Dank einer Kaltfront letzte Woche gab es endlich Schnee in den Alpen, mit Schwerpunkt Andermatt/Realp (wie so oft), und somit konnte am Samstag die Tourensaison beginnen.
Start bei der Langlaufloipe in Realp
Vorbei an seltsamen Schildern...
...und dann einfach dem Sommerweg folgend aufwärts.
Blick zum Furkpass mit Galenstock
Weiter oben dann über das Gipfelplateau zum höchsten Punkt...
dem stotzigen Firsten (sehr häufig begangene Tour)
Sieht schon wieder richtig gut aus dort und es wieder Schnee vorhergesagt... Könnte wieder eine gute Ecke werden diesen Winter.
Ich muss mir das auch mal anschauen gehen diesen Winter
...und ich freu mich wenn der Anteil an Tourenberichten hier etwas zunimmt, die Skigebiete sehen ja doch jeden Winter irgendwie gleich aus ("Standardbild zum XY"), Touren sind immer anders... daher und ich les gerne mit
Im Wetterthread habe ich mich über die Situation beklagt und bekam als Antwort:
Stani hat geschrieben:
Also bis jetzt ist die Saison eine Katastrophe. (punkt)
meinst du die Wandersaison oder was ?
wir haben nicht mal mitte Dezember....
Tja, Skitourengeher eben Blick auf die Wetterkarte, Besuch bei slf.ch und ein Abstecher bei skitouren.ch und es steht fest: Urlaub einreichen, Ski satteln.
Kurz nach 10 Uhr, die neuen Ski und Betatesterfelle von Contour liegen bereits am Straßenrand.
Dies kurze Rampe hoch...
...und schon haben wir das Panorama am Flüelapaß vor uns - mit Flüela Schwarzhorn, Radünser Rothorn und Piz Radönt (rechts nach links)
... gemütlich dem Kollegen hinterher...
...und wenig später kommt das Radüner Rothorn in Sicht
Mein Kollege zweigt auf einen Nebengipfel ab um Pulver genießen zu können
während ich bis zum Hauptgipfel hochwatschel
Blick zum Flüela Schwarzhorn
Blick Richtun Bergün/Piz Kesch
Hier noch einmal die sehr speziellen Felle in der Übersicht
und abwärts geht es - die Nordwand runter, und das Baby hat ordentlich Gefälle
Kleiner Verhauer. Erst am rechten Rand in der Rinne gestrandet (mit Felsplatten rings herum), dann notgedrungen 5m zu Fuße rauf, nach links in die Nebenrinne und dort dann runter - Künstlerpech
Der Rest: 20-30cm Pulvertraum in weiß und kaum verspurt. Bis runter an das Auto Pulver.
Per Bahn morgens rüber ins Engadin, überflüssiges Material verstaut und auf in Richtung Diavolezza
Recht wenig freundliche Begrüßung unten, aber da die Bahnen nicht liefen war auch kein Kartenschalter offen. Also so los, ohne Ticket.
Blick zum benachbarten Piz Lagalb, auch da herrscht Funkstille
So freut man sich über ein Skigebiet. Ungespurt, keiner unterwegs.
Auf knapp 2800m dann die ersten Pistenarbeiter - beim Check der Pfosten. Ansonsten Ruhe, nur ein halbes Dutzend Tourengeher ist unterwegs.
Blick vom Sass Queder über Diavolezza, Bernina,....
Stilleben im Skigebiet
Auch an der Diavolezza nichts los
Eine ganze Piste nur für mich.
Meine Unterkunft - das Nullsternhotel "Chez Diavolezza" aka das Bahnhäuschen. Schließt automatisch um 21 Uhr abends und das Licht geht aus und mit Gehörschutz stört auch der Ticketautomat nicht. Warm und kostenlos.
Sonntag: Piz Minor
Sonnenaufgang im Skigebiet
Ab ins Val Minor gleich gegenüber
Nach 2 km leicht ansteigendem Weg dann rechts hoch in den Einschnitt vor dem Buckel in der Bildmitte
Oben dann pfeift es ordentlich, aber zum Glück nur in Kantennähe
200Hm weiter oben - Gipfelaussicht auf die Berninagrößen.
Tjo, und ann leider im suboptimalen Schnee wieder das Tal runter - aber immerhin hatten wir Schnee und Sonne.
Nu ja, kaum ein Penner hat einen Daunenschlafsack für 400 Euro im Einsatz. Aber man muss schon diese Art von Reise mögen, stimmt. War übrigens von vorneweg geplant, dort zu nächtigen und es geht ganzjährig denn die rhätische Bahn fährt das ganze Jahr die station an.
Wird sicher nicht das letzte mal sein das ich unterwegs im Graben schlafe
So,
ich hoffe ich komme in der nächsten Zeit einmal dazu, hier nachzutragen wo man doch unterwegs sein konnte (trotz Schneemangel und so), aber in 60 Minuten heisst es: Ab in den "Urlaub".
Wie auch letztes Jahr bin ich zusammen mit einem Haufen Kollegen aus einem anderen Forum hier anzutreffen: am Oberalppass. Falls jemand dort ist und vorbeischauen will, nur zu. Mein Zelt ist das kugelige orange/graue.
Das sind Leute die Freude daran haben, draussen zu sein, vorzugsweise ohne Hotel, Wellness und so. Und auch dieses Jahr waren es so grob 16-20 Leute die sich mit Schneeschuhen/Tourenskier, Zelt, Kocher und Schlafgerödel sich oben am Oberalppass einfanden um fünf Tage lange zu Zelten und auf Tour zu gehen. Und auch wenn es für reine Pistenfahrer völlig unverständlich ist - wir hatten Spass dabei und werden sicherlich nächstes Jahr wieder irgendwo so etwas veranstalten.
Wie letztes Jahr hatten wir überwiegend traumhaftes Wetter aber auch einen Tag mit ordentlich Neuschnee. Hier ein Bild vom Samstag morgen mit einem Teil der Zelte im Bild.
Gepäckorgie - etwa 45kg Material, davon alleine etwa 18kg Zelt
Im Zug nach Disentis - den Rucksack bekommt keiner ins Gepäcknetz
Touchdown am Pass
Eine Stunde später sind 20 Quadratmeter Fläche ausgehoben und das Zelt steht
Donnerstag morgen
Auf zur ersten Runde: Fellilücke mit Abfahrt nach Gurtnellen, etwa 1700m runter und rund 11km Strecke, davon allerdings 2-3 km einen Fussweg durch den Wald.
Freitag, meine besser Hälfte kommt an und wird ohne Vorwarnung mit auf die Fellilücken/Gurtnellenabfahrt gelotst. Hier beim Aufstieg zur Lücke mit Blick in Richtung Pass/Pazolastock
Oben an der Lücke, Blick runter nach Norden/Gurtnellen
Noch einmal eine Sicht in Richtung Süden/Oberalppass
Der obere Bereich des Tals
Spass...
... oder auch nicht...
...in der Bobbahn....
... quer durch den Wald
Und der Bereich...
.. zieht sich
Ausfahrt aus dem Waldbereich runter zur Bushaltestelle
In der Zwischenzeit am Pass: mehr Leute (und Koffer )
chapeau! Super Aktion! Also die Anreise ist bis oben per Bahn? Hatte mir anfangs noch überlegt, wie ihr das ganze Gepäck hinauf bekommt.
Glaub ich muss auch mal mit einer Hüttentour starten
Ja, Oberalppass im Winter ist nur mit ÖV erreichbar, oder per Lift ab Dieni. In den kommenden Jahren sollen jedoch Verbindungslifte ab Andermatt dort hoch gebastelt werden, dann kann man aus dem Skigebiet heraus direkt nach Gurtnellen abfahren. Finde ich persönlich etwas schade, es nimmt viel vom Reiz dieser Route. Ich hoffe aber dass der Waldweg und die umständlichere Rückreise (Bus bis Göschenen, fährt 1x pro Stunde, dann per Bahn nach Andermatt) grössere Rudel an Freerider abhält denn der untere Bereich ist Tierschutzzone. Neben der erlaubten Strecke abfahren ist aber wenigstens auch mit gutem Willen nicht drin, das ist ein sehr enges und dicht bewaldetes Stück mit vielen Felsen (deswegen auch die Gehstrecken bei uns).
Die Idee hinter dem Treff ist immer die gleiche. Wir suchen nach einem abwechslungsreichen Gebiet (wegen Lawinengefahr und den unterschiedlichen teilnehmern) welches einfach erreichbar ist und ein Restaurant als Rückzug und zur Toilettennutzung bietet. Der Rest erfolgt auf eigene Gefahr und Verantwortung, lediglich die Schutzausrüstung (neues LVS, gute Schaufel und Sonde) sind verpflichtend. Es muss keiner mit, jeder kann machen was er will.
Nachdem es nun das zweite Jahr Oberalppass war wird es nächstes Jahr eine andere Ecke. gewählt wird im Herbst, als Kandidaten stehen jetzt schon Adelboden/Engstligenalp und die Heidelberger Hütte südlich von Ischgl im Raum.
Geile Aktion.... Da ich noch nie im Winter gezeltet habe, muss ich mal blöd fragen, wie Ihr die Zelte verankert habt? Hering im Schnee eingegraben oder gibt es für Schnee besonderes Equipment?
Schneeanker lautet das Zauberwort. Das sind entweder selbstgebaute/gekaufte Säckchen welche sich an einer Schnur zusziehen lassen, befüllt vergraben und mit einem kleinen Karabiner an den Abspannleinen eingeklinkt werden. Alternativ dazu kauft man sich ein Stück graues Abflussrohr aus Kunststoff , sägt es auf 30cm ab, teilt jedes Stück längs in drei Teile, macht in der Mitte zwei Kerben rein (dort wird dann die Zeltleine eingehängt) und vergräbt das Ganze im Schnee.