Wintersportgebiete sollen wie ein Golfclub geführt werden

Medienberichte rund um den Wintersport: Aktuelle TV-Tipps, Presseartikel, Unfallmeldungen und Diskussionen zu Nachrichten aus der Alpinwelt.
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Chlosterdörfler
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Wintersportgebiete sollen wie ein Golfclub geführt werden

Beitrag von Chlosterdörfler »

Mitgliederbeitrag bis ca. 2000.-- SFr. pro Haushalt und Jahr soll kleine bis mittlere Skigebiete retten.
Wie die Mitglieder in einem Golfclub sollen Erst- und Zweitwohnungshaushalte in den Standortgemeinden von Wintersportgebieten für das Angebot selber aufkommen und die Kosten der Bergbahnen übernehmen, so die Idee des Wirtschaftsforums, der Denkfabrik der Bündner Wirtschaft.

Im Gegenzug können sie das Skigebiet gratis benutzen und gemeinsam darüber bestimmen, wie Peder Plaz, Geschäftsführer des Wirtschaftsforums, am Mittwoch in Chur ausführte. Zudem sollen auch Hotelgäste gratis Skifahren können, Tagesgäste zumindest stark verbilligt.
Quelle: http://www.suedostschweiz.ch/wirtschaft ... s-bewahren

Audio Infos kurze Zeit zur Verfügung von Regionaljournal Graubünden vom 27.05.2015 : http://www.srf.ch/news/regional/graubue ... ete-retten



Ein Beispiel als möglicher Kandidat für einen solchen Rettungsacker.
Den Bergbahnen Tschiertschen fehlen für dringend nötige Investitionen ins Skigebiet rund 300'000 Franken. Diese Woche sollen die Aktionäre und Stammgäste angeschrieben werden. Diese sollen das nötige Geld einschiessen.
Quelle Regionaljournal Graubünden vom 26.05.2015 : http://www.srf.ch/news/regional/graubue ... geldsorgen
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Buckelpistenfan
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Re: Wintersportgebiete sollen wie ein Golfclub geführt werde

Beitrag von Buckelpistenfan »

Hotels und Vermieter von Ferienwohnungen legen die Kosten doch auf die Preise um, so dass der Gast das über die höheren Preise letztlich auch zahlt.

Die Gäste werden dann doch durch die höheren Übernachtungspreise eher auf andere Orte ausweichen, wo die Preise auf den ersten Blick günstiger erscheinen, vor allen dann, wenn man nicht jeden Tag Skifahren oder die Liftanlagen nutzen möchte. Gäste, die Winterwandern oder Langlauf machen, werden die höheren Preise kaum mittragen.

Gerade für Tagesgäste unterscheidet sich das Modell doch letztlich nicht von einer Saisonkarte für das jeweilige Skigebiet.

Ich halte das Modell ("Whitefee statt Greenfee") nicht für brauchbar
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Sauerland_6_CLD
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Re: Wintersportgebiete sollen wie ein Golfclub geführt werde

Beitrag von Sauerland_6_CLD »

Das kann vielleicht in Saint Moritz funktionieren, wo an 51 Wochen im Jahr die Rolladen an den privaten Villen heruntergelassen sind um diese Klientel in Pflicht zu nehmen, aber in kleineren Orten?
Was ist dem dem Nordic Sportler der die teuren Liftanlagen garnicht benötigt, der soll dann über den Wohnungs/ Zimmerpreis eine Infrastruktur bezahlen die er nichtmal nutzt?
Eigentlich ist die Stadt ja in der Pflicht um für die Rahmenbedingungen der örtlichen Hotellerie zu sorgen.
Aber die sind ja erst recht pleite, also will man das den letzten verbliebenen bei denen man Geld vermutet aufbürden.
Ganz großes Kino!
Die Zeit als Autos und Computer noch Commodore hießen war klar besser
Schneeloewe
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Re: Wintersportgebiete sollen wie ein Golfclub geführt werde

Beitrag von Schneeloewe »

Wo soll der Unterschied zwischen einem Golfklub und einen Skigebiet liegen?
Die Mitgliedschaft in einem Golfklub ist immer freiwillig, außer man wohnt in einer extra neu gebauten Golfklubwohnanlage.
Ich kenne keine Kommune, wo jeder Hausbesitzer Zwangsmitglied im örtlichen Golfklub ist.

Und Mitgliedsbeiträge beim Golfklub nennen sich im Skigebiet Tages-, Mehrtages- bzw. Saisonticket anlag den Tages-, Wochen- und Jahresmitgliedsbeiträgen.
Und wer Mitbestimmen will, wo es im örtlichen Skigebiet lang geht erwirbt, wenn möglich, Anteile am Liftbetreiber analog dem "Einkaufen" in einen Golfklub.

Der ganze Artikel ist Humbug.
freerider13
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Re: Wintersportgebiete sollen wie ein Golfclub geführt werde

Beitrag von freerider13 »

Servus!

So, jetzt langts.

