Auch 2015 hatte es am Dreikönigstag sonniges Wetter. Anstatt Vent & Niederthai standen in diesem Jahr Grasgehren & Balderschwang an. Ersteres kannte ich nur von zwei Wanderungen um 1990 herum und für den mittaglichen Wechsel bot sich Letzteres förmlich an.
Es sollte viel Betrieb geben, was mich zunächst vor allem in Balderschwang nicht verwunderte. Doch letztlich war ich schon überrascht, dass gerade in Grasgeheren alles zugeparkt war – bei gerade mal vier Liften und dem Passgegurke hätte ich mit weniger Leuten gerechnet (Ich möchte nicht wissen, wie es am Fellhorn abgegangen ist...):
Aber dafür spielte das Wetter mit, wenn auch zum Teil die Abfahrten gehörig vereist waren.
Morgens in München – ob der langen Anfahrt ging es schon recht früh aus dem Haus. Es hatte eine sternenklare Nacht draußen und es war bitterkalt. Der Mond hing noch am Westhimmel und bei meiner Fahrt über die A96 und B12 konnte ich ihm beim Untergehen zusehen. Kurz vor Kempten war es dann soweit – während schon die Dämmerung längst eingesetzt hatte, hing der Mond als riesenhafter rötlicher Ball knapp über den Hügeln des Voralpenlands. Ich fluchte innerlich, dass es ausgerechnet in der Senke, wo ich mich in diesem Moment befand, keine Möglichkeit gab, mal rechts ran zu fahren. Mit dem Teleobjektiv hätte man wunderbar den untergehenden Mond mit der Kirche eines Dorfes davor einfangen können. Erst als der Mond im Dunst knapp überm Horizont fast verschwand kam wieder der nächste Parkplatz. Schade...
Endlich angekommen – der Parkplatz auf der Skigebietsseite der Passstrasse war bereits fast vollständig belegt. Überhaupt die Anfahrt – man wähnt sich längst in Österreich irgendwo tief in den Alpen drinnen, während man die Riedbergpass hinaufkurvt, mitten durch eine alpine Winterwunderlandschaft. Auf der A7 war es bereits zäh geworden und auf der B19 hinter Sonfhofen ging es nur noch im Schneckentempo voran – kaum nachzuvollziehen, warum die meisten ans Fellhorn fahren, um dort in Massen die Kunstschneebahnen herunterzurutschen.
Beim letzten Wanderbesuch vor ca. 25 Jahren ging da noch ein Schlepper hoch...
Riedbergerhorn im Morgenlicht...
Zum Einsteig mal den alten Leitner neben der DSB gefahren...
Seitenblicke aus der DSB...
Die beiden parallelen Schlepper gegenüber...
Hier oben hat es einen sehr schönen Ausblick, der zum Genießen einlud...
Doch im Angesicht dieser Piste hielt ich es nicht lange aus...
Nach dem grauen Wetter vom Vortag am Sudelfeld genoß ich die Sonne sehr...
Blick zum Riedbergerhorn. Weiter unten muss früher irgendwo der ominöse Grasgehrenlift 5 verlaufen sein...
Aber wenigsten standen die beiden noch – ich hatte zwar schon etliche Berichte gelesen, doch längst wieder vergessen, dass es sich bei dem Doppellift und eine alte Leitneranlage handelt – der Dieselmotor schepperte dazu....herrlich!
+5 Retropunkte
Unten sieht man den gut gefüllten Parkplatz, der außerhalb des Bildes noch viel, viel weiter reicht....
DSB und Leitner-Übungslift gegenüber...
zwei, drei Mal noch den anderen Lift gefahren...
Auch hier ein schöner Ausblick...
Dort, wo links irgendwo der Grasgehrenlift V verlief.
Tja – leider musste ich für den Skigebietswechsel dann wieder das Auto bemühen – es gibt keine Verbindung zur Riedergerhorn-DSB auf der anderen Bergseite und damit auch nicht mit Balderschwang. Dort dachte ich zunächst, ich träumte schlecht, denn der GANZE ORT war total zugeparkt und ich fand vor lauter auf der Strasse laufenden Menschen und anderen Parkplatzsuchern gar nicht die Abzweigung zum Parkplatz der Schelpenbahn. Also irgendwo – fast schon in der Schweiz hinten
Doch ich hatte Glück – es fuhren gerade welche aus und so ließen sie oben wieder welche zum zu 99 % gefüllten Parkplatz runter. Dort wies mir dann jemand eine etwas abenteuerliche Lücke zu und ich war heilfroh, das Auto endlich abstellen zu können. Fast hätte ich beim Rangieren den Ulmer neben mir noch erwischt, doch es ging gut. Schnell zog ich die Skischuhe an und eilte begeistert zur Kasse.
Dort ein erster Schreck – die ganze Zeit über bewegten sich die Bügel des Gelbhansekopflifts nicht. Zwar standen Leute an und im Lift, doch nichts ging. Sollte der nicht etwa kaputt gegangen sein? Ich konnte es kaum glauben.
Aber nachdem ich bezahlt hatte, sprang der Motor wieder an. ENDLICH klappte es mal, diesen steilen 60er-Jahre-Schlepper zu fahren. 2008 beim letzten Besuch war er nicht mal aufgebügelt gewesen. Glück auch, dass sie ihn nach dem Bau der 4KSB stehen haben lassen, um diese zu entlasten. Üblich ist so was ja nicht gerade. Während also an der Sesselbahn eine riesige Schlange auf ihre Bergfahrt wartete, konnte man am Gelbhansekopflift nach wenigen Augenblicken und später dann jeweils auch sofort nach oben fahren.
Baujahr 1962...
Lt. einer alten Postkarte stand früher die Talstation direkt am Beginn des Steilhangs weiter oben...
Der Lift wurde offenbar mal verlängert, um näher am Parkplatz den Leuten den Einstieg zu erleichtern.
Ein Genuss...
Die Abfahrt zum Schwarzenberglift war stellenweise ausgefahren und auch eisig. Aber man kam recht gut durch...
„Erst“ 1980 erbaut – sieht aber wie ein noch älterer Lift aus...
Da raucht's...der Lift läuft noch mit Diesel.
Mit 1.600m ein recht langer Schlepper...
Danach ging es zum Hochschelpenlift rüber...recht idyllisch gelegen.
Die Piste war hier sehr schön zu fahren – endlich mal kein Eis.
Der wurde schon 1974 erbaut...
Seitenblick...
Vom Verlauf her eher unspektakulär,,,
Mit dem Verbindungstellerlift – vorbei an Wintercampern – ging es dann mal rüber zum Skigebiet am Riedbergerhorn – bestehend aus zwei Übungsschleppern und einer DSB.
Leider habe ich bis heute kein Foto vom alten Riedbergerhornlift gefunden, der hier 2003 trassengleich ersetzt wurde...
Hinter der DSB-Bergstation in einer Senke steht noch das Liftlerhäusl und dieser Eisenschrott – mehr gibt es vom alten Schlepper nicht mehr zu sehen.
Blick aufs Tal mit Balderschwang unten...leider zog der Himmel gegen Abend leicht zu.
Noch immer waren Parkplätze in Balderschwang Mangelware...
Zoom zum Schwarzenberglift im unteren Trassenabschnitt.
Irgendwie entstanden durch die Sonneneinstrahlung an den Südhängen recht interessante Schneeformationen...
Riedbergerhorn...leider ohne Verbindung nach Grasgehren...
Das sind 1,6 km...Trasse des Schwarzenberglifts...
Der Verbindungstellerlift und der Raubachlift...wenigstens hat hier die Verbindung zweier Skigebiete geklappt.
ggf. noch eine Stütze vom Riedbergerhornlift?
Irgendwann ging es dann wieder rüber...zwei Mal fuhr ich noch den Gelbhansekopflift, ehe der abgestellt wurde, weil es sich an der Schelpenbahn nicht mehr so staute. Die Abfahrt war hier allerdings sehr eislastig.
Materialseilbahn zwischen Schwarzenberg- und Gelbhansekopflift.
Früher hat man die Liftstützen immer so angestrichen.
Irgendwo postierte ich mich und zoomt auf gut Glück umher...
Campingplatz und Schwabenhoflift...
DSB Riedbergerhorn und die beiden Übungslifte links und rechts davon...
Am Ende fuhr ich noch zwei mal mit der Schelpenbahn hinauf und genoss die Familienabfahrt, die um den ganzen Berg herumführt und sehr abwechslungsreich ist. Irgendwie genau mein Ding, wenn man zwischendrin Ziehwege durch den Wald hat, an Häusern vorbei kommt...
Hier hinten hätte sich noch ein Uralt-Schlepper gut gemacht...
Um einen schönen Skitag reicher ging es auf die lange, lange Heimfahrt zurück in die Landeshauptstadt, wo dann bereits der Mond wieder am Himmel stand...