Anfahrt: Ettlingen - A5 - Basel - A2 - Luzern - Stans - Engelberg in 2:50 h
Wetter: Sonnig, nachmittags Schleierwolken, +1°C bis +5°C
Schnee: 10-50 cm Alt- und Maschinenschnee
Anlagen in Betrieb: Im Titlis-Gebiet alle außer 2. Sektion neue 8EUB Trübsee-Stand, 2KSB Engstlensee und 1 SCHL auf Gerschnialp
Wartezeiten: Neue 8EUB keine, PB Trübsee-Stand morgens 20 min, alle Anlagen anschließend keine bzw. nicht erwähnenswert
Gefallen: Trotz extremen Schneemangels relativ gute Pisten außer Route Rotegg und Abfahrt Jochpass. Talabfahrt bis 1000 m noch verblüffend gut.
Nicht gefallen: Immer wieder Steinchen und Steine in der Piste - dafür kann Engelberg bei dem aktuellen Schneemangel aber nichts.
Bewertung: 5 von 6 Punkten wegen Schneemangels. Andere geöffnete Gebiete hätten wahrscheinlich aus demselben Grund 3 Punkte bekommen.
Nach meinem Saisonopening in Sölden in November wollte ich in diesem Grusel-Frühsommer ... äh, -winter wenigstens noch einen Skitag vor Weihnachten haben. Schneelose Mittelgebirge standen nicht zur Diskussion. Nach einem Blick auf Pistenstatus und Wetterbericht schied das Allgäu für den 22. Dezember 2015 aus, und Engelberg in der Zentralschweiz wurde klarer Favorit.
Die neue Engelberger 8EUB Titlis Xpress schaufelt die Skigäste im Nu zum Trübsee hinauf, Wartezeiten gibt es im Tal zu Morgenstoßzeiten nun keine mehr. Die zweite Sektion nach Stand war nicht in Betrieb, keine Ahnung warum. Folglich entstand auf Trübsee eine 20minütige Wartetraube für die Anschluss-Pendelbahn. Das sollte aber auch die einzige nennenswerte Wartezeit des Tages bleiben.
Dass die Gletscherpisten von IceFlyer und Rotegglift schönen Pulverschnee boten, braucht wohl nicht hervorgehoben zu werden. Die Route Stand hatte wegen des Schneemangels ein paar unangenehme, steinige Engstellen, ansonsten bestand sie aus den üblichen Buckeln. Sehr schön zu fahren waren die beiden Hauptabfahrten von Stand bzw. Laubersgrat, weshalb ich dort die meiste Zeit des Skitages verbrachte. Bis auf die leicht steingarnierte Laubersgrat-Direttissima unter der 4KSB blieben die Nebenabfahrten geschlossen, Offpiste war aber recht gut möglich (immer auf Steine achten!). Am Jochpass war die Jochstock-Standardabfahrt abgesehen von ein paar Steinchen in Ordnung, die Jochpassabfahrt selbst aber ziemlich fies (Konturlosigkeit im Schatten, Kunstschneehaufen, Steine, Eisplatten). Dagegen fuhr sich die Talabfahrt bis hinunter auf 1000 m dank emsiger Beschneiungsbemühungen erstaunlich gut.
Das Engelberger Schattenproblem im Hochwinter habe ich diesmal durch vorwiegenden Aufenthalt am Laubersgrat zwischen 11:30 und 15 Uhr umgangen. Wegen der hohen Temperaturen war es kein Problem, morgens und nachmittags im Schatten zu fahren.
Fazit: Großes Lob ans Engelberger Pistenteam - ich hatte nicht erwartet, dass man bei Euch trotz "schneeloser" Alpen derzeit relativ gut Ski fahren kann!
17 Fotos:
Neue 8EUB Titlis XPress. Die Südhänge auf Brunni gegenüber sind natürlich abgetaut.
Leider musste man ab Trübsee die alte PB bemühen.
Wie immer der großartige Blick vom Titlis auf die Berner 4000er.
Rotegg Gletscherlift morgens schattig.
PB Stand-Trübsee.
Skihütte Stand mittags schön in der Dezembersonne.
Laubersgrat-Abfahrten mit Offpiste.
Die Schneelage am Laubersgrat war kein Problem, auch wenn einige Abfahrten geschlossen bleiben mussten.
Nochmal Laubersgrat - hat mir angesichts der trostlosen Gesamtschneelage prima gefallen.
Neue Rotair-Kabine aus dem Winter 2014/15.
IceFlyer in der Dezembersonne.
Rotegg Gletscherschlepper.
Skiroute Rotegg mit vielen Steinen garniert.
4KSB und Abfahrt Jochpass ... diese Abfahrt war diesmal nix.
Jochstock-Abfahrt - fast so gut wie Laubersgrat.
Laubersgrat-Abfahrten im letzten Nachmittagslicht.
Talabfahrt bei Untertrübsee ... diese Abfahrt war noch verblüffend gut.