
Im Handschuhfach lat schon seit längerem eine Tageskarte für das Skigebiet Melchsee-Frutt die unbedingt in dieser Saison noch genutzt werden sollte. Also tun wir das doch und nutzen die Gunst der Stunde, oder des Tages, und ab geht`s in unser kleines teures Nachbarland mit Charme.
Los gings um 5 Uhr in der früh, so war ich rechtzeitig an der Talstation im Melchtal. Ein paar kleine Staus gab es rund um Zürich, aber das ist ja die Regel.
Das Wetter war entgegen der Vorhersage auf Bergfex am Vorabend am morgen noch bewölkt, es drückte sich dann aber die Sonne durch und gegen zehn war es dann sonnig. Den ganzen Tag über lag dennoch ein leichter Nebelschleier in der Luft, die Sicht war nicht extrem klar.
Der Andrang hielt sich sehr in Grenzen, es war zwar mehr los als erwartet, das lag aber wohl auch am Seppi-Tag. Dieser Feiertag war gestern, so klärten mich ein paar Kids im Lift auf. Was da aber gefeiert wird konnten sie mir auch nicht sagen.
Die Schneequalität ist ausgezeichnet. Morgens hart und griffig, im Laufe des Tages firnt es auf. Richtig sulzig wurde es auf der Talabfahrt im unteren Stück. Ansonsten keine Haufenbildung, was sicher auch daran lag, dass doch nicht die Massen im Gebiet unterwegs waren. Bis zum Mittag war ich auf Ski unterwegs, dann wechselte ich aufs Board. Jeder Schnee sein Sportgerät
Nun zum Skigebiet
Das Skigebiet Melchsee-Frutt kann man gut in zwei Bereiche einteilen. Der eine Bereich ist der vordere rund um Bonistock, Bettenalp und Cheselenfirst. der zweite Bereich ist der hintere rund um Erzegg und Balmeregghorn. Ich teile meinen Bericht in diese zwei Teile.
Der vordere Bereich
Die Bilder geben folgende Tour wieder: Start an der Talstation der EUB, mit dieser hoch nach Melchsee-Frutt. Von dort aus die Talabfahrt bis zur Cheselenfirts. Mit der 2KSB Jäst und 4KSB Bonistock hoch auf den Bonistock und auf der schwarzen Piste Paradiesli wieder zur 4KSB Bonistock. Mit dieser wieder hoch und die schwarze Piste Chrummegg genommen. Die Talabfahrt führt dann bis ganz hinunter ins Tal.
Der vordere Teil ist sehr abwechslungsreich und war dann doch größer, als er auf mich den Eindruck machte laut Pistenplan.

morgens an der Anzeigentafel

Talstationsgebäude EUB. Eine sehr große Halle. Aber als Umschlageplatz für das ganze Material des Ortes Melchsee-Frutt wohl nötig.

Bergstation

Talabfahrt Richtung Cheselenfirst, blauer Abschnitt. Diese Talabfahrt teilt sich bis ins Tal zu großen Teilen die Piste mit dem Schlittelweg. Das halte ich für äußerst ungünstig, ja gefährlich. Auch weil die blaue Piste wirklich nur die Breite des Schlittelweges hat. Da wird es ganz schön eng.

Auf der Talabfahrt der rote Abschnitt. Dieser rote Abschnitt ist von gleicher Art wie der obere schwarze Abschnitt. Entweder beides rot oder beides schwarz. Wobei die Abschnitte schon steil sind und als schwarze Pisten durchgehen können.

weiterer Verlauf mit Engstelle.

Diesmal nehmen wir die Liftkette der 2er KSB, Winkelstation ohne Aus- oder Zustieg

weiter hoch mit der Jest

in der 2KSB Jest mit Blick auf die sportliche schwarze Piste Bettenalp-Jäst.

Blick auf den Cheselenfirst

Bergstation Jäst

Talstation SL Chrummegg, heute geschlossen

weiter hoch mit der 4KSB zum Bonistock

Blick zum Gelände rund um den SL

Bonistock. Luftseilbahn, SL und 4KSB liegen nah beieinander.

schwarze Abfahrt vom Bonistock, Paradiesli. Der Pistenplan entspricht hier nicht ganz der Realität. Eine zweite Piste ist präpariert bis zur Zusammenführung. Diese Piste ist schwarz kategorisiert. Das halte ich für übertrieben. Diese Piste wäre auch als rote Piste nicht zu steil.

Zusammenführung der breiten Pisten am Paradiesli

Nochmals hoch mit der 4KSB und dann die schwarze Piste Bonistock-Chrummegg runter. Weshalb diese Piste schwarz ist erschließt sich mir nicht. Rot wäre angemessen. Die Piste hat mir sehr gut gefallen.

Umlenkung des Kurvenliftes, sieht kompliziert aus. Der obere Teil der schwarzen Piste ist recht Flach.