Zu meiner Person:
Ich habe nach erfolgreichem Abschluss des Studiums der Betriebswirtschaftslehre an einer der renommiertesten Universitäten Deutschlands die letzten 8 Jahre meinen eigenen Golfplatz geleitet. Ich bin also definitiv und ohne jede Frage vom Fach!

Meine Meinung dazu:

Ich habe noch nie einen dämlicheren, zum definitiven Scheitern verurteilten Vorschlag gehört wie diesen, ein Skigebiet wie einen Golfclub zu führen!!!

Mehr sag ich dazu erst gar nicht - es ist fast den Atem nicht wert!

Schöne Grüße,
Jan
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Lord-of-Ski
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Re: Wintersportgebiete sollen wie ein Golfclub geführt werde

Beitrag von Lord-of-Ski »

Oh können wir mal ein AF Treffen auf deinem Golfplatz machen? Oder ist da Alkoholverbot? Wollte das schon mal immer ausprobieren.
ASF
freerider13
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Re: Wintersportgebiete sollen wie ein Golfclub geführt werde

Beitrag von freerider13 »

Servus!

Alkoholverbot aufm Golfplatz??? 8O
Muhahahahahah!!! :lach:

Eher werden in Ischgl Alkoholkontrollen auf Pisten eingeführt und Fahrverbote verhängt! :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

Treffen?
Privat immer gerne - bin ich immer für alles zu haben.
Aufm Golfplatz? Klares Nein. Privates und geschäftliches wird streng getrennt. Und Forum ist privat. Bitte um Verständnis, ist nicht bös gemeint oder so. :bussi:
Gerne aber beim Skifahren. :zustimm:

Schöne Grüße,
Jan
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Re: Wintersportgebiete sollen wie ein Golfclub geführt werde

Beitrag von chrissi5 »

freerider13 hat geschrieben:Aufm Golfplatz? Klares Nein. Privates und geschäftliches wird streng getrennt. Und Forum ist privat. Bitte um Verständnis, ist nicht bös gemeint oder so. :bussi:
Gerne aber beim Skifahren. :zustimm:
Also ist Ski fahren dann geschäftlich..?!
Winter 22/23: Hoffe noch auf viel Schnee, wieder mal.
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Re: Wintersportgebiete sollen wie ein Golfclub geführt werde

Beitrag von TPD »

Irgendwie sind auch die beiden Medienberichte ziemlich widersprüchlich.

Bei der Südostschweiz wird von einem privaten Gebiet gesprochen, das nur den Mitgliedern zugänglich sein wird.
Mag ja für ein Kleinstgebiet funktionieren, das nicht wirklich auf die Tagesgäste angewiesen ist.
Sowas ähnliches gibt es ja schon im Unterwallis in Les Giettes.

Hingegen bei SRF ist es ja nichts anderes als eine Verstaatlichung, die durch eine Sondersteuer finanziert wird.
Immerhin wird auch den Zweitwohnungsbesitzern ein Mitspracherecht eingeräumt. Denn sonst bezahlen die Zweitwohnungsbesitzer in der Gemeinde nur Steuern ohne ein Mitspracherecht zu haben.
https://www.skichablais.net, seit 20 Jahren über Bergbahnen der Region Chablais und Umgebung.

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Re: Wintersportgebiete sollen wie ein Golfclub geführt werde

Beitrag von 3303 »

Schwer vorstellbar, dass die Idee wie im SRF geschildert wirklich ernst gemeint ist.
“Wir sind gewohnt, daß die Menschen verhöhnen, was sie nicht versteh'n, Dass sie vor dem Guten und Schönen, das ihnen oft beschwerlich ist, murren.“
[Johann Wolfgang von Goethe]
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Re: Wintersportgebiete sollen wie ein Golfclub geführt werde

Beitrag von freerider13 »

Servus!
TPD hat geschrieben:Irgendwie sind auch die beiden Medienberichte ziemlich widersprüchlich.

Bei der Südostschweiz wird von einem privaten Gebiet gesprochen, das nur den Mitgliedern zugänglich sein wird.
Mag ja für ein Kleinstgebiet funktionieren, das nicht wirklich auf die Tagesgäste angewiesen ist.
Sowas ähnliches gibt es ja schon im Unterwallis in Les Giettes.

Hingegen bei SRF ist es ja nichts anderes als eine Verstaatlichung, die durch eine Sondersteuer finanziert wird.
Immerhin wird auch den Zweitwohnungsbesitzern ein Mitspracherecht eingeräumt. Denn sonst bezahlen die Zweitwohnungsbesitzer in der Gemeinde nur Steuern ohne ein Mitspracherecht zu haben.
Da wird eh so einiges durcheinandergewürfelt, was auf den ersten Blick vielleicht ganz charmant wirkt.
Grundsätzliches Problem an einem Clubmodell sind ja gerade die Mitspracherechte. Wer zahlt, sagt an. In der Praxis bedeutet das, Kreti und Pleti haben in einer Mitgliederversammlung Stimmrechte und können über die Geschicke bestimmen. Leider denken aber Clubmitglieder zu 99,9% nicht so, wie es aus betriebswirtschaftlicher Sicht sinnvoll wäre. "Der Vorstand muss das dann umsetzen was wir wollen, uns doch egal wie die das machen!"
Aus dem Grund ist ein solches Clubmodell immer Brandgefährlich für den wirtschaftlichen Fortbestand eines Unternehmens.

Ganz anders dagegen ein staatliches Steuermodell: Dies ist quasi eine "Zwangsabgabe", bei der Mitspracherechte von vornherein ausgeschlossen werden, da gar nicht erst gewollt.

Problem: Diese Modelle vertragen sich grundsätzlich nicht, eine Mischform ist juristisch quasi nicht durchsetzbar. (Jetzt kenn ich mich zwar mit Schweizer Recht nicht aus, aber auch die Schweiz ist ein Rechtsstaat. Und beim zusammenführen dieser Modelle stößt man alleine schon extrem an die Grenzen der Rechtsstaatlichkeit an sich. Deshalb bezweifle ich stark, dass dies in der Schweiz überhaupt möglich wäre...)

Mir kommt es im Insgesamten so vor, als hätten hier einige Personen das "hübsche Modell" Ihres Golfclubs, in dem Sie in Ihrer Freizeit Mitglied sind, übertragen wollen, weil das dort ja ach so gut funktioniert. Das ist leider eine ganz typische Ansicht, die immer wieder vorkommt. "Einfache" Clubmitglieder sind im Golfbereich absichtlich nicht mit den Problemen und Nöten der Aufrechterhaltung des "Wirtschaftsbetriebs Golfplatz" konfrontiert. Sollen Sie auch gar nicht, die kommen schließlich um sich dort zu erholen und nicht zum Grübeln wo Ihr Geld bleibt.

Dadurch entstehen aber leider oft verzerrte Wahrnehmungen der Realität, einfach eine schöne Scheinwelt.

Spätestens, wenn es um die praktische und juristische Umsetzung eines solchen Modelles für ein Skigebiet geht werden die Initiatoren von der Realität eingeholt werden - und die ganze Schnapsidee wird ganz schnell in der nächsten Schublade verschwinden. So viel kann ich euch sagen.

Wenn es um Investitionen als solche geht würd ich an deren Stelle eher so etwas wie Crowdfundingmodelle in Erwägung ziehen. In jedem Fall aussichtsreicher als jedes Clubmodell.

Schöne Grüße,
Jan
j-d-s
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Re: Wintersportgebiete sollen wie ein Golfclub geführt werde

Beitrag von j-d-s »

Also, das als Zwangsabgabe einzuführen erinnert mich an sozialistische Volkseigene Betriebe... "VEB Bergbahnkombinat Tschiertschen", so ungefähr. Und wie das ausging, wissen wir alle.

Ich sehe das sowieso so: Man muss eben einfach sehen, dass entgegen der oft so dargestellten Meinungen eben doch alle Skigebiete in Konkurrenz zueinander stehen, auch und gerade die in der Schweiz. Wenn man dann die extrem hohen Preise sieht und dass teilweise in Skigebieten seit 10, 15 Jahren kein einziges größeres Projekt realisiert wurde und man lauter PBs, SLs und fixe SBs hat, sieht man auch die Gründe, warum das so ist.

Und diesmal habe ich, da im Startpost von Graubünden die Rede ist, auch Gebiete rausgesucht:
-St. Moritz hat ein paar neue Bahnen, aber auch viele alte, viele SLs. Wird zwar jetzt nach und nach ersetzt, aber da ist man dem Rest der Alpen 10 Jahre hinterher.
-Davos ist genauso wie St. Moritz stark segmentiert, viele einzelne Skigebiete, keine Verbindungen per Lift/Piste. Das scheint Usus zu sein (ist auch bei Andermatt/Oberalp so). Liftsystem veraltet.
-Arosa-Lenzerheide hat bis nächste Saison keine echte Verbindung der beiden Teile, wobei man sonst erstaunlich gut dasteht im Bündner Vergleich.
(Samnaun zähle ich wie immer nicht mit, da das zu 51% den Ischglern gehört, die alles das richtig machen.)
-Tschiertschen, Sedrun und Disentis sind von der Infrastuktur her in den 90ern hängen geblieben. Viel wurde seitdem wohl nicht gemacht.
-Obersaxen hat viele SLs und seltsam viele Abfahrten ins Niemandsland, von wo aus man mit dem Bus zurückfahren muss. Skifahrer mögen Busfahrten selten.
Chlosterdörfler
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Re: Wintersportgebiete sollen wie ein Golfclub geführt werde

Beitrag von Chlosterdörfler »

Habe den Link zum Bericht (Alternatives Geschäftsmodell für Bündner Tourismusorte) vom Wirtschaftsforum Graubünden gefunden.

http://www.wirtschaftsforum-gr.ch/filea ... 150423.pdf
Wer Träume hat der lebt noch.
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