Einige Zeit gab's jetzt nicht wirklich was zu lesen von mir - zu durchschnittlich waren die Skitage, und falls es mal richtig super zum Fahren ging, hatte ich meist keine Kamera dabei bzw. war die Umgebung nicht fotogen genug. Heute war's zur Abwechslung mal anders.
Schon seit längerer Zeit verfolge ich die Webcams des Mölltaler Gletschers in mehr oder weniger unregelmäßigen Abständen - und schon lange ist mir klar, dass ich da mal im (kalendarischen) Hochwinter mal rauf möchte. Die Erwartungshaltung ist klar: Entspanntes Speedcarven auf freien Pisten bei traumhaftem Schnee und atemberaubendem Panorama... wäre da nur nicht die vergleichsweise lange Anfahrt! Da ich im Dezember 2015 schon Böses für die heurige Saison ahnte, habe ich mir heuer aber erstmals die Jahreskarte für die A10 zugelegt, womit nun zumindest die psychologische Hürde der (autotechnischen) Überquerung des Alpenhauptkamms weggefallen ist.
Für heute schien die Ausgangssituation wie auf den Mölltaler zugeschnitten zu sein: Unten hat's am letzten Wochenende massiv reingeregnet, während oben nach wie vor perfekte Verhältnisse herrsschen müssten. Das Ganze dann noch während der Holländer-Ferien (=Hochsaison in den Großskigebieten) - auch der (erwartete) viel geringere Andrang spricht für den Mölltaler. Wetter? Pokern! Die Webcams zeigen am Mölltaler zwar herumziehende Wolkenfetzen, aber einen durchwegs freien Gipfelbereich - während bei uns im Norden noch die Restwolken der Kaltfront liegen. Ist heute also der perfekte Tag?
Nach gut 1h 40min stehe ich um 08:30 an der Talstation - und parke in der ersten Reihe! Den Zug erwische ich gerade noch rechtzeitig - Glück gehabt! In einem Zug geht es direkt hoch bis auf den höchsten Punkt - und mehr und mehr realisiere ich, was das heute für ein Tag wird. Gemütlich zuckle ich mit der 6KSB (bei der ersten Fahrt nicht schneller als eine normale DSB) bis knapp unterhalb des Gipfels - doch das ist heute egal. Alles ist total entspannt - ich lasse die sagenhafte Stimmung auf mich wirken:
Nur die höchsten Gipfel der Hohen Tauern ragen aus dem Wolkenmeer:
Die Bedenken, dass ein paar Zentimeter Neuschnee das Vergnügen trüben könnten, waren unbegründet - hier oben hat es nur einen halben Zentimeter Neuschnee auf perfekt präparierte Pisten geschneit:
Was für eine sagenhafte Stimmung:
Speziell in solchen Situationen bin ich dankbar dafür, in so einer schönen Gegend leben zu dürfen und die notwendige berufliche Flexibilität zu haben, um solche Tage nützen zu können (auch wenn ich den Tag heute leider alleine verbringen musste):
Wie oft habe ich solche Bedingungen in diesem Winter vermisst...
Einfach magisch...
Weiter unten ebenso perfekte Bedingungen, allerdings etwas weniger fotogen. Hier die Eissee-Talabfahrt:
Wieder an der EUB-Bergstation angekommen:
Nix zum Meckern...
Nahezu den ganzen Tag über schneite es ganz, ganz leicht - oft aus nahezu wolkenlosem Himmel. Ein tolles Phänomen!
Blick ins Salzburger Land - einzig der Gipfelbereich des Kreuzkogels in Sportgastein schaut ein bisschen aus der Wolkendecke:
Alle anderen Salzburger Skigebiete liegen hingegen noch hier drunter:
...und in Kärnten sieht's nicht viel anders aus.
Erst später am Tag bricht die Wolkendecke zusehends auf, nur die Föhnwalze am Tauern-Hauptkamm verbleibt ganztägig:
Alteck am frühen Nachmittag:
Rote Piste an der Panoramabahn am frühen Nachmittag:
Und mit einem letzten Bild von der beeindruckenden Föhnwalze verabschiede ich mich und hoffe, dem Einen oder Anderen Freude bereitet zu haben.
Anmerkung: Natürlich gab es untertags auch Zeitpunkte, wo etwas mehr Wolken zugegen waren - bis auf eine einzige Abfahrt hatte ich jedoch stets perfekte Bodensicht und konnte die traumhaften Pistenverhältnisse ohne Einschränkungen genießen. Irgendwie machen ein paar Wolken das Ganze sogar noch interessanter.
Fazit: Vermutlich das (Pisten-)Highlight dieses Winters - ähnliche Pistenbedingungen hatte ich heuer zwar schon mehrfach, aber die Szenerie war heute schon einzigartig.