"Auf und ab" bei Start/Stop von Umlaufbahnen
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- stephezapo
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"Auf und ab" bei Start/Stop von Umlaufbahnen
Hab da mal eine mechanische Frage an die Spezialisten.
Normalerweise hängt das höher belastete Seil (normalerweise Bergseite) tiefer, da ja die FBM ein höheres Gewicht besitzen.
Bei Notstops oder Bremsentests bemerkt man, dass das Durchhangverhältnis Berg/Tal zu schwingen beginnt und sich langsam wieder einpendelt, so wie zB. hier: https://www.youtube.com/watch?v=4scbvXQrG9Y
Beim Anfahren wird dann die Spannung am Bergseil erhöht, sodass die bergwärts fahrenden FBM "nach oben schweben", während die Talseite etwas weiter durchhängt und sich irgendwann wieder der Normalzustand einpendelt.
Wie ist dieses Verhalten zu erklären? Hängt das auch davon ab, ob der Antrieb im Tal oder am Berg situiert ist?
Normalerweise hängt das höher belastete Seil (normalerweise Bergseite) tiefer, da ja die FBM ein höheres Gewicht besitzen.
Bei Notstops oder Bremsentests bemerkt man, dass das Durchhangverhältnis Berg/Tal zu schwingen beginnt und sich langsam wieder einpendelt, so wie zB. hier: https://www.youtube.com/watch?v=4scbvXQrG9Y
Beim Anfahren wird dann die Spannung am Bergseil erhöht, sodass die bergwärts fahrenden FBM "nach oben schweben", während die Talseite etwas weiter durchhängt und sich irgendwann wieder der Normalzustand einpendelt.
Wie ist dieses Verhalten zu erklären? Hängt das auch davon ab, ob der Antrieb im Tal oder am Berg situiert ist?
- burgi83
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Re: "Auf und ab" bei Start/Stop von Umlaufbahnen
Ich habe zu diesem Thema gerade einen Artikel gefunden, der sich genau mit dieser Thematik beschäftigt.
Es handelt sich dabei um den ersten Artikel unter folgendem Link:
http://www.eiba.tuwien.ac.at/fileadmin/ ... e/ih34.pdf
Es handelt sich dabei um den ersten Artikel unter folgendem Link:
http://www.eiba.tuwien.ac.at/fileadmin/ ... e/ih34.pdf
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biofleisch
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Re: "Auf und ab" bei Start/Stop von Umlaufbahnen
In meinem laienhaften Verständnis (bin kein Seilbahntechniker o.ä.) hat das vor allem mit der Massenträgheit zu tun.
Man stelle sich das Seil waagerecht vor; die Bahn fährt mit einer konstanten Geschwindigkeit x und die Gondeln hängen senkrecht unter dem Seil und machen die Vorwärtsbewegung parallel mit.
Wird nun gebremst, bleibt der Aufhängepunkt der Gondel hinter der eigentlichen Gondel zurück - die Gondel schwenkt nach vorne und oben, weil sie keine andere Möglichkeit hat. Gleichzeitig zieht sie das Seil minimal zu sich heran (nach unten). Dadurch ergibt sich eine Schwingung im Seil, welche umso höher sein dürfte, je schwerer die Gondeln besetzt sind und umso länger das frei schwebende Seilsegment ist.
Die erste Schwingung dürfte von den Fahrgästen als eine Bewegung nach oben wahrgenommen werden, obwohl das Tragseil nach unten gezogen wird. Da in der zweiten Schwingungsphase, das Seil jedoch nach oben zurück schnellt, ergibt sich eine Bewegung des Seils und der Gondeln nach oben, bevor sich in den nachfolgenden Schwingungsphasen das Seil wieder einpendelt.
Im direkten Vergleich scheinen dann die besetzten Gondeln nach oben, die leichteren unbesetzten Gondeln nach unten zu schwingen.
Man stelle sich das Seil waagerecht vor; die Bahn fährt mit einer konstanten Geschwindigkeit x und die Gondeln hängen senkrecht unter dem Seil und machen die Vorwärtsbewegung parallel mit.
Wird nun gebremst, bleibt der Aufhängepunkt der Gondel hinter der eigentlichen Gondel zurück - die Gondel schwenkt nach vorne und oben, weil sie keine andere Möglichkeit hat. Gleichzeitig zieht sie das Seil minimal zu sich heran (nach unten). Dadurch ergibt sich eine Schwingung im Seil, welche umso höher sein dürfte, je schwerer die Gondeln besetzt sind und umso länger das frei schwebende Seilsegment ist.
Die erste Schwingung dürfte von den Fahrgästen als eine Bewegung nach oben wahrgenommen werden, obwohl das Tragseil nach unten gezogen wird. Da in der zweiten Schwingungsphase, das Seil jedoch nach oben zurück schnellt, ergibt sich eine Bewegung des Seils und der Gondeln nach oben, bevor sich in den nachfolgenden Schwingungsphasen das Seil wieder einpendelt.
Im direkten Vergleich scheinen dann die besetzten Gondeln nach oben, die leichteren unbesetzten Gondeln nach unten zu schwingen.
drowning in fakenews?
- Ram-Brand
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Re: "Auf und ab" bei Start/Stop von Umlaufbahnen
Ob der Antrieb im Tal oder am Berg ist, merkt man beim Anfahren, daran auf welcher der beiden Seiten sich das Seil mit dem FBMs nach oben bewegt.stephezapo hat geschrieben:Wie ist dieses Verhalten zu erklären? Hängt das auch davon ab, ob der Antrieb im Tal oder am Berg situiert ist?
