Am Samstagnachmittag gestern ging es spontan ins Oberland hinaus. Leider steht die Sonne zu dieser Novemberzeit schon immer recht früh weit im Westen, so dass nicht viel Zeit fürs Knipsen blieb.
In Habach, an der B 472 gelegen, gibt es ja bekanntlich den Leitenlift, einen alten, netten Heuss-Schlepper mit einem ganz passablen Hang für ne 10er-Karte. Jedenfalls um Welten besser als der Kurzbügler in Beuerberg, der wirklich nur für Anfänger oder die Hardcore-Schlepperfans interessant ist.
Am Nachbarhügel weiter westlich soll es bis ca. 1980 auch einen Schlepper gegeben haben. Das war irgendwo mal hier im Forum erwähnt, aber ich habe jetzt auf die Schnelle den Beitrag nicht finden können. Auch sonst ließ sich weder im Internet, noch in der bekannten Lifte-Aufstellung aus den 60ern und 70ern nichts herausfinden über die Existenz eines möglichen zweiten Habacher Lifts. Doch das muss nichts heißen – es gab sicherlich noch irgendwo irgendwelche ominösen Einzellifte, die nirgends verzeichnet wurden.
Der immernoch stehende Schlepper in Ronsberg ist in keiner Kompasskarte drin und der Habachlift taucht in den Karten der 70er-Jahre Skiatlanten auch nicht auf, obwohl da Einzellifte wie jene am Schnaidberg, einer in Peiting oder auch der Seillift bei Bad Feilnbach eingezeichnet sind.
Mit dem Leitenlift hielt ich mich gar nicht erst auf, denn ich wollte die kostbare Sonne nutzen – außerdem kannte ich den Schlepper ja schon von einem Sommer- und einem Winterbesuch. So stellte ich gleich am Nachbarhügel das Auto ab.
Hier muss der Lift irgendwo herauf gegangen sein. Die Hütte vorne muss erst in den 2000ern errichtet worden sein, denn bei den historischen Ansichten bei Googlemaps ist sie anfangs nocht nicht zu sehen – statt dessen grüne Wiese.
Ich denke mal, dass er hie bis zum Waldrand verlief und rechts davon die Piste war.
Liftreste Fehlanzeige. Aber vermutlich lag die Talstation hier am Wegesrand.
Auch bei den herumliegenden Utensilien konnte man beim Vorbeigehen nichts entdecken, was auf Schleppliftreste schließen ließ. Keine Bügel, Schilderreste etc.
Es war recht frisch da draußen, aber trotzdem angenehm. So lief ich den Forstweg hinauf, um nachzusehen, ob oben noch was vom ominösen 2. Habacher Lift zu sehen war.
Blick Richtung Habach – auf der Wiese waren keine Fundamente zu sehen. Direkt dort rauf gehen kam nicht in Frage, da das Gelände eingezäunt ist.
Spanner-Zoom vom Waldrand aus - ein ESL wäre mir lieber gewesen
Hier muss irgendwo die Bergstation gestanden haben...
Ich hoffte irgendwie, dort im Wald eine verrostete Umlenkstation zu finden – so wie beim Krucklift in Niederndorf bei Kufstein.
Zoom zur Esel-WG...dass da unten im Hintergrund ein Fußballspiel im Gange war, fiel mir erst zuhause bei der Bildbearbeitung auf.
Zoom nach unten – ich dachte schon, der Lift sei vielleicht zwischen den beiden Bäumen heraufgekommen. Aber wenn der um 1980 abgebaut worden ist, dann gab es die damals wohl noch nicht.
Vom Gelände her würde es auf jeden Fall passen mit einem Übungslift...
Meine Vermutung: Hier ist er raufgekommen und links davon war die Skiabfahrt.
Blick in Richtung Osten zum Habacher Leitenlift – kurz überlegte ich, hinüberzulaufen, doch dann ließ ich es doch sein. Ich wollte auf dem Rückweg lieber spontan irgendeinen Aussichtspunkt aufsuchen und lange würde die schwache Novembersonne sich ja nicht mehr über dem Oberland halten können.
Hier muss irgendwo die Umlenkung gestanden haben, aber ich fand keine Fundamente. Schade...
Es gibt halt immer wieder Lifte, die wirklich restlos abgebaut werden und auch dieser ist so ein Kandidat...
(In Bad Heilbrunn steht auch rein gar nichts mehr, in Seefeld-Hechendorf dto. und auch in Blaichach bei Immenstadt hat man ganze Arbeit geleistet, so spontan nachgedacht...)
Auf dem Rückweg überlegte ich noch, auf den Hohen Peißenberg zu fahren, doch den wollte ich mir für bessere Sicht (es war bereits etwas diesig) aufheben und auch die kurze Überlegung, die Stationen in Raisting abzulichten verschob ich auf bessere Lichverhältnisse. So ging es noch wenigstens zur Ilkahöhe oberhalb von Tutzing, die ich bisher nur vom Hörensagen kannte.
Blick über den Starnberger See zum Alpenrand hin...
Die letzten Sonnenstrahlen an jenem 14.11.2015...
Links oberhalb der Bildmitte müssten früher mal zwei Schlepper (Straßberglifte) oberhalb von Benediktbeuern gestanden haben.
Am Heimgarten reflektierte wohl das Gipfelkreuz...
Ich genoß noch ein wenig die gute Aussicht hier oben, während die Sonne immer mehr am Verschwinden war. So lief ich auch gar nicht mehr groß umher, sondern stieg bald wieder ins Auto.
ENDE