An der Bettenalp gehts dann weiter auf der Talabfahrt. Schwarze Piste Jäst

kurz vor Cheselenfirst

und ab Cheselenfirst ebenso. Die Talabfahrt wird unten schön breit und kann so die Pisten von der Bettenalp sowie von Melchsee-Frutt kommend aufnehmen.


Der SL Stöckalp, nicht in Betrieb

das letzte Stück der Talabfahrt
Die Verbindung des vorderen und hinteren Bereiches
Der vordere und hintere Bereich sind etwas voneinander getrennt. Ein Wechsel von einem Bereich in den anderen ist mit etwas Aufwand verbunden, aber nicht mühevoll. Durch die räumliche Trennung der beiden Bereiche durch See und Geländekante wird dieser Eindruck unterstrichen.
Ich nehme euch nun mit auf die Verbindung der beiden Gebiete. Bewährt hat sich bei meinem Besuch, es war ja erst der erste, per Seillift über den See zur 4KSB Erzegg zu wechseln und zurück über die Piste Erzegg-Distelboden zur Luftseilbahn und mit dieser wieder auf den Bonistock. So hatte ich kaum Ziehwege zu fahren.

vom Bonistock auf der blauen Piste nach Melchsee-Frutt in den Ort. Man kann auch direkt von der Bergstation der EUB in den Ort fahren.

etwas seltsame Präparierung. Eine hälfte der Piste Top, die andere Flop.

Ortsmitte. Der Ort ist keine Schönheit. Hotes und sonst nix. Da hat Val Thorens mehr Charme

Blick über den Melchsee Richtung Erzegg

mit dem Seillift geht es über den See

und Blick zurück, man sieht die natürliche Grenze der Bereiche

zurück kommt man am Besten mit der Luftseilbahn

man kann auch mit dem Seillift zurück und den Panoramaaufzug nehmen, hab ich aber nicht gemacht


Die kurze Trasse der Luftseilbahn überwindet die Geländekante

Bergstation der selbigen

und so gelangt man wieder auf den Bonistock
hinterer Bereich rund um Erzegg und Balmeregghorn
Dieser Bereich wird durch die zwei Beschäftigungsanlagen am Erzegg, einer 4KSB, und dem Balmeregghorn, einem Sl erschlossen. Es gibt noch den SL Vogelüel, dieser ist aber etwas ab vom Schuss und so war ich dort nicht.
Am Erzegg werden leichtere Pisten präpariert, zum Teil aber hat die blaue Piste in Falllinie zur KSB aber schon ganz ordentlich Steile Stücke aufzuweisen, die für Anfänger schwierig wären. Rechts der Bergstation gelangt man über einen Ziehweg zu den roten Pisten. Dies sind schöne breite Carvingpisten, welche auch vom SL Balmeregghorn erschlossen werden. Überhaupt sind die Pisten in diesem Bereich schön breit. Alle Pisten in diesem Bereich haben auch die Eigenart, dass sie unten raus, ob zum SL oder der KSB, auf längerer Strecke flach auslaufen. Am Erzegg ist dann auch noch der Fruttpark zu finden.
Der SL Balmeregghorn erschließt zwei Hauptpisten, eine verläuft im Tal neben dem SL hinab und teilt sich im oberen Bereich in verschiedene Abschnitte auf. Ein Abschnitt ist eine schwarze Piste, einer ist rot. Die rote Piste ist aber nur minimal flacher als die Schwarze. Im unteren Bereich laufen die verschiedenen Abschnitte zusammen und auf einem schmaleren Weg am Berg vorbei. Im unteren drittel verlaufen sie dann als rote Piste, die zum carven einläd, wieder zur Talstation. Die andere Piste verläuft im oberen Teil als Ziehweg unterhalb des Grates entlang um den Berg herum und wird dann zu einer schönen breiten Piste bis zur Talstation, entweder des SL oder der KSB.
Der SL war natürlich weniger frequentiert als das Erzegg. Deshalb bin ich dort sehr oft gefahren. Gefallen hat mir der obere schwarze Abschnitt der Piste Balmeregg-Distelboden.

Talstation Erzegg




rote Piste zwischen Erzegg und Balmeregg

Detailansicht


Überblick Erzegg. Rechts gehts zur Luftseilbahn.

Blick zur Bergstation Erzegg vom Verbindungsweg Richtung rote Pisten

Im Schlepplift Balmeregg



obere Pistenabschnitte der Piste Balmeregg-Distelboden.

Überblick über den SL

Pistenzusammenführung Balmeregg-Distelboden im mittleren Abschnitt

Verbindungsweg Balmeregg-Erzegg im oberen Teil unterhalb des Grates

Es sind noch nicht alle Pistenpläne up to date
Sodelle, das solls gewesen sein von meinem Ausflug auf die Frutt. Das Skigebiet hat mir gefallen, es ist nicht hochmodernisiert sondern strahlt eben diesen gemütlichen und ursprünglichen schweizer Charme aus wie es einige Gebiete in dieser Region tun. Wiederkommen werde ich, wenn ich bei ricardo.ch wieder ein Schnäppchen mache.