
Leider ist bei unserem einwöchigen Fassatalurlaub der Abreisetag gekommen. Doch auch so wie in den Jahren davor nutzten wir den Abreisetag noch zum Schifahren. Auf diese Weise fahren wir erst dann auf der Autobahn nach Hause, wenn sich alle Staus aufgelöst haben. Die Fahrt ging also vom Fassatal über den Karerpass ins Eisacktal und weiter nach St. Andrä oberhalb von Brixen zur Ploseseilbahn.
Nach dem Jochgrimmpass war die Plose das zweite Schigebiet dieses Dolomitenurlaubes das für meine Frau und mich eine Neuerkundung war. Was ich meiner Frau voraus hatte, war die Tatsache, dass ich schon als Kind mit meinen Eltern im Sommer auf der Plose war. Damals fuhren wir mit zwei Pendelbahn-Sektionen von Brixen auf den Berg (St. Andrä war die Mittelstation) und wanderten von dort zur Plosehütte (entlang unserer Wanderroute verlief ein Korblift, der aber nicht in Betrieb war).
Weitere Wanderungen zur Schlütterhütte am Fuße des Peitlerkofels starteten oder endeten bei der Skihütte (Wenn ich mich richtig erinnere stand dort damals ein ESL).
Im Winter kannte ich die Plose noch nicht. Nach der Bergfahrt mit der 6EUB setzten wir die Fahrt mit der 4KSB Schönboden fort.

Mit dem Pistenzustand war vor allem meine Frau nicht sehr zufrieden. Nicht überall sah es so traumhaft aus, wie am nachfolgenden Bild. Stellenweise hat der starke Wind der vergangenen Nacht die Pulverauflage weggeweht und pickelharten Untergrund zurückgelassen. Dafür blieben an anderen Pistenabschnitten windgepresste Schneehaufen zurück.

Viele Schifahrer waren an diesem sonnigen Traumtag nicht auf der Plose unterwegs. Aber die paar die da waren, sorgten im Tagesverlauf beim Carven für eine Verteilung des windgepressten Schnees auf der Piste. Daher wurde der Pistenzustand gegen Mittag deutlich besser.
Grandios ist auf der Plose das Panorama, das man aber leider bei den meisten Bergfahrten im Rücken hat. Zunächst ein Blick zum Rosengarten und zum Schlern.

Immer dominant zu sehen: Die Geislerspitzen.

Dahinter schaut die Langkofelgruppe drüber.

Beinahe das gesamte Schigebiet ist auf Grund der Südausrichtung ganztägig in der Sonne. Nur die Trametschabfahrt zurück zum Parkplatz ist ein eher steiler Westhang, der am Morgen noch tief im Schatten ist. Dennoch wollte ich diese Piste früh am Tag testen, als noch Raupenspuren zu sehen waren. Meine Frau blieb in der Sonne, ich tauchte bei der Bergstation der 4KSB Trametsch in den Schatten ein.

Von der Piste hat man einen schönen Blick nach Brixen.

Während der Bergfahrt mit der 4KSB Trametsch kommt teilweise bereits die Sonne zum Vorschein.

Oberer Abschnitt der Trametschpiste.

Der nächste Teil des Schigebietes, den ich mit meiner Frau erforschte war die Abfahrt zur DSB Palmschöß. Die Piste führt an dieser Kapelle vorbei…

…und bereits in der ersten Kurve müssen wir stoppen, um die Aferer Geisler fotografisch festzuhalten.

Natürlich sind auch an dieser Stelle die Geislerspitzen dominant.

Bei der Bergfahrt sieht man mehr Grün als Weiß,…

…außer es geht über die Piste.

Ganz oben an der Bergstation der 6KSB Roßalm tauchen noch andere Dolomitengipfel auf.
Wir sehen zum Beispiel gleich links hinter dem Peitlerkofel den Kreuzkofel.

Auch der Monte Pelmo ist zu sehen.

Später am Tag fuhren wir zur 3SB Skihütte.

Bei der Bergfahrt mit der 3SB Skihütte kreuzen wir die Piste.

Selbe Bergfahrt im oberen Abschnitt. Wir sehen einerseits rechts die 3SB Pfannspitze und andererseits wie wenig Schnee abseits der beschneiten Pisten liegt. Der Wind hat ganze Arbeit geleistet.

Weiter geht es mit der 3SB Pfannspitze.

Hier habe ich das einzige Bild von der 6KSB Roßalm.

Nun stehen wir am wunderschönen Aussichtspunkt bei der Plosehütte des CAI. Im Bild die gleichnamige 3SB, dahinter das klassische Panorama mit den Geislerspitzen.

Auf der Plose waren zwar alle Lifte in Betrieb, die Pistenauswahl war allerdings eingeschränkt. So waren die schwarze Piste von der Plosehütte hinunter und einige blaue Varianten wegen Schneemangel gesperrt.
Die Kennzeichnung der Schwierigkeitsgrade im Schigebiet Plose war für mich teilweise nicht nachvollziehbar. Bei den zahlreichen roten und blauen Pisten auf den Südhängen konnte ich keinen Unterschied feststellen. Da machte es auf mich den Eindruck, als wurde die Farbgebung per Zufallsgenerator entschieden. Nur die schwarze Piste zur 6KSB war steiler, aber von meinem Gefühl her nicht steiler als die rote Trametsch auf der Westseite.
Hier fahren wir gerade zu den Talstationen der 6KSB Roßalm und 3SB Plosehütte.

Meine Frau bevorzugte es, den Weg ins Tal per Gondel zurückzulegen. Ich wählte die Piste. Da ich schneller war als die Gondel, nutzte ich noch die Zeit um im Tal den Schlepplift Randötsch kennen zu lernen.

Mein Fazit zur Plose: Da mich die Schneeverhältnisse heute sehr an jene von Carezza am Dienstag erinnert haben, gehe ich davon aus, dass auch auf der Plose üblicherweise so wie in Carezza mehr Schnee liegt, und die Pisten normalerweise gleichmäßig griffig sind. Ein neuerlicher Besuch in einem schneereicheren Winter ist also durchaus möglich.
Die Heimreise nach Wien verlief staufrei. Die Dolomiten werden uns auch nächstes Jahr wieder sehen.