befahrbar zu machen. Aber da können leider auch noch die Umeltverbände ein Wörtchen mitreden... :evil:
https://www.skichablais.net, seit 20 Jahren über Bergbahnen der Region Chablais und Umgebung.
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Re: Les Diablerets / Villars | Januar 2015 | zwiespältig

Beitrag von piano »

Glacier 3000

Bei den knappen Schneeverhältnissen waren wir froh um die Alternative des Gletscherskigebiets. Der "Glacier 3000" ist halb Ausflugsberg, halb Skigebiet und gehört sowohl zu den Alpes Vaudoises wie auch zur Skiregion Gstaad. Krasse Gegensätze gibt es hier: Unten schorffe Felswände und schattige Steilhänge. Oben hingegen eine sonnige Hochebene. Normalerweise kommt man über das Skigebiet Isenau zur Talstation auf dem Col du Pillon, wir reisten bei beiden Besuchen mit dem Skibus anreisen, da für die entsprechende Verbindungspiste der Schnee fehlte.

Haben die anderen Teilgebiete eher voralpinen Charakter, so ist das hier schon etwas anderes. Ende der 90er Jahre wurde das ganze Skigebiet rundumerneuert, unter anderem gestaltete Mario Botta die ungewöhnliche Bergstation. In zwei Sektionen Luftseilbahn geht es rasant und steil hinauf, die grossen Kabinen schweben eindrücklich über Felsbänder, hoch über dem Untergrund. Man sieht keine Skipisten, zu derb ist das Gelände. Bis man 1500 Meter weiter oben an der kubischen Station Scex Rouge ankommt, und sich alles öffnet. Zum Start in den Skitag wählten wir jeweils die rote Piste am fixgeklemmten Sessellift. Kurze Piste, langsamer Lift... aber endlich richtiger Pulverschnee! Das tat gut. Zunächst spekatkulär über den Kamm, anschliessend auf flachem Schiebeweg gelangt man weiter zum Skilift Dôme, dem ersten Gletscherlift von der Station aus.

Bild
Blick vom Col du Pillon auf die erste Sektion, die bereits 1000 Höhenmeter macht

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Strecke der zweiten Sektion, wie man sieht stützenlos

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Blick von der Bergstation auf die Minisesselbahn Scex Rouge

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auf der Bergfahrt, rechts der Coaster und die Bergstation

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oben an der Bergstation des Skilifts Dôme

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Panorama nach Süden auf die Walliser Hochalpen

Da auch in Gstaad Schnee Mangelware war, hatte es doch recht viele Leute auf dem Gletscher, am Skilfit Dôme gab es ab und zu Wartezeiten. Hier war der Schnee ausgesprochen weich, dafür ist die Piste extrem flach. An der Bergstation herrscht ein tolles Panorama auf die Walliser Berggipfel. Von der Station Scex Rouge aus gelangt man auf dem neuen "Peak Walk" auf den fast 3000 m hohen Gipfel, von dort gibt es noch die bessere Aussicht. Der Name "Vue des Alpes" ist schon von der Jurapasshöhe besetzt, darum heisst das hier "View of the Alps".

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Skilift Dôme und Oldenhorn

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Skilift Dôme, die hellblaue Piste ist neu links des Skilifts

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Peak Walk

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Aublicke über das Skigebiet, rechts hinten ist gerade noch der Grand Combin zu sehen

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Glacier de Tsanfleuron, im Hintergrund all die bekannten Walliser Viertausender

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Blick über die Strecke der Luftseilbahn in Richtung Gstaad / Saanenland

Auch die anderen beiden Skilift sind sehr flach. Der lange Skilift Tsanfleuron war zunächst nur von einem Mitteleinstieg aus in Betrieb, mitte Woche dann erst auf der ganzen Strecke. Besser als die eintönige Piste Tsanfleuron ist die Piste Quille am dritten Skilift. Hier ist mittlerweile so gut wie kein Gletschereis vorhanden, weshalb die Piste auf dem Grund verläuft und so mehrere Übergänge und Kurven enthält. Zwar deutlich spannender als die richtigen Gletscherpisten, aber im Ganzen ebenfalls recht flach. Zurück geht es nur mit dem Skilift Tsanfleuron, dessen Bergfahrt bei starkem Wind eine Geduldsübung war.

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ebenfalls blaue Abfahrt am relativ neuen Skilift Tsanfleuron

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ganz aussen der Skilift Quille du Diable

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hier der namensgebende Teufelskiel

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Blick über die grosse Hochebene - der Skilift selbst steht mittlerweile nicht mehr auf Gletschereis

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Piste Quille, bietet ein wenig Abwechslung

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auf dem Skilift Tsanfleuron, flach und deutlich länger als zwei Kilometer

Bleibt noch das skifahrerische Highlight mit der schwarzen Piste Combe d'Audon. Über einen Ziehweg erreicht man den Oldenpass, von wo aus die Piste steil in die Geländekammer abfällt. Die Steilhänge sind jeweils leicht seitlich abfallend, abwechselungsweise nach links und rechts. Leider war die ganze Piste vereist, sehr hart und nur vorsichtig zu befahren, entsprechend gab es auch viele Warnschilder. Besonders auf der zweiten Hälfte, die künstlich beschneit wird. Halt wieder dieselben Bedingungen, wie sie auch zuvor auf dem Kunstschnee von Villars herrschten. Keine Überraschung, dass hier nur sehr wenige Skifahrer unterwegs waren.

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auf dem Skiweg zur Combe d'Audon

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Einfahrt in die schattige Geländekammer

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oben doch recht steil

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der beste Hang der Combe d'Audon, weiter unten dann Kunstschnee

Die Combe d'Audon hat schon den Charakter einer hochalpinen Gipfelabfahrt und erinnerte mich als Ganzes ein wenig an die Talabfahrt am Brienzer Rothorn. Sie endet an der Oldenalp im Nichts. Eine Sesselbahn führt auf- und abwärts hinüber zur Station Oldenegg an ungewöhnlicher Lage. Hier würde auch der zweite Zubringer von Reusch aus enden; diese Luftseilbahn scheint aber nur in Betrieb zu sein, wenn die Talabfahrt offen ist. Von der Oldenegg geht es mit der zweiten Sesselbahn weiter hinauf. Deutlich über zwei Kilometer lang, 600 Höhenmeter quer durch trostloses Gelände. Stürmisch und unwirtlich ist es hier. Die rote Piste an der Sesselbahn dürfte nur selten offen sein, da es den Schnee stets verbläst. Oben erreicht man die Mittelstation Cabane und ist gefühlt wieder halbwegs zurück im Skigebiet.

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auf der ungewöhnlichen Sesselbahn Oldenegg

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und weiter hinauf in Richtung Cabane

Ingesamt wird hier mit grossem Aufwand versucht, ein Skigebiet zu erschliessen. Die flachen Gletscherpisten locken niemanden an. Deshalb beschneit man die Combe d'Audon seit neuestem, um wenigstens eine anspruchsvolle Abfahrt anbieten zu können. Aber auch damit ist das Pistenangebot ziemlich begrenzt. Der Zustand bei unserem Besuch dürfte so etwa dem normalen Status entsprochen haben, und dann müssen eben vier lange Anlagen in Betrieb sein, die allesamt keine eigenen Pisten erschliessen. Kein Wunder, dass es finanzielle Schwierigkeiten gibt. Für einen Tag ist das Gletschergebiet mit seinem Panorama super als Ergänzung, beim zweiten Mal wirds dann recht schnell langweilig.
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starli
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Re: Les Diablerets / Villars | Januar 2015 (Bericht fertig)

Beitrag von starli »

Tja, und durch die hohen Preise kommen ja auch nicht gerade mehr Leute.. Zumindest ich wäre gern mal dort hin, aber bei den hohen Preisen im Vgl. zum geringen Angebot, konnte ich mich doch nie überwinden...

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