David93 hat geschrieben:St. Anton liegt an der Strecke, die ganz Vorarlberg mit dem Rest Österreichs verbindet. Ich glaub da ist ein Vergleich mit dem Zillertal, wo lediglich der Bereich von Mayrhofen bis Tux erschlossen werden würde nicht angebracht. Dafür ist man niemals bereit so viel Geld in die Hand zu nehmen, verständlicherweise.
Verkehrlich hast du zunächst einmal recht.
Politisch war es damals so, dass St. Anton erst dann die Luxusvariante beim Eisenbahnausbau bekam, als man den Zuschlag zur Ski-Weltmeisterschaft hatte. Das ist typisch für die Politik: Der allgemeine Nutzen für die Bevölkerung, die vom Eisenbahnausbau jahrzehntelang profitiert, zählt nicht so stark, wie ein zweiwöchiges Remmidemmi für die Ski-Weltmeisterschaft.
Nun wird es - soweit ich das beurteilen kann - weder in Finkenberg noch in Hintertux eine alpine Skiweltmeisterschaft geben.
Aber das politische Gerangel ist auch immer wieder für Überraschungen gut. Oft kommt es auf entscheidende politische Meinungsführer an. Wer hätte noch vor ein paar Jahren gedacht, dass man für das vordere Zillertal nun 150 Millionen € für die Zillertalbahn in die Hand nehmen will?
Nach meinen Informationen gab es in der ÖVP Sympathien, die Straße zwischen Jenbach und Mayrhofen auszubauen, aber die Grünen, die in der Tiroler Landesregierung mit am Tisch sitzen, konnten dann die ÖVP überzeugen, die Zillertalbahn auszubauen und Straßenausbaupläne zunächst einmal ad acta zu legen. Jetzt warten wir einfach mal die weitere Entwicklung ab und wenn man dann sieht, dass es auf der Schiene zwischen Jenbach und Mayrhofen ab Dezember 2019 gut läuft, dann sieht man, wie sich die Diskussion weiter entwickelt. Entscheidend ist, dass man von jedem Skigebiet mindestens eine EUB direkt an die Eisenbahn heranführt.
Nachdem jetzt auch die ÖVP öffentlich erklärt hat, ohne wenn und aber 150 Millionen € in die Zillertalbahn zu stecken, werden die jetzt wohl kaum noch einen Rückzieher machen.