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Re: "Auf und ab" bei Start/Stop von Umlaufbahnen
@biofleisch: Danke, das hört sich für mich nach einer schlüssigen Erklärung an
Dh. das Bergseil würde beim Bremsen zunächst nach unten gezogen, weil die FBM horizontal Richtung Berghang schwingen und das Talseil nach oben, weil die FBM horizontal Richtung Berg schwingen. Dürfte also unabhängig vom Antriebs- bzw. Bremsort Tal/Berg sein.
Heißt also was? Antrieb im Berg-> Bergseil wird nach oben gespannt, Antrieb im Tal -> Talseil wird nach oben gespannt? Das wäre für mich jetzt plausibel. Durch Reibungsverluste bzw. weil der Antrieb das auf einer Seite angezogene Seil ja "wohin schieben" muss, würde dann das jeweils andere Seil entspannt.Ram-Brand hat geschrieben:Ob der Antrieb im Tal oder am Berg ist, merkt man beim Anfahren, daran auf welcher der beiden Seiten sich das Seil mit dem FBMs nach oben bewegt.
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Re: "Auf und ab" bei Start/Stop von Umlaufbahnen
Ja, genau.
Wenn die Bahn steht hängt das Seil ja über den ganzen Rollen. Das Seilgewicht und das Gewicht der Kabinen wird von der Erdanziegungskraft nach unten gezogen.
Der Antrieb zieht jetzt auf der einen Seite das Seil an und wird dadurch "gestrafft". Wenn die Seite angezogen wird dauert es also etwas bis das bis zur Umlenkscheibe passiert ist.
Da das Seil auf der einen Seite angezogen wird muß es auf der anderen Seite der Antriebsscheibe nachgeben.
So lange bis alles in Bewegung ist.
Etwas schlicht erklärt hoffe es hilft.
Am Besten man baut sich selbst ein Modell. Einfach zwei Rollen und eine Wäscheleine nehmen und zwei Gewichte dranhängen.
Und dann an den Rollen ziehen.
Wenn die Bahn steht hängt das Seil ja über den ganzen Rollen. Das Seilgewicht und das Gewicht der Kabinen wird von der Erdanziegungskraft nach unten gezogen.
Der Antrieb zieht jetzt auf der einen Seite das Seil an und wird dadurch "gestrafft". Wenn die Seite angezogen wird dauert es also etwas bis das bis zur Umlenkscheibe passiert ist.
Da das Seil auf der einen Seite angezogen wird muß es auf der anderen Seite der Antriebsscheibe nachgeben.
So lange bis alles in Bewegung ist.
Etwas schlicht erklärt hoffe es hilft.
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Re: "Auf und ab" bei Start/Stop von Umlaufbahnen
Gut erklärt, danke!
Bin gespannt, wie sich das an meinem DLM-Modell auswirken wird. Müsste allerdings gleichmäßig verlaufen, da ja beide Seile des Seilpaares in gleichem Maße von der Antriebsscheibe angetrieben werden.
Bin gespannt, wie sich das an meinem DLM-Modell auswirken wird. Müsste allerdings gleichmäßig verlaufen, da ja beide Seile des Seilpaares in gleichem Maße von der Antriebsscheibe angetrieben werden.
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biofleisch
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Re: "Auf und ab" bei Start/Stop von Umlaufbahnen
Ram-Brand hat geschrieben:Ob der Antrieb im Tal oder am Berg ist, merkt man beim Anfahren, daran auf welcher der beiden Seiten sich das Seil mit dem FBMs nach oben bewegt.
Hmm, also ich weiß nicht. Ich würde vermuten, dass das kaum/ keine Rolle spielt und es auch nicht pauschal zu beantworten ist.stephezapo hat geschrieben:Heißt also was? Antrieb im Berg-> Bergseil wird nach oben gespannt, Antrieb im Tal -> Talseil wird nach oben gespannt? Das wäre für mich jetzt plausibel. Durch Reibungsverluste bzw. weil der Antrieb das auf einer Seite angezogene Seil ja "wohin schieben" muss, würde dann das jeweils andere Seil entspannt.
Grund: Wenn angefahren wird, dürfte sich das Seil minimal dehnen, bevor die Gondeln sich in Bewegung setzen. Die Dehnung hängt davon ab, wie schwer die Gondeln im jeweiligen Segment sind und wie lang das überspannte Segment ist.
Klar dürfte sein, dass das Seil keinen Schub ausübt, sondern lediglich Zug. Zwar dürfte die Dehnung im gesamten Seil auch eine Rolle spielen und somit müsste es einen Unterschied zwischen Antrieb oben und unten sein (fast doppelt so langes Seil, stärkere Dehnung) - aber ich denke das kann man nicht pauschal an dem Anfahrverhalten der Gondeln ersehen.
Das menschliche Wahrnehmungsfeld dürfte da viel zu grob sein. Es geht um Millisekunden.
Wie gesagt: lediglich meine laienhafte Erklärung / Vorstellung.
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Re: "Auf und ab" bei Start/Stop von Umlaufbahnen
DLM soso 
Extrem war da das "auf und ab" wenn es ein Gefahr-Aus gab und man zwischen zwei Stützen im langen Spannfeld war.
Extrem war da das "auf und ab" wenn es ein Gefahr-Aus gab und man zwischen zwei Stützen im langen Spannfeld war.